Album der Woche

PORTUGAL THE MAN

WOODSTOCK

Da sind wir also, sechs Monate nach Anbruch des Jahres 2017, und die Welt brennt weiterhin wie eine Lawine lodernder, verstrahlter Materie, die über einen Berg gebrauchter Nadeln in eine Schlucht voller Rattenfäkalien stürzt. Aber hey, es ist nicht alles schlimm: Portugal. The Man bringen ein neues Album namens „Woodstock“ heraus.

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Da sind wir also, sechs Monate nach Anbruch des Jahres 2017, und die Welt brennt weiterhin wie eine Lawine lodernder, verstrahlter Materie, die über einen Berg gebrauchter Nadeln in eine Schlucht voller Rattenfäkalien stürzt. Aber hey, es ist nicht alles schlimm: Portugal. The Man bringen ein neues Album namens „Woodstock“ heraus. 

 

Das letzte PTM-Album erschien vor mehr als drei Jahren – eine lange Pause für eine Band, die seit 2006 nahezu jährlich ein Album veröffentlichte. In guter alter Bandtradition verbrachten sie seit 2013 tatsächlich nahezu jede freie Minute mit der Arbeit an einem Album namens Gloomin + Doomin. Sie erschufen kübelweise individuelle Songs, die jedoch einfach nicht zueinander passen wollten, ganz egal, wie sie es drehten. Bei einer Reise von Frontmann John Gourley ins heimische Alaska (bekannt auch durch Portugal. The Mans größten Fan, Sarah Palin) passierten dann zwei Dinge, die eine komplette Änderung in der Flugrichtung des Albums einläuten sollten.

 

Da war zunächst einmal eine gute Dosis rustikale elterliche Liebe, die John von seinem alten Herrn empfing. Dieser holte John auf den sprichwörtlichen Teppich zurück oder Hundeschlitten oder wo auch immer man Leute in Alaska hinstellt, wenn man ihnen die Leviten lesen will. „Warum dauert es so lang, das Album fertigzustellen?“, sagte Johns Dad. „Ist das nicht, was Bands tun? Songs schreiben und sie dann veröffentlichen?“ Wie bei den meisten Vätern und nicht zugelassenen Therapeuten der Fall, verfehlten diese Worte ihre Wirkung nicht. Und so begann John darüber nachzudenken, wieso die Band in einer elliptischen musikalischen Maschine festzustecken schien, die direkt aus der Hölle kam. Und, noch wichtiger: wie man von ihr loskommen könnte.

 

Und dann steckte das Schicksal ein weiteres Mal sein Würstchen in Johns Ohr, als er den Ticketabriss seines Vaters vom legendären Woodstock Musikfestival 1969 fand. Es mag wie eine nichtige Sache erscheinen, doch die darauffolgenden Gespräche mit seinem Dad über Woodstock ’69 klopften in Johns Kopf etwas locker. Er realisierte, dass, ganz in der Tradition der Bands aus jener Ära, Portugal. The Man über die zerbröckelnde Welt sprechen mussten, die sie umgab. Diese beiden Gedanken in Einklang bringend, traf die Band eine an Wahnsinn grenzende Entscheidung: sie nahmen ihre gesamten Arbeiten der vergangenen Jahre – und schmissen sie weg.

 

Es war alles andere als leicht, und dann war da noch die ständige Bedrohung, dass ihr Plattenlabel sie von einem professionellen Killer um die Ecke bringen lassen könnte, aber die komplett irrwitzige Entscheidung zahlte sich aus. Mit neuen, kerzengerade errichteten musikalischen Ständern ging die Band zurück ins Studio, wo sie mit John Hill („In The Mountain In The Cloud“), Danger Mouse („Evil Friends“), Mike D („Everything Cool“) und dem langjährigen Wegbegleiter Casey Bates arbeiteten (dem einzigen durchgängigen Produzenten seit dem ersten Album). In diesem neu gesteckten kreativen Territorium entwickelte sich das, was am Ende das Album „Woodstock“ werden sollte, wie von selbst.

 

Erinnern Sie sich noch an den Berg brennender Nadeln, über den wir eingangs sprachen? Gut. Denn „Woodstock“ (und mit ihm auch die neue Single „Feel It Still“) ist ein Album, das – mit Optimismus im Herzen – auf diesen gigantischen Haufen zeigt und sagt: „Hey, dieser Haufen ist abgefuckt!“ Und falls Sie zufällig auch der Meinung sind, dass dieser Haufen ganz schön abgefuckt ist, schulden Sie es sich selbst – verdammt, Sie schulden es uns allen –, da rauszugehen und etwas dagegen zu tun.

 

 

 

VÖ-Datum: 16.06.2017

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Album der Woche | kw 25

FLEET FOXES

CRACK UP

Seit dem letzten Werk „Helplessness Blues“ (2011) sind sechs Jahre vergangen, seit dem selbstbetitelten Debüt (2008) fast ein Jahrzehnt. Als Vorboten des neuen Albums haben Fleet Foxes den Track „Third of May / Ōdaigahara“ veröffentlicht, ein knapp neunminütiges Epos, das von Piano, einer elektrischen zwölfsaitigen Gitarre, einem Streicherquartett und jenen gleißenden Harmonien getragen wird, für die Fleet Foxes bekannt sind.

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Seit dem letzten Werk „Helplessness Blues“ (2011) sind sechs Jahre vergangen, seit dem selbstbetitelten Debüt (2008) fast ein Jahrzehnt. Als Vorboten des neuen Albums haben Fleet Foxes den Track „Third of May / Ōdaigahara“ veröffentlicht, ein knapp neunminütiges Epos, das von Piano, einer elektrischen zwölfsaitigen Gitarre, einem Streicherquartett und jenen gleißenden Harmonien getragen wird, für die Fleet Foxes bekannt sind. Zudem hat die Band Tourtermine bekannt gegeben, darunter eine Reihe von Konzerten in Europa und ihre ersten Nordamerika-Shows seit Oktober 2011.

 

„Crack-Up“ kann jetzt bei iTunes und nonesuch.com vorbestellt werden, „Third of May / Ōdaigahara“ gibt es dann als sofortigen Download. Vorbesteller bei nonesuch.com erhalten außerdem einen exklusiven, Limited-Edition-Druck mit einem Artwork von Hiroshi Hamaya.

 

Alle elf Songs auf „Crack-Up“ wurden von Robin Pecknold geschrieben. Er ist auch Co-Produzent des Albums, gemeinsam mit Skyler Skjelset, seinem langjährigen Bandkollegen, Kreativpartner und Kindheitsfreund. „Crack-Up“ wurde zwischen Juli 2016 und Januar 2017 an unterschiedlichen Orten in den USA aufgenommen: in den Electric Lady Studios, Sear Sound, The Void, Rare Book Room, Avast und The Unknown. Das Mixing des Albums wurde von Phil Ek bei Sear Sound vorgenommen, das Mastering von Greg Calbi bei Sterling Sound.

 

Fleet Foxes sind: Robin Pecknold (Gesang, Multi-Instrumentalist), Skyler Skjelset (Multi-Instrumentalist, Gesang), Casey Wescott (Multi- Instrumentalist, Gesang), Christian Wargo (Multi-instrumentalist, Gesang) und Morgan Henderson (Multi-Instrumentalist).

 

Fleet Foxes’ selbstbetiteltes Debütalbum prägte die internationale Musikszene nachhaltig. Es erhielt unter anderem den ersten von Uncut jemals vergebenen Music Award Prize und toppte eine Vielzahl von „Best of“-Listen, darunter Rolling Stones „100 Best Albums of the 2000’s“ und Pitchforks „50 Best Albums of 2008“. „Fleet Foxes“ hat Gold-Status in Nordamerika und Platin in den UK und Australien. Der Nachfolger „Helplessness Blues“ wurde mit denselben überschwänglichen Kritiken bedacht wie sein Vorgänger (u.a. fünf Sterne von MOJO, vier Sterne vom Rolling Stone, „Best New Music“ bei Pitchfork). Das Album stieg auf Platz 4 in die Billboard Top 200 ein (Deutschland: Platz 11), erlangte Gold-Status im UK und erhielt eine GRAMMY-Nominierung.

 

 

VÖ-Datum: 16.06.2017

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Album der Woche | kw 24

PHOENIX

TI AMO

"Wir sind nicht geboren, um allein zu sein!" So lautet der Leitsatz der neuen Reklamekampagne für das traditionsreiche Mundwasser Odol, und so könnte man auch den Leitsatz für Ti Amo formulieren, das neue Album der traditionsreichen französischen Rockgruppe Phoenix.

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"Wir sind nicht geboren, um allein zu sein!" So lautet der Leitsatz der neuen Reklamekampagne für das traditionsreiche Mundwasser Odol, und so könnte man auch den Leitsatz für Ti Amo formulieren, das neue Album der traditionsreichen französischen Rockgruppe Phoenix. Es handelt vom Wunsch nach Gemeinsamkeit und Miteinander in schwierigen Zeiten und von der Sehnsucht danach, ein Leben ohne Einsamkeit zu führen und mit menschlicher Nähe; dafür ist angenehmer Geruch aus dem Mund bekanntlich von zentraler Bedeutung. Vor allem wünschen sich Phoenix, dass ihr Wunsch nach der Liebe und dem Geliebtwerden von möglichst vielen Menschen verstanden wird; darum formulieren sie ihn beispielsweise im Titelstück des Albums in vier verschiedenen Sprachen: Love you! Ti amo! Je t'aime! ¡Te quiero!  

 

Sie sind eben nicht geboren, um allein zu sein. Aber auch in anderen Hinsichten haben Phoenix interessante Mundwasser-Bezüge zu bieten. Lange schon war jedenfalls auf einer ambitionierten Popplatte kein so ambitioniertes Gurgelsolo mehr zu hören wie hier: Das Eröffnungsstück J-Boy porträtiert einen unglücklich verliebten Burschen, der, um dem angeschmachteten Mädchen zu imponieren, für selbiges sogar zu stehlen beginnt und dafür schwere Strafen erduldet. Weil ihm nicht einmal das jedoch zu helfen vermag, klagt der Sänger Thomas Mars sich zum Ende des Songs in ein sehnsüchtiges "oh-weh-o-ho-oh-jemineh"-Lamento hinein, das zum Höhepunkt hin elektronisch zerschreddert, zum Stocken gebracht und mit dicken Autotune-Effekten eingeschmiert wird, um dann in ein ebenso geschwind wie geschmeidig in den Tonhöhen hin und her springendes Gurgelsolo zu münden: "oh-go-hö-ge-li-jo-hö-de-li-de-o-weh". 

 

Es handelt sich fraglos um die interessanteste Gurgelkadenz, seit John Lennon 1966 bei den Aufnahmen zu der Beatles-Platte Yellow Submarinezwecks Erzeugung eines Unterwassereffekts mit einem Mund voller Wasser gleichzeitig zu gurgeln und zu singen versuchte, wobei er, wie der Beatles-Tontechniker Geoff Emerick in seinen Memoiren berichtet, beinahe erstickt wäre beziehungsweise ertrunken. Der poptheoretisch versierte Hochkomiker Thomas Hermanns variierte diese Technik gegen Anfang der nuller Jahre in seiner leider nur kurzlebigen Quizsendung Der Pop-Klub, indem er seine Kandidaten bekannte Popsongs anhand gegurgelter Versionen erraten ließ. Bei dieser Gelegenheit konnte man beispielsweise erkennen, wie melodisch nah 'O Sole mio und Smoke on the Water beieinanderliegen, jedenfalls, sofern man sie gurgelt. 

 

Aber zurück zur neuen Platte der französischen Rockgruppe Phoenix. Gegründet wurde Letztere ebenfalls Anfang der nuller Jahre, ihren internationalen Durchbruch erlangte sie 2009 mit dem Album Wolfgang Amadeus Phoenix. Darauf vermochten Phoenix nicht nur mit schönen Melodien und flotten Beats zu begeistern, sondern auch mit ausgesprochen dynamischen Song-Dramaturgien: Man höre noch einmal, wie sie in ihrem ersten Nummer-eins-Hit Lisztomania unablässig die Tempi und Beats, die musikalischen Vorder- und Hintergründe zu wechseln verstanden – ohne dass der Song an irgendeiner Stelle auseinander zu brechen drohte. Bei allem Willen zur Heterogenität, zur dramatischen Pose und kunstvollen Verpeiltheit fügte sich doch alles unter eine musikalische Idee. 

 

Auf dem folgenden Album Bankrupt!, nach vier Jahren Pause 2013 erschienen, verselbstständigte sich der Hang zum Experimentieren dann aber in eher ungünstiger Weise. So verdaddelte sich etwa das Titelstück in länglich dahingeglitzerten Keyboard-Arpeggien, um den nach zwei Dritteln einsetzenden Gesang mitten in einer Strophe lakonisch auszublenden. Gitarrenriffs wurden mit pseudo-asiatisch leiernden Orchestersamples versetzt, wodurch die Musik eine ironische Note erhalten sollte. Im Song SOS in Bel Air sang Thomas Mars mit sich selbst im Kanon, während die dazu abgerufenen Keyboardsounds in eher unironischer Weise an den Hitparadenpop der mittleren achtziger Jahre erinnerten. You can't cross the line / but you can't stop trying, hieß es in diesem Stück, und wenn man die Betonung auf die erste Hälfte des Satzes legte, fand man darin auch eine gute Beschreibung für Bankrupt!im  Ganzen. 

 

Das sechste Phoenix-Werk, Ti Amo, das nach wiederum vier Jahren Pause in dieser Woche veröffentlicht wird, findet nun eine weitaus bessere Balance zwischen der künstlerischen Ambition und dem normalen Geschäft des radiotauglichen Popkomponierens. Die Songs folgen klassischen Dramaturgien. Sie sind, wie Thomas Mars vorab in einem Interviewerläuterte, zumeist aus der Variation über Rhythmusschnipseln oder sonstwie wiederholbaren Fragmenten entstanden. So verlaufen sie sich in keinen prätentiösen Prog-Daddeleien, sondern kreisen stets um ein oder zwei charakteristische Klangsensationen. Mit wenigen Ausnahmen verdichten sie sich zu gut merkbaren, wenn auch melodisch nicht weiter nennenswerten Miniaturen. Konzeptuelle Absichten lassen sich allenfalls in der Wahl eines leitmotivischen Albumthemas erkennen, nämlich: Italien. Da Phoenix dieses aber vor allem in italienischen Songtiteln auf T (Ti Amo!, Tuttifrutti, Telefono) und der Beschwörung von Sonne, Strand und Marcello Mastroianni variieren, kann man es bei der Betrachtung des Gesamtwerks getrost vernachlässigen. 

 

Interessanter ist das Design, dem der Phoenix-Sänger Thomas Mars seine Stimme auf Ti Amo unterzogen hat. Er hat sie nämlich fast durchgehend moduliert und gefiltert, mit Vocodereffekten und – nicht nur beim Gurgeln – mit Autotune-Glättungen bearbeitet. Diese Konsequenz ist neu im Phoenix'schen Schaffen; und auch das Klangbild als solches unterscheidet sich von den meisten anderen Autotune-Gebräuchen zurzeit. Gemeinhin wird die Software zur Tonhöhenkorrektur entweder in besonders auffälliger oder in besonders unauffälliger Weise eingesetzt. Entweder dient sie zum Glätten der Stimme und zum Ausmerzen gesanglicher Fehler. Oder aber, wenn man sie entgegen dieser ursprünglichen Bestimmung verwendet, um die Stimme aufzurauen und auf reizvolle Weise künstlich oder falsch klingen zu lassen, um einen roboterhaften Eindruck zu erzeugen oder ihr die sexuelle Identifizierbarkeit zu entziehen. 

 

In den zehn neuen Phoenix-Songs ist das ganz anders, hier gibt es nicht nur das erste Autotune-Gurgelsolo zu hören, sondern durchweg eine Art doppelter Negation des überkommenen Autotune-Wesens. Thomas Mars fälscht seine Stimme nicht und freut sich auch nicht an schriller Verfälschung. Vielmehr versucht er sich an einer Verfremdung ins Ohrenschmeichelnde, in der alle "nicht-natürlichen" Sounds ihrerseits nicht als "artifiziell" erscheinen, sondern vielmehr als angenehm aufgehübscht. Vielleicht könnte man sagen: Er singt mit einer geschminkten Stimme, deren Make-up etwas zu ambitioniert ist, aber noch keineswegs schrill.  

 

Dieses Stimmdesign ist für die gesamte Musik auf der neuen Phoenix-LP exemplarisch: Auch der Gebrauch der Instrumente, die Verflechtung von Melodien und Beats, die Anreicherung von moderat aufgeplustertem Synthiepop mit sekundenkurz angegniedelten Schweinerocksoli bewegt sich stets sich im Korridor eines intelligenten, aber gänzlich risikofreien Hitparadenpops. Manches davon erinnert an die vorletzte, von den Feuilletons beklagenswert unterschätzte Tokio-Hotel-Platte; wesentliche Teile des Albums könnten mit ihren Achtziger-Jahre-Referenzen eine Synthese aus Modern Talking und Scritti Politti darstellen. Die ambitioniertesten Mittel der Soundgestaltung nutzen Phoenix dazu, um angenehm, schmeichelnd und nicht weiter auffällig zu wirken. 

 

Man könnte also sagen, dass sie klingen wie derzeit niemand sonst und als Band dennoch komplett verwechselbar sind. In der cleveren Entprofilierung mit teuren technischen Mitteln haben Phoenix zu ihrer wahren Identität gefunden und sind für unsere kulturelle Gegenwart insofern ein absolut paradigmatisches Phänomen. 

 

Text: zeit.de

 

 

VÖ-Datum: 09.06.2017

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Album der Woche | kw 23

ALT-J

RELAXER

Das Trio aus Leeds führt auf seinem dritten Studioalbum Folk und Folkrock so gekonnt ins 21. Jahrhundert, wie es zuvor nur der britischen Band Gravenhurst gelungen war, die aufgrund des Todes von Nick Talbot ein viel zu frühes Ende fand.

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Das Trio aus Leeds führt auf seinem dritten Studioalbum Folk und Folkrock so gekonnt ins 21. Jahrhundert, wie es zuvor nur der britischen Band Gravenhurst gelungen war, die aufgrund des Todes von Nick Talbot ein viel zu frühes Ende fand.

 

Auch alt‑J reichern den Kopfstimmen- und Flüsterfolk mit elektronischen Elementen an, mit Blechbläsern und Streichern, ohne Schwulst zu fabrizieren. Hinzu kommen Einflüsse aus HipHop und TripHop, toll umgesetzt im gespenstigen „3WW“ und – fordernder, tänzerischer – in „Deadcrush“.

 

„Hit Me Like That ­Snare“ bietet zickigen Garagenrock, bevor „Relaxer“ zum Ausklang hin mehr ruhige und weihevolle Töne anschlägt.

 

Text: rollingstone.de

 

ALT-J live:
23.06. – 25.06. Scheessel (Hurricane Festival) 
23.06. – 25.06. Neuhausen Ob Eck (Southside Festival)

 

 

VÖ-Datum: 02.06.2017

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Album der Woche | kw 22

BONAPARTE

THE RETURN OF STRAVINSKY WELLINGTON

Bislang kannte man Bonaparte als Bühnenderwisch, als Bezauberer der Massen und Hohepriester. Mit „The Return Of Stravinsky Wellington“ hat Tobias Jundt nun bewiesen, was er vor allen anderen Dingen ist: einer der besten Songschreiber unserer Tage.

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Bislang kannte man Bonaparte als Bühnenderwisch, als Bezauberer der Massen und Hohepriester. Mit „The Return Of Stravinsky Wellington“ hat Tobias Jundt nun bewiesen, was er vor allen anderen Dingen ist: einer der besten Songschreiber unserer Tage.  

 

Bisher machte es den Anschein, dass Rabatz und Entertainment bei Bonaparte zu jedem Zeitpunkt handlungsleitend seien. Nach dieser Lesart steht der Name Bonaparte für eine orgiastische Punk-Revue mit ganz viel Camp, Rausch und Sex. Und natürlich ist das Spiel mit Masken und sexueller Ambiguität tatsächlich ein großer Teil dessen, was der Schweizer Tobias Jundt in den vergangenen Jahren geschaffen hat. Trotzdem oder gerade deswegen müssen wir Bonaparte jetzt teilweise neu denken. Der Grund heißt „The Return Of Stravinsky Wellington“: Mehr Liebe, mehr Zeit, mehr Herz – das fünfte ist das bislang beste Bonaparte-Album überhaupt.

 

„Meine bisherigen Platten waren vor allem für die Nacht konzipiert, diese passt zu allen Situationen des Alltags“, sagt Tobias Jundt. Der Songschreiber ist inzwischen verheiratet, er hat zwei Kinder, zwei Katzen und Bonaparte ist zu einer Organisation herangewachsen. Bonaparte hat alles ein bisschen zurückgedreht und die wichtigsten Menschen in seinem Leben erstmals direkt ins Herz seiner Songs geholt. Den Song „Fuck Your Accent“ - es geht um non-physischen Sex, eine Liebeserklärung an Sprache und die Komplexität menschlicher Ausdrucksformen - schrieb er beispielsweise gemeinsam mit seiner Frau, welche auch das Coverbild knipste. “Hey (Is For Horses)” wird aus der Sicht seiner Katze erzählt und seine zum damaligen Zeitpunkt fünfjährige Tochter singt das von ihr selber getextete „High Five In Your Face”. „Die Familie war immer schon mit auf Tour, jetzt ist sie auch im Studio mehr in den Mittelpunkt gerückt“, sagt Jundt. Hinzu kamen alte Freunde wie Siriusmo, Tim Fite, Kid Simius, sowie der Schlagzeuger Chris „Pow Pow“ Powell und Fat Freddy’s Drop, welche in Neuseeland die Bläser für „The Return Of Stravinsky Wellington“ einspielten. Abgemischt wurde schließlich mit dem bereits bei den zwei letzten Alben bewährten Andy Baldwin in Brooklyn, wo auch noch Valeska Steiner für Backing-Vocal-Aufnahmen vorbeikam.  

 

Die Musik, die auf diese Weise entstanden ist, klingt nun einerseits anders als alles, was man bisher von diesem Mann kannte – und doch wieder sehr vertraut. Das Bemerkenswerte an dieser Musik ist nicht zuletzt ihre Unaufgeregtheit. Wie Bonaparte etwa mit „Melody X“ aus der Ruhe heraus ein großer Pop-Moment gelingt, das zeugt von wahrer Meisterschaft. Aber auch sonst ist es vor allem diese entspanne, souveräne Grundhaltung, welche die elf Songs eint. Denn „The Return Of Stravinsky Wellington“ ist ein Werk im allerbesten klassischen Sinne: das Album als Gesamtkunstwerk, bei dem eins ins andere greift. 

 

„Now these days I’m feeling more like being myself / And that’s good thing maybe you should try it yourself”, singt Tobias Jundt in “Halfway House“, einer zutiefst rührenden Liebesgeschichte in einer Entzugsanstalt. Und vielleicht ist es genau dieser Satz, der vor allem den grundsätzlichen Geist hinter diesem Album umreißt.

 

Bonaparte ist da und mitten unter uns. Um die Welt zu beschreiben braucht er nicht viele Worte: „And the world goes tweet tweet, tweet tweet … yeah“, singt er etwa im bereits 2016 erschienenen Vorabsong „White Noize“. Eine einzige Zeile, die die komplette politische und gesellschaftliche Entwicklung der letzten zwei Jahre auf den Punkt bringt. Der unaufgeregte Gesang, die beinahe dahinperlende Melodie von „White Noize“ ist indes nicht so locker-entspannt wie sie klingt. Unter der Oberfläche brodelt eine tiefe Ohnmacht, die im dazugehörigen Supercut-Video, welches sich auf Facebook zum viralen Hit entwickelte, vollends auf den Punkt gebracht wird. Sie entspringt der aufrichtigen Sorge eines Mannes, der viel zu verlieren hat. 

 

Das Private auf diesem Album wird politisch und andersrum.Im Song „Wolfenbüttel“ gelingt ihm etwas, das eigentlich unmöglich ist: Er haucht der ansonsten eher biederen niedersächsischen Kleinstadt tatsächlich Sex ein. Und nicht zuletzt geht es auf dem Album vor allem darum, nach Hause zu kommen. Davon erzählt die sanft verspielte Folk-Mediation „Kinfolk“. Nie zuvor hat Tobias Jundt so viel Zeit, künstlerische Kraft und Liebe in ein Album investiert wie jetzt in „The Return Of Stravinsky Wellington“. Das facettenreiche Werk etabliert ihn endgültig als einen der besten Songschreiber unserer Tage. 

 

 

VÖ-Datum: 02.06.2017

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Album der Woche | kw 21

TΏRA

TAKE A REST

Nachdem sie 2015 mit diversen Festivalauftritten auch in Europa für Furore gesorgt haben – Glastonbury stand genauso auf dem Programm wie hierzulande z.B. das Reeperbahn Festival –, stehen Tora aus Byron Bay nun mit ihrem offiziellen Debütalbum „Take A Rest“ in den Startlöchern, auf dem auch die zuletzt veröffentlichte Vorab-Single „Amsterdam“ (VÖ: 17. März) vertreten ist. Ihr zwischen Electronica, Chillwave und lässigem Pop oszillierender Sound wurde schon häufiger mit Acts wie SOHN, Toro Y Moi, Radiohead oder auch James Blake verglichen – dabei klingen die fünf Australier auf Albumlänge optimistischer und tanzbarer als zuletzt auf den gefeierten EPs.

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Nachdem sie 2015 mit diversen Festivalauftritten auch in Europa für Furore gesorgt haben – Glastonbury stand genauso auf dem Programm wie hierzulande z.B. das Reeperbahn Festival –, stehen Tora aus Byron Bay nun mit ihrem offiziellen Debütalbum „Take A Rest“ in den Startlöchern, auf dem auch die zuletzt veröffentlichte Vorab-Single „Amsterdam“ (VÖ: 17. März) vertreten ist. Ihr zwischen Electronica, Chillwave und lässigem Pop oszillierender Sound wurde schon häufiger mit Acts wie SOHN, Toro Y Moi, Radiohead oder auch James Blake verglichen – dabei klingen die fünf Australier auf Albumlänge optimistischer und tanzbarer als zuletzt auf den gefeierten EPs. 

 

Entstanden über einen Zeitraum von knapp drei Jahren, vertonen Tora – Jai Piccone, Jo Loewenthal, Shaun Johnston, Thorne Davis und Tobias Tsounis, die schon als Kinder zusammen in Mullumbimby zur Schule gingen – die unterschiedlichsten Einflüsse auf ihrem Erstling, den sie selbst daher auch mit einem Tagebuch vergleichen: „Manche der Songs sind ganz direkt von unseren Tour-Erlebnissen in anderen Teilen der Welt beeinflusst, wobei wir einen Teil der Songs auch zu Hause in Australien geschrieben haben“, so ihr Kommentar. Jeder von ihnen habe dafür zunächst auf eigene Faust an Ideen gearbeitet, die sie erst später zu einem kohärenten Ganzen kombiniert haben: „Einen Großteil haben wir gemeinsam im Kaktusgarten bei Jai aufgenommen. Deshalb hört man auch hin und wieder Fliegen im Hintergrund oder Bambus, der sich im Wind biegt – ja sogar eine Waschmaschine ist da zu hören. Auch die Kakteen mussten als Klangquelle herhalten, wir haben sie mit Harken bearbeitet. Und dazu haben wir sehr viel mit Gitarren- und Gesangs-Sounds herumexperimentiert, immer neue Techniken und Effekte ausprobiert.“ 

 

Da das Debütalbum insgesamt ausgelassener klingt als die im Vorfeld veröffentlichten EPs der Band, der Dance-Faktor eine größere Rolle spielt, beziehe sich der Titel „gar nicht mal so sehr auf den Sound“, wie Jo Loewenthal weiter sagt. „Stattdessen soll das ‘Take A Rest’ die Leute eher daran erinnern, ihre alltäglichen Probleme für einen Moment zu vergessen. Indem wir diese Songs geschrieben haben, konnten wir derartige Dinge immerhin für den Moment ausklammern – und nun hoffen wir, dass genau das den Zuhörern auch gelingt, wenn sie die Resultate hören.“ 

 

Neben Album-Highlights wie der ersten Vorab-Single „Amsterdam“ (die übrigens von einer Drogeneskapade in der holländischen Metropole handelt) oder auch der zweiten Auskopplung „Another Case“, einem Plädoyer für mehr Natürlichkeit in Zeiten optimierter Selbstinszenierungen im digitalen Raum (das wiederum schon sehr gut die ausgelassene Stimmung der LP andeutet), zählt auch „Bridges“ zu den Kernstücken des Albums – ein Track, der weit zurück reicht in die Vergangenheit: Die Idee dazu kam Loewenthal schon vor sechs Jahren, an einem Punkt, an dem er das Gefühl hatte, seine Beziehung mit seiner Mutter verändern und intensivieren zu müssen. 

 

„Jahrelang fehlte noch etwas an dem Stück, bis mir eines Tages eine Zeile einfiel, die aus der Perspektive meiner Mutter geschrieben ist. Danach wurde mir klar, dass eine Sängerin den Part übernehmen musste – und so gingen schließlich noch mal 18 Monate ins Land, bis wir mit Grace Pitts die perfekte Stimme dafür gefunden hatten.“ 

 

Ähnlich wichtig ist dem Songwriter auch der Song „Too Much“, mit dem sich jeder identifizieren können wird, „der auch schon mal jemanden oder etwas geliebt hat, was man eigentlich nicht lieben sollte. Ich hab wirklich erst durch diesen Song, also quasi als die Worte aus meinem Mund kamen, so richtig verstanden, was mit mir davor los war.“

 

Produziert haben Tora ihre vielschichtigen Arrangements selbst, wobei der für einen Grammy nominierte Toningenieur Andrei Eremin (u.a. Hiatus Kaiyote, Ta-ku) das Mastering übernahm. Die fünf Australier knüpfen damit an ihre bisherigen Veröffentlichungen an – neben Singles wie „Poly Amor“ und „Twice“ auch die EPs „Eat the Sun“ und davor „Tora“ –, die kombiniert inzwischen über 20 Millionen Streams verzeichnen. 

 

Gefeiert von triple j bis The Line of Best Fit, von Indie Shuffle bis The Sound You Need, haben Tora in kürzester Zeit extrem viel bewegt: Gegründet im Jahr 2013, kombinieren sie in ihrem Sound vielschichtige, eindringliche Electronica-Produktionen mit extrem gefühlvollen Vocals – kein Wunder, dass Acts wie z.B. SOHN, Radiohead und James Blake schon häufiger für Vergleiche herangezogen wurden. Auf ihre gleichnamige EP, die sie schon im Oktober des Gründungsjahres veröffentlichten, ließen sie seither u.a. im Jahr 2014 den Hype-Machine-Hit „Overcome“ (Platz #7 Hype Machine) sowie die erfolgreiche „Eat The Sun“-EP folgen. Der von LA-Producer Galimatias angefertigte Remix ihres Songs „Jaigantic“ verzeichnet inzwischen allein mehr als 10 Millionen Streams. 

 

Besonders ihre gefeierten Live-Shows haben Tora zuletzt eine rasant wachsende Fanbase beschert: Anknüpfend an ihren epischen Europa-Abstecher im Jahr 2015 (Fazit der Band: „193 days, almost 80 shows and over 50.000 km of driving“), traten Tora hierzulande u.a. bei der Fusion und dem Reeperbahn Festival auf und spielten neben Auftritten beim Glastonbury Festival, dem Falls Festival, The Great Escape und Best Kept Secret noch mehr als 70 weitere Festival- und Headliner-Shows in ganz Europa, den USA, Mexiko und Kanada, u.a. zusammen mit Acts wie Miami Horror und SAFIA. In Australien haben sie zuletzt u.a. RÜFÜS auf deren ausverkaufter „bloom“-Tour begleitet. 

 

Die Tatsache, dass ihr aus dem Griechischen entliehener Name für „jetzt“ steht, passt einfach perfekt: Toras Kombination von elektronischen und organischen Elementen könnte zeitgenössischer nicht klingen. 

 

 

VÖ-Datum: 09.06.2017

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Album der Woche | kw 20

LUKE SITAL-SINGH

TIME IS A RIDDLE

Für „Time Is A Riddle“ hat sich Sital-Singh bewusst Zeit gelassen, ist in das Irische Städtchen Donegal geflüchtet und hat dort ein Album allein nach seinen Spielregeln aufgenommen. „Da waren diese großen Fenster und wir schauten über die Hügel von Donegal.

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Für „Time Is A Riddle“ hat sich Sital-Singh bewusst Zeit gelassen, ist in das Irische Städtchen Donegal geflüchtet und hat dort ein Album allein nach seinen Spielregeln aufgenommen. „Da waren diese großen Fenster und wir schauten über die Hügel von Donegal. Es hat durchgehend geregnet – für mich war das perfekt. Wir haben Musik und Gesang in diesem riesigen Live-Raum aufgenommen. So, wie Platten früher halt gemacht wurden. Das hat wahnsinnig Spaß gemacht. Das waren einfache Songs, die in einem Guten Raum vernünftig aufgenommen und von einer guten Band auf guten Instrumenten gespielt werden mussten. Wir brauchten keinen Firlefanz. Ich musste mich lediglich für die Gesangs-Takes inspiriert fühlen und das war ich.“ 

 

 

VÖ-Datum: 12.05.2017

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Album der Woche | kw 19

JAKE ISAAC

OUR LIVES

Jake Isaac steht definitiv ganz oben auf der Liste der "Artists to watch 2017". Komplett ohne Plattenfirma hat es der Südlondoner mit karibischen Wurzeln geschafft, sich europaweit einen Namen zu erspielen und einige seiner Songs wie "Waiting Here" können bereits mit Streamingzahlen im zweistelligen Millionenbereich glänzen.

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Jake Isaac steht definitiv ganz oben auf der Liste der "Artists to watch 2017". Komplett ohne Plattenfirma hat es der Südlondoner mit karibischen Wurzeln geschafft, sich europaweit einen Namen zu erspielen und einige seiner Songs wie "Waiting Here" können bereits mit Streamingzahlen im zweistelligen Millionenbereich glänzen.

 

Seine vier EP's hat Jake als begnadeter Multiinstrumentalist nicht nur selbst eingespielt, sondern teilweise auch selbst veröffentlicht. Letztere verschaffte ihm neben einem Auftritt beim legendären Glastonbury Festival auch das Management von Elton John und Ed Sheeran und einen Deal mit Universal Music in Deutschland, wo jetzt das Debütalbum des smarten Briten erscheint.

 

Schon jetzt blickt er auf ausverkaufte kleine bis mittelgroße Headlinershows in den USA, Belgien, UK, den Niederlanden und auch Deutschland zurück, wo er kürzlich u.a. beim Reeperbahnfestival begeistern konnte. Beeindruckend liest sich auch das Fahrtenbuch seiner jungen Karriere. Da stehen bereits Kollaborationen mit Gabrielle, Blue, Miss Dynamite oder u.a. Duffy.

 

Jake's Hörgewohnheiten sind ungewohnt freizügig: Pop, Reggae, Soul und Funk prägen ganz sicher seinen Sound, er spielte aber u.a. auch Schlagzeug in diversen Rockbands und ließ sich von frühem Grime und Jungle mitnehmen.

 

Sein Sound hat nicht unbedingt das Format in einem Keller aufgeführt zu werden, obwohl er auch dort sicher ohne Probleme begeistern würde, dennoch haftet den Songs ein großes Versprechen an, die große Hymne, die Gnade und Kraft des Soul. Es sind keine bloßen Botschaften an ihn selbst, an seine Vergangenheit, kein irritiertes Zusammensuchen von Erlebnissen oder verlebtem Scheitern. Es geht immer um die Perspektive, nicht notwendigerweise nur die eigene.

 

Bei "Long Road", der ersten Single die im März 2017 veröffentlicht wurde, spiegelt Jake wie bei vielen seiner Songs seine eigene Reise wider, musikalisch und persönlich. "It's been quite a journey in terms of dealing with different pressures from people who want you to be something that you are not, but I make my own journey. It's written a little bit out of frustration". Letztere übersetzt der Song mit einer Beharrlichkeit, den eigenen Glauben nicht in Frage zu stellen. Diese ganz große Deutung von Hoffnung und Aufbruch macht "Long Road" fast zum Panorama für das musikalische Schaffen von Jake Isaac.

 

Wie fast auf all seinen EP's dominiert ein feinsinniges Gespür für große Melodien und Pop, welches sich traut, die letzten Stufen zu gehen. Jakes Songs scheuen sich nicht vor großen Hooks, müssen sie auch nicht, weil sie sich in einer Natürlichkeit bewegen, die bei anderen waghalsig klingt. Das wirklich Einzigartige an Jake Isaac ist, dass er seine Songs nicht nur scheinbar auch für sein Publikum schreibt, sondern ohne diese Motivation wohl gar nicht aus der Tür käme. "I wanna write songs which people can relate to and identify with, music which is about us, about humanity"

 

Jake ist getrieben von einem enormen Anspruch an sich und seine Kunst: "I had some of the best times of my life when I was a student. I was paying little money to go to a show and sometimes I would get a lot. If people will pay 5 or 10 Euros to come and see me play, I will always try to give them a 40 Euro show and I really wanna give them moments to dance"

 

 

VÖ-Datum: 05.05.2017

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Album der Woche | kw 18

SYLVAN ESSO

WHAT NOW?

Diese Frage stellen Amelia Meath und Nick Sanborn vom gefeierten Duo Sylvan Esso aus Durham, North Carolina, auf ihrem mit Spannung erwarteten neuen Album, welches heute für den 28.04. angekündigt wurde. Und damit treffen sie absolut den Nerv der heutigen Zeit. Wohin entwickelt sich unsere Kultur und Gesellschaft in einer Zeit, in der sie gefühlt am Abgrund steht?

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Diese Frage stellen Amelia Meath und Nick Sanborn vom gefeierten Duo Sylvan Esso aus Durham, North Carolina, auf ihrem mit Spannung erwarteten neuen Album, welches heute für den 28.04. angekündigt wurde. Und damit treffen sie absolut den Nerv der heutigen Zeit. Wohin entwickelt sich unsere Kultur und Gesellschaft in einer Zeit, in der sie gefühlt am Abgrund steht? 

 

Die Erwartungen an das neue Album sind mittlerweile enorm, nachdem bereits die beiden veröffentlichten, neuen Tracks "Radio" und "Kick Jump Twist" auf ein riesiges Echo stießen. "Radio" entwickelte sich zum #1 Hit auf Hype Machine und zählt bis heute schon über 8 Mio. Streams, während der Titel es auf die Pole Position der Spotify Top50 Viral Charts schaffte. Ein Auftritt in Jimmy Fallons Tonight Show tat sein Übriges. Nun gibt es einen weiteren Track zu hören. Hier geht es zu "Die Young". 

 

Auf "What Now" lösen Sylvan Esso das Versprechen und die Hoffnung auf das Potential, welches auf ihrem Debüt bereits zu erkennen war, absolut ein. In allen Punkten hat sich die Band weiter entwickelt: die Produktion ist mutiger, der Gesang intensiver, die Melodien unwiderstehlicher und die Songs strahlen heller als zuvor. Jedoch hört man auch zu jeder Zeit, dass es ein Album ist, welches im Jahr 2016 entstanden ist: Es ist untrennbar verknüpft mit dem Chaos in einem Land, welches gerade an seinen eigenen Werten kratzt - ausgedrückt mit den Stimmen zweier Künstler, die sich in verschiedenen Studios, verteilt über das ganze Land, eingenistet haben und verwirrt von all dem, was um sie herum passiert. Es ist ein sehr persönliches, aber eben auch ein politisches Album geworden; die Grenzen sind hier fließend. 

"What Now" beschreibt das unvermeidliche Tief, welches zwangsläufig auf jedes Hoch kommt. Befeuert durch die Erkenntnis, dass es keine klar formulierte Lösung gibt. Es ist ein Album vom Sichverlieben und der Lehre, dass auch das niemanden rettet. Über das Teilen von Information und über den feinen Unterschied zwischen Selbstbewusstsein und Narzissmus. Darüber, sich mit persönlichen Erfolgen auseinanderzusetzen, wobei jedoch das Gefühl des erloschenen Feuers präsenter ist als die Genugtuung ob des Erreichten. Über die vernichtende Feststellung, dass kein Fortschritt jemals von Dauer sein wird. 
Es ist ein Album, dessen Stärke in der eigenen Dualität liegt. Unter dem Strich ist es aber vor allem ein Album, welches die besten Songs beinhaltet, die Sylvan Esso je geschrieben haben - meisterhaft produziert und furchtlos gesungen - um unser aller unterschwellige Angst- und Glücksgefühle zu artikulieren. 

 

 

 

VÖ-Datum: 28.04.2017

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Album der Woche | kw 17

ASGEIER

AFTERGLOW

2012 erschien Ásgeirs gefeiertes Debüt Dýrð í dauðaþögn und machte ihn zunächst in seinem Heimatland Island zur Legende. Es wurde zum am schnellsten verkauften einheimischen Debütalbum Islands, sprengte sämtliche Rekorde und stellte sogar die Verkaufszahlen von Björk und Sigur Ros in den Schatten - statistisch gesehen gibt es eine Kopie in jedem zehnten isländischen Haushalt.

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2012 erschien Ásgeirs gefeiertes Debüt Dýrð í dauðaþögn und machte ihn zunächst in seinem Heimatland Island zur Legende. Es wurde zum am schnellsten verkauften einheimischen Debütalbum Islands, sprengte sämtliche Rekorde und stellte sogar die Verkaufszahlen von Björk und Sigur Ros in den Schatten - statistisch gesehen gibt es eine Kopie in jedem zehnten isländischen Haushalt. 2014 folgte dann die englischsprachige Neuauflage unter dem Titel In the Silence, für die John Grant die Textübersetzung lieferte. Als sich die Wellen langsam legten, die dieses Album in den Top-40-Charts in Großbritannien, Japan, Dänemark (u.v.m.) gespült hatten, war Ásgeir nicht weniger als ein internationaler Star. 

 

Mit seinem brandneuen, mit Hochspannung erwarteten Album Afterglow meldet sich der Singer-Songwriter und Multiinstrumentalist aus dem 40-Seelen-Dorf Laugarbakki nun zurück. Drei Jahre lang hat der Isländer an den elf Tracks dieses außergewöhnlichen und zutiefst berührenden Werks gefeilt. Die Erstauskopplung „Unbound“, ein atemberaubendes Stück voller sehnsüchtiger Kraft, dürfte zu einem weiteren Meilenstein in der Karriere des Musikers werden. 

 

Ásgeirs neues Album, das am 5. Mai 2017 erscheint, ist in vielerlei Hinsicht eine Abkehr von Stimmung und Sound seines Erstlings. Er setzt hier sehr viel stärker auf elektronische Klänge und greift auch Elemente aus R&B und Soul auf. Damit lässt Afterglow den Folk-geprägten Akustiksound von In the Silence hinter sich und taucht lustvoll in die kristallklare, melancholisch-melodische Seite der Elektronikmusik ein.

Auch auf dem neuen Album arbeitet der faszinierende Musiker mit seinem Vater, Einar Georg Einarsson, zusammen, von dem sämtliche Texte für Afterglow stammen. Weitere und ebenfalls langjährige Kooperationspartner sind Ásgeirs Bruder, Thorsteinn, sowie Julius Robertsson, Hogni (Gus Gus/Hjaltalin) sowie der Produzent und Bandkollege Guðmundur Kristinn Jónsson.

Die mittlerweile steile Karriere des jungen Stars begann genau hier in Laugarbakki, zwei Stunden nördlich von Reykjavík gelegen, wo er umgeben von Musikern und Instrumenten aufwuchs: Seine Mutter spielt Orgel, sein Vater Akkordeon, seine Schwester Geige, und sein Bruder ist Gitarrist und Mitglied der erfolgreichen isländischen Reggae-Band Hjálmar. Ásgeir selbst war als Schüler ein vielversprechendes Sporttalent – einige seiner isländischen Rekorde als Javelin-Segler sind bis heute ungebrochen. Doch nachdem er im frühen Teeniealter Songwriter wie Elliott Smith und Sufjan Stevens sowie die isländischen Ikonen Sigur Ros, Mugison und Lay Low für sich entdeckt und seine erste Gitarre geschenkt bekommen hatte, war er für die Sportwelt verloren. 

 

In der Vergangenheit wurde Ásgeir, der für seinen seidig-geschmeidigen Falsettgesang bekannt ist, mit Künstlern wie Bon Iver, James Blake und Kings of Convenience verglichen. Auf Afterglow perfektioniert er jedoch seinen ganz eigenen, unverkennbaren Stil. Obwohl das Album zweifellos Ausdruck einer sehr dunklen Seite ist, birgt es in seinem Kern eine unbezwingbare Hoffnung. Ásgeir selbst sagt über Afterglow: „Ich glaube, ich habe damit schon jetzt sehr viel erreicht. Ich habe mich selbst besser kennengelernt und fühle mich sehr viel gereifter. Das liegt nicht allein am Album, aber die Musik hat definitiv dazu beigetragen.“ 

 

Auf seine zahllosen Fans wirkte die unverblümte emotionale Aufrichtigkeit bisher wie eine Katharsis. Jetzt hat Ásgeir gelernt, die erlösende Wirkung seiner Musik auch für sich selbst zu nutzen. „Es wäre allerdings schon toll, wenn andere das alles auch gut fänden“, fügt er lächelnd hinzu. Bei einem Album, das Genregrenzen so sachte überschreitet und dabei so bewegend ist wie das erstaunliche Afterglow, braucht er sich darüber keine Sorgen zu machen. 

 

 

 

 

VÖ-Datum: 21.04.2017

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Album der Woche | kw 16

K.FLAY

EVERY WHERE IS SOME WERE

Seit sie im Jahr 2010 ihre gleichnamige Debüt-EP vorgelegt hat, ist K.Flay nicht zuletzt für ihre eindringlichen, extrem aufrichtigen Texte bekannt, in denen Abgründiges genauso seinen Platz hat wie Anflüge von Hoffnung. Für ihr kommendes zweites Album „Every Where Is Some Where“ setzt die inzwischen in L.A. lebende Künstlerin, deren Sound zwischen Alt-Pop und Hip-Hop oszilliert, nicht nur auf noch mehr Introspektion und persönliche Einblicke, sondern sie scheut erstmals auch vor politischen Themen nicht zurück. Insgesamt präsentiert sie eine extrem vielschichtige LP, die das emotionale Durcheinander und die Ängste unserer Zeit auf ganz persönliche Art umkreist und beleuchtet.

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Seit sie im Jahr 2010 ihre gleichnamige Debüt-EP vorgelegt hat, ist K.Flay nicht zuletzt für ihre eindringlichen, extrem aufrichtigen Texte bekannt, in denen Abgründiges genauso seinen Platz hat wie Anflüge von Hoffnung. Für ihr kommendes zweites Album „Every Where Is Some Where“ setzt die inzwischen in L.A. lebende Künstlerin, deren Sound zwischen Alt-Pop und Hip-Hop oszilliert, nicht nur auf noch mehr Introspektion und persönliche Einblicke, sondern sie scheut erstmals auch vor politischen Themen nicht zurück. Insgesamt präsentiert sie eine extrem vielschichtige LP, die das emotionale Durcheinander und die Ängste unserer Zeit auf ganz persönliche Art umkreist und beleuchtet. 

 

Verglichen mit der zuletzt veröffentlichten EP „Crush Me“ – deren Lead-Single „Blood In The Cut“ im letzten Jahr die Top-5 der US-Modern-Rock-Airplaycharts aufgemischt hatte –, klingt „Every Where Is Some Where“ nicht nur noch trotziger, sondern auch bewusst grobkörniger, dabei extrem verdichtet und gewissermaßen ungeschminkt. „Nach ‘Life As A Dog’ habe ich ehrlich gesagt extrem viel Rockmusik gehört, vor allem Sachen aus den späten Neunzigern und den beginnenden Nullerjahren“, so K.Flay, die sich damit auf die klanglichen Entwicklungen seit dem Erscheinen ihres offiziellen Debütalbums im Jahr 2014 bezieht. „Ich habe mich von der Energie von Leuten wie Karen O, Shirley Manson oder auch Emily Haines sehr stark inspirieren lassen – und deshalb spielen auch Live-Gitarren, Bass-Parts und Schlagzeug-Aufnahmen so eine zentrale Rolle auf diesem neuen Album.“ Unterstützt von ihren beiden Produzenten Mike Elizondo (Twenty One Pilots, Fiona Apple, Regina Spektor, Skylar Grey) und Tommy English (BØRNS, Andrew McMahon in the Wilderness, Ladyhawke), habe sie letztlich vor allem jene Energie einzufangen versucht, die ihre Live-Shows zuletzt so einzigartig (und erfolgreich) gemacht hatten – sie war u.a. mit Künstlern wie Passion Pit, Icona Pop, Awolnation und Theophilus London unterwegs. 

 

Die Songtexte von „Every Where Is Some Where“ haben dabei durchaus literarische Qualitäten – was vielleicht nicht so sehr verwundert, wenn man bedenkt, dass K.Flay u.a. auch die Autorin Marilynne Robinson zu ihren Inspirationsquellen zählt. Bereits der Albumtitel soll den Zuhörern in Erinnerung rufen, „wie biegsam Bedeutungen und Interpretationen doch sein können“, wie sie sagt, „und wie unser ganzes Leben auf unseren eigenen Narrationen basiert. Für mich als Songwriterin ist das natürlich das zentrale Anliegen: Ich betrachte, was in meinem Leben so alles passiert und versuche dann immer und immer wieder, diese Geschehnisse in Worte zu fassen“, so K.Flay. „Erfahrung ist etwas Subjektives: Wir selbst können schließlich entscheiden, was wir als verheerend empfinden – und was als schön. Und welchen Schritt wir als nächsten machen wollen. In den Büchern unserer eigenen Leben sind wir immer alles zugleich: Protagonisten und Erzähler in Personalunion. Und gerade die Erzähler haben unglaublich viel Macht.“ 

 

Mit der ersten Single „High Enough“ legt die 31-Jährige einen der zuversichtlichsten und positivsten Songs aus ihrem kommenden Album vor: Ihr lässiger Flow verbindet sich mit der Singsang-Melodie, mit Beats und Gitarren zu einer regelrechten Hymne über das Klaren-Kopf-Bewahren. „Es gibt ja schließlich schon so viele Songs, die davon handeln, dass sich jemand wegschießt“, sagt die Amerikanerin, die mit vollem Namen Kristine Flaherty heißt. „Und ich glaube, dass ein Teil von mir sich einfach gefragt hat: ‘Was wäre, wenn ich vielleicht schon high genug bin? Wenn ich vielleicht gar nicht mehr brauche als das, was ich so schon habe?’ In meinem Leben gibt es immer wieder diese Momente – das kann an einer Person liegen oder an einem Ort –, in denen ich auf gar keinen Fall einen anderen Bewusstseinszustand haben, irgendwie auf Drogen oder high oder stoned oder breit sein will. Ich will dann einfach nur genau das fühlen, was ich in dem Moment gerade fühle.“ 

 

Am anderen Ende der extrem groß angelegten Palette von Stimmungen, die K.Flay im Verlauf von „Every Where Is Some Where“ präsentiert, befindet sich hingegen ein Track wie „Mean It“, dessen Gedanken über die Liebe, die eigene Familie und die Vorfahren eine absolut verletzliche Seite aufzeigen. Indem sie weise Worte einstreut (z.B. „Remember what you love/So that when the world gets painful/You become your own god“), habe sich gerade das Schreiben dieses Stücks als besonders reinigend und kathartisch entpuppt. „Ja, ‘Mean It’ habe ich in Los Angeles in meinem Schlafzimmer geschrieben, und zwar mitten in der Nacht... der komplette Song sprudelte wie von selbst aus mir heraus“, erinnert sie sich. „Und ehrlich gesagt habe ich dabei sogar geweint, was mir sonst eigentlich nicht passiert.“ Ein Stück wie „It’s Just A Lot“ hingegen entstand, während Flaherty „darüber nachdachte, wie die Welt doch zugleich so groß und wunderschön, aber dabei auch so traurig ist“ – weshalb der Uptempo-Track einen grandios süßlich-melancholischen Beigeschmack hat. 

 

Das Wohlüberlegte in ihrer Stimme und auch die pulsierende Bassline von „The President Has A Sex Tape“ bilden den perfekten Kontrast zu den bissigen Worten, mit denen sie sich hier über das politische Zeitgeschehen äußert: „Nichts ist mehr heilig in der heutigen Welt: Der höchste von uns gewählte Amtsträger ist ein Reality-TV-Star, der vollkommen inkompetent ist und seine ganze Boshaftigkeit in aller Öffentlichkeit zur Schau stellt“, so Flaherty. „Was den Song angeht, war das zuerst eine Art Klagelied, nur dann wurde daraus nach und nach eine Art musikalischer Schlachtruf. Ich hoffe, dass der Track als schräge kleine Hymne für all diejenigen fungieren kann, die sich desillusioniert oder entfremdet fühlen.“ Noch mehr Hymnenpotenzial hat der Song „Black Wave“, ein wilder Track, der auf dem Gefühl basiert, das viele Menschen gleich nach der Präsidentschaftswahl hatten: „Wie an einem Strand saßen wir alle zusammen und schauten raus auf diese grausame schwarze Welle, die da in der Ferne anrollte – und wir wussten, dass sie uns komplett verschlucken würde.“ Über einem Teppich aus wilden Beats, lautet die Botschaft des Titels jedoch, sich dieser „bedrohlichen Sache zu stellen – und sich dafür zu entscheiden, nicht den Kopf einzuziehen, sondern sich dagegen zu wehren und aufzustehen“, wie sie weiterhin sagt. 

 

Man kann durchaus sagen, dass die ganze bisherige Entwicklung von K.Flay auf einer Art Trotzhaltung basiert. Aufgewachsen in Illinois, sei „sie ja überhaupt nur ganz zufällig bei der Musik gelandet“, und zwar mit 19 – und das, obwohl ihr Vater ihr schon zehn Jahre davor beigebracht hatte, wie man Gitarre spielt. „Es gab da einen Streit, und schließlich wurde ich dazu herausgefordert, einen Song zu schreiben... und erst dadurch bin ich genau genommen bei der Musik gelandet“, berichtet Flaherty, die an der Stanford University studiert hat. „Wenig später habe ich dann mit dem Produzieren angefangen und bin auf kleineren Privatpartys auf dem Campus aufgetreten, was ein wirklich guter Ausgleich zu den studentischen Inhalten war. Ich fand’s großartig, dass die Musik wie ein Fenster zur Welt funktioniert, und dass in dieser Welt auch Unvorhersehbarkeiten und Chaos eine so wichtige Rolle spielen. Insofern war sie schon ein krasser Gegenpol zu meinem extrem durchstrukturieren Alltag als Studentin.“ 

 

Nach ihrem Uniabschluss zog K.Flay zunächst nach San Francisco, wo sie 2011 schließlich ihr gefeiertes Mixtape „I Stopped Caring in ’96“ veröffentlichen und wenig später bereits einen ersten Vertrag mit einem Major-Label unterzeichnen sollte. Nachdem sie 2013 die EP „What If It Is“ vom Stapel gelassen hatte, auf der sie sogar einen gemeinsam mit Danny Brown aufgenommenen Track präsentierte, gründete sie ihr eigenes Label, wo sie mit „Life As A Dog“ (2014) ihr erstes Album veröffentlichte. Vergangenes Jahr dann war sie die erste Künstlerin, die bei Night Street/Interscope Records unterzeichnet hat, dem neuen Label von Imagine-Dragons-Frontmann Dan Reynolds, wo sie im August mit „Crush Me“ erstmals neues Material veröffentlichte. „Ehrlich gesagt habe ich das Gefühl, dass ich in das alles, was in den letzten Jahren passiert ist, mehr oder weniger bloß reingestolpert bin“, meint sie rückblickend, „als ob ich so nach und nach diese Richtung eingeschlagen hätte, und jetzt daraus mein Job geworden ist – was ziemlich der Hammer ist, wie ich finde.“ 

 

Auf ihrem zweiten Album „Every Where Is Some Where“ präsentiert K.Flay Kompositionen mit noch mehr Tiefgang, die noch offener und ungeschminkter sind, was sie u.a. auch perfekt mit jenem Bewusstseinsstrom-Storytelling illustriert, das den Song „Champagne“ auszeichnet. „Details sind für mich das Wichtigste“, so ihr Kommentar über die Vielschichtigkeit des Tracks. „Es gibt schließlich nur eine begrenzte Anzahl von menschlichen Emotionen, aber dazu gibt es unendlich viele Arten, wie man diese Gefühle beschreiben oder transportieren kann.“ Und während sie auf der Suche nach diesen verschiedenen Ausdrucksarten war, gelangte Flaherty schließlich zu der Einsicht, dass „man sehr wohl begreifen kann, wie klein man doch ist auf der Welt, und man andererseits aber genau diese Einzigartigkeit, das eigene Wesen und den Ort, an dem man gerade steht, zelebrieren kann“. Diese Einsicht bildet letztlich den Kern ihres neuen Albums – was der LP etwas Positives und Zuversichtliches verleiht. „Jeder Song des Albums handelt davon, eine Sache umzudeuten, die eigene Sichtweise darauf zu ändern“, wie sie abschließend sagt. „Selbst die düstersten Ecken sind immer noch Ecken. Man ist also nicht im Nichts, sondern schon noch irgendwo.“ 

 

 

 

VÖ-Datum: 07.04.2017

 

Ihr wollt das Album „Every Where Is Some Where“ von K.Flay ganz retro in rund und silbern haben? Dann schickt uns eine E-Mail an "917xfm(at)917xfm.de" mit dem Betreff „Every Where Is Some Where“ und mit ein bisschen Glück seid Ihr unter den Gewinnern.

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Album der Woche | kw 15

COLD WAR KIDS

LA DIVINE

Mit ihrem sechsten Album LA Divine verneigen sich Cold War Kids vor ihrer Wahlheimat Los Angeles und zelebrieren die Westküstenmetropole in all ihren schräg-schillernden Facetten. Der Titel des Nachfolgers zu Hold My Home (2014), auf dem auch die vergoldete Single „First“ vertreten war, ist dabei durchaus mit einem Augenzwinkern zu verstehen: „In vielerlei Hinsicht ist LA schließlich diejenige Stadt, in der am wenigsten Platz für Göttliches bleibt: Hedonismus und Respektlosigkeit sind wohl an keinem anderen Ort so weit verbreitet wie hier, und kein Ort ist dermaßen abgekoppelt von der Geschichte“, meint Nathan Willett, der Sänger, Gitarrist und Klavierspieler der Band.

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Mit ihrem sechsten Album LA Divine verneigen sich Cold War Kids vor ihrer Wahlheimat Los Angeles und zelebrieren die Westküstenmetropole in all ihren schräg-schillernden Facetten. Der Titel des Nachfolgers zu Hold My Home (2014), auf dem auch die vergoldete Single „First“ vertreten war, ist dabei durchaus mit einem Augenzwinkern zu verstehen: „In vielerlei Hinsicht ist LA schließlich diejenige Stadt, in der am wenigsten Platz für Göttliches bleibt: Hedonismus und Respektlosigkeit sind wohl an keinem anderen Ort so weit verbreitet wie hier, und kein Ort ist dermaßen abgekoppelt von der Geschichte“, meint Nathan Willett, der Sänger, Gitarrist und Klavierspieler der Band. Aufgewachsen im südlich davon gelegenen Long Beach, vertonen Cold War Kids mit dem neuen Werk gleichwohl jene Faszination, die Los Angeles schon immer auf sie ausgeübt hat. „LA ist einfach so riesengroß, dass ich wirklich den Eindruck habe, immer wieder etwas Neues in der Stadt entdecken zu können“, meint Bassist Matt Maust. „Und es ist einfach ein wahnsinnig schräger Ort. Ich persönlich find’s fantastisch, dass wir ein Album gemacht haben, das genau diese schräge Seite davon zelebriert.“ 

 

Das bereits erwähnte Gefühl, immer wieder Neues entdecken zu können, zeichnet dabei auch weite Teile von LA Divine aus, denn es ist ganz klar das bis dato offenste und ambitionierteste Werk der Band. Während ihr gefeiertes Debütalbum Robbers & Cowards (2006 veröffentlicht, nachdem zuvor ihre erste Hit-Single „Hang Me Up To Dry“ erschienen war) inzwischen das 10-jährige Jubiläum hinter sich hat, begegnet man auf dem kommenden Studioalbum einer Band, die eine vollkommen neue Energie, eine neue Art von Begeisterung kanalisiert: „Ja, also meine Begeisterung für diese neuen Songs – das ist schon ganz ähnlich wie damals, wie ganz am Anfang, als gerade unsere allererste Platte rauskam“, so Maust. 

 

Die Cold War Kids selbst – noch nicht erwähnt wurden die weiteren Mitglieder Joe Plummer (Schlagzeug), Matthew Schwartz (diverse Instrumente) und David Quon (Gitarre) – führen diesen Energieschub sogar auf eine Art Wiedergeburt zurück, wie Willett sagt. Sie hätten sich ganz bewusst für mehr Pop-Elemente und überhaupt mehr Experimentierfreude entschieden, als sie mit der Arbeit an LA Divine begannen. „Die Sache ist die, dass wir uns als Band schon immer eher an der Vergangenheit orientiert haben, was den Klang, die konkreten Sounds und die Instrumentierung unserer Stücke angeht“, so der Sänger weiter. „Mit diesem neuen Album wollten wir nun aber in die andere Richtung gehen und etwas durch und durch Moderneres abliefern, was einfach daran liegt, dass momentan die kreativsten und bahnbrechendsten Impulse und Ideen nun mal aus dem Bereich des Pop kommen.“ 

 

Konkrete Inspirationen, auf die er sich damit bezieht, wären zum Beispiel das Blonde-Album von Frank Ocean oder auch Releases von Florence & the Machine und Alabama Shakes – weshalb LA Divine nun genau diesen Hang zu hooklastigen Produktionen mit ihrem bisherigen Indie-Sound vereint. Was die Texte angeht, präsentiert sich Willett mal absolut offen und verletzlich, andererseits aber auch vielschichtig und komplex, wenn er immer wieder das Thema Liebe bzw. genauer gesagt langjährige Beziehungen umkreist: „So viele Songs handeln schließlich vom Verliebtsein oder von Trennungen – und ich wollte einfach mal einen Schritt weiter gehen mit diesem Album. Wir sind inzwischen alle etwas älter, sind erfahrener und reifer, und so fühlte es sich einfach nur richtig an, sowohl die schönen als auch die eher hässlichen Seiten zu beleuchten, die so eine Langzeitbeziehung nun mal so mit sich bringt.“ 

 

Aufgenommen mit ihrem angestammten Produzenten Lars Stalfors (Health, Local Natives), fungiert die erste Single „Love Is Mystical“ zugleich als Eröffnungstrack von LA Divine: Schon diese erste Hymne handelt von der Suche nach etwas Höherem, nach einem tieferen Sinn in einer Beziehung. „Das ist schon sehr typisch für LA oder überhaupt für die Staaten: Die Leute hier sind einfach davon überzeugt, dass Attraktivität allein auf körperlichen Aspekten beruht, und deshalb schert sich auch kaum einer hier um das spirituelle oder mysteriöse Element, das da auch noch mit im Spiel ist“, kritisiert Willett. Noch nachdenklicher verhandelt der gedrosselte Song „Restless“ das Thema Langzeitbeziehungen, wenn minimalistische Beats absolut ehrliche Worte unterfüttern, mit denen der Sänger die Art von Beziehung beschreibt, „in der beide Partner auf der Suche nach etwas anderem, nach mehr sind“, wie er sagt. Für den druckvollen, mit Gospel flirtenden Song „So Tied Up“ ist die britische Sängerin Bishop Briggs als Gastvokalistin dabei und packt ihre gesamte Stimmgewalt aus, wenn aus alltäglichen (Liebes-)Problemen („Love is a twisted game and no one ever wins“) schließlich doch noch ein Hoffnungsschimmer herausragt. 

 

Und wie es sich für eine derartige Ode auf das Leben und Lieben in Los Angeles gehört, werden auch Themen wie die Angst vorm Älterwerden oder die Verlockungen des sorglosen Sich-gehen-Lassens auf LA Divine thematisiert: das eindringliche und ungestüme „Luck Down“ entwirft z.B. ein ungeschöntes aber zugleich nicht abgeneigtes Bild von selbstzerstörerischen Tendenzen („I won’t lecture you on Lexapro…You’d rather medicate/With every pour“), während „Can We Hang On?“ zwar offen eingesteht, dass „man nicht ewig jung und wahnsinnig sein kann“, doch lassen die Gitarren und die optimistischen Harmonien es schon irgendwie so wirken, als könne man dem Älterwerden einen Triumph abringen, während man sich stolpernd diesem oder jenem neuen Lebensabschnitt nähert... 

 

Und dann blitzen auch jene Aspekte des Lebens in LA, die man sonst wohl eher nicht besingen würde, in Form von kurzen Interludes auf, die Cold War Kids im Verlauf von LA Divine immer wieder einstreuen: Wie ein Beneblungszustand, eine unwirkliche Verzweiflung kommt „LA River“ daher, woraufhin „Wilshire Protest“ mit Lo-Fi-Beats und bruchstückhaften Versen die Vereinsamung aufzeigt, die auch zum Leben in der Metropole gehört (grandiose Zeile: „We are separated by/Steel and glass/In traffic trapped on the freeway/Everybody is a DJ“). Eine ähnlich brillante Zeile lautet „I wanna be famous in your eyes, but the camera’s always on“, die Cold War Kids auf der Miniatur-Klavierballade „Cameras Always On“ präsentieren: Ein nur 36 Sekunden langes Stück über das Ende einer Beziehung. 

 

Seit über zehn Jahren in ihrer Wahlheimat LA ansässig, kamen Cold War Kids schon im Jahr 2004 zusammen, nachdem sich Willett und Maust am College kennengelernt hatten. Entscheidend war dabei u.a. ihre geteilte Leidenschaft für das 13-Album von Blur. Von Long Beach aus zogen sie dann zunächst durch die Szeneläden von Südkalifornien, um mit dem Debüt Robbers & Cowards schließlich nicht nur die aufkeimende Blogosphäre der mittleren Nullerjahre, sondern auch sämtliche Kritiker und unzählige Fans für sich zu gewinnen. Sehr viel düsterer präsentierten sie sich auf dem Nachfolger Loyalty To Loyalty, der zwei Jahre später erschien, woraufhin Mine Is Yours (2011) erstmals deutlich eingängiger und poppiger klang. Zu ihrem schnörkellosen Live-Sound kehrten Cold War Kids 2013 dann mit Dear Miss Lonelyhearts zurück, auf dem auch die Hitsingle „Miracle Mile“ vertreten war. Auf dem zuletzt veröffentlichten Album Hold My Home, das auf Platz 8 in die Billboard Alternative Charts einstieg und auch in den Rockcharts in die Top-15 ging, war unter anderem die bereits erwähnte „Mitklatsch-Hymne“ (laut Paste) „First“ vertreten, die sich gleich sechs Wochen lang Platz 1 in den Billboard Alternative Songs Charts sichern sollte. 

 

Daran anknüpfend fassten Cold War Kids für ihr neues Album schon frühzeitig den Entschluss, ein klarer umrissenes Ziel zu verfolgen – denn sie wollten dieses Mal ein richtiges Statement machen: „Ja, nachdem unser letztes Album so gut lief, wollten wir uns einfach selbst herausfordern und etwas kreieren, das wirklich Relevanz hat und die Kultur wirklich prägen kann. Es sollte nicht nur das Leben unserer Fans betreffen, sondern ein ganz allgemeines Statement sein, das jeder mitbekommt, der das aktuelle Musikgeschehen verfolgt“, so Willett. „Wir wollten uns einfach öffnen, vollkommen ehrlich sein und ohne Umschweife darlegen, wer wir sind, was uns am Herzen liegt – und natürlich wollten wir das alles auch in großartige Songs verpacken.“ 

 

Und so sind es zwei Dinge, die LA Divine auszeichnen: Die Tatsache, dass sich die Band gegenüber neuen Einflüssen geöffnet hat, gepaart mit einem neuen Anspruch, noch tiefer zu schürfen als zuvor und Gewichtigeres zu vertonen – beides scheint Cold War Kids vollkommen neue Energie gegeben zu haben. „Ich habe schon viele Bands erlebt, die ihre Songs jahrelang spielen und dann irgendwann einfach ausgebrannt davon sind. Bei mir ist das kein bisschen so“, sagt Maust abschließend. „Zwar spiele ich ein Stück wie ‘Hospital Beds’ nun auch schon seit 13 Jahren, aber heute hat es eine ganz andere Bedeutung für mich als damals. Ich weiß auch nicht so genau, woher dieser Funke kommt, der da überspringt; ganz alleine kann ich diese Energie jedenfalls nicht kreieren. Man muss wohl einfach am Ball bleiben und darf nie vergessen, dass das, was man da erschaffen hat, etwas wirklich Besonderes ist. Und dann muss man einfach alles dafür tun, dieses Feuer am Leben zu erhalten.“ 

 

 

 

VÖ-Datum: 07.04.2017

 

Ihr wollt das Album „LA Divine“ von den Cold War Kids  für den Discman unterwegs haben? Dann schickt uns eine E-Mail an "917xfm(at)917xfm.de" mit dem Betreff „LA Divine" und mit ein bisschen Glück seid Ihr unter den Gewinnern.

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Album der Woche | kw 14

ALEX VARGAS

COHERE

Alex Vargas veröffentlicht sein Debütalbum „Cohere“, an dem er seit dem Herbst 2015 gearbeitet hat. Damals hatte er gerade seine Europa-Tour beendet und eine Nacht in der ehemaligen Wohnung von Albert Einstein in Bern verbracht: „Ja, die Tour war vorbei, und meine EP war im Kasten. Ich stand da, fühlte mich irgendwie vollkommen leer, aber doch voller Energie – und das in Einsteins alter Wohnung! – und ich wollte einfach weitermachen, mehr Songs schreiben.“

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Alex Vargas veröffentlicht sein Debütalbum „Cohere“, an dem er seit dem Herbst 2015 gearbeitet hat. Damals hatte er gerade seine Europa-Tour beendet und eine Nacht in der ehemaligen Wohnung von Albert Einstein in Bern verbracht: „Ja, die Tour war vorbei, und meine EP war im Kasten. Ich stand da, fühlte mich irgendwie vollkommen leer, aber doch voller Energie – und das in Einsteins alter Wohnung! – und ich wollte einfach weitermachen, mehr Songs schreiben. Seither ist viel passiert: Ich bin in Roskilde aufgetreten, hatte meine eigene Headliner-Tour durch Europa, ich hab den Danish Music Award von Peter Schmeichel überreicht bekommen!“ Auch die Tatsache, dass er Teil der Diesel-Kampagne von David LaChapelle ist, ist ein derartiges Highlight: „Der Slogan der Kampagne von David LaChapelle lautet Make Love Not Walls – da wollte ich einfach sofort mitmachen, als ich davon gehört habe. Eigentlich schreibe ich ja eher melancholische Songs, aber in dem Fall funktioniert mein Song einfach mal in einem extrem ausgelassen-positiven Kontext. Und es ist ein wichtiges Statement, wenn man bedenkt, was aktuell in der Welt passiert.“ 

 

Trotz der sich überschlagenden Ereignisse muss Alex Vargas immer noch jedes Mal zumindest schmunzeln, wenn er seinen Namen in Kombination mit Begriffen wie „Senkrechtstarter“, „Newcomer“ oder „aufstrebendes Talent“ hört oder liest. Zwar stimmt es schon, dass in den vergangenen Monaten sehr viel mehr Menschen hellhörig geworden sind und seinen in Soul getränkten Electro-Pop-Sound für sich entdeckt haben – aber genau genommen macht er nun schon seit 16 Jahren (!) Musik. „Und das ist einfach mal mehr als mein halbes Leben“, so Alex. „Abgesehen von ein paar kleinen Jobs, bin ich auch noch nie irgendeiner anderen Tätigkeit nachgegangen. Ich fühle mich einfach absolut zu Hause auf der Bühne, und ich weiß, dass das hier meine Berufung ist.“ 

 

Der inzwischen 28-jährige Vargas ist zwar als Performer absolut routiniert, aber als Künstler und Songschreiber hat er erst in den letzten paar Jahren wirklich zu sich selbst und zu jenem Sound gefunden, der seine Stimme perfekt einrahmt. Das konnte man schon auf der 2016 veröffentlichten EP „Giving Up The Ghost“ erkennen, auf der der dänische Sänger und Produzent sein Gespür für übergroße Refrains à la Stevie Wonder mit seinem unverwechselbaren Falsettgesang und krassen Produktionen kombinierte. Die Titelsingle, zu der Vargas ein grandios-bewegendes Eiskunstlauf-Video veröffentlichte, war ganz klar das emotionale Highlight der EP, auf der er mit einer minimalistischen Ballade wie „Wear Your Demons Out“ auch schwierige Themen ansprach – in diesem Fall das Leben (und Lieben) mit einer Depression. 

 

Die Themenpalette, die Alex Vargas in seinem Songwriting präsentiert, beruht größtenteils auf eigenen Erlebnissen und Erfahrungen, und sein bisheriges Leben war in der Tat alles andere als gewöhnlich: Aufgewachsen in Dänemark, konnte er sich nie wirklich für die Schule begeistern, und so driftete er schon als 12-Jähriger zu einer Bühnenproduktion von „Die Schatzinsel“. „Ich weiß noch ganz genau, wie es sich angefühlt hat, bei der Premiere die Bühne zu betreten“, erinnert er sich heute zurück. „Ab dem Moment war ich infiziert. Ab da war ich hungrig auf mehr.“ Also sprach er weiter fleißig für diverse Rollen vor, die er auch bekam. Mit 15 bekam er dann noch etwas anderes: Eine Gitarre. Und aus seinem Hang zur Bühne wurde schon bald der Wunsch, eigene Indie-Hymnen wie ein Kurt Cobain zu präsentieren. Mit 17 hatte er seinen ersten Manager und zog nach England, um dort seinen Traum von einer Karriere als Musiker zu verwirklichen. So viel zum Newcomer-Status... 

 

In England brachte man Vargas dann postwendend mit dem Hitmacher Brian Higgins zusammen, verantwortlich für die Erfolge von Girls Aloud und Gründer des renommierten Pop-Producer-Teams Xenomania, mit dem er sein Debütalbum schreiben sollte. Dazu wurden noch vier weitere Musiker ins Boot geholt – und so entstand um Frontmann Alex Vargas eine Pop-Combo namens Vagabond, die 2009 ihr Album „You Don’t Know The Half Of It“ vorlegte und danach im Vorprogramm von Größen wie James Morrison und The Script auftrat. Auch beim Glastonbury Festival traten Vagabond zwei Mal auf. Was ihren Sound anging, waren das durchaus eigenwillige Popkompositionen, dominiert von Gitarren und Synthesizern – aber wenn man Vargas heute darauf anspricht, sagt er ganz klar, dass es nicht das war, was ihm vorschwebte. Weil er also nicht mit ganzem Herzen bei der Sache war, löste er die Gruppe auf, bevor es zu den Aufnahmen für ein weiteres Album kam, und fasste den Entschluss, alles auf eine Karte zu setzen und es als Solomusiker zu versuchen. 

Für Alex Vargas, der mit dem Classic-Rock-Sound von Pink Floyd, Queen oder auch Jeff Buckley aufgewachsen ist, war ein derartiger Ansatz aus der Popfabrik einfach nicht das Richtige. Zwar stand er schon irgendwie hinter den Kompositionen – „Ich hatte schließlich jedes Wort selbst geschrieben für das Album; jedes Gefühl, das in den Texten zum Ausdruck kam, stammte wirklich von mir“ –, aber er wollte diese Texte eben auch auf seine Art produzieren und präsentieren. Und so begann er damit, neue Produktionstechniken zu lernen, arbeitete an eigenen Songs mit Logic, und verfeinerte seine Falsettstimme, die schon zuvor viele Leute hatte hellhörig werden lassen. Auch in L.A. schlug er zwischenzeitlich seine Zelte auf und arbeitete dort an Akustikballaden, über denen seine Stimme sogar noch besser zur Geltung kam... 

Nach und nach tauchten in seinen Demos immer mehr Noise- und Electronica-Elemente auf, und genau diese Mischung macht seither seinen Sound aus: Es ist ein episch angelegter, zeitgenössischer und elektrifizierter Soul-Entwurf, der in eine ähnliche Kerbe schlägt wie z.B. Rosie Lowe, BANKS oder auch Seramic, und der sich aus einer düsteren, etwas abgründigen Energie speist. Ein Freund von Alex brachte diesen Ansatz irgendwann auf die treffende Formel „Noise Soul“ – und genau das ist es auch, was Alex Vargas auf seinem kommenden Debütalbum präsentieren wird. 

 

Inzwischen deutlich reifer, fällt es Vargas heute auch sehr viel weniger schwer, eigene Gefühle in seine Songs einfließen zu lassen: „Da schwingt auf jeden Fall auch Trauer mit auf diesem Album“, sagt er über den kommenden „Cohere“-Erstling. „Und vieles davon war echt hart, das aufzuschreiben.“ Einer der emotionalsten Momente der LP hört auf den Titel „Tidal“: Das Stück entstand binnen eines einzigen Tages, nachdem Alex während des Schreibens vom Inhalt einer E-Mail überrumpelt worden war. Ein extremes Spannungsfeld macht seine Kompositionen aus, wenn sich große Gesten und ganz leise, zurückhaltende Momente abwechseln: Wie in seinen gefeierten Liveshows, sind es diese extremen Gegensätze, sind es gerade auch die Leerstellen und ruhigen Momente, die seine Kompositionen so eindringlich machen. „Insgesamt war mir wichtig, dass das Album auch klanglich einen roten Faden hat. Trotzdem habe ich auch immer wieder neue Dinge ausprobiert und ein paar andere Regionen erforscht.“ 

„Meine persönliche Definition von Erfolg hat sich vollkommen verändert mit der Zeit“, sagt Alex Vargas abschließend. Heute gehe es ihm einzig und allein darum, großartige Songs zu schreiben. „Man muss für sich einfach irgendwann erkennen, weshalb man das alles überhaupt macht. Als ich zwischenzeitlich am Tiefpunkt angekommen war, aber den Entschluss gefasst hatte, trotzdem weiter Musik zu machen, da wurde mir plötzlich klar, dass ich ja genau genommen gar nicht anders kann. Es gibt gar kein anderes Leben für mich. Selbst wenn kein Mensch mir zuhören würde – ich wäre dann immer noch Musiker und würde immer noch weitermachen.“ Nach ausverkauften und gefeierten Shows im November, kommt Alex Vargas im April wieder nach Deutschland, wo er in Berlin, Hamburg, Köln und München auftritt.

 

 

 

VÖ-Datum: 31.03.2017

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Album der Woche | kw 13

THE SHINS

HEARTWORMS

Ein Album alle fünf Jahre: das ist der höchst entspannte Veröffentlichungs-Rhythmus, den sich die Shins in der vergangenen Dekade ganz offensichtlich angeeignet haben. Am 10. März 2017 ist es nun endlich wieder soweit: mit „Heartworms“ erscheint zehn Jahre nach „Wincing the Night Away“ und fünf Jahre nach „Port Of Morrow“ ein neues The Shins-Album.

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Ein Album alle fünf Jahre: das ist der höchst entspannte Veröffentlichungs-Rhythmus, den sich die Shins in der vergangenen Dekade ganz offensichtlich angeeignet haben. Am 10. März 2017 ist es nun endlich wieder soweit: mit „Heartworms“ erscheint zehn Jahre nach „Wincing the Night Away“ und fünf Jahre nach „Port Of Morrow“ ein neues The Shins-Album. Der Longplayer, der vom Rolling Stone in die Liste der am sehnlichst erwarteten Alben 2017 aufgenommen worden war, enthält elf Songs, darunter die drei vorab erschienenen Stücke „Dead Alive“, „Name For You“ und „Mildenhall”. „Heartworms“ ist das insgesamt fünfte Album der Band, die 1996 in Albuquerque, New Mexico, gegründet wurde. Die Produktion übernahm Sänger und Songwriter James Mercer selbst, lediglich der Song „So Now What“ entstand unter der Regie des ehemaligen Bandmitglieds Richard Swift. Am 2. März startet die Band auf große US-Tour, um das neue Album live vorzustellen. 
Ein für Mercer sehr persönlicher Song ist die neue Single „Mildenhall“, die nach jenem Ort benannt ist, den der 46-jährige als „Heimat“ bezeichnet: die Royal Air Force-Stützpunkt Mildenhall in der englischen Grafschaft Suffolk, wo sein Vater stationiert war. Im schwarz-weiß-Video sieht man James Mercer durch das 11.500 Einwohner-Städtchen spazieren, der Songtext schildert dazu seine autobiographischen Gedanken zu den Themen Erwachsenwerden, Leben fern der US-Heimat, sowie die Selbstfindung als Mensch und Musiker. 
„Heartworms“ ist der Follow-Up zum Album „Port Of Morrow“, das 2012 erschien und Platz drei der US Billboard Charts erreichte. In Deutschland kletterte der vierte Longplayer der Band bis auf Platz 33 der Albumcharts. Die „Shins-Pause“ hatte James Mercer u.a. dazu genutzt, das zweite Broken Bells-Album „After The Disco“ zu veröffentlichen, das die Top 30 der deutschen Charts erreichte. Mercer hatte das Projekt 2009 zusammen mit Produzent und Songwriter Brian Burton aka Danger Mouse ins Leben gerufen.

 

 

 

VÖ-Datum: 10.03.2017

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Album der Woche | kw 12

MILKY CHANCE

BLOSSOM

Nach weltweiten Erfolgen mit dem Debüt „Sadnecessary“ kehrt die Kassler Band Milky Chance in diesen Tagen mit einem neuen Album zurück. „Blossom“ erweitert den Milky-Chance-Sound behutsam und präsentiert eine Band auf dem Gipfel ihrer Schaffenskraft.

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Nach weltweiten Erfolgen mit dem Debüt „Sadnecessary“ kehrt die Kassler Band Milky Chance in diesen Tagen mit einem neuen Album zurück. „Blossom“ erweitert den Milky-Chance-Sound behutsam und präsentiert eine Band auf dem Gipfel ihrer Schaffenskraft. 

Während es die meisten Schülerbands nicht mal in die nächste größere Stadt schaffen, wurden Clemens Rehbein und Philipp Dausch: internationale Popstars. Richtig gelesen. Die Schulfreunde haben ebendort, an der Jacob-Grimm-Schule Oberstufengymnasium im nordhessischen Kassel scheinbar nebenbei ein globales Hit-Album geschrieben und produziert. Abitur haben sie übrigens trotzdem gemacht. 
Im Abiturjahr 2012 laden die beiden bei YouTube einen Song hoch, wo er sich zu einem Grower entwickelt und schließlich mehrere hunderttausend Clicks generiert. Milky Chance, wie sich Rehbein und Dausch inzwischen nennen, gründen eine Plattenfirma, schmeißen im Freundeskreis Geld zusammen, machen Schulden – und veröffentlichten am 31. Mai 2013 ihr Debütalbum „Sadnecessary“. Zunächst passiert wenig…aber dabei soll es nicht bleiben:  Denn im hinteren Teil des Albums ist dieser eine Song versteckt, der anderen im Verlauf ihrer ganzen Karriere nicht gelingt: „Stolen Dance“! Und dieser Song, die erste Single, entwickelt parallel zum Album-VÖ ein Eigenleben. Der Platz reicht nicht, um die nahezu unglaubliche Summe von Rekorden aufzuzählen, die Milky Chance mit „Stolen Dance“ aufreihen. Unter anderem wird der Song bis heute über 300 Millionen Mal bei YouTube angeklickt, platziert sich in den Charts beinahe sämtlicher Pop-Länder, verkauft sich alleine in den USA zwei Millionen Mal, insgesamt werden sogar beinahe vier Millionen Singles abgesetzt. 
Das alles passiert wohlgemerkt immer noch komplett selbstorganisiert. Ohne großen Konzern im Hintergrund wird aus dem Do-it-Yourself-Projekt zweier Kassler Abiturienten ein globales Pop-Phänomen. Monatelang touren Rehbein und Dausch durch die USA, sie spielen in der legendären Freilichtbühne Red Rocks, sind bei Late-Night-Talker Jimmy Kimmel zu Gast, werden daheim mit einem „Echo“ ausgezeichnet, touren durch die halbe Welt, das Album „Sadnecessary“ und die Folgesingles „Down By The River“ und „Flashed Junk Mind“ werden mit Gold ausgezeichnet und Stars wie Jessica Alba und Miley Cyrus bekennen sich öffentlich als Fans. 

Im Oktober 2016 kommen die Freunde endlich zur Ruhe. Kassel, zwei Monate Zeit, Familie, Freunde, konstanter Alltag, und natürlich die Frage: was ist da überhaupt passiert? Rehbein und Dausch sind zu diesem Zeitpunkt immer noch gerade erst Anfang 20. Aber sie haben Blut geleckt und etwas anderes als Musik wollten sie ohnehin nie machen. Also musste langsam der nächste Schritt  - ein zweites Album  - kommen. Auf altes Material zurückgreifen konnten sie nicht. Es gab ein paar Sachen und Ideen, die während der drei verrückten Superstarjahre entstanden sind, im Wesentlichen wurde das neue und zweite Milky-Chance-Album „Blossom“ aber from scratch entwickelt. 
Die Methodik, mit der Rehbein und Dausch dabei vorgingen, blieb im Prinzip die gewohnte: Clemens schreibt die Lieder, zeigt sie Philipp, der bastelt ein paar Beats, überlegt sich Sounds und Samples, dann werden sie Sachen gemeinsam weiterentwickelt. „Als wir die ersten Demos gemacht haben, war unsere Vision, bei unserem bewährten Stil zu bleiben, aber ein bisschen handgemachter an die ganze Sache ranzugehen“, sagt Dausch. Was bedeutet: Mehr eigene Samples, mehr „echte Instrumente“, mehr Raum. Der Husarenstreich „Sadnecessary“ verdankte sich der Liberalisierung der Produktionsmittel durch das Internet und den gewachsenen technischen Möglichkeiten. Sie brauchten nicht viel mehr als ein MacBook, eine Gitarre, einen Internetanschluss. 

Die erste Single ist von einem einzigartigen Gitarrengroove getragen, wie ihn so nur diese Band beherrscht. Mit „Cocoon“ gelingt Milky Chance eine Pop-Internationale, die Reggae, House, Flamenco, Pop, Singer-Songwriter und Folk zusammendenkt. Bisweilen erinnern sie ein bisschen an Manu Chao, Jack Johnson klingt durch, aber im Prinzip ist diese Musik immer nur eins: Milky Chance. Von einer tiefen organischen Wärme und Liebe getragen. Denn Songs wie „Cold Blue Rain“ haben stets auch etwas Verträumtes, sind in der Wahl ihrer Mittel minimalistisch, in der Wirkung aber maximal raumgreifend. 
Das liegt natürlich daran, dass Milky Chance etwa bei „Losing You“ abermals ganz auf die Kraft der Komposition vertrauen – und auf die Stimme von Clemens Rehbein. Der Sänger trägt „Blossom“, verleiht dem Werk ein ingeniöses Moment. „Bad Things“ singt Rehbein dann über einen House-Beat im Duett mit der englischen Sängerin Izzy Bizu, die noch mal eine ganz andere Farbe in dieses Album bringt. Wie aus einem fernen Märchenland dringt ihre Stimme zu uns, pflanzt eine Sehnsucht in die Herzen, und den Glauben, das schließlich doch noch alles gut werden könnte. 

Nicht zuletzt ist „Blossom“ getragen von einem Geist der Entschleunigung, von der Erkenntnis, das manchmal nur der Blick nach und von außen hilft. Meinetwegen ist das dann Eskapismus, vor allem aber transportieren Milky Chance abermals eine schwerkraftleugnende Pop-Leichtigkeit, wie man sie in Deutschland nicht nur selten, sondern eigentlich nie findet. Insofern lautet die Frage aller Fragen immer noch: Wie zur Hölle konnte so was ausgerechnet in Kassel passieren? 
„Kassel ist der Ort, an dem wir gelernt haben, nicht verloren zu gehen“, sagt Rehbein. Nach den vielen Erfolgen, den monatelangen Tourneen und unzähligen menschlichen Begegnungen schöpfen sie hier die Ruhe und die Kraft, um weiterzumachen, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren, nicht abzuheben. „Drei Monate US-Tour fühlen sich an wie fünf Lebensjahre“, sagt Dausch. „in Kassel finden wir nach dem ganzen Sozialspektakel wieder Halt, bei unseren Freunden und Familien.“ 

Einige Wochen können sie die Ruhe noch genießen, dann ist „Crunch-Time“, wie sie es nennen - und sie freuen sich drauf! Denn das ist das Besondere an Milky Chance: „Die Umstände und die Rahmenbedingungen haben sich geändert, wir als Personen aber nicht“. 

 

 

 

VÖ-Datum: 17.03.2017

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Album der Woche | kw 11

FINDLAY

FORGOTTEN PLEASURES

Natalie Findlay, 25, könnte man in denselben Topf mit PJ Harvey oder Alison Mosshart von The Kills werfen, denn der kratzige Klang ihrer Stimme birgt ebenfalls etwas Freches und Neckisches in sich.

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Natalie Findlay, 25, könnte man in denselben Topf mit PJ Harvey oder Alison Mosshart von The Kills werfen, denn der kratzige Klang ihrer Stimme birgt ebenfalls etwas Freches und Neckisches in sich. 
Ihr erstes Album „Forgotten Pleasures“ verkörpert ihre innere Welt. Trotz starker Kontraste wird diese Welt durch 13 Songs zum Ausdruck gebracht. Das karge melancholische Piano in „Sunday Morning In The Afternoon“ reibt an dem groben Text von „Electric Bones“. Dann machen wir eine Reise zurück in die 80er mit dem mitreißenden „Waste My Time“, welches den Nachthimmel mit blitzartigen Synths violett und weiß erleuchten lässt, bevor wir weiter in einem mehr beschaulicheren „Monomania“ landen, eine Art heidnisches Gebet, dessen Wurzeln im Minimal Blues liegen. 
Mit „On&Off“ schmettert die junge Musikerin filmischen 50s Rock Vibe gegen den reißenden Garage Rock. Unbekümmert und zerbrechlich zugleich wird Findlay in „Junk Food“ mehr denn je zum Riot Grrrl und hebt sich vom tiefgründigen, nahezu sirenenartigen „Forgotten Pleasures“ ab. Im Titelsong erinnert sie sich an ihre dunkelsten Tage und heilt die Wunden der Vergangenheit, welche ihr letztlich zu einem stärkeren Selbst verhalfen. In ihrem Album flackern ihre Indie Rock Einflüsse – Beck, Tame Impala, The Velvet Underground – auf, jedoch nimmt sie ihre Hörer durch ihr eigenes Verständnis der Musik-Mythologie ein und macht sie so zu ihrer eigenen. 

Auf ihrem Debütalbum wird Findlay von Jules Apollinaire (ebenfalls Co-Produzent) am Keyboard, Bass und Gitarre, Ben Storm ebenfalls an der Gitarre und Schlagzeugerin Christina Lamas begleitet. Sie weiß ihr Umfeld gut auszuwählen. Um „St.Elmos Fire“ zu komponieren, arbeitet sie mit Carl Barat von den Libertines zusammen und holt die Produzenten Jake Gosling (The Libertines, Ed Sheeran), Samy Osta (Woman, Fire Chatteron, Rover!) und Flood (Nick Cave, Depeche Mode, Smashing Pumpkins) ebenfalls mit ins Boot. 
Diese Mischung hilft Findlay´s komplexe Persönlichkeit aufzuzeigen, bringt Licht in deren gegensätzliche Landschaft und Harmonie und Unordnung vereinen sich in einem wunderschönen Chaos. 

Das Resultat ist ein Album auf dem der männlich dominierten Rocksound der Vergangenheit mit dem unzähmbaren Geist eines plötzlich präsenten jungen Mädchens verschmilzt.

 

 

 

VÖ-Datum: 03.03.2017

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Album der Woche | kw 10

FOOLS

WILD CHILD

Wild Child möchte keinen Ort haben, um sich zu verstecken. Bei jedem Lied, bei jeder Stadt, singen sie mit dem Herzen auf der Zunge, süchtig nach dem Rausch, der erst eintritt, wenn tausende Fremde deine Geheimnisse kennen und sie mit dir singen, weil es auch ihre Gehemnisse geworden sind. „Es ist nicht unbedingt das Auftreten, das süchtig macht, sondern die Verbundenheit mit so vielen Menschen auf einmal“, sagt Kelsey Wilson, die zusammen mit Alexander Beggins für Lead Vocals und Songwriting steht.

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Wild Child möchte keinen Ort haben, um sich zu verstecken. Bei jedem Lied, bei jeder Stadt, singen sie mit dem Herzen auf der Zunge, süchtig nach dem Rausch, der erst eintritt, wenn tausende Fremde deine Geheimnisse kennen und sie mit dir singen, weil es auch ihre Gehemnisse geworden sind. „Es ist nicht unbedingt das Auftreten, das süchtig macht, sondern die Verbundenheit mit so vielen Menschen auf einmal“, sagt Kelsey Wilson, die zusammen mit Alexander Beggins für Lead Vocals und Songwriting steht.

Wild Childs drittes Album „Fools“ ist ein ambitiöse Lushpop Sammlung, die es schafft, traurige Geschichten in sprudelnde Liebesbriefe zu verwandeln. Liebesbriefe, die an die Kraft der Musik und die Kunst mit sich selbst zu leben, gerichtet sind. Die aus Austin stammende Band besteht aus dem Kernduo Kelsey (Voiline und Vocals) und Alexander (Ukulele und Volcals) und einer talentierten fünf-köpfigen Band.

Das Debütalbum „Pillow Talk“ (2011) brachte vier Platz 1 Singles auf dem Indie-Monitor Hype Machine ein. Das nachfolgende Album „The Runaround“ (2013) hatte keine Schwierigkeiten auf unzähligen Best-Of Listen zu landen und erntete glühende Reviews unter anderem von NPR, Paste und Popmatters. Wild Child wagte den Schritt ins Fernsehen zu gehen und spielte bei der Late Late Show mit Craig Ferguson und auf CBS Saturday Morning.

„Fools“ ist ein unängstliches Breakup Album, dass sich von dem traditionellen Leben verabschiedet. Es handelt davon, sich von Erwartungen zu trennen und sich zu wagen die Erleichterung einzugehen, den Weg blind zu gehen.

 

 

 

VÖ-Datum: 10.03.14

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Album der Woche | kw 9

THE FRANKLIN ELEKTRIC

BLUE CEILINGS

Ein blauer Blitz am nächtlichen Himmel – Elektrizität – das Leben. Ein Funke, der das Gehirn befeuert, das Herz, die Fantasie. Der Funke, der auch The Franklin Electric inspiriert. Nach ihrem Debütalbum This Is How I Let You Down, das 2014 den Durchbruch bedeutete, kehren sie mit ihrem lang erwarteten zweiten Album Blue Ceilings zurück.

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Ein blauer Blitz am nächtlichen Himmel – Elektrizität – das Leben. Ein Funke, der das Gehirn befeuert, das Herz, die Fantasie. Der Funke, der auch The Franklin Electric inspiriert. Nach ihrem Debütalbum This Is How I Let You Down, das 2014 den Durchbruch bedeutete, kehren sie mit ihrem lang erwarteten zweiten Album Blue Ceilings zurück.
2012 gegründet, hatte die Band aus Montreal ihren ersten Achtungserfolg bereits im gleichen Jahr, beim legendären "Nashville Songwriting Contest", den sie als eine von 8000 Teilnehmern mit ihrem Song "Old Piano" gewinnen konnten. Seitdem spielen sich Liam Killner (Schlagzeug und Gesang), Martin Desrosby (Bass), Alex Messier (Gitarre) und Jon Matte(Gesang, Piano und Trompete) Show für Show mit ihrer frischen und unverbrauchten Art in die höchsten Sphären des Folk Pop.
Mastermind Jon Matte wuchs in einem musikalischen Elternhaus auf, dessen Mittelpunkt nicht von ungefähr das Klavier der Mutter bildete. Musik war der zentrale Dreh- und Angelpunkt der irisch-katholischen Familie, nicht nur, wenn die Mutter am Sonntag in der Kirche den Chor leitete. „Wir sangen Kirchenlieder, irische Folksongs. All diese schönen Lieder mit vierfachen Harmonien, akustischen Gitarren und Fiddel.“ Matte baute auf die musikalische Basis mit so ziemlichem allem zwischen Hip Hop und den Songwriting-Größen der 70er Jahre. Als ihn das legendäre Verve Label beauftragte, ein Nina Simone-Album zu remixen, lehrte ihn die Zusammenarbeit mit Sound-Ingenieuren vor allem eins: Selbst Musiker werden zu wollen. Als ein enger Freund plötzlich starb, wurde von jetzt auf gleich klar: „Das Leben kann so kurz sein. Und Träume können Wirklichkeit werden. Müssen vielleicht sogar. Aber nur du selbst bist dafür verantwortlich.“ Mit seinen Bandmitgliedern fand Jon Matte als The Franklin Electric einen Sound, der nicht unbeachtet blieb und mitgenommen werden wollte, von Ben Howard, Mumford and Sons, Edward Sharpe and the Magnetic Zeroes, City and Colour und Half Moon Run, die die Band als Support buchten. Mit dem neuen Album Blue Ceilings bewegen sich The Franklin Electric auf das nächste Level: Musik, die bezaubert, dank eines reifen, ausgereiften Sounds. Und nicht zuletzt wegen des intuitiven Songwritings, das Matte mit Spiritualität gleichsetzt „Ich denke dabei an die Verbindung aus blindem Glauben –etwas Magischem, das man nicht begreifen kann – und der Wissenschaft: Atome und Schwingungen –und wie das alles miteinander verbunden ist. Die Songs auf Blue Ceilings spiegeln genau das wider: Etwas Dunkles, Mysteriöses. Aber auch die Hoffnung.“

 

 

 

 

VÖ-Datum: 24.02.17

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Album der Woche | kw 8

RYAN ADAMS

PRISONER

Mehr als jedes andere Ereignis im Leben zerbricht es einem doch das Herz, wenn man erkennt, dass letztlich jeder Mensch gefangen ist in seiner Suche nach Liebe – in seinem Versuch, durch diesen Irrgarten der Sehnsüchte zu navigieren. Genau davon handelt dieses Album. Keiner verliebt sich und denkt schon in dem Moment ans Scheitern dieser Liebe.“ – Ryan Adams

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Mehr als jedes andere Ereignis im Leben zerbricht es einem doch das Herz, wenn man erkennt, dass letztlich jeder Mensch gefangen ist in seiner Suche nach Liebe – in seinem Versuch, durch diesen Irrgarten der Sehnsüchte zu navigieren. Genau davon handelt dieses Album. Keiner verliebt sich und denkt schon in dem Moment ans Scheitern dieser Liebe.“ – Ryan Adams 
Seit zwei Jahrzehnten schon wird er für seine Veröffentlichungen gefeiert und gilt längst als „einer der elegantesten Singer-Songwriter seiner Generation“ (The New York Times) und „einer der wenigen wirklich großartigen Roots-Rocker, die es noch gibt“, wie die Redakteure von Entertainment Weekly es formulierten: 2017 meldet sich Ryan Adams mit neuem Material zurück, wenn der mehrfach Grammy-Nominierte aus Jacksonville, North Carolina mit Prisoner den Nachfolger zu seinem gleichnamigen Ryan Adams-Album aus dem Jahr 2014 vorlegt. Prisoner, das als eines der persönlichsten und zugleich universellsten Werke seiner Karriere gelten darf, erscheint am 17. Februar 2017 bei PAX-AM/Blue Note Records. 
Ganz egal, wie die zukünftige Musikgeschichtsschreibung dieses Werk schließlich einordnen wird, gibt es eine Sache, die man jetzt schon mit Gewissheit über Prisoner sagen kann: Es war das einzig mögliche Album, das Ryan Adams an diesem Punkt in seinem Leben überhaupt aufnehmen konnte. Laut Ryan war der Titelsong die dritte Song-Idee, die ihm während der Entstehungsphase kam, und die fast schon unnatürliche Leichtigkeit, mit der sich Text und Arrangement zusammenfügten, markierte denn auch den Punkt, in dem ihn die Muse endgültig geküsst hatte: Spätestens jetzt war er diesem neuen Album regelrecht ausgeliefert. Laut eigener Aussage fühlte er sich selbst dabei bloß wie eine Art Gefäß, das diesem Album eine konkrete Form geben sollte. „Ich hab schon Alben gemacht, die ganz klar auf einer Planung basieren“, holt er aus. „Man fühlt sich dann wie ein Tischler, der ein neues Regal baut: Man erschafft etwas, weil das nun mal der Job ist. Aber dann gibt es auch Alben, die einem regelrecht in den Schoß fallen. Die wie ein Wachtraum zu einem kommen. Prisoner ist so ein Album. Ich weiß wirklich, dass da etwas Größeres zu mir gesprochen hat und ich einfach nur da war, um alles aufzuschreiben. Ich war dermaßen versunken in meine Erfahrungen als Mensch, dass das hier wirklich die einzige Platte ist, die an diesem Punkt aus dieser Situation entstehen konnte.“ 
Der erste Singlevorbote „Do You Still Love Me?“, in dem die Frage nach der Liebe ganz wörtlich gestellt wird, kommt mit einer Eröffnungssalve, die „zerschrammt, nachdenklich und überhaupt so klingt, als stünde sein Herz in Flammen“ (laut Vulture, wo der Song einer der „5 Best New Songs of the Week“ war). Auch während seiner Konzerte im letzten Jahr kam die erste Single bereits extrem gut an, denn Ryan streute den Song immer wieder ein in seine Shows, die zu den größten seiner bisherigen Karriere gehörten (er trat u.a. erstmals an den Red Rocks auf sowie im Greek Theatre in Los Angeles). Danach jedoch nimmt Prisoner eine ganz andere Richtung, wenn der Sänger und Songwriter eine Serie von emotionalen Tracks präsentiert, die gespeist sind aus persönlichem Schmerz und Phasen intensiver Introspektion. Angefangen beim Titelstück, das Ryan zugleich den roten Faden für die LP an die Hand gab, über das bittersüße „To Be Without You“ (die zweite Single, die von USA Today schon zum „Song der Woche“ erkoren wurde) bis hin zum klassischen Adams-Mix aus optimistischen Arrangements und spirituellem Tiefgang, das den Song „Doomsday“ auszeichnet, ist Prisoner ein absolut eindringliches, ja fast schon reinigendes Hörerlebnis, an dem man allenfalls eine Sache bemängeln kann: Dass es zu schnell vorbei ist. Vor den Zuhörern entfalten sich nach und nach bewegende Skizzen, die im Tourbus oder im Electric Lady oder in Ryans eigenen PAX-AM Studios entstanden sind, und wenn sich die vereinzelten Lichtstrahlen gegen Ende auf „We Disappear“ dann zu einem hellen, satten Schein vereinen, ist der reinigende Zauber auch schon wieder vorbei... 
Dass Prisoner so persönlich und eindringlich klingt, liegt auch daran, dass Ryan die Ideen so festgehalten hat, wie sie ihm in den Sinn gekommen sind: Jede freie Minute nach der Veröffentlichung des Vorgängeralbums – die LP Ryan Adams hatte die US-Albumcharts 2014 auf Platz 4 erstürmt, woraufhin er nicht nur abermals um die ganze Welt tourte, sondern auch zwei weitere Grammy-Nominierungen kassierte („Best Rock Song“ für „Gimme Something Good“ sowie „Best Rock Album“), um danach mit Live at Carnegie Hall noch den Live-Mitschnitt von zwei ausverkauften Abenden vorzulegen sowie ein Coveralbum zu Taylor Swifts 1989, das sich als sein viertes Top-10-Album in den Staaten erweisen sollte – investierte er in die Arbeit an diesen Songs: Alles an ihnen sollte zu 100% stimmen, nichts sollte überstürzt werden. „Für jede einzelne Note schwebte mir ein ganz spezifischer Sound vor, und ich bin sehr stolz auf die Ergebnisse“, so der Sänger. „Wir haben da wirklich wochenlang dran gearbeitet, für alles den richtigen Sound zu finden. Das ging soweit, dass wir sogar das richtige Metallstück oder das perfekte Rohr gesucht haben, um darauf zu hämmern.“ 
Und dann wäre da natürlich noch die offensichtlichste Frage, die Prisoner mit sich bringt; eine Frage, die so offensichtlich ist, dass man Ryan besser gleich zu Wort kommen lässt: „Natürlich werden die Leute fragen, ob dieses Album nun von meinem eigenen Leben handelt. Die Antwort darauf lautet: Ja. Allerdings sollte man wissen, dass die Antwort auf diese Frage schon immer ja gelautet hat. Ich habe schon immer basierend auf eigenen Erfahrungen geschrieben – wobei ich mir da durchaus künstlerische, dichterische Freiheiten eingeräumt habe. Wann bitteschön habe ich das nicht getan? Und klar handelt dieses neue Album von Liebeskummer, aber es geht um weitaus mehr als das. Diese Songs handeln davon, das wahre Wesen des Verlangens zu verstehen – und zu verstehen, wie einem das mehr noch als jedes andere Erlebnis im Leben das Herz brechen kann.“ 
Prisoner wurde von Ryan Adams zwischen 2014 und 2016 geschrieben, aufgenommen und produziert. Obwohl der eine oder andere Gastmusiker an den Arbeiten beteiligt war – unter anderem „der Geiselnahmenverhandler und rechtschaffene Kumpel“ Don Was, der Schlagzeuger (und beste Freund) Johnny T. Yerington sowie der Bass- und Toningenieur-Wizard Charlie Stavish –, basiert Prisoner zu 100% auf Ryan Adams’ Gefühlen und Gedanken aus dieser Zeit. Selbst das Cover stammt von ihm, und es wirkt wie ein Schlusssatz, der die Narration des Albums erst komplettiert: „Eigentlich sollte das Cover ein Gemälde sein, auf dem das Gesicht einer Frau zu sehen ist. Doch als ich es suchte, war es nirgends aufzufinden – und so akzeptierte ich schließlich, dass es nicht mehr da war. Stattdessen nahm ich schließlich ein anderes Bild aus demselben Zyklus, das schon fünf Jahre lang in meinem Wohnzimmer hing, so dass ich es schließlich kaum noch wahrgenommen hatte. Die Ironie wollte es so, dass es zu den letzten Gegenständen gehörte, die ich beim Verlassen meines alten Hauses ausgeräumt habe – und dass es dabei beinahe weggeschmissen worden wäre. Inzwischen hat ein Privatsammler es erworben; es hat also ein sicheres, permanentes Zuhause gefunden. Es gibt da also schon Parallelen zwischen Leben und Werk, obwohl ich nicht mal so genau sagen kann, wie die verlaufen...“ 
Prisoner erscheint am 17. Februar 2017 bei PAX-AM/Blue Note. Das neue Album ist bereits die 15. Soloveröffentlichung seit dem Solo-Debüt Heartbreaker aus dem Jahr 2000, das letztes Jahr als Deluxe-Version neu aufgelegt und vom US-Rolling Stone zu den „50 besten Alben des Jahrzehnts“ erklärt wurde. Neben dem zuletzt erschienen, für zwei Grammys nominierten gleichnamigen Vorgängeralbum, zählen auch Ashes & Fire, Easy Tiger, Cold Roses, Jacksonville City Nights, Love Is Hell und sein Major-Debüt Gold zu den Highlights von Ryan Adams’ Karriere; letzteres Album aus dem Jahr 2001 verkaufte sich weltweit knapp eine Million Mal und beinhaltet auch den Song „When Stars Go Blue“, der in Lisey’s Story von Stephen King auftaucht und in den Staaten häufig als „der Tim McGraw-Song, den der Junge bei American Idol gespielt hat“ bezeichnet wird. Ryan Adams ist außerdem CEO seines eigenen PAX-AM Labels. Als Produzent hat er bereits Alben für Jenny Lewis, La Sera, Fall Out Boy, Willie Nelson und Jesse Malin aufgenommen sowie obendrein mit Künstlern wie Norah Jones, America, Cowboy Junkies und Beth Orton gearbeitet.

 

 

 

VÖ-Datum: 17.02.17

 

 

Die CD von RYAN ADAMS zu Hause haben? Das soll kein Traum bleiben. Ab sofort gibt's den Silberling zu kaufen, oder auch bei uns zu gewinnen. Schickt uns ne Mail mit dem Betreff "Prisoner" an 917xfm@917xfm.de und mit etwas Glück alndet das Teil bei euch im Briefkasten.

 

 

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Album der Woche | kw 7

RAG ’N’ BONE MAN

HUMAN

Sein Karriere-Start in Deutschland brach Rekorde und begeisterte Musikfans und Medien in ganz Europa – am 10. Februar erscheint nun mit „Human” endlich das lang erwartete Debütalbum von Rag’n’Bone Man, das zwölf Songs in der Standard Edition und neunzehn Stücke in der Deluxe Edition enthält.

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Sein Karriere-Start in Deutschland brach Rekorde und begeisterte Musikfans und Medien in ganz Europa – am 10. Februar erscheint nun mit „Human” endlich das lang erwartete Debütalbum von Rag’n’Bone Man, das zwölf Songs in der Standard Edition und neunzehn Stücke in der Deluxe Edition enthält. Alle Songs wurden von Rory Graham (so sein richtiger Name) geschrieben, u.a. in Zusammenarbeit mit Oliver Rodigan (Sohn des legendären britischen Reggae-DJs David Rodigan), Jamie Hartman (Ben's Brother), dem britischen Sänger und Songwriter Tinashe Fazakerley aka Rationale (Bastille u.a.), Daniel Priddy, Mark Crew (Bastille, The Wombats), Soulsänger und Songwriter Jamie Lidell (Gonzales, Feist, Simian Mobile Disco), Sam Romans (Naughty Boy, Mary J. Blige, Alicia Keys, Clean Bandit u.a.) und Jonny Coffer (Beyoncé, James Arthur, Weezer, Emeli Sandé u.a.). Die Aufnahmen fanden in verschiedenen britischen Studios statt (u.a. Studio 13, Angel Face Studios, Play Deep Studios, Air Edel Studios, Eastcote Studios und Unit 24), als Produzenten standen Rory neben Johnny Coffer und Mark Crew/Braque auch Ben Ash aka Two Inch Punch (Jessie Ware,Sam Smith, Years & Years, Damon Albarn, Brian Eno) zur Seite. 

Das Album enthält neben dem Superhit „Human” auch die brandneue Single „Skin“, ein Song, so hymnisch und eingängig wie der letztjährige Nummer-Eins-Hit und mit derselben Wucht, Intensität und Tiefe, die „Human“ zu einem der erfolgreichsten und prägendsten Songs des Jahres 2016 machten. „Human“ thronte unglaubliche zwölf Wochen auf Platz eins der Offiziellen Deutschen Single-Charts und stellte damit eine neue Jahresbestmarke auf. Mit mehr als 600.000 verkauften Einheiten wurde die Single hierzulande längst mit Dreifach-Gold auszeichnet. Auch in den Airplay-Charts hatte „Human“ Platz eins erreicht. In sieben Ländern erreichte der Song Goldstatus, in vier Ländern Platin, kletterte in 33 Ländern Platz eins der iTunes Charts und wurde mehr als 105 Millionen Mal gestreamt. Mit seinem zwölfwöchigen Verbleib auf Platz eins der deutschen Single-Charts übertraf Rag’N’Bone Man seine britischen Kollegin Adele, die sich im vergangenen Jahr mit „Hello“ elf Wochen an der Spitze der deutschen Hitliste halten konnte. Jüngst wurde Rory Graham für seinen zweiten BRIT Award nominiert, in der Kategorie „British Breakthrough Act“. Zuvor hatte er den BRITs Critics’ Choice Award erhalten und den zweiten Platz in der BBC Sound Of 2017-Liste belegt. 

Nach ausverkauften Tourneen durch Deutschland und Großbritannien steht für April eine weitere Konzertreise durch seine Heimat auf dem Programm, die bereits komplett ausverkauft ist. Auch in den USA ist man mittlerweile auf den Ausnahmesänger aufmerksam geworden – gleich bei seinem ersten US-Besuch wurde er von keinem Geringeren als „The Tonight Show“-Host Jimmy Fallon in dessen Sendung eingeladen.

 

 

VÖ-Datum: 10.02.17

 

Ihr wollt das Album „Human“ vom Rag´n`Bone Man für den CD-Wechsler im Auto haben? Dann schickt uns eine E-Mail an "917xfm(at)917xfm.de" mit dem Betreff „Human" und mit ein bisschen Glück seid Ihr unter den Gewinnern.

 

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Album der Woche | kw 6

FENECH-SOLER

ZILLA

Mit ihrem neuen Album „Zilla“ öffnet sich ein neues Kapitel im flirrend-eklektischen Pop von Fenech-Soler, einem Duo bestehend aus den aus Northamptonshire (UK) stammenden Brüdern Ben und Ross Duffy. Vollgepackt mit Persönlichkeit und Experimentierfreudigkeit und benannt nach einem engen Freund ist „Zilla“ ein Album voller positiver Upbeat-Popsongs.

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Mit ihrem neuen Album „Zilla“ öffnet sich ein neues Kapitel im flirrend-eklektischen Pop von Fenech-Soler, einem Duo bestehend aus den aus Northamptonshire (UK) stammenden Brüdern Ben und Ross Duffy. Vollgepackt mit Persönlichkeit und Experimentierfreudigkeit und benannt nach einem engen Freund ist „Zilla“ ein Album voller positiver Upbeat-Popsongs. 
Bewiesen hat das bereits der erste Album-Vorläufer namens "Kaleidoskope": der Song ist bisher bereits über 1,7 Mio Mal gestreamt worden. Mit "Conversation" steht nun die neue Singleauskopplung in den Startlöchern. 

Nach etlichen Touren zum letzen Album „Rituals“, die neben eigenen Headline-Shows auch Support-Slots für Kelis, Miike Snow und Robyn umfasste, zogen sich Fenech-Soler erst einmal zurück. 
Die ersten Demo-Sessions bei REM- und U2-Kollaborateur Jacknife Lee in Los Angeles waren zwar fruchtbar, aber für Ben und Ross fehlte noch der letzte Funken, um den Schaffensprozess für „Zilla“ in Gang zu setzen. So tauschte man die hektische Atmosphäre von L.A. gegen ein kleines Bauerndorf in Northamptonshire, wo sie sich ein improvisiertes Studio bauten. 

Inspiriert von Disco, alten Soul-Vocal-Gruppen und einer unerschütterlichen Liebe zu Pop erschuf das Bruderpaar eine Sammlung an pulsierenden Songs, die im Gegensatz zu den ersten beiden Alben auch großteils selbst produziert wurden. 
Mit "Zilla" ist Fenech-Soler ein herrliches, ungeniertes Pop-Album gelungen, auf das auch eine Tour folgt: 

06.03. Köln – Yuca 
07.03. München – Milla 
08.03. Berlin – Musik & Frieden 
09.03. Hamburg – Prinzenbar

 

VÖ-Datum: 03.02.17

 

Ihr wollt das Album „Zilla“ von Fenech Soler in Echt, zum Anfassen, zu Hause haben? Dann schickt uns eine E-Mail an "917xfm(at)917xfm.de" mit dem Betreff „Zilla“ und mit ein bisschen Glück seid Ihr unter den Gewinnern.

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Album der Woche | kw 5

TALISCO

CAPITOL VISION

Talisco gehört zu den Menschen, die stets in Bewegung sein müssen. „Man könnte sagen, dass ich ein Vagabund bin“, erzählt der französische Sänger. „Was ich an den Leuten um mich herum beobachte: Wenn sie zu lange an einem Ort bleiben, sehen sie irgendwann nur noch das Schlechte und sind frustriert. Ich habe zwar ein Haus in Paris, aber ich reise sehr viel. Um kreativ zu sein, muss ich mich frei fühlen, und wenn ich reise, tue ich das. In den letzten zwei Jahren war ich eine Menge unterwegs. Auf mein neues Album hatte das einen großen Einfluss.“ „Capitol Vision“ heißt es, und könnte persönlicher kaum sein.

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Talisco gehört zu den Menschen, die stets in Bewegung sein müssen. „Man könnte sagen, dass ich ein Vagabund bin“, erzählt der französische Sänger. „Was ich an den Leuten um mich herum beobachte: Wenn sie zu lange an einem Ort bleiben, sehen sie irgendwann nur noch das Schlechte und sind frustriert. Ich habe zwar ein Haus in Paris, aber ich reise sehr viel. Um kreativ zu sein, muss ich mich frei fühlen, und wenn ich reise, tue ich das. In den letzten zwei Jahren war ich eine Menge unterwegs. Auf mein neues Album hatte das einen großen Einfluss.“ „Capitol Vision“ heißt es, und könnte persönlicher kaum sein. 

Doch der Reihe nach. Talisco, der bürgerlich Jérôme Amandi heißt, wurde in Bordeaux geboren. Schon im zarten Alter von elf Jahren begann er Musik zu machen. Mit 20 siegte die Vernunft: Um Geld zu verdienen, nahm er einen Job im Bereich Marketing und Kommunikation an. Zehn Jahre lang ließ er die Musik links liegen – bis sein Onkel ihn ermutigte, seinen Traum zu leben. 2014 erschien schließlich Taliscos Debütalbum „Run“. Es bescherte ihm die Hit-Single „Your Wish“ und Touren durch ganz Europa und Amerika: Über 200 Konzerte hat er in den vergangenen zwei Jahren gespielt. Den Sound seines zweiten Albums hat das maßgeblich definiert. „Ich wollte den Live-Sound meiner Band einfangen“, erklärt er. „Die Songs sollten sollte brachialer und rougher klingen. Mehr ‚Boom’.“ 

‚Mehr Boom’ trifft es tatsächlich ganz gut. Gitarren nehmen auf „Capitol Vision“ eine größere Rolle ein. Auch mit Samples hat Talisco vermehrt experimentiert – und seinen Elektro-Folk alles in allem noch größer inszeniert. Das Spektrum reicht von nachdenklichen Balladen über folkig Up-Beat-Nummern wie „Shadows“ bis zu dem absolut tanzbaren „Loose“. Weil er dabei keine Kompromisse eingehen wollte, hat er die Songs ganz alleine in seinem Heimstudio in Paris aufgenommen. „Ich arbeite gerne alleine“, sagt der Multiinstrumentalist. „Was meine Musik angeht, bin ich ein echter Diktator. Ich hatte eine klare Vision, wie dieses Album klingen soll.“ Lediglich beim Abmischen ließ er sich unter die Arme greifen, und zwar von Grammy-Gewinner Jaycen Joshua. 

Doch nicht nur musikalisch, sondern auch textlich ist das Album zu 100 Prozent Talisco. Während „Run“ größtenteils von fiktionalen Charakteren handelte, geht es diese Mal um wahre Geschichten. „Das Album handelt von all den Dingen, die ich in den letzten zwei Jahren erlebt habe“, so Talisco. „Von verrückten Partys, meiner Liebe zu Los Angeles, von Menschen, die ich getroffen habe, aber auch vom Tod.“ Im April letzten Jahres – Talisco war gerade in Los Angeles – verstarb sein Onkel. Der Onkel, der ihn einst überzeugt hatte, seinem Herzen zu folgen. „Er war einer der wichtigsten Menschen in meinem Leben“, so Talisco. „Wir standen uns sehr nahe und er hat mir immer gesagt, dass ich mein Leben so leben soll, wie ich es will. Dass ich meine Wünsche verwirklichen soll. Er war erst 55 und starb völlig überraschend. Mein Leben hat sich in dem Moment verändert. Seitdem bin ich ein anderer Mensch. Ich will mich nicht mehr mit kleinen Problemen aufhalten. Ich will leben. Denn ich habe realisiert, dass das Leben verdammt kurz sein kann.“ 

„Before The Dawn“ ist eine Hommage an Taliscos Onkel – vertont mit atmosphärischen Samples und Synthesizern. Auch in der mit Chören verzierten Ballade „Sitting With The Braves“ sowie dem düsteren und tonnenschweren „Behind The River“ beschäftigt Talisco sich mit dem Tod. Es gibt auf „Capitol Vision“ aber auch eine Menge unbeschwerte Songs. „The Martian Man“ zum Beispiel handelt von einem Cowboy, den Talisco auf einer seiner vielen Reisen in Nevada traf – ein intelligenter Mann, der sehr poetisch war. „Thousand Suns“ derweil erzählt von einer verrückten Party. „Sie fand an einem Strand statt“, erinnert sich Talisco. „Die Leute waren alle total euphorisiert – ich weiß nicht, ob es am Alkohol oder anderen Substanzen lag. Jedenfalls waren sie alle fast nackt und haben völlig abgefahren getanzt. Es war wie ein psychedelischer Trip.“ 

Ein wichtiger Track ist auch das Eröffnungsstück „A Kiss From L.A.“, das von der Stadt der Engel handelt. „Zu Los Angeles habe ich eine ganz besondere Beziehung“, so Talisco. „Sie hat einen besonderen Vibe. Man kann leben wie man will. Sie hat – auch wenn es viele Autos gibt – irgendwie eine Menge Platz und viel Raum zum Atmen. Und dieses besondere Licht. Ganz hell.“ Der Blick vom Mulholland Drive hinab auf die Stadt war es dann auch, der den Albumtitel inspirierte. 

Das wunderbare Cover des Albums wurde übrigens von der französischen Künstlerin Valentine Reinhardt gezeichnet, die unter anderem schon mit Sébastien Tellier gearbeitet hat. „Ich hasse es eigentlich, mein Gesicht auf Plattencovern oder in Videos zu sehen“, so Talisco. „Aber ich wollte unbedingt ein persönliches Cover haben. Das ist gar nicht so einfach, weil es alles schon gab. Aber mein Gesicht, das gibt es eben nur einmal. Dieses Album ist von vorne bis hinten ich – mehr Talisco geht nicht.“

 

 

VÖ-Datum: 27.01.17


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Album der Woche | kw 4

LOYLE CARNER

YESTERDAY’S GONE

Der 22jährige Londoner Loyle Carner gibt endlich Details zum Release seines Debütalbums (Caroline International / AMF Records) preis! Am 20.01. wird es erscheinen und hat nicht nur schon jetzt das schönste Cover des Jahres, sondern auch einen Namen: Yesterday's Gone. Die Lead Single "The Isle Of Arran" hatte soeben bei BBC Radio 1 als Hottest Record In The World ihre Premiere Ein wenig erinnert der Track mit seinen gepitchten Gospel-Samples, dem Clap-getriebenen Chorus und den innigen, persönlichen Lyrics an den frühen Kanye.

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Der 22jährige Londoner Loyle Carner gibt endlich Details zum Release seines Debütalbums (Caroline International / AMF Records) preis! Am 20.01. wird es erscheinen und hat nicht nur schon jetzt das schönste Cover des Jahres, sondern auch einen Namen: Yesterday's Gone. Die Lead Single "The Isle Of Arran" hatte soeben bei BBC Radio 1 als Hottest Record In The World ihre Premiere  Ein wenig erinnert der Track mit seinen gepitchten Gospel-Samples, dem Clap-getriebenen Chorus und den innigen, persönlichen Lyrics an den frühen Kanye.
 

Die Intensität von Loyle Carners feinsinnigen, poetischen Texten hat ihm den Respekt aus verschiedensten Ecken beschert, den von Die-Hard-Hip-Hop-Fans und britischer Fachpresse ebenso wie den seiner peers: "Yesterday’s Gone" bewegt sich an der Peripherie von East Coast Hip-Hop, angejazzten Porträts seiner Südlondoner Nachbarschaft und soulfoul, laid-back Pop. Eine tiefe Aufrichtigkeit und ungeschliffene Empfindsamkeit zieht sich durch das gesamte Album.
 

Loyle Carner spielt in England bereits vor tausenden Fans (u.a. zwei Abende nacheinander im Londoner Shepherd's Bush Empire) und war mit Nas und Kate Tempest auf Tour. Mit Kate Tempest hat Loyle Carner außerdem nicht nur bereits einen Track aufgenommen, sondern kürzlich auch ein interessantes Interview für Clash Music gegeben.

 

 

VÖ-Datum: 20.01.2017

 

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Album der Woche | kw 3

THE XX

I SEE YOU

Bands, die sehr schnell sehr erfolgreich geworden sind, gelten oft als schwierig, sie bilden sich zu viel auf ihren Ruhm ein und nerven mit arroganter Divenhaftigkeit. The xx sind nicht schwierig, sie sind schüchtern.

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Bands, die sehr schnell sehr erfolgreich geworden sind, gelten oft als schwierig, sie bilden sich zu viel auf ihren Ruhm ein und nerven mit arroganter Divenhaftigkeit. The xx sind nicht schwierig, sie sind schüchtern.

 

In Interviews mit dem britischen Poptrio ertappt man sich oft dabei, dass man selbst derjenige ist, der am meisten redet. So ist auch diesmal, Ende vergangenen Jahres beim Treffen im Berliner Soho House. Und doch hat sich etwas verändert: Bassist Oliver Sim und Sound-Architekt Jamie Smith sind bemüht, ausführlich zu antworten und über Dinge zu sprechen, über die sie sonst lieber geschwiegen haben: sich selbst und ihre Musik.

 

Noch etwas ist neu. Während das Trio die ungeliebten Pressetermine sonst konsequent im Triplett absolvierte, ist Sängerin und Gitarristin Romy Madley Croft diesmal nicht dabei. Sie reiste bereits weiter, um weitere Promotion-Termine allein zu bewältigen. Denn The xx sind begehrt. Keine andere junge Popgruppe genießt so viel uneingeschränktes Kritikerwohlwollen und umarmende Fanliebe wie die drei Londoner.

 

Ihre Zurückgenommenheit war dafür bisher das größte Argument. Die brüchig-zarten Songs, die 2009, als das Debütalbum von The xx erschien, gleichermaßen faszinierten wie verzauberten, wirkten, als wären sie in einem Kokon oder unter der Bettdecke entstanden. So viel entwaffnende Wärme und intime Verdichtung war selten in einer Musik, die andererseits so viele Leerstellen ließ - Räume, in die jeder seine eigenen Gefühle hineinprojizieren und ihnen dann wehmütig nachsinnen konnte.

 

Die Platte mit dem weißen X auf schwarzem Grund verkaufte sich mehr als eine Million Mal. 2011 folgte das in vielerlei Hinsicht noch strenger reduzierte "Coexist". Und jetzt erscheint mit "I See You" ein überraschendes drittes Album. Überraschend deshalb, weil es ungewohnt offen und beschwingt ist, als würde die Band die Umarmung von außen, wenn auch noch zaghaft, erwidern wollen.

 

Schon der erste Track, "Dangerous", erstaunt mit einer forschen Fanfare und einem selbstgewiss heranklappernden Tanzbeat. Auch aus den folgenden Songs scheint das Monochrome gewichen zu sein. Stattdessen herrschen luftige, flitternde, zum Tanzen animierende Arrangements vor, die Single "On Hold" baut gar auf einem Jacht-Rock-Groove von Hall & Oates auf.

 

Jamies expressive Klang- und Rhythmus-Tupfer

 

Album-Höhepunkte wie "A Violent Noise", "Performance" oder "Replica" klingen nach neuer Pop-Souveränität, vielleicht auch einem Workshop geschuldet, den Madley-Croft in der Songschreiber-Schmiede Hit Factory in Los Angeles absolvierte. Doch wer die Ankunft in der Banalität oder gar den Ausverkauf befürchtet, findet in jedem der Tracks, noch immer unverkennbar, die zu Markenzeichen gewordenen Signaturen der Band: die gehaucht-gemurmelten Gesangsdialoge von Romy und Oliver, die irrlichternden Gitarren, das Verhuschte und Verschüchterte. Aber eben auch den verhaspelten, aber fordernder werdenden Dancesound von Smith, der inzwischen als "Jamie xx" zu den gefragtesten DJs und Produzenten der Szene gehört. Viele expressive Klang- und Rhythmus-Tupfer aus seinem Soloalbum "In Colour" scheinen auf The xx abgefärbt zu haben. (Quelle: spiegelonline.de)

 

 

VÖ-Datum: 13.01.2017

 

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Album der Woche | kw 2

SOHN

RENNEN

Sobald SOHN anfängt von seinen letzten zwei Jahren zu erzählen wird offensichtlich warum er „Rennen“ als Album-Titel für sein neues Album wählte. "I was running nonstop that whole time," reflektiert er. "It was this incredible blur of seeing the whole world all in one go. I was going from experience to experience to experience always saying yes, and that's just an incredible thing to put yourself through as a human." Doch gleichzeitig ist es natürlich auch auslaugend – sowohl physisch, wie emotional.

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Sobald SOHN anfängt von seinen letzten zwei Jahren zu erzählen wird offensichtlich warum er „Rennen“ als Album-Titel für sein neues Album wählte. "I was running nonstop that whole time," reflektiert er. "It was this incredible blur of seeing the whole world all in one go. I was going from experience to experience to experience always saying yes, and that's just an incredible thing to put yourself through as a human." Doch gleichzeitig ist es natürlich auch auslaugend – sowohl physisch, wie emotional. Und als es soweit war, „Rennen“ aufzunehmen, wusste SOHN, dass er langsamer machen müsste. Kritiker wie Fans warteten schon unruhig auf den Nachfolger zum 2014er Release „Tremors“. Dem Album, das von der Sunday Times das Label „spellbinding“ bekam und den Produzenten zum international gefeierten Star machte. Die Songs des Album wurden über 60 Millionen mal gestreamt, brachten SOHN auf die großen Festival-Bühnen der Welt und drei mal auf Tour um den Erdball herum in nur zwei Jahren. 

 

Es war aufregend, aber nicht sehr förderlich für das Schreiben neuer Musik. Und somit zog sich SOHN, nachdem all das beendet war, in eine entlegene Gegend in Nord-Kalifornien zurück, um Luft zu holen. "I went up there for a month on my own with basically every piece of equipment I had. I set up in a little part of the house and had a month of solitude to write these songs." Die ersten zwei Wochen vergingen ergebnislos, aber plötzlich war es als wäre ein Schalter umgelegt und die Inspiration war zurück. SOHN arbeitete hauptsächlich nachts, häufig bis 6 Uhr morgens, um seine Visionen frisch und unmittelbar einzufangen. "After all that touring, I didn’t know if I had any more songs left in me," gesteht er. "You've got to re-find that hunger again." SOHN machte einen Packt mit sich selbst, jegliche Selbst-Zweifel, die ihn zurückhielten beiseite zu wischen, und mit den neuen Songs Grenzen auszuloten. Nichts war verboten und aus diesem Manifest, resultierten die wohl aufregendsten Songs seiner Karriere. Der Album Opener „Hard Liquor“ ist dafür das perfekte Beispiel, bei dem SOHN die düster drückende Seite seines R&B-Entwurfs in Szene setzt, wie es noch vor wenigen Jahren für ihn undenkbar gewesen wäre.

 

"Originally that song was going to go to another artist," erklärt SOHN, der schon Songs mit Rihanna geschrieben hat und Remixe für jeden von Disclosure zu The Weeknd produziert hat. "I always had in the back of my head that it was way too bold or too confident for me to sing myself, but I realized if it’s a great song and I'd love to sing it, then I should just sing it. Once I did, it became this really important texture, something vital to the entire aesthetic of the record. The only way I was ever going to write a song like that was if I didn’t realise I was writing it for myself."

 

Mit dieser neuen Attitüde versehen produzierte SOHN eine mutige Kollektion neuer Songs. Bei „Dead Wrong“ singt er darüber seinen eigenen Instinkten zu vertrauen und die Konsequenzen zu ignorieren.  „Conrad“ nimmt dagegen das unheilvolle politische Klima in Europa zum Thema, während SOHN eine Ansammlung an leeren Flaschen, Küchen Geräten und das Haus selbst als Percussion-Instrumente verwendete. Eine neue Liebe, eine Hochzeit und ein Kind haben sein Leben verändert und das hat auch den neuen Sound des Albums geprägt. 

 

"This was definitely an exercise in trying not to overwork the songs and not to make things too complicated," erklärt er. "I think I've had a tendency in the past to overthink the sounds and the layers out of some kind of fear, whereas this time I forced myself to only add those three main elements in each track and make sure the song itself was good enough."

 

Das neue Album klingt wie Startschuss in ein neues Leben, mit einer mehr als klaren Botschaft: es ist wieder Zeit zu Rennen...und SOHN sprintet vorweg!

 

 

 

 

VÖ-Datum: 13.01.17

 

Ihr wollt das Album „Rennen“ von SOHN zum „ins Regal stellen“? Dann schickt uns eine E-Mail an "917xfm(at)917xfm.de" mit dem Betreff "SOHN – Rennen" und mit etwas Glück seid Ihr unter den Gewinnern.

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Album der Woche | kw 51

GRACE VANDERWAAL

PERFECTLY IMPERFECT

Als die erst 12-jährige Grace VanderWaal am 7. Juni 2016 mit ihrer Ukulele die Bühne der NBC-Talentshow „America’s Got Talent“ betrat und auf die Frage nach ihren Siegchancen ein beherztes „Ich glaube an Wunder“ entgegnete, hatte sie ein verdammt gutes Näschen für die bevorstehenden Großereignisse.

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Als die erst 12-jährige Grace VanderWaal am 7. Juni 2016 mit ihrer Ukulele die Bühne der NBC-Talentshow „America’s Got Talent“ betrat und auf die Frage nach ihren Siegchancen ein beherztes „Ich glaube an Wunder“ entgegnete, hatte sie ein verdammt gutes Näschen für die bevorstehenden Großereignisse. Mit ihrem selbstgeschriebenen Song „I Don’t Know My Name“ und ihrer unglaublichen Stimme (die ältere Popfans an frühe Björk/Sugarcubes erinnern dürfte) verzauberte die aus Suffern im US-amerikanischen Bundesstaat New York stammende Sängerin und Ukulelistin nicht nur das Studio- und TV-Publikum, sondern überzeugte auch die hochkarätig besetzte Jury auf ganzer Linie. Juror Howie Mandel schickte sie dem „Golden Buzzer“ direkt ins Viertelfinale der Liveshows und Simon Cowell kürte Grace ohne große Umschweife zur „nächsten Taylor Swift“. Mühelos setzte sie sich in den nächsten Runden durch und siegte schließlich am 14. September im Finale. Der erste Platz bescherte ihr neben einem Preisgeld von einer Million Dollar auch einen Plattenvertrag beim Sony Music-Label Columbia Records. 

 

Am 2. Dezember erschien nun mit „Perfectly Imperfect“ die Debüt-EP des jungen Shootingstars, das u.a. jene Songs enthält, die sie in der Show „America’s Got Talent“ zum Besten gab, darunter natürlich ihre Eigenkompositionen „I Don’t Know My Name“ und „Clay“, die bereits mehrere Millionen Views bei YouTube verzeichnen und aktuell rasant in den weltweiten Charts emporklettern. „Perfectly Imperfect“ platzierte sich direkt auf Platz #3 der itunes Pop-Charts.

 

 

VÖ-Datum: 02.12.2016

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Album der Woche | kw 50

SAVOIR ADORE

LOVE THAT REMAINY

„Savoir Adore“ steht im französischem für „die Liebe kennen“ – ein hochtrabender Name zwar, aber eine Idee, die immer den Kern der romantischen und phantasievollen Popmusik der Band Savoir Adore bildete. Die stets wachsende und von Songwriter und Sänger Paul Hammer angeführte Band aus Brooklyn setzt ihre musikalische Reise durch magische Traumwelten und lebendigen musikalischen Landschaften fort.

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„Savoir Adore“ steht im französischem für „die Liebe kennen“ – ein hochtrabender Name zwar, aber eine Idee, die immer den Kern der romantischen und phantasievollen Popmusik der Band Savoir Adore bildete. Die stets wachsende und von Songwriter und Sänger Paul Hammer angeführte Band aus Brooklyn setzt ihre musikalische Reise durch magische Traumwelten und lebendigen musikalischen Landschaften fort. Nachdem die Band zwei Jahre damit verbracht hatte, Songs zu schreiben und diese im Studio aufzunehmen, veröffentlichen sie nun im Januar 2017 ihr neues Album The Love That Remains, ihr bisher ausgereiftestes, ehrlichstes und ambitioniertestes Werk.

 

„Als wir 2014 in Brasilien waren, lernte ich den Ausdruck ‚Saudades’ kennen. Er beschreibt das starke Verlangen nach jemandem oder etwas, dass dieses Verlangen schon fast zu einem physischen Wesen wird. Die Vorstellung, dass Liebe ein übernatürliches und physisches Ding ist, war eine interessante und inspirierende Idee für mich“, sagt Hammer. „Von dem Moment an wurde das Thema des Albums, Liebe auf jedmögliche Art und Weise wiederzuentdecken - sie in der Welt wieder zu finden, mit jemand anderem und vor allem mit einem selbst. Unser letztes Album war die Geschichte von zwei Menschen, ich fand es diesmal passend und notwendig, aus einer sehr persönlichen Sicht zu schreiben.“
Und am Ende des Tages kam dabei noch viel mehr heraus – Liebe, Verlust und den oftmals nicht zu entkommenden dunklen Erinnerungen.

 

Das neue Album setzt dort an, wo das gefeierte Vorgänger Album Our Nature aufgehört hat. „Lovers Wake“, das erste Lied auf dem Album, erzählt die Geschichte einer Person, die versucht aus einem Traum und der Sucht nach Leid durch eine erdachte Phantasie zu entfliehen.

 

Savoir Adore sind keine neue Band, aber in vielerlei Hinsicht beschreiten sie mit The Love That Remains einen Neuanfang. Pauls langjährige Kollaborateurin und Sängerin Deirdre Muro verließ die Band 2014 als sie mit der Arbeit am neuen Album begannen. „Das war eine sehr schwierige Zeit“, sagt Paul. „Es war das Ende einer sehr kreativen Partnerschaft und Freundschaft, allerdings erlaubte uns die Situation natürlich, genau die Art von Musik zu machen, die wir persönlich machen wollten.“

 

„’Lovers Wake’ war einer der ersten Songs, die ich auf diesem Album fertiggestellt habe, und wie schon beim vorherigen Album der Song ‚Dreamers’, bestimmt er irgendwie den Sound des Albums.“ Auf dem Song finden sich neben Pauls Stimme auch Gesangsparts von Leah Hayes, die den Song zusammen mit Paul geschrieben hat. „Es gibt auf diesem Album einige Kollaborationen. Als ich anfing einen neuen Schwung an Songs zu schreiben, merkte ich, dass ich nach wie vor das Bedürfnis habe, nicht alle Songs alleine zu schreiben.“ Auf eine gewisse Art und Weise ist es das Herz von Savoir Adore – Experimente durch Kollaborationen. Die Liveband um Paul besteht aus Alex Foote, Ben Marshall, Andrew Pertes und der neuen Sängerin Lauren Zettler, die außerdem als Sängerin und Co-Autorin der ersten Single „Giants“ in Erscheinung tritt.

 

„Giants“ handelt davon, seine eigenen Unsicherheiten loszulassen - das physische Ich zu transzendieren und Stärke in seiner wahren Identität zu finden. Wir sind alle „giants at the heart of it“. Das ganze Album dreht sich um ähnlich romantische Themen wie Selbstfindung („Crowded Streets“), Abenteuer („Other Worlds“) und dunkler Selbstreflektion („Savages“).

 

Savoir Adore wurden quasi versehentlich durch eine Wette zwischen Hammer und Muro zur festen Größe der Brooklyner Indie-Szene. Als zwei entmutigte Solokünstler zogen sie sich 2007 aus der Stadt in ein ländliches Studio zurück. Dort gab es nur zwei Regeln: „48 Stunden. Keine akustischen Gitarren.“ Sie kehrten mit The Adventures of Mr. Pumpernickel and The Girl with Animals in Her Throat zurück, einer Konzept-EP, die in einem Märchenland angesiedelt ist und von der tragischen Geschichte eines Professors und einer ihn liebenden Studentin erzählt. Auf ihrem Debütalbum The Wooden Forest spinnen sie die mythische Landschaft der EP weiter, während sie auf ihrem Folgewerk Our Nature näher heranzoomten und die inneren Landschaften anhand von einer chaotischen Liebesgeschichte zwischen einem Mädchen und einem Monster beleuchteten.

 

Die Reise von Savoir Adore ging zwar schon vor einiger Zeit los, aber sie ist noch lange nicht zu Ende. The Love That Remainsbezeichnet den ersten Teil eines neuen Kapitels der Band – fokussierter, experimenteller und ambitionierter als je zuvor.

 

 

VÖ-Datum: 06.01.2017

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Album der Woche | kw 49

THE COLORIST & EMILIANA TORRIN

THE COLORIST & EMILIANA TORRIN

Das Colorist Orchestra ist ein einzigartiges musikalisches Projekt gegründet von Aarich Jespers und Kobe Proesmans, beide besser bekannt als Mitglieder von Zita Swoon. Ihr Hauptziel ist es, Singer-Songwriter einzuladen und ihr Repertoire auf neue Art zu interpretieren. Eine eher unorthodoxe Nutzung von klassischen Instrumenten in Verbindung mit einer großen Variation von selbst gebauten Musikinstrumenten führt dabei zu innovativen Sounds und Grooves.

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Das Colorist Orchestra ist ein einzigartiges musikalisches Projekt gegründet von Aarich Jespers und Kobe Proesmans, beide besser bekannt als Mitglieder von Zita Swoon. Ihr Hauptziel ist es, Singer-Songwriter einzuladen und ihr Repertoire auf neue Art zu interpretieren.  Eine eher unorthodoxe Nutzung von klassischen Instrumenten in Verbindung mit einer großen Variation von selbst gebauten Musikinstrumenten führt dabei zu innovativen Sounds und Grooves. 

Emiliana war nach einem ersten Treffen sofort begeistert von dem Konzept und bat das belgische Duo Jespers-Proesmans einige ihrer Songs neu zu arrangieren. Um den neuen Sound auch live umzusetzen, gründete man ein 8-köpfiges Orchester. Das Colorist Orchestra besteht aus Kobe Proesmans (Percussion, ‚calabas’), Aarich Jespers (Percussion, ‚flapamba’), Sep François (Melodic Prcussion, ‚hammered mbar’), Wim De Busser (Flügel, Piano, Keyboard), Tim Vandenbergh (Kontrabass, el.Bass), Gerrit Valckenaers (Bassklarinette, Steine, Spiegel, Glassschüssel, Electronica), Jeroen Baert (Geige, Mandoline) und Karel Coninx (Bratsche). 

Abgesehen von der Tatsache, dass Emiliana dank den abenteuerlichen Adaptionen ihre eigenen Songs nicht mehr wiedererkannte, fühlte sich die Kollaboration von der ersten Email an richtig an. Die Zusammenarbeit entwickelte sich durch Skype-Calls, Proben, Soundchecks und Konzerte immer weiter.  Emiliana entdeckte die Freude an und die Kraft ihrer eigenen Songs wieder und hob das Konzept des Colorist Orchestras auf ein neues Level. Nachdem das Live-Publikum und die lokale Presse so begeistert reagiert hatten, entschloss man sich, ein Live-Album aufzunehmen, als Geschenk für alle Fans und Zuhörer. 

Die meisten der Songs sind in ihren Originalversionen von Emilianas bisherigen Alben bekannt.  Außer: „Nightfall“ geschrieben von Kid Koala & Emiliana Torrini und „When we dance“, das von Kobe, Aarich and Emiliana komponiert wurde, als sie eine unvergessliche sonnige Woche in der belgischen Provinz verbrachten.  Diese beiden Songs reflektieren auf schönste Weise die Chemie zwischen den eigensinnigen belgischen Musikern aus Antwerpen und der talentierten Sängerin aus Reykjavík. 

Was als wilder Traum begonnen hat, wird nun als Album „The Colorist Orchestra & Emiliana Torrini“ in den Läden stehen.

 

VÖ-Datum: 09.12.2016

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Album der Woche | kw 48

PETER DOHERTY

HAMBURG DEMONSTRATIONS

“I’m really inside these new songs. I believe in them.” So beschreibt Peter Doherty die 11 Tracks seines neuen Albums Hamburg Demonstrations, welches am Freitag, den 02.Dezember, über Clouds Hill/BMG erscheinen wird. Mit einer vielfältigen und abwechslungsreichen Auswahl an Songs ist dieses Album wohlmöglich das Wärmste und Melancholischste, was Doherty bislang herausgebracht hat. In komplizierten Zeiten reflektiert und verarbeitet ein kluger Kopf, was in der Welt vor sich geht.

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“I’m really inside these new songs. I believe in them.” So beschreibt Peter Doherty die 11 Tracks seines neuen Albums Hamburg Demonstrations, welches am Freitag, den 02.Dezember, über Clouds Hill/BMG erscheinen wird. Mit einer vielfältigen und abwechslungsreichen Auswahl an Songs ist dieses Album wohlmöglich das Wärmste und Melancholischste, was Doherty bislang herausgebracht hat. In komplizierten Zeiten reflektiert und verarbeitet ein kluger Kopf, was in der Welt vor sich geht. Und das war bekanntlich zuletzt nicht immer nur Positives, man erinnere an dieser Stelle an die Anschläge in Frankreich, die Doherty, der seit Jahren vor Paris wohnt, unmittelbar mitbekommen hat. Im Ergebnis ist Hamburg Demonstrations zweifellos seine bislang intimste und vielschichtigste und wahrscheinlich auch die introvertierteste Veröffentlichung.

 

Bereits im ersten Song ‘Kolly Kibber‘ dominieren feinfühlige Akustikgitarren, der Song bezieht sich inhaltlich auf Graham Greene’s ikonischen gleichnamigen Charakter aus „Brighton Rock“. Es folgt u.a. eine komplett neu-aufgenommene Version des Songs ‘Flags From the Old Regime‘, Doherty’s Ehrerweisung an seine verstorbene Freundin Amy Winehouse. Der Song ‘Birdcage’ wird durch die Stimme von Suzie Martins unterstützt und klingt ein wenig wie ein in Vergessenheit geratener St. Etienne-Klassiker. ‘A Spy In The House Of Love’ ist verspielt-antagonistisch, während zwei verschiedene Versionen der 1. Single ‘I Don’t Love Anyone (But You re Not Just Anyone)’ sich in Tempo und Intensität maßgeblich unterscheiden und einen kleinen Einblick in die Gedanken-Welt des Songwriters Doherty erlauben. Für Libertines-Fans wird es vor allem mit dem letzten Track des Albums äußerst spannend: „She is far“ wurde ursprünglich von Doherty im späten Teenageralter geschrieben, noch bevor seine erste Band je eine Platte veröffentlichte. ‘She Is Far’ wird schon seit über 15 Jahren online schwarz gehandelt, wurde bis jetzt jedoch noch nie in einem professionellen Studio aufgenommen. Vielleicht die schönste Ballade, die der vielseitig-begabte Kosmopolit bis heute geschrieben hat.

 

Fünf Jahre nach der Veröffentlichung seines Solo-Debüts, dem von Kritikern einstimmig positiv-besprochenen ‘Grace/Wastelands’, traf Peter Doherty Anfang 2014 durch widrige Umstände den etwa gleichaltrigen Hamburger Produzenten Johann Scheerer, der in Hamburg-Rothenburgsort sein Studio „Clouds Hill Recording“ betreibt. Neben konkreten Ambitionen im Kopf, die Libertines wieder zusammenzubringen, wollte Doherty eine Reihe von Liedern aufnehmen, die weder zu den Libertines, noch zu den Babyshambles passten. Nahezu typisch für Peter Doherty, und das sagt er in Interviews auch ganz offen, zog er gleich für 8 Monate in das Studio-Appartement ein, statt der drohenden Obdachlosigkeit ausgesetzt zu sein. Überwiegend mit deutschen Musikern aus dem direkten Umfeld des Studios und des Produzenten Johann Schwerer eingespielt, war die Atmosphäre im Studio durchgängig familiär und entspannt. Sonja Glass und Valeska Steiner (Boy), Tim Schierenbeck (u.a. Gloria) und Sebastian Nagel (einer der führenden deutschen Session- & Live-Gitarristen) sind nur die prominentesten von einer ganzen Reihe an Musikern, die an dem Album mitgearbeitet haben.

 

Angesprochen auf die Songauswahl erklärt Doherty das Auftauchen von älteren Kompositionen auf dem Album: “There's that song ‘Down For The Outing that I've had for a while now, but it's incredible how it sounds. I was worried about the songs like that – the ones people know – but Johann's made it sound like a brand new song.” “Down For The Outing” hatte ich bereits vor einer ganze Weile geschrieben, aber es ist erstaunlich, wie er jetzt klingt. Ich war besorgt über die Songs, die die Leute schon von Konzerten kannten, aber Johann hat daraus ganz neue Songs gemacht.”

 

‘Hell to Pay At The Gates Of Heaven’ – einer der zentralen Songs auf Hamburg Demonstrations - entstand wiederum Ende 2015 als unmittelbare Reaktion auf eine Tragödie und ist vermutlich der wichtigste Song, den Doherty jemals geschrieben hat.

Der Song behandelt und verarbeitet die Anschläge in Paris und besonders die tragischen Ereignisse im Konzertsaal des Bataclan, die weltweit Spuren hinterlassen haben. 

Musikalisch vergleichsweise leicht komponiert, ist das eigentliche Anliegen des Songs für Doherty weitaus wichtiger: „The key lyric is ‚Come on boys, choose your weapons / J-45 or AK 47’“

 

In einem Satz die Ideologie von Terror und Gewalt zerschlagen und auf die berühmte Gibson-Gitarre anspielen, die schon John Lennon als sein Hauptinstrument verwendete, so etwas gelingt nur den aller-größten Songschreibern.

„Hell To Pay At The Gates Of Heaven“ hat die Qualität eines Bob Dylan oder Paul Simon. Da erscheint es nur folgerichtig, dass Doherty das Re-Opening des Bataclan mit zwei ausverkauften Konzerten im November 2016 mitgestaltet.

Auf Hamburg Demonstrations erfahren wir, was für ein Mensch er wirklich ist. Peter Doherty ist am glücklichsten, wenn er eine Gitarre oder einen Stift in der Hand hält.

 

VÖ-Datum: 02.12.16

IHR WOLLT PETER DOHERTY LIVE SEHEN, DANN REGISTRIERT EUCH HIER FÜR DAS CLOUDS HILL FESTIVAL!

Unter allen, die mitmachen verlosen wir auch noch das Album „Hamburg Demonstrations“.

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Album der Woche | kw 47

JUSTICE

WOMAN

Als Justice im Jahre 2007 erstmalig mit ihrer alles zermalmenden Dekonstruktion sämtlicher Genres – von Techno, Pop, R’n’B und Electro, bis hin zu Funk, Metal oder wonach ihnen sonst noch der Sinn stand – auf der Bildfläche erschienen, etablierten sie sich schnell als einer der angesagtesten, französischen Musikexporte. Auf ihrem zweiten, 2011 veröffentlichten Album „Audio, Video, Disco“ loteten sie jene akustischen Grenzen weiter aus. Im Zuge dieses bombastischen und mit klassischen, ‘70er Rock-Elementen verzierten Bollwerks, einer Mélange unterschiedlichster Einflüsse wie Queen und Yes, Frankie Knuckles oder Prince, reisten sie auf einer stürmisch umjubelten Tour rund um den Globus, gespickt mit Headliner-Slots auf Festivals wie dem Coachella oder dem Lollapalooza.

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Als Justice im Jahre 2007 erstmalig mit ihrer alles zermalmenden Dekonstruktion sämtlicher Genres – von Techno, Pop, R’n’B und Electro, bis hin zu Funk, Metal oder wonach ihnen sonst noch der Sinn stand – auf der Bildfläche erschienen, etablierten sie sich schnell als einer der angesagtesten, französischen Musikexporte. Auf ihrem zweiten, 2011 veröffentlichten Album „Audio, Video, Disco“ loteten sie jene akustischen Grenzen weiter aus. Im Zuge dieses bombastischen und mit klassischen, ‘70er Rock-Elementen verzierten Bollwerks, einer Mélange unterschiedlichster Einflüsse wie Queen und Yes, Frankie Knuckles oder Prince, reisten sie auf einer stürmisch umjubelten Tour rund um den Globus, gespickt mit Headliner-Slots auf Festivals wie dem Coachella oder dem Lollapalooza.

In Folge einer fünfjährigen Funkstille schickte das Duo mit „Safe And Sound“ plötzlich den perfekten Single-Vorboten ihres kommenden Studioalbums ins Rennen. Ein wahres Klangstatement aus geschlagenen Bässen, funkelnden Synthesizern und für zusätzliche Dramatik sorgende, wirbelnde Disco-Strings im Geiste von Love Unlimited.

„Woman“ entführt auf abenteuerliches Terrain: Angefangen mit dem elastischen R’n’B-Pop von „Pleasure“ wird der Hörer in die reißenden Ströme von „Alakazam“ gesogen, um bei „Fire“ kurz darauf Zeuge eines eitlen Dancefloor-Duells pulsierend elektronischer Piano- und Clavinet-Parts zu werden und schließlich auf „Stop“ kurz innezuhalten und Luft zu holen – ein bittersüßes Stück Disco-Pop, ergänzt um einen ihrer besten Refrains überhaupt.

Auf „Randy“ holen die beiden ihren „Audio, Video, Disco“-Weggefährten Morgan Phalen mit einem Gesangspart ins Boot, für den Michael McDonald einen Doobie Brother aus dem Weg geschafft hätte (sofern Michael McDonald Fan wuchtiger Electro-Hiebe gewesen wäre). Und dann wäre da noch „Love S.O.S“, eine der größten Disco-Hymnen, die einem jemals zu Gehör gekommen sind und die, von einer aufheulenden Synthie-Sirene begleitet, perfekt die Balance zwischen Euphorie und Herzschmerz hält.

Das Geheimnis dieser Aufnahmen scheint ein gewisser Live-Ansatz zu sein, der sich hörbar durch alle Tracks des Albums zieht. Was nach einem live Drum-Track klingt, ist tatsächlich ein ordentlich bearbeitetes 808-Segment und was zweifelsohne nach einem Theremin klingt, entpuppt sich als Frau, die eine singende Säge zum Besten gibt. So lässt sich keiner der Songs in nur eine Schublade stecken. Und das zeigt sich bereits auf halber Albumlänge bei „Chorus“, ein Track der jede noch so sorgfältige Herleitung zum nächstmöglichen Schritt überflüssig macht. Wie soll man das nennen? Glitch-Techno? SciFi-Prog? Oder Himmelsdisco?

Nur ein Narr würde versuchen, ihren nächsten Schritt zu prophezeien. Allem voran, Justice selbst.

 

 

VÖ-Datum: 18.11.16

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Album der Woche | kw 46

BOY & BEAR

LIVE AT THE HORDERN PAVILION

BOY & BEAR haben am 4. November ihr Live-Album LIVE AT THE HORDERN PAVILION veröffentlicht. Das Konzert wurde Anfang des Jahres kurz nach der Veröffentlichung ihres Studioalbums LIMIT OF LOVE während einer ausverkauften Show im beliebten Haldern Pavillon in Sydney aufgenommen.

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BOY & BEAR haben am 4. November ihr Live-Album LIVE AT THE HORDERN PAVILION veröffentlicht. Das Konzert wurde Anfang des Jahres kurz nach der Veröffentlichung ihres Studioalbums LIMIT OF LOVE während einer ausverkauften Show im beliebten Haldern Pavillon in Sydney aufgenommen. Die Live-Performance beinhaltet mit „Walk The Wire“ und „Where’d You Go“ Highlights von LIMIT OF LOVE, das in Australien auf Nummer 1 der ARIA Album Charts gechartet ist. Auch dabei sind Fan-Lieblinge und Charterfolge wie „Southern Sun“ von ihrem hochgelobten zweiten Album HARLEQUIN DREAM. Auch die Live-Reviews sprechen eine eindeutige Sprache: Musicfeeds nannte die Show “tadellos”, Renowned For Sound bewertete das Konzert mit 5 von 5 Sternen und schrieb: „Bis zum letzten Song mitreißend, diese Jungs sind nicht nur Musiker, sie sind Künstler.“

 

 

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Album der Woche | kw 45

HUNDREDS

WILDERNESS

Wenn man in einem in Dunkelheit gehüllten Raum den vibrierenden Bass im Bauch fühlt, überwältigt ist von den tanzenden Bildern auf der Bühne und die Musik überrascht, weil man etwas anderes erwartet hat, dann gehören diese Eindrücke zum bewegenden Live-Erlebnis der Band Hundreds. Im November 2016 erscheint das dritte Album „Wilderness“ des Duos.

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Wenn man in einem in Dunkelheit gehüllten Raum den vibrierenden Bass im Bauch fühlt, überwältigt ist von den tanzenden Bildern auf der Bühne und die Musik überrascht, weil man etwas anderes erwartet hat, dann gehören diese Eindrücke zum bewegenden Live-Erlebnis der Band Hundreds. Im November 2016 erscheint das dritte Album „Wilderness“ des Duos. Direkt im Anschluss geht es auf Tour. Die Konzerte der Geschwister Eva und Philipp Milner zählen zu den großen Erlebnissen elektronischer Popmusik. Als Hörer erfährt man ihre Musik als klar und kraftvoll; elektronische Beats treffen auf melancholische Texte. Dabei dominiert düstere Sehnsucht, getragen von Euphorie und purer Lust an der Musik. Hundreds setzen ihren sorgsam komponierten Sound live bildgewaltig in Szene. Das Konzert wird zur Inszenierung. Die Songs werden, vor allem durch die kreative Einbindung von Schlagzeuger Florian Wienczny, auf der Bühne bereichert und zu neuen Erfahrungswelten zusammengemixt. So haben Zuschauer den Eindruck, eine völlig neue Band zu erleben. Nun geht die Reise weiter. Nach dem Release des Albums geht es auf Tour in Deutschland und der Schweiz. Am 16. November wird die Band dann auch in Hamburg im Gruenspan gastieren.

 

 

VÖ-Datum: 04.11.16

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Album der Woche | kw 44

MALKY

WHERE IS PIEMONT

Mit dem zweiten Album „Where Is Piemont“ erweitert das Duo Malky seinen Sound-Entwurf um europäische Folklore, Orchestermusik und Las-Vegas-Coolness. Was auf dem Debüt „Soon“ bereits überaus gelungen angedeutet wurde, findet nun mit berauschender Opulenz und kompositorischer Raffinesse zur Vollendung.

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Mit dem zweiten Album „Where Is Piemont“ erweitert das Duo Malky seinen Sound-Entwurf um europäische Folklore, Orchestermusik und Las-Vegas-Coolness. Was auf dem Debüt „Soon“ bereits überaus gelungen angedeutet wurde, findet nun mit berauschender Opulenz und kompositorischer Raffinesse zur Vollendung. 

Mit „Where Is Piemont“ gelang ein Album, welches sich gängigen Kategorisierungen beinahe durchweg entzieht. Zwar kann man das betörende Duett „Told I Must Die“ als Referenz an Lee Hazlewood hören, erinnert „Modern Arch“ ein bisschen an Calexico und andere Songs an Leute wie Elbow, den frühen Adriano Celentano oder gar Georges Moustaki. Bereits die enorme Breite dieser Verweise deutet indes an, dass Malky derartigen Referenzen längst entwachsen sind. Stoyanov und Vanja haben hier einen ingeniösen Sound gefunden, der irgendwo zwischen der Souveränität einer Siebzigerjahre-Soul-Gala, europäischer Folklore, amerikanischen Field-Recordings und dem Las Vegas des Frank Sinatra einzuordnen ist. Je nach Bedarf changieren Malky zwischen Big-Band-Opulenz und Dachkammer-Minimalismus. In der Summe ergibt sich daraus ein überaus betörendes und eigenständiges Pop-Moment.

 

 

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Album der Woche | kw 43

WANDA

AMORE MEINE STADT

Es wäre nicht Wanda, würde man sich nicht der Herausforderung stellen, in der eigenen Heimatstadt vor über 12.000 Menschen zu bestehen. Und wie so oft bei dieser Band wird bei dem Konzert in der Wiener Stadthalle aus "Bestehen" ein Triumphzug: Ein Triumph von Spielfreude, Hingabe und Passion. Ein Triumph der Amore, der Solidarität und der Freundschaft über den Zynismus und die Apathie. Der Freundschaft zueinander im Auge des Hurrikans, aber auch der gegenseitigen Freundschaft zum Publikum und des Publikums zueinander.

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Es wäre nicht Wanda, würde man sich nicht der Herausforderung stellen, in der eigenen Heimatstadt vor über 12.000 Menschen zu bestehen. Und wie so oft bei dieser Band wird bei dem Konzert in der Wiener Stadthalle aus "Bestehen" ein Triumphzug: Ein Triumph von Spielfreude, Hingabe und Passion. Ein Triumph der Amore, der Solidarität und der Freundschaft über den Zynismus und die Apathie. Der Freundschaft zueinander im Auge des Hurrikans, aber auch der gegenseitigen Freundschaft zum Publikum und des Publikums zueinander. 

Es ist die Magie der Amore. Wanda Songs besitzen eine ganz eigene Dynamik, die jedes Stück zu etwas Besonderem macht und schaffen es, Euphorie und Leidenschaft zu wecken. Erstaunlich wie der Katalog dieser Band, der erst zwei Alben umfasst, eine derartige Kraft besitzt. Nahezu jedes Lied ist bereits ein Klassiker. "Bologna""Bussi Baby""1234" sind Hymnen für eine Generation, die nicht länger zu User und Konsument degradiert werden will, sondern der seligmachenden Euphorie des Rock'n'Roll entgegenfiebert.

Das Wanda Live-Album "Amore meine Stadt" soll ein Dokument sein. Eines, welches den gefühlten Zenit dieser verrückten, unfassbaren ersten Schaffensperiode von MarcoManuChristianRay undLukas abbildet und diesem einmalig lebendigem Rausch des Publikums, dem man alles verdankt aber nichts schuldet, Tribut zollt.

 

VÖ: 21.10.2016

wandamusik.com/

 

 

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Album der Woche | kw 42

TWO DOOR CINEMA CLUB

GAMESHOW

Two Door Cinema Club legen nach den konsumkritischen Singles inklusive Albtraum-Clips zu „Are We Ready? (Wreck)“ und „Bad Decisions“ nun endlich die Platte „Gameshow“ vor. Gleichnamigen Song performten sie übrigens bei Jimmy Kimmel, hier zu sehen.

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Two Door Cinema Club legen nach den konsumkritischen Singles inklusive Albtraum-Clips zu „Are We Ready? (Wreck)“ und „Bad Decisions“ nun endlich die Platte „Gameshow“ vor. Gleichnamigen Song performten sie übrigens bei Jimmy Kimmel, hier zu sehen. 

Auf ihrem neuen Album forderten sich Two Door Cinema Club bewusst selbst heraus und gaben sich einer breiten Palette von Stilen und Einflüssen hin, von Prince, Chic, Krautrock, Neo Soul bis hin zu modernistischem Pop

Zum neuen Album und seinem Selbstvertrauen, sich konsequent einem Pop-Sound zu öffnen, erklärt Sänger Alex übrigens folgendes: „Wir bejahen die aktuelle Popmusik nicht in melodischer und struktureller Hinsicht. Meine beiden größten Einflüsse waren Prince und Bowie – beides absolute Pioniere, denen der Spagat zwischen abgefahrenem Pop und Avantgarde-Verdrehtheit gelungen ist.“

Nachdem sie quasi ihr gesamtes Erwachsenenleben in einer zermürbenden „Album-Tour-Promotion“-Mühle zugebracht hatten, verordneten sich die drei Schulfreunde aus dem nordirischen Bangor eine Pause vom Bandleben. Nachdem sie sich in ihr jeweiliges Zuhause rund um die Welt zurückgezogen hatten – Portland bei Alex, Los Angeles bei Kevin und London bei Sam – begann die Band zunächst, über Email Gedanken und Ideen auszutauschen, die sie während ihrer Pause stimuliert hatten. Track-Entwürfe und Ideen wurden aus drei Ecken der Welt offen diskutiert, auseinandergenommen und wieder zusammengesetzt. 

 

VÖ-Datum: 14.10.16

 

 

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Album der Woche | kw 41

KATE TEMPEST

LET THEM EAT CHAOS

“As Tempest’s gorgeous steams of words flow out, they conjure a story so vivid its as if you had a state-of-the-art Blu-Ray player stuffed in your brain, projecting image after image that sears itself into your consciousness” — New York Times
"Die vielleicht wichtigste Sprachkünstlerin ihrer Generation" – Spiegel Online

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“As Tempest’s gorgeous steams of words flow out, they conjure a story so vivid its as if you had a state-of-the-art Blu-Ray player stuffed in your brain, projecting image after image that sears itself into your consciousness” — New York Times

 "Die vielleicht wichtigste Sprachkünstlerin ihrer Generation" – Spiegel Online


 Kate begann mit dem Schreiben, als sie 16 war. Jetzt, etwas mehr als zehn Jahre später, werden ihre Bühnenstücke verlegt, ist sie Autorin, Dichterin und gefeierte Musikerin. Zu ihren Veröffentlichungen gehören "Balance", ihr Album mit der Band Sound of Rum, der erste Gedichtband "Everything Speaks In It's Own Way" oder die gefeierten Bühnenstücke "Wasted", "Glasshouse" und "Hopelessly Devoted".Mit "Brand New Ancients", ihrem self-performed epic poem to a live score gewann sie den Ted Hughes Prize 2013 und den Herald Angel beim Edinburgh Fringe Festival.

Ihre zweite Textsammlung "Hold Your Own" wurde in UK von Picador verlegt, nachdem Kate von der Poetry Society zur 'Next Generation Poet' ernannt wurde. 2014 wurde ihr Solodebüt "Everybody Down" für den Mercury Prize nominiert. Zuletzt erschien ihr Debütroman "The Bricks That Built The Houses" bei Bloomsbury und in Deutschland als "Worauf du dich verlassen kannst" bei Rowohlt. 

 

LIVE:

29.10.16 Düsseldorf, New Fall Festival / Capitol Theater

30.10.16 Hamburg, Mojo Club

01.11.16 Frankfurt, Sankt Peter

02.11.16 Berlin, Astra Kulturhaus

03.11.16 Munich, Muffathalle

 

 

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Album der Woche | kw 40

BON IVER

22, A Million

"22, A Million" ist teils Liebesbrief, teils letzte Ruhestätte von zwei Jahrzehnten der Suche danach sich selbst zu verstehen, wie eine Religion. Und das innere Eingeständnis, dieses Verstehen vielleicht niemals zu finden. Die 10 Poly-Fi-Aufnahmen des Albums sind eine Sammlung heiliger Momente, von Liebesqualen und Erlösung, sind Kontexte intensiver Erinnerungen, von Zeichen, denen man Bedeutung zuschreiben oder sie als Zufall missachten kann.

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Bon Iver, das musikalische Projekt von Justin Vernon, veröffentlichen ihr drittes Studio-Album "22, A Million".

 

"22, A Million" ist teils Liebesbrief, teils letzte Ruhestätte von zwei Jahrzehnten der Suche danach sich selbst zu verstehen, wie eine Religion. Und das innere Eingeständnis, dieses Verstehen vielleicht niemals zu finden. Die 10 Poly-Fi-Aufnahmen des Albums sind eine Sammlung heiliger Momente, von Liebesqualen und Erlösung, sind Kontexte intensiver Erinnerungen, von Zeichen, denen man Bedeutung zuschreiben oder sie als Zufall missachten kann. Wenn das Vorgängeralbum "Bon Iver, Bon Iver" einen Lebensraum, der in physischen Räumen verwurzelt ist, geschaffen hat, dann ist "22, A Million" das Loslassen des Gebunden-Seins an einen Ort.

 

Der Großteil des Albums wurde von Vernon und ein paar vertrauenswürdigen Freunden und Kollegen, sowohl neuen als auch alten, in den April Base Studios in Fall Creek, aufgenommen und produziert. Einzelne Elemente wurden in London, England und in der Nähe von Lissabon, Portugal festgehalten. Das symbolreiche Artwork des Albums wurde von dem in New York lebenden Künstler Eric Timothy Carlson kreiert.

 

 

VÖ-Datum: 30.09.2016

www.boniver.org

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Album der Woche | kw 39

FIL BO RIVA

IF YOU’RE RIGHT, IT’S ALRIGHT

Erst kürzlich wurde der neue Song “Killer Queen” veröffentlicht. Hierzu gibt es nun auch ein Livesession-Video. Diese entstand im legendären Berliner Hansa Studio. Bereits mit seiner Debütsingle “Like Eye Did” konnte Fil Bo Riva ein erstes Ausrufezeichen setzen. In kürzester Zeit wurde der Song über 600.000 mal gestreamt und landete in den Top10 der Hypemachine Charts. Die Musik des 24-järhigen schwebt zwischen Folk und Soul; das Ergebnis einer genial-verdrehten Seele und eines im Takt pochenden, liebenden Herzens.

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Erst kürzlich wurde der neue Song “Killer Queen” veröffentlicht. Hierzu gibt es nun auch ein Livesession-Video. Diese entstand im legendären Berliner Hansa Studio. Bereits mit seiner Debütsingle “Like Eye Did” konnte Fil Bo Riva ein erstes Ausrufezeichen setzen. In kürzester Zeit wurde der Song über 600.000 mal gestreamt und landete in den Top10 der Hypemachine Charts. Die Musik des 24-järhigen schwebt zwischen Folk und Soul; das Ergebnis einer genial-verdrehten Seele und eines im Takt pochenden, liebenden Herzens. 

 

Künstlerinfo: 

Geboren und aufgewachsen in Rom, spielt die italienische Musik der 60er bis heute ebenso eine Rolle für das Melodie-Verständnis des 24-jährigen, wie die frühe Zuneigung zu den Beatles und den Rolling Stones. Die vier Jahre, die er in einem von Mönchen geleiteten Jungen-Internat in Irland verbrachte, wurden besonders geprägt von der Vielfalt und Internationalität der dortigen Musikszene. Aber erst der Umzug nach Berlin und eine unglückliche Liebe, lassen aus der in jungen Jahren entstandenen Lust am Songschreiben und Musik machen den Wunsch entstehen, es ernsthaft als Musiker zu probieren, um anknüpfend an seine Vorbilder und inmitten einer gegenwärtigen Vielfalt an Singer-/Songwritern die eigene Stimme zu finden, mit der allein es sich zu singen lohnt.

Die schönste Zeit ist die der ersten Traurigkeit, die zweitschönste ist die danach. In diesem Danach wurden die Songs für Fil Bo Rivas erste EP “If You’re Right, It’s Alright“ geschrieben, die ihre Entstehung einer „Geschichte mit einer Frau“ verdankt. Auch wenn die Welt wohl nicht nur dafür da ist, in einer EP zu enden, so musste sie es in diesem Fall doch. In dieser Phase einer sich entwickelnden Gewissheit, traf er dann mit Felix A. Remm und Robert Stephenson auf zwei Menschen, die für seine weitere Entwicklung wichtig sein sollten und die dafür sorgten, dass Fil Bo Riva heute nicht mehr allein als Soloprojekt zu verstehen ist, sondern auch als Kollaboration von Gleichgesinnten. Felix konnte den noch recht rohen Songs einen klanglich breiteren Sound verschaffen und Robert Stephenson holte ihn von der Straße direkt in sein Studio, um dort die Songs aufzunehmen, die den Hörer jetzt auf der EP erreichen.

 

Es sind raue, kraftvolle Songs, die nichts von ihrer Dringlichkeit eingebüßt haben, die in ihrem Arrangement aber auch viele aufregende Details verbergen. In der zwischen Folk und Soul schwebenden Musik verbindet sich die Melancholie eines im Takt der Musik schlagenden Herzens mit einer großen Dynamik.

 

 

 

VÖ-Datum: 23.09.2016

www.filboriva.com

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Album der Woche | kw 38

HANNA LEESS

DIRTY MOUTH SWEET HEART

Was ist ein guter Song? Man muss ihn meinen. Wenn ich ihn fühle, so denke ich, kann ihn auch der Hörer fühlen.“

Kurz gesagt, Hanna Leess´ Kunst entsteht und definiert sich über Ehrlichkeit.

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Was ist ein guter Song? Man muss ihn meinen. Wenn ich ihn fühle, so denke ich, kann ihn auch der Hörer fühlen.“  

Kurz gesagt, Hanna Leess´ Kunst entsteht und definiert sich über Ehrlichkeit.

Hanna wuchs im Nordosten der USA von frühester Kindheit mit Musik sowie ihrem Schaffensprozess auf: sie begann mit acht Jahren Geige zu spielen, es folgten Bass und Klavier, bevor sie die Gitarre für sich entdeckte. Nach ihrem Studium auf Lehramt zog sie für drei Jahre nach LA und spielte dort mit diversen Künstlern. Aber in Hanna steckt ein unruhiger Geist: „Ich muss mich alle paar Jahre verändern, sonst bin ich unzufrieden. Ich brauche dann frischen Input, eine neue Umgebung, andere Menschen.“ Von LA ging es einmal durch Europa und endete vorerst in Berlin, wo sie ihren Schlagzeuger und Co-Produzenten Tom Osander (ex-Schlagzeuger Damien Rice) kennengelernt hat. Vorherbestimmung oder glücklicher Zufall!?

 

Die beiden begannen, an ersten Songs mit einfachen mobilen Aufnahmegeräten in Toms Proberaum zu arbeiten. So lässt sich auch im Sound der Platte diese Liebe zur unbedingten Authentizität wiederfinden. „Ich bin wirklich kein Fan von Musik, der man anhört, dass sie in einem teuren Studio hochproduziert wurde“, sagt Hanna. „Ich möchte, dass man die Echtheit jedes Songs unmittelbar spürt, dass es so organisch klingt wie der Moment indem der Song entstand.“

 

Dies offenbart sich bereits bei den ersten Tönen von “Dirty Mouth Sweet Heart“, das nicht nur angesichts ihrer Stimme ein durchaus treffender Titel ist. Es ist diese Mixtur aus Wärme und Dunkelheit, Süße und Melancholie, Kantigkeit und Warmherzigkeit, die Hanna Leess’ Musik auszeichnet. Es ist Musik, die auf einer sommerlichen Blumenwiese ebenso gut funktioniert wie beim dritten Scotch an einem Kaminfeuer. Oder auch dem fünften!

 

 

 

hannaleess.com

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Album der Woche | kw 37

JOSEPH

I'M ALONE, NO YOU’RE NOT

Wenn Geschwister zusammen singen, dann ist das immer etwas ganz Besonderes. The Beach Boys, The Everly Brothers, First Aid Kit wären ein paar gute Beispiele. Nun kommen die drei Schwestern Allison, Meegan und Natalie Closner alias Joseph hinzu. Auf “I’m Alone, No You’re Not produziert von Mike Mogis (Bright Eyes, Jenny Lewis), befinden sich 11 Songs mit eben dieser Geschwistermagie, mystischer Energie und offenem Herzen. Mit dem Namen Joseph wollen sie sowohl ihrem Großvater Jo, als auch seinem Heimatort Joseph in Oregon, USA gedenken.

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Wenn Geschwister zusammen singen, dann ist das immer etwas ganz Besonderes. The Beach Boys, The Everly Brothers, First Aid Kit wären ein paar gute Beispiele. Nun kommen die drei Schwestern Allison, Meegan und Natalie Closner alias Joseph hinzu. Auf “I’m Alone, No You’re Not produziert von Mike Mogis (Bright Eyes, Jenny Lewis), befinden sich 11 Songs mit eben dieser Geschwistermagie, mystischer Energie und offenem Herzen. Mit dem Namen Joseph wollen sie sowohl ihrem Großvater Jo, als auch seinem Heimatort Joseph in Oregon, USA gedenken. 

 

Jetzt schon mit dem Titel Spotify Spotlight Artist 2016 bedacht, tourten Joseph in den Staaten mit James Bay und werden im November Michael Kiwanuka hier in Europa als Support begleiten. 

 

Joseph  (supp. Michael Kiwanuka) 
09.11. Berlin - PBHFCLUB
10.11. München - Technikum
22.11. Köln - Die Kantine

 

 

 

 

VÖ-Datum: 26.08.16

site.thebandjoseph.com/about/

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Album der Woche | kw 36

JAMES VINCENT MCMORROW

WE MOVE

Mit dem Album legt McMorrow dem Erfolg seines Debüts „Early In The Morning“ und dessen Nachfolger „Post Tropical“ nach. Der gebürtige Ire mit dem unverwechselbaren Tenor darf bereits auf eine beträchtliche Bilanz zurückblicken, so etwa auf einen Platin-Status und eine ausverkaufte Welttournee, die ihn von der legendären Oper in Sydney bis hin zum Londoner Barbican und Shepherd’s Bush Empire führte.

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Mit dem Album legt McMorrow dem Erfolg seines Debüts „Early In The Morning“ und dessen Nachfolger „Post Tropical“ nach. Der gebürtige Ire mit dem unverwechselbaren Tenor darf bereits auf eine beträchtliche Bilanz zurückblicken, so etwa auf einen Platin-Status und eine ausverkaufte Welttournee, die ihn von der legendären Oper in Sydney bis hin zum Londoner Barbican und Shepherd’s Bush Empire führte. McMorrow knackte in diesem Jahr außerdem die magische Marke von 100 Millionen Streams, die ihn endgültig in die Reihe internationaler Größen aufnimmt. In der jüngeren Vergangenheit arbeitete der umtriebige Songwriter zudem mit dem norwegischen DJ und Produzenten Kygo und steuerte den Soundtrack zum Trailer der Erfolgsserie „Game Of Thrones“ bei. 

 

Sein neues Album „We Move“ entstand in ständigem Wandel und wurde zwischen Toronto, London und seiner Heimatstadt Dublin aufgenommen. Man darf in Gänze vom bisher ausgedehntesten und ambitioniertesten Werk von James Vincent McMorrow sprechen, hat er sich mit diesem Album doch merklich vom sehr persönlichen und intimen Vorgänger „Post Tropical“ entfernt. „We Move“ ist minimalistischer und versteht sich eher als offenes Portrait von Angst und innerer Unruhe. Es geht um die mentale Zerbrechlichkeit und wie sich ein/e Jede/r im Leben weiterentwickelt. 

 

James selbst formuliert es folgendermaßen: „Die Leute hören meine Songs und denken dabei, dass ich den ganzen Tag im Wald sitze und über Bäume nachdenke. Stattdessen sitze ich aber zuhause und versuche mich selbst davon zu überzeugen, rauszugehen und eine Tüte Milch zu kaufen.“

 

Den ersten Schritt für “We Move” machte McMorrow bereits vor etwa zwei Jahren, als ihn unterschiedliche Anfragen als Songwriter für mehrere Projekte erreichten. Auf Tour begann er damit, Songs für andere Künstler zu schreiben und hörte somit auf, seine eigene Arbeit immer und immer wieder zu analysieren. Mit der eigentlichen Absicht, das Gegenteil von dem zu machen, was er bis dorthin verfolgte, kam er dann vom Weg ab, erkundete jedoch trotzdem weiterhin verschiedene Ecken der Welt: Barcelona als erste Station gefolgt von einem Aufenthalt in Kanada und einem befremdlichen, sechsmonatigen Besuch in Los Angeles, während dem sich die ersten Songs von „We Move“ heraus-kristallisierten. 

 

Im Anschluss kehrte James nach Dublin zurück und beschloss, für „We Move“ anders als bisher auf ein Team bei der Produktion zurückzugreifen, das ihm dabei hilft, die einmaligen Eindrücke in seinem Kopf noch besser und adäquater abzubilden. McMorrow erklärt: „Ich bin aufgewachsen mit dem Willen, Songs wie Neil Young zu schreiben, diese aber zu produzieren wie The Neptunes.“ 

 

James schloss sich infolge mit einigen Koproduzenten kurz, die er auf seiner Reise bis dorthin kennengelernt hatte: Nineteen85(Drake, DVSN), Two Inch Punch (Sam Smith, Years & Years) und Frank Dukes (Kanye West, Rihanna). Der Mix fand weitestgehend in Miami bei Jimmy Douglass statt, einem erklärten Helden von McMorrow. Douglass ist unter anderem bekannt für seine Arbeit für Künstler von Donny Hathaway über Led Zeppelin bis hin zu Björk und verpasste den Songs ihren warmen Vintageklang.

 

Das Resultat dieser Zusammenarbeit ist ein Album über Bewegung in geografischer, geistiger und emotionaler Hinsicht, die den Hörer mit dem Bedürfnis hinterlässt, irgendwo in der Zukunft einen ganz eigenen Platz zu finden. Bereits die erste Single „Rising Water“ ist in Bezug auf Produktion und Weite des Sounds sehr schonungslos. „I never once was sad for what I’ve done“, singt James im Song. Auf der anderen Seite hinterfragt etwa „Evil“, ob eine Person nur deswegen schlecht sei, weil sie den Weg der Gesellschaft hinterfragt. Wesentlich schwerer ist „I Lie Awake Every Night“. Der Song thematisiert erstmals die Essstörung, mit der James seit seiner frühen Kindheit zu kämpfen hatte. „Der Song handelt davon, wie ich als Kind im Krankenhaus liege mit der festen Überzeugung, dort nicht hinzugehören. Auf der anderen Seite versucht er, diese zwei Gegensätze zu schlichten.“ 

 

Auf „We Move“ ignoriert James bewusst seinen Instinkt, die persönlichen und fragilen Geschichten aus seinem Leben zu verschleiern und zelebriert unsere kollektive Unbeholfenheit sowie die Tatsache, dass wir alle im Prinzip nur so tun als ob es uns gut gehe.    

 

Das Album ist ein weiterer, bemerkenswerter Schritt auf der musikalischen Reise des irischen Songwriters. Es ist eine Sammlung von Songs, deren gemeinsamer Nenner die Idee ist, dass man sich seinen Lebensweg von niemandem vorschreiben lassen sollte; und dass man im Laufe der Jahre Menschen und Dinge aus den Augen verliert und hinter sich lässt. „We Move“ verbildlicht, dass es sehr wohl möglich ist an den Dingen festzuhalten, an denen man festhalten will, aber auch dass man hinter sich lassen sollte, was belastet.

 

 

 

VÖ-Datum: 02.09.2016  

www.jamesvmcmorrow.com

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Album der Woche | kw 35

THE HUNNA

100

In die Welt von THE HUNNA einzutreten, ist wie sich in eine Baumkrone zu setzen: Tief in der Dringlichkeit des Rocks verwurzelt blüht eine Krone unbeschwerter Indie-Klangästhetik, durch die immer wieder überraschende Lichtstrahlen blitzen. THE HUNNA möchten, dass du ihrem Vorbild folgst und in die Baumkrone kletterst: Sei enthemmt, jung und frei, sei, wer auch immer du sein möchtest.

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In die Welt von THE HUNNA einzutreten, ist wie sich in eine Baumkrone zu setzen: Tief in der Dringlichkeit des Rocks verwurzelt blüht eine Krone unbeschwerter Indie-Klangästhetik, durch die immer wieder überraschende Lichtstrahlen blitzen.

 

THE HUNNA möchten, dass du ihrem Vorbild folgst und in die Baumkrone kletterst: Sei enthemmt, jung und frei, sei, wer auch immer du sein möchtest. 

 

Genau das sind die Jungs aus UK auch. Aktuell bereiten sich die vier Briten auf die Veröffentlichung ihres Debütalbums vor. „100“ erscheint am 26. August über Warner Music Germany.

 

Im Oktober letzten Jahres, erschien ihre Debütsingle „Bonfire“ in UK. Mit dem Song wurde der Samen gesät, der dem Baum die Kraft und die Größe gab, nun bis über die Grenzen der Insel hinaus zu wachsen. Es folgten eine Handvoll weiterer, klanggewaltiger Songs, die mehrere Millionen Spotify-Streams, über sechs Millionen Video-Views sowie Lob und Anerkennung von UK-Tastemakern wie Zane Lowe, Annie Mac oder Huw Stephens generierten. Ihre drei Shows in den Londoner Boston Music Rooms waren allesamt ausverkauft. Als schließlich ihre zweite Single „We Could Be“ erschien, schlugen THE HUNNA auch international bereits hohe Wellen in den iTunes- und Spotify-Charts. 

 

Mit großer Wahrscheinlichkeit sind THE HUNNA die Band, die an der Spitze deiner Playlist steht, wenn du die Baumkrone gegen deinen Flitzer austauschst und im Cabrio durch die Gegend cruist. Ihre Songs vereinen wehmütige Nostalgie mit einer unermüdlichen Lebenslust – schonungslos ansteckend, hemmungslos frei. Ihr unerschrockener Sound windet schon lange durch die Netze, erreicht nach der britischen Insel auch Deutschland und wird auch in den USA für Wirbel sorgen. Spätestens bei den Live-Shows werden THE HUNNA klar machen, was jung sein, was frei sein, bedeutet.

 

Am College fanden Ryan (Vocals/Gitarre), Dan (Lead-Gitarre) und Jermaine (Bass) zueinander. So begann THE HUNNA als Band Gestalt anzunehmen. Nach einigen Änderungen am Lineup trat schließlich der Schlagzeuger Jack ins Bild und so nahmen die Dinge ihren Lauf. Nicht nur die Band ist außergewöhnlich, auch ihr Songwriting darf als unkonventionell bezeichnet werden.  Aus Liebe zum Refrain, beginnen die Jungs in der Regel auch genau dort ihren Schreibprozess: „Es gibt so viele unterschiedliche Herangehensweisen an das, was wir tun, aber meistens fangen wir beim Refrain an und schauen dann, wo das hinführt“, so die Band. 

 

In wahrer Hunna-Manier, wächst „100“, das Debut-Album ab der ersten Sekunde mit rasanter Geschwindigkeit in alle Richtungen. In Zusammenarbeit mit den renommierten Produzenten Tim Larcombe (Halsey, Lana Del Rey) und Duncan Mills, präsentierten die Jungs einen Longplayer, der dringlicher nicht sein könnte. Vom aufbauenden Refrain des Openers „Bonfire“ bis hin zum melancholisch, grungigen Sound auf „Bad For You“ und dem sanfteren „Sycamore Tree“ – „100“ gleicht einem jugendlich nostalgischen Trip, getragen von melodischen Gitarren und traumhaften Melodien, der zugleich belebend und verjüngend wirkt und den du besser ganz laut aufdrehst, wenn du in deiner Baumkrone sitzt und das Leben einfach Leben sein lässt.

 

 

VÖ-Datum: 26.08.2016  

https://www.facebook.com/thehunnaband

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Album der Woche | kw 34

DIE HÖCHSTE EISENBAHN

WER BRINGT MICH JETZT ZU DEN ANDEREN

Irgendwann 2015: Die Höchste Eisenbahn macht wieder Musik. Im eigenen Studio, ohne Produzenten, ohne Zeitplan, ohne Rücksicht auf Jahreszeit und Biorhythmus. Trommeln werden bespannt, Saiten aufgezogen, Drum Machines entstaubt und Hüpfburgen aufgeblasen. La Boum, die Fete geht weiter! Erst wird ins Blaue musiziert, Felix Weigt, Max Schröder, Moritz Krämer und Francesco Wilking denken an nichts, nur dass der eine Akkord eine Schaukel und der andere eine Gewitterwolke ist. Wie großen Spaß es macht, dabei zu sein, wenn der Beat reinkommt. Dass man diesen oder jenen Teil gar nicht lange genug spielen kann ... Aber dann kommen die Fragen.

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Irgendwann 2015: Die Höchste Eisenbahn macht wieder Musik. Im eigenen Studio, ohne Produzenten, ohne Zeitplan, ohne Rücksicht auf Jahreszeit und Biorhythmus. Trommeln werden bespannt, Saiten aufgezogen, Drum Machines entstaubt und Hüpfburgen aufgeblasen. La Boum, die Fete geht weiter! Erst wird ins Blaue musiziert, Felix Weigt, Max Schröder, Moritz Krämer und Francesco Wilking denken an nichts, nur dass der eine Akkord eine Schaukel und der andere eine Gewitterwolke ist. Wie großen Spaß es macht, dabei zu sein, wenn der Beat reinkommt. Dass man diesen oder jenen Teil gar nicht lange genug spielen kann ... Aber dann kommen die Fragen. 

„Wer legt die Leitungen durchs Meer?“

„Wer bringt mich jetzt zu den Anderen?“
„Wo endet das?“

Und die Fragen enden alle in den Liedern, zusammen mit den Menschen, die sie aussprechen. Da ist Louie, der nicht versteht, warum seine Freundin so rastlos ist. Kette, der alles gegen die Wand fahren will. Timmy, der sich grundlos wehtut und Lisbeth, die verbotenerweise rot wird, wenn sie „Ich liebe dich“ hört. Die Welt, in der diese Kurzgeschichten spielen, also die Musik, lässt sich mit Pistole auf der Brust durch drei Adjektive beschreiben: warm, leicht, weit. Natürlich fährt hier Popmusik-Geschichte mit. Die Zurückgelehntheit von Fleetwood Mac, die kindliche Crazyness der Talking Heads und der Schluffie-Folk-Funk der Allman Brothers zum Beispiel.  Wir hören auf dem Album die langgeliebten Dx7-Brass-Synths und Juno-Pads, aber zum ersten Mal auch Bongos und Motown-Streicher, sogar eine chinesische Viola. Ist das Weltmusik? Und wenn ja – warum nicht? Die Höchste Eisenbahn erfindet durch Kombinieren, durch Schichten Calypso mit Nintendo, Yachtrock mit Dream Pop. Und die vier Musiker schauen dabei nicht auf ihre Schuhe, sondern in den Himmel, der immer noch jeden Tag blauer wird.

Bernd Begemann kann es (natürlich) noch besser sagen:
Auf dem neuen, heiß erwarteten Album von Die Höchste Eisenbahn gibt es immer wieder Stellen, an denen die Musik sich AUFSCHWINGT. Die Trampelpfade von dem verlässt, was wir unter "Popmusik" hinzunehmen gelernt haben. Da gibt es immer noch eine schönere Harmonie, noch eine mutigere Wendung:
Die Eisenbahn bringt uns hin. Ernsthaft, gibt es sonst noch irgendwo eine Band wie diese? Wer sonst verbindet die Pop-Finesse einer Band wie Steely Dan mit Indierock-Lässigkeit und der Sentimentalität eines betrunkenen Straßenmusikers? Auf ihrem neuen Album haben sie nur zwei Themen, nämlich was wir so tun und wie sich das dann anfühlt. Wir stromern mit Francesco, Felix, Max und Moritz durch die dunklen Großstadtgassen und aus den Fenstern sickern Melodien und Gesprächsfetzen. Wir kennen das alles, worüber die Jungs singen, aber wir haben es lange nicht mehr so deutlich gefühlt: die erste Liebe, neu entdeckt in "Lisbeth". Die angeheiterte Clique in "Gute Leute", die erwachende Liebe in "Blume". Die Höchste Eisenbahn steht für eine erwachsene Popmusik, die endlos verspielt ist. Ihre neue Sammlung von Songs namens "Wer bringt mich jetzt zu den Anderen" hat keine Füller, keine Ausfälle, keine Vor-Skip-Nummern. Das Album ist aus einem Guss, man kann sich drauflegen und treiben lassen, bis der Fluss ins Meer geht.
 

 

 

 

VÖ-Datum: 26.08.2016

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Album der Woche | kw 33

MILLIARDEN

BETRÜGER

Milliarden sind eine Band mit Doppelspitze: Sänger und Gitarrist Ben Hartmann und Multiinstrumentalist Johannes Aue.
Was nicht ohne Symbolkraft ist. Denn der rote Faden, der sich durch die Songs von Milliarden zieht, ist eine an zwei Enden brennende Zündschnur aus Dualismus und Ambivalenz. Texte und Musik sprechen von Kreativität und Zerstörung. Punk und Pop. Scheiße und Gold. Krieg und Frieden. Himbeereis und Kokain. Sie sind Yin und Yang. Ende und Neubeginn. Rabiat und zärtlich. Himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt. Und leben in der Konsequenz vom Widerspruch. Die sich daraus ergebende Reibungsenergie ist der Treibstoff, mit dem ihr Motor läuft. Nicht nur der ihrer Musik, sondern auch der von Ben und Johannes, die sich vor fünf Jahren bei einer Aufnahmeprüfung an der Uni kennengelernt hatten, wo Punkrocker Ben zum ersten Mal hörte, wie Johannes Klavier spielt.

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Milliarden sind eine Band mit Doppelspitze: Sänger und Gitarrist Ben Hartmann und Multiinstrumentalist Johannes Aue. 
Was nicht ohne Symbolkraft ist. Denn der rote Faden, der sich durch die Songs von Milliarden zieht, ist eine an zwei Enden brennende Zündschnur aus Dualismus und Ambivalenz. Texte und Musik sprechen von Kreativität und Zerstörung. Punk und Pop. Scheiße und Gold. Krieg und Frieden. Himbeereis und Kokain. Sie sind Yin und Yang. Ende und Neubeginn. Rabiat und zärtlich. Himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt. Und leben in der Konsequenz vom Widerspruch. Die sich daraus ergebende Reibungsenergie ist der Treibstoff, mit dem ihr Motor läuft. Nicht nur der ihrer Musik, sondern auch der von Ben und Johannes, die sich vor fünf Jahren bei einer Aufnahmeprüfung an der Uni kennengelernt hatten, wo Punkrocker Ben zum ersten Mal hörte, wie Johannes Klavier spielt. 
Der Song „Freiheit is ne Hure“ untermalte Anfang letzten Jahres als Titeltrack Oskar Roehlers großartige Punk-Groteske „Tod den Hippies!! Es lebe der Punk“. Ein Song, der randalierende Gitarren, eine ungeschliffene Produktion und eigenwillige deutsche Texte mit einer eingängigen Melodie verband und dennoch alles, was nur entfernt nach Kompromiss roch, weiträumig umschiffte – womit er zum Film passte, wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge. „Freiheit is ne Hure“ bescherte den beiden Freunden auf einen Schlag mediale Aufmerksamkeit und einen Plattenvertrag. Nachdem sie Ende letzten Jahres mit der EP „Kokain & Himbeereis“ ihren Einstand gaben, erscheint nun mit „Betrüger“ das erste Album der Berliner, die seitdem fast jeden Tag, den sie nicht im Studio verbrachten, mit ihrer Band auf der Bühne standen. 
„Freiheit is ne Hure“ ist für die Karriere von Milliarden also, wenn schon nicht der Startschuss, dann doch zumindest eine Art Brandbeschleuniger gewesen und findet sich folgerichtig auch auf dem Debütalbum. Wenn Frontmann Ben im Refrain des Songs lustvoll Georg Büchner variiert und in der Strophe das Selbstverständnis der Band auf den Punkt bringt, dann tut er das so krawallig und mit solcher Hingabe, dass man die Kehle des Sängers mindestens so wund wähnt wie sein Herz. 
Eine Ahnung übrigens, die einen im Verlauf des Albums immer wieder beschleicht. 
„Schonungslos“ – und dieser Begriff beschreibt es vielleicht am besten – ist bei Johannes Aue und Ben Hartmann die Auseinandersetzung. Mit inneren Zuständen und äußerer Form. 
Ganz plakativ und direkt in das eigene Spiegelbild auf „Blitzkrieg Ballkleid“. Ein Song wie der Prolog zur 2016er Version von „Trainspotting“ oder die Eingangskapitel einer aktuellen Ausgabe von „American Psycho“. Der Zustand zwischen Einsamkeit und Blowjob, zwischen Emo, Ego, Eso, zwischen Wertenorm und Doppelkorn. „Blitzkrieg Ballkleid“ ist in seiner ganzen Brachialität Ausganspunkt und blutroter Faden, der sich durch das Album zieht. Er wird getränkt durch ein Grundgefühl, das einem vielleicht noch aus dem Filmklassiker „Denn sie wissen nicht, was sie tun“ bekannt ist, das aber auch heute nichts von seiner Intensität verloren hat. Es geht um den Betrug an der Wahrheit, an der Wahrhaftigkeit. Es geht um die Wahrheit der Betrüger. Und es geht – im Umkehrschluss – um die Sehnsucht und Suche nach einem Gegenentwurf zum gelernten Lebensentwurf. 
So beschwören Milliarden im düster dräuenden Gitarrenrocker „Ende Neu“ die Stunde Null. Jenen Moment, in dem sich die Dinge auflösen und neu zusammenfügen. Auch dieser Song ist eng verbunden mit Roehlers Film. Und zwar insofern, als er bereits mit den ersten Worten „Ich mache die Uhren kaputt (...) ich mache den Tod kaputt“ den Schauspieler Alexander Scheer in der Rolle des Blixa Bargeld zitiert und auch der Songtitel einem Album von Blixas Band Einstürzende Neubauten entlehnt ist. 
Die Abschaffung des Systems – und zwar egal ob politisches, gesellschaftliches oder leibliches – wird auf „Ende Neu“ als potenzieller Neuanfang zelebriert. Und das keineswegs verkopft, verquast oder sonst irgendwie verklausuliert: der Song ist eine Revolutionshymne, ein waschechter Umsturz-Hit zum Mitgrölen. Dazu brettern die Gitarren auf einem schimmernden Keyboardfilm übers Parkett und reißen den Hörer in ihrer Wucht einfach mit. 
Auch das ist typisch für die Songs von Milliarden: Sie packen uns, ohne dass wir sie uns mühsam erarbeiten müssen. Sie verlangen nichts von uns. Stattdessen erzeugt diese Musik einen Sog, der so stark ist, dass er den Hörer kurzerhand kidnappt, ihn auf eine Achterbahnfahrt entführt, auf der ihm die Gefühle mit einer solchen Direktheit und Vehemenz um die Ohren fliegen, dass er entweder die Arme in die Luft reißt oder mit Schmackes aus der Kurve fliegt. Idealerweise geschieht beides. 
Dabei sind die zärtlichen Stücke des Albums in Gestus und Haltung genauso rabiat, wie die rabiaten Stücke zärtlich sind. Besonders eindrucksvoll belegt das „Die Angst“, ein Song, der sich einerseits als Schilderung einer „Amour Fou“ lesen lässt – womit er sich in eine Reihe mit „Oh Cherie“ stellen würde, in dem Milliarden hemmungslos dem der Liebe innenwohnenden Wahnsinn und seiner zerstörerischen Kraft huldigen, andererseits aber auf einer abstrakteren Ebene, die Angst vor dem Unbekannten, dem Rätselhaften schildert. „Es ist die Angst”, formuliert es Ben, „vor etwas, dem man sich aus seiner eigenen Unzulänglichkeit, aus seinen eigenen Mustern heraus, nicht zu nähern traut, von dem man aber immerzu weiß, dass es da ist. Die Angst davor, alles kaputt zu machen. Die Angst vor der zerstörerischen Reaktion, wenn man die Potenziale zusammenführt.“ Letztlich also die Angst vor exakt jenem Moment, der in „Ende Neu“ heraufbeschworen wird. 
Ist das widersprüchlich? Ja, durchaus. Aber schließlich sind es ja die Widersprüche, die Milliarden mehr als alles andere umtreiben. Wenn es im Titelsong des Albums, der so etwas wie das Credo der Band formuliert, zum Beispiel heißt: „Ich schreib mich selbst einfach um, ich schreib mich immer wieder neu dann ist das“, sagt Ben, „ja widersprüchlich in sich, etwas aufzubauen, nur um es hinter sich wieder einzureißen. Trotzdem ist das eine Art Motor für uns, es treibt uns voran. Wir legen vorne Schienen, reißen sie hinter uns wieder ab um sie anschließend vorne wieder anzulegen. Auch auf die Gefahr hin, irgendwann mit unserer Lok mitten in der Wüste zu stehen.“ 
Wie viel Pop, bei aller Kompromisslosigkeit, in der Musik von Milliarden steckt, belegt neben Liebesliedern, wie der zärtlich trägen Ballade „Im Bett verhungern“ oder „Zucker“, wo die Popschraube nicht nur mit Hilfe der Bläsersätze bis zur letzten Umdrehung angezogen wird, und dem zweifelnd um Antworten ringenden „Marie“ aber vor allem das hochmelodische, an den Helden des britischen Gitarrenpops der 80er-Jahre geschulte „Katy Perry“. 
Eine Nummer, die gleichzeitig nachdrücklich herausstellt, wie hintergründig ein Popsong bei Milliarden sein kann – denn statt die im Songtitel genannte Popmilliardärin auf einen Sockel zu stellen, hinterfragt „Katy Perry” die leeren Versprechen der Popindustrie und konfrontiert sie mit dem Elend eines prekären Alltags. 
„Friedrichsdorf“ dagegen ist tatsächlich eine Hommage, wenn auch eine tragische: an Joy Division und ihren verstorbenen Sänger Ian Curtis. Vor allem aber ist es ein Song über Verzweiflung und Aussichtslosigkeit. Und die verhängnisvolle Energie, die sich daraus speist. So etwas wie das Gegengift dazu ist „Milliardär“: nämlich ein sehr direkter, ungefiltert optimistischer und augenzwinkernder Song über die subjektive Definition von Reichtum, darüber, dass man keine Milliarden besitzen muss, um sich als Milliardär zu fühlen. 
Ganz gleich, ob man nun ihrer augenzwinkernden Selbsteinschätzung folgen und Milliarden als Milliardäre und Betrüger oder einfach nur als eine der aufregendsten jungen Rockbands betrachten will, die dieses Land zu bieten hat – auf eines dürfen sich Ben und Johannes verlassen: Ihre Musik lässt niemanden kalt. 

 

 

 

VÖ-Datum: 12.08.16

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Album der Woche | kw 32

PASCAL PINON

SUNUR

Pascal Pinons drittes Album ist ihr bisher rohestes und zugleich abwechslungsreichstes, bleibt jedoch dem minimalistischen, sich aus Folk-Traditionen speisenden Grundton der Band treu.„Sundur“ versammelt Material, das innerhalb von anderthalb Jahren geschrieben und von der Band selbst produziert wurde. Während das Album zu überwiegenden Teilen spärlich instrumentiert ist und den experimentellen Lo-Fi-Klang der beiden Vorgänger weiterspinnt, ist es im Ton mit seinen metronomartig pochenden Rhythmen, gelegentlichen Synthie-Einsätzen und treibenden Klaviermelodien deutlich rauer geworden. Auf „Sundur“ verarbeiteten die beiden Schwestern ihre räumliche Trennung. „Wir waren fast unser ganzes Leben am gleichen Ort“, erinnert sich Jófrídur Ákadóttir.

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Pascal Pinons drittes Album ist ihr bisher rohestes und zugleich abwechslungsreichstes, bleibt jedoch dem minimalistischen, sich aus Folk-Traditionen speisenden Grundton der Band treu.„Sundur“ versammelt Material, das innerhalb von anderthalb Jahren geschrieben und von der Band selbst produziert wurde.  Während das Album zu überwiegenden Teilen spärlich instrumentiert ist und den experimentellen Lo-Fi-Klang der beiden Vorgänger weiterspinnt, ist es im Ton mit seinen metronomartig pochenden Rhythmen, gelegentlichen Synthie-Einsätzen und treibenden Klaviermelodien deutlich rauer geworden.  Auf „Sundur“ verarbeiteten die beiden Schwestern ihre räumliche Trennung. „Wir waren fast unser ganzes Leben am gleichen Ort“, erinnert sich Jófrídur Ákadóttir. 

Während Ásthildur nach Amsterdam ging, um dort klassisches Klavier und Komposition zu studieren, widmete sich ihre Schwester Jófrídur ihrer zweiten Band Samaris und führte ein eher nomadisches Leben. Die räumliche Trennung zieht sich nicht allein thematisch als roter Faden durch „Sundur“, sondern stellte auch den bisherigen Arbeitsprozess von Pascal Pinon auf den Kopf. Obwohl Ásthildur und Jófrídur einander häufig besuchten, wirkte die Distanz sich auf ihre Kompositionen und damit das Album als Ganzes aus. „Dass wir so viel Zeit getrennt voneinander verbracht haben, schafft auch eine ganz neue Art der Verbindung zwischen den Songs, was das Album in meinen Augen weitaus abwechslungsreicher macht“, erklärt Ásthildur. Aufgrund von Terminschwierigkeiten mussten Ásthildur und Jófrídur den Großteil der tatsächlichen Aufnahmen schließlich in nur zwei Tagen erledigen. Ihr Vater, der Komponist Áki Ásgeirsson, half dabei mit tontechnischem Fachwissen und spielte perkussive Elemente auf Altmetallstücken ein, darunter ausgesonderte Flugzeugteile. Obwohl viele solcher Details nur schwer auszumachen sind, sind sowohl das unpolierte Sounddesign wie auch die kleinen Ergänzungen ungemein wichtig für „Sunur“. „Es lässt das Album roher klingen, und genau darum geht es im Kern“, erklärt Jófrídur. „Es ist sehr karg und damit dem Konzept und dem Sound unseres ersten Albums viel näher. Schon komisch, dass wir nach sieben Jahre wieder dort ankommen, wo wir mit 14 Jahren bereits waren!“ Hier sind sie nun, mit einer Platte, die ebenso intim wie ausgereift ist.

 

 

 

VÖ-Datum: 19.08.16

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Album der Woche | kw 31

ZHU

GENERATIONWHY

In seinem Closing Set im Rahmen des Coachella Festivals hat der Grammy Nominierte DJ und Producer die Titelsingle seines Albums bereits zum Besten gegeben. Die New York Times taufte ihn daraufhin als “one of the most musically sophisticated of the current generation of dance music producers”. Sein Album GENERATIONWHY beweist nun auf ein Neues wie erfrischend modern Dance Music im Jahre 2016 klingen kann.

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In seinem Closing Set im Rahmen des Coachella Festivals hat der Grammy Nominierte DJ und Producer die Titelsingle seines Albums bereits zum Besten gegeben. Die New York Times taufte ihn daraufhin als “one of the most musically sophisticated of the current generation of dance music producers”. Sein Album GENERATIONWHY beweist nun auf ein Neues wie erfrischend modern Dance Music im Jahre 2016 klingen kann. 
Neben dem “Lollapalooza”, “Bumbershoot” und “Life is Beautiful” Festival wird Hitproducer ZHU diesen Sommer auf zahlreichen Events in den USA vertreten sein und seine neuen Tracks promoten. Was ZHU als Künsler so einzigartig Machen sind nicht nur sein abwechslungsreicher Sound sowie die damit einhergehenden visuellen Highlights, sondern vorallem seine künstlerische Visionen. Was dabei herauskommt? Ein Album, das einen voller Energie durch den ganzen Sommer schweben lässt.

 

 

VÖ-Datum: 29.07.16

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Album der Woche | kw 30

HONNE

WARM ON A COLD NIGHT

In knapp unter zwei Jahren hat sich das Soul-Duo HONNE als Band zum Verlieben, bzw. als Band zu der man sich verlieben kann, etabliert. „Es kommen viele Frauen zu unseren Shows“ , bestätigt Co-Songwriter und Multi-Instumentalist James Hatcher, „und viele Pärchen“ , fügt er hinzu.

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In knapp unter zwei Jahren hat sich das Soul-Duo HONNE als Band zum Verlieben, bzw. als Band zu der man sich verlieben kann, etabliert. „Es kommen viele Frauen zu unseren Shows“ , bestätigt Co-Songwriter und Multi-Instumentalist James Hatcher, „und viele Pärchen“ , fügt er hinzu. 

Frontmann Andy Clutterbuck spürt das auch – und bekommt oft mehr davon mit, als ihm lieb ist – wenn die sinnlichen Grooves der Band beim Publikum Wirkung zeigen.„Oft kommen Leute nach der Show zu uns und erzählen uns, dass unser Track der Soundtrack zu ihrer Beziehung sei, vom ersten Kennenlernen online zum ersten Date, bis hin zur Trennung und zum Kindermachen.“ Von ihrem zugeknöpften, zugegebenermaßen sehr britischen Aussehen her, erscheinen HONNE nicht gerade so, als würden sie gerne solch intime Themen ansprechen. 

Doch das ist genau der Punkt – „Warm On A Cold Night“ ist ein Album, das verborgene Gefühle von wahrer Liebe zum Ausdruck bringt, die im heutigen, digitalen Zeitalter oft zu kurz treten. Für ‘HONNE’ gibt es kein westliches Äquivalent. Der Begriff wurzelt im Japanischen und steht für ‘wahre Gefühle’ (oft gepaart mit dem Wort ‘tatemae’, das Verhalten und Ansichten beschreibt, denen man öffentlich kundtut). Diese Faszination mit Japan eröffnete den beiden einen Weg, ihre persönlichsten Momente in ihre Musik einfließen zu lassen. Die eigenen Werdegänge waren kulturell gesehen weniger exotisch: Sie lernten sich am ersten Tag der Uni kennen. Tatsächlich wuchsen sie im Südwesten Englands circa 45 Minuten entfernt voneinander auf. Andy verbrachte seine Kindheit auf einer Farm und seine Jugend in sich gekehrt, in einem Abstellzimmer seines Vater (darin ein Schlagzeug, alte Plattenspieler und musikalisches Allerlei – auf den ersten Blick nichts besonderes, doch mit der richtigen Vorstellungskraft…). „Am ersten Unitag ist man ganz schön angespannt und fragt sich, was wohl passieren wird. Werde ich Freunde finden? Wie werden sie drauf sein?“ , so James. „Bei Andy war ich mir sofort sicher. Er spielte mir ein ganzes Album vor, das er geschrieben und hochgeladen hatte. 

Es war viel ausgefeilter als alles, was mir bis dahin von jemandem in meinem Alter zu Ohren gekommen war.“ 

So begannen HONNE bereits am selben Abend gemeinsam Musik zu machen. „Es war zwei Uhr morgens, stockduster und wir hatten bloß ein Mikro aufgebaut. Unser Umgang miteinander war aber von Sekunde eins entspannt. Keiner hat gelacht, keiner hat über den anderen geurteilt“ , erinnert sich Andy. 

Die perfekte Umgebung also, um sich auch emotional zu öffnen . Im Zuge dieser ersten spätabendlichen Songs, wandten sich ihre nächtlichen Konversationen zunehmend in Richtung Zukunft, Reisen sowie Andys Zeit in Japan (wo er eine Fernbeziehung führte). Als sie eines Nachts erneut „Lost In Translation“ schauten, wurde ihnen bewusst, dass dieses Phänomen – sich in einer merkwürdigen Umgebung zu befinden und dort nur schwer seine Gefühle zum Ausdruck bringen zu können – sich auch auf ihr Leben übertragen ließ.

Und dann stieß James auf das Wort ‘Honne’. „Ich fand den Begriff, schaute auf seine Bedeutung und konnte nicht fassen, dass noch keiner sich diesen Namen angeeignet hatte.

“ Ihre Debüt-Single verkörperte bereits vollends ihren genreübergreifenden, üppig-nächtlichen Sound, fernab seiner studentischen Ursprünge, getragen von einem transatlantischen Unterton mit Einzugsgebiet von Japan bis an die amerikanische Westküste: Musikalische Inspiration beziehen HONNE aus den Soul- und Funk-Klassiker der späten ‘70er/ frühen ‘80er Jahre von Quincy Jones sowie aus den elektronisch angehauchten, zeitgenössischen R’n’B-Produktionen von James Blake oder Frank Ocean.

„Warm On A Cold Night“ präsentierte einen höchst wiedererkennbaren Signature-Sound, der HONNE seitdem eigen ist. 

Doch auch die beherrschte, tiefgreifend emotionale Stimme Andys unterstreicht gekonnt die bandeigene ‘Keep Calm And Carry On’-Attitüde, die ihre Momentaufnahmen moderner Romantik kommunizieren. WARNER MUSIC GROUP GERMANY Inzwischen blicken HONNE auf über 20 Millionen Spotify-Streams, einige Hype Machine-#1-Platzierungen und ausverkaufte Tourneen rund um den Globus.

Ihre Songs sind klar im Moment verortet, überzeugen jedoch mit gentlemännischem Weitblick. Ihr Debütalbum, so sagen sie, vereint „die guten und die schlechten Tage von Beziehungen im Jahr 2016“ – eine Zeit in der es vermeintlich darum geht, unseren Seelenverwandten zu finden, wobei auch das Dating zu einem Online-Phänomen geworden ist: Endlos durchbrowsen wir das Überangebot, schwenken nach links oder rechts und durchspielen eine überwältigende Anzahl an möglichen Szenarien.

„Das Single-Dasein bekam uns ganz und gar nicht“ , sagen sie. „Uns ging es immer schon, um die Suche nach mehr Bedeutung.“ So geht es in einigen ihrer Songs darum diese Verbindung zu schaffen – im geschmeidig düsteren „All In The Value“ etwa ( „I never thought I’d have the nerve to / tell you my world is crushed now without you“ ) – in anderen wiederum besingen sie die Schwierigkeit dies in der heutigen Zeit überhaupt umzusetzen (die kürzlich erschienene Single „Gone Are The Day“ etwa, die dazu rät, jemanden zu finden, der dich wirklich zu schätzen weiß). 

Das aufbauende, Gospel-getünchte „Good Together“ zelebriert die Zeit am Anfang einer Liebe – so lange sie auch andauern mag – auf einem Album, dessen Sexualität an der Oberfläche schlummert, spürbar wohl in der eigenen Haut.„The Night“ legt eine siedend-heiße Slow-Jam-Attitüde an den Tag, die nur wenige mit einem Text versehen und in einen Song verwandeln könnten. 

Dieses Spannungsverhältnis zwischen dem öffentlichen Ich und der innersten Gefühlswelt durchzieht das im Sommer erscheinende Debütalbum, wie ein roter Faden, sodass immer wieder die Trennschärfe zwischen ‘Honne’ und ‘Tatemae’ schwindet. 

Bei einer Platte, die derart geschickt die Welt der Beziehungen in ein positives Licht rückt, darf natürlich auch die weibliche Stimme nicht fehlen: Da wäre zum Beispiel JONES – eine gemeinsame Lieblingskünstlerin aus dem Internet – die bereits dem wunderschönen EP-Track „No Place Like Home“ ihre Stimme verlieh. 

Oder die äußerst gelungene Zusammenarbeit mit Izzy Bizu, in Form der mitreißenden Durchbruchs-Single „Someone Who Loves You“. 

Sie lernten sich über Twitter kennen und produzierten den Track über verbotene Liebe, „der beide Seiten zur Sprache kommen lässt“ . 

Und genau auf dieses Empathievermögen beruht auch ein Track wie „Woman“, der daran erinnert, „dass wir geliebt werden und auch andere um uns herum lieben, ob Partnerin, Mutter oder beste Freundin.“ Wir haben es hier mit einer Ansammlung ehrlicher, ungekünstelter Songs zu tun, die aus genau den richtigen Gründen geschrieben wurden.

HONNE haben in Andy eine Person, die man fast schon als eine Art Anti-Frontmann bezeichnen könnte (ein Thema, das sich bei „One At A Time Please“ wiederfindet, ein Song übers Aufwachsen in einer Kleinstadt).

„Ich habe das Gefühl, dass Leute eine ziemlich genaue Vorstellung davon haben, wie ein Frontmann sein sollte“ , erörtert er.

„Und dass diese eine Art Arroganz innehaben sollten.“ James denkt kurz darüber nach und sagt dann: „Ich glaube keiner der arrogant ist, sollte unsere Songs singen. 

Andy ist die Art von Mensch, die alles für dich tun würden. 

Aber seine Eltern rufen mich manchmal an und fragen mich was bei ihm los sei, weil er es ihnen nicht berichtet hat. Hier geht es um uns – und die Leute mögen uns – wie wir versuchen unserer Gefühlswelt Ausdruck zu verleihen.

“ Erscheint eine solche Offenheit – inspiriert von japanischer Kultur bis hin zu US-Hiphop, im Kontext des aktuellen, teils brutalen Beziehungsklimas – heutzutage schon fast unnatürlich, so ist sie trotzdem auch Teil des Charakters der beiden Jungs von HONNE. „Neulich erzählte mir meine Mutter, dass ich als Kind immer zu meinen Freunden sagte, ‘eines Tages findet ihr mich in eurer Plattensammlung wieder’“ , verrät Andy. 

So wurde ein rarer Moment der Unbescheidenheit zu einem Album, das „nicht von der einen Ex handelt, kein umfassender Fehlerkatalog, keine langatmige Andacht. 

Diese Songs handeln von Beziehungen im Positiven – mehr tun, mehr für einander da sein und so letztlich auch die Früchte dieser Partnerschaft ernten.

“ Trotz seiner futuristisch elektronischen Ausrichtung und Klangeffekte ist „Warm On A Cold Night“ ultimativ ein Back-To-Basics-Album, voll von Old-School-Romantik und zeitlosem Songwriting, aus den Federn zwei moderner Seelen.

 

 

Vö-Datum: 22.07.16

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Album der Woche | kw 29

MICHAEL KIWANUKA

LOVE & HATE

Mehr Gefühl denn je, verspricht uns Michael Kiwanuka auf dem neuen Studio-Album "Love & Hate". Das Werk überzeugt mit emotionalen Kompositionen und der musikalischen Entfaltung des britischen Soul-Stars. "Bei diesem Album dreht sich einfach alles um meine Gefühle. Mein Hauptanliegen war es, Melodien zu finden, die mein Wesen einfangen.

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Mehr Gefühl denn je, verspricht uns Michael Kiwanuka auf dem neuen Studio-Album "Love & Hate". Das Werk überzeugt mit emotionalen Kompositionen und der musikalischen Entfaltung des britischen Soul-Stars. "Bei diesem Album dreht sich einfach alles um meine Gefühle. Mein Hauptanliegen war es, Melodien zu finden, die mein Wesen einfangen. Dabei habe ich mir immer wieder diese eine Frage gestellt: Bewegt dich das, was du da hörst?", beschreibt Kiwanuka den künstlerischen Weg zu seinem neusten Werk.

 

Nachdem Michael Kiwanuka mit seinem Debüt-Album "Home Again" aus dem Jahr 2012 bereits die Welt nachhaltig von seinem charismatischen Soul überzeugte, schließt sich mit "Love & Hate" nun der würdige Nachfolger an. Den ersten Zauber versprühte die Single "Black Man In A White World" mit stampfendem Tempo und klarer Botschaft: Das Leben für den "schwarzen Mann in der weißen Welt" ist noch immer nicht leicht. Auch der Titeltrack "Love & Hate", den Kiwanuka während der Wartezeit einige Male live präsentierte, umgarnt seinen Hörer von Anfang bis Ende mit musikalischer Größe und Gefühl. Jene Kostproben verstehen sich als vielversprechende Vorbaoten der neuen Platte - denn auf "Love & Hate" schlummern lauter authentische Soul-Kompositionen.

 

 

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Album der Woche | kw 28

BEAR’S DEN

RED EARTH & POURING RAIN

Bands müssen sich weiterentwickeln, um zu überleben. Für Bear’s Den, deren Name von Maurice Sendaks Kinderbuch-Klassiker Where The Wild Things Are inspiriert ist, war dieser Prozess nicht immer frei von Schmerzen.

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Bands müssen sich weiterentwickeln, um zu überleben. Für Bear’s Den, deren Name von Maurice Sendaks Kinderbuch-Klassiker Where The Wild Things Are inspiriert ist, war dieser Prozess nicht immer frei von Schmerzen.

 

Red Earth & Pouring Rain ist ein durchdacht komponiertes Album und zugleich ein sehr persönliches. Musikalisch hat die Band eine erstaunliche Wandlung vollzogen. Nach der freundschaftlichen Trennung von Gitarrist Joey Haynes haben sich Bear’s Den neu aufgestellt. Während Davie und Multiinstrumentalist Kev Jones den Kern der Band ausmachen, ist die Band live auf eine sechsköpfige Besetzung angewachsen. Während die Folk-Wurzeln weiter durchscheinen, orientiert sich der Sound nun insgesamt an der schwelgerischen Alchemie des Mainstream Rocks der 70er und 80er: Fleetwood Mac, The Eagles und insbesondere die mitternächtliche Atmosphäre von Springsteens „Darkness On The Edge Of Town“.  Eine gewisse musikalische Nähe zu The National und Sufjan Stevens lässt sich ebenfalls erkennen.

 

Fans des Debütalbums “Islands” wissen, dass das Ausloten emotionaler Abgründe eine Spezialität der Band ist, die letztes Jahr folgerichtig für den renommierten Ivor Novello Songwriting Award in der Kategorie „Best Song“ nominiert wurde.

 

Die ersten Probe- und Aufnahme-Sessions für Red Earth & Pouring Rain begannen im Mai letzten Jahres. Mit drei ersten Demos, die Davie im Haus seines Vaters aufgenommen hatte, reiste er ins niederländische Hilversum um seine Ideen auszuarbeiten. Nach Monaten mit Freunden und unzähligen Begegnungen auf Tour allein mit Gitarre, Midi-Keyboard und den eigenen Gedanken zunächst eine Tortur.

 

Nach einiger Zeit waren die ersten 5 Songs geschrieben, weitere 18 folgten in den nächsten Wochen und es zeichnete sich ein Grundgefühl, eine musikalische Richtung ab, ein Gefühl, welches sich aus den langen nächtlichen Busfahrten herausgeschält hat. Eine sechswöchige Europatour später, die vor 3500 Fans im ausverkauften Londoner Roundhouse ihren Abschluss fand, ging die Band mit ihrem Produzenten Ian Grimble in die Rockfield Studios in Wales.Dort arbeiteten sie mit Jools Owen (Bläser/Drums) und Marcus Hamblett (Synths), die die Band auch live ergänzen, den neuen Sound weiter aus.

 

 

VÖ-Datum: 22.07.2016

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Album der Woche | kw 27

METRONOMY

SUMMER 08

Alle Zeichen deuten darauf hin, dass der neue Metronomy-Longplayer „Summer 08“ noch lange von sich Reden machen wird. Die ersten beiden Album-Vorboten „Old Skool“ und „Back Together“ generierten bereits 1,4 Millionen YouTube- und Spotify-Plays, wurden von den Medien mit Lob überschüttet und in die Playlisten von BBC Radio 1(Annie Mac) und Beats 1 (Zane Lowe, Julie Adenuga) aufgenommen.

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Alle Zeichen deuten darauf hin, dass der neue Metronomy-Longplayer „Summer 08“ noch lange von sich Reden machen wird. Die ersten beiden Album-Vorboten „Old Skool“ und „Back Together“ generierten bereits 1,4 Millionen YouTube- und Spotify-Plays, wurden von den Medien mit Lob überschüttet und in die Playlisten von BBC Radio 1(Annie Mac) und Beats 1 (Zane Lowe, Julie Adenuga) aufgenommen.

 

Und schon folgt die nächste neue Vorab-Single des ungeduldig erwarteten Albums, die ab sofort erhältlich ist.„Night Owl“ ist der bislang unmittelbarste Track von„Summer 08“, der mit einem pulsierenden Disco-Groove überzeugt – mal entspannt, mal auf Messers Schneide – und sogleich die Stimmung einer traurigen, durch die schwüle, Londoner Sommernacht irrenden Seele einfängt. Das Video zu „Night Owl“, das in ein paar Wochen erscheint, wurde in Palm DesertPalm Springs, unter Regie des ebenso bekannten Musikers/Regisseurs Mr. Oizo gedreht.

 

Auch Metronomys Klangautor Joe Mount bereitet sich aktuell wieder mit verschiedenen, kreativen Aktivitäten auf die Veröffentlichung seines neuen Werks vor. Kürzlich spielte er ein besonderes „Summer 08“-DJ-Set beim durchregneten Field Day mit neuen Tracks, exklusiven Remixen, Edits und weiterer Musik, die in Verbindung zum Kernthema des Albums steht. Das „Summer 08“-DJ-Set wird auch nochmal am 29. Juni bei der Dummy x Because-Party (im Keller des Londoner Ace Hotels inShoreditch) sowie am 22. Oktober auf dem Simple Things Festival in Bristol zu hören sein.

 

Im Rahmen eines besonderen Album-Preview Events, riefen Studenten der renommierten Londoner Central St. Martins Kunstschule, unter Anleitung von Pulse Films, mehr als 20 interaktive Kunstinstallationen ins Leben, allesamt inspiriert durch das „Summer 08“-Album. Fans hatten außerdem Gelegenheit, zum ersten Mal einige Tracks des neuen Albums zu hören.

 

„Summer 08“ wurde in seiner Gesamtheit von Mount selbst geschrieben, eingespielt und produziert. Es führt den Multi-Instrumentalisten zurück in eine Zeit, wo Metronomymit dem „Nights Out“-Album ihren ersten großen Durchbruch feierten – Schlüsselmomente, in denen er nicht bei seinen Lieben sein konnte und stattdessen irgendwo im Tourbus saß oder im Mittelpunkt stand.

 

Aus dieser Zeit stammt auch das ursprüngliche Albumkonzept, das sich, im Zuge ambitionierter Projekte wie „The English Riviera“ (nominiert für einen Mercury Prize) oder dem Motown-inspirierten „Love Letters“,immer wieder hinten anstellen musste, so jedoch heranreifen konnte.

 

„Irgendwann hatte ich mit den anderen Alben abgeschlossen, ebenso wie mit den Ambitionen, in noch größeren Studios aufzunehmen. Ich wollte eine Platte im Sinne von Nights Out machen, eine Platte mit derselben Naivität – 10 Tracks, einfach so, geradeheraus: ein Banger nach dem anderen, ohne wirklich darüber nachdenken zu müssen“, beschreibt Mount.

 

„Summer 08“ sollte eine reife, eklektische Pop-Scheibe werden, im Sinne der Klassiker von OutKastDavid Bowie oder Daft Punk. Aufgenommen in den französischen Black Box Studios – abgemischt von Bob Clearmountain (Bruce Springsteen, David Bowie) und Neal Pogue (OutKast) – ist das Album aus gutem Grund das bislang gewagteste und kreativste Werk Metronomys, denn sie werden vorerst nicht mehr auf Tour gehen. „Ich möchte eine Pause vom Touren einlegen, aber trotzdem weiterhin Musik herausbringen“, so Mount. Seine zwei jungen Kinder gehen schließlich vor, fügt er hinzu.

 

Zu den weiteren Album-Highlights – nach „Night Owl“,„Old Skool“ und „Back Together“ – zählen die trillernde, potenzielle Festival-Hymne „Miami Logic“, die an Devos„Word Up“ erinnert, das im frühen East Coast-Hiphop zu verortende „16 Beat“, über eine Liebesaffäre zwischen einem Mann und seiner Drum Machine, oder auch der geniale Hutzug an Bowie, alias „Mick Slow“.

 

„Hang Me Out To Dry“, das von Erol Alkan abgemischte Duett mit dem schwedischen Superstar Robyn, zählt jedoch zu den persönlichen Favoriten des Songwriters. Ursprünglich hatte er den Track für „The English Riviera“aufgenommen, doch erst jetzt entfaltet der Song sein volles Potenzial. Tatsächlich finden einige der Tracks auf„Summer 08“ in Demos und Loops der späten 00er Jahre ihren Ursprung. Es ist ein Album, das Metronomy in seiner Ausnahmestellung, als eine der Lieblingsbands einflussreicher Fans wie Kanye WestTyler The Creator,Lady GagaDaft Punk und Josh Homme bestätigt.

 

 

VÖ-Datum: 01.07.2016

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Album der Woche | kw 26

KALEO

A/B

In ihrer Heimat Island sind Kaleo längst ein großer Name, nun setzt die vierköpfige Band mit ihrer wunderschönen Mixtur aus Folk, Blues, Country und Rock zum internationalen Sprung an. Inspiriert von der räumlichen Abgeschiedenheit Islands, erweitern die vier Musiker vertraute Klangelemente um ihre ganz eigene Note – mit dem Ergebnis, dass ein jeder ihrer atemberaubenden Tracks von einem Gefühl der Vielfalt und Freiheit durchzogen ist.

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In ihrer Heimat Island sind Kaleo längst ein großer Name, nun setzt die vierköpfige Band mit ihrer wunderschönen Mixtur aus Folk, Blues, Country und Rock zum internationalen Sprung an. Inspiriert von der räumlichen Abgeschiedenheit Islands, erweitern die vier Musiker vertraute Klangelemente um ihre ganz eigene Note – mit dem Ergebnis, dass ein jeder ihrer atemberaubenden Tracks von einem Gefühl der Vielfalt und Freiheit durchzogen ist.

Die Bandmitglieder sind beste Freunde, seit sie gemeinsam die Grundschule in der Kleinstadt Mosfellsbaer außerhalb von Reykjavik besuchten. Im Alter von 17 Jahren begannen Bandleader JJ Juliusson, Drummer David Antonsson Crivello und Bassist Danny Jones, zusammen Musik zu machen. Um ihre Fertigkeiten zu verbessern, spielten sie über einige Jahre zahllose Shows rund um Islands Hauptstadt, bevor 2012 Gitarrist Rubin Pollock zur Band stieß. Sie nannten die Band „Kaleo“, was auf Hawaiianisch „Der Klang“ heißt, und trieben von nun an ihre Karriere ernsthaft voran, unter anderem mit einer Reihe von viel beachteten Auftritten beim Iceland Airwaves Musikfestival 2012.

 

Anfang 2013 nahmen sie erstmals einige Songs auf, darunter das feurige „Rock N Roller” und das zurückgelehnte, bluesige „Pour Sugar On Me”, die der Band die Türen des isländischen Radios und der Presse öffneten. Im Frühjahr desselben Jahres spielten sie in einer Live-Radioshow ein Cover der traditionellen isländischen Ballade „Vor í vaglaskógi”, das auf Video aufgenommen und bei YouTube hochgeladen wurde, wo es schon bald zahlreiche Clicks verzeichnet konnte. Im Juni nahm die Band eine Studioversion des Songs auf, die auf direktem Wege an die Spitze praktisch jedes Radiosenders in Island schoss. „Es war ein andersartiges Cover, dramatischer und mit gedrosseltem Tempo“, kommentiert JJ. Der Buzz um Kaleo hatte begonnen. 

 

Im Herbst desselben Jahres unterschrieb die Band bei Islands größtem Plattenlabel Sena und nahm binnen nur sechs Wochen ihr Debütalbum „Kaleo“ auf. Fünf Singles daraus erreichten Platz 1 und das Album erlangte Gold-Status, begleitet von reichlich Kritikerlob und Einladungen zu Festivals in ganz Europa. Außerdem trat die Band bei der „Culture Night“ auf, dem größten Musikereignis ihrer Heimat Island, wo sie vor 100.000 Menschen spielten und durch die Übertragung 90% der gesamten Inselbevölkerung erreichten. Im Frühling 2014 nahmen Kaleo schließlich den opulenten, introspektiven Song „All the Pretty Girls“ auf. Und das war der Moment, in dem klar wurde, dass die Bestimmung der Band über ihre kleine Heimatinsel hinausreichen sollte. 

„Es ist ein sehr zarter Song, der anscheinend viele Leute angesprochen hat“, sagt JJ. „Von da an kamen die Dinge in Bewegung. Wir wurden von allen möglichen Leuten kontaktiert: Manager, Labels, Verleger – es riefen quasi alle gleichzeitig an.“ Kaleos mehrschichtigen Dynamiken, ihre Fähigkeit, unterschiedliche Genres gleichermaßen gekonnt zu bedienen, ihr Gesang und eine Atmosphäre, die Assoziationen von Bon Iver und Iron & Wine bis hin zu Coldplay und David Gray wecken, sowie ihr beeindruckend reifes Songwriting – all diese Dinge blieben der Welt nicht verborgen.

 

Kaleo unterschrieben bei Atlantic Records in den USA und zogen nach Austin, Texas. Nicht weit davon entfernt, in Nashville, nahmen sie ihr Debütalbum "A/B" gemeinsam mit dem Produzenten Jacquire King (Kings of Leon, James Bay) auf, ergänzt um Produktionen von Mike Crossey, Arnar Guðjónsson und der Band selbst. 

 

 

VÖ-Datum: 10.06.2016

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Album der Woche | kw 25

JAKE BUGG

ON MY ONE

In Nottingham, der Heimatstadt von Jake Bugg, sagt man anstelle von „on my own“ das leicht gedoppelt wirkende „on my one“: „Wie beispielsweise in: ‘Whadya leave me on my one for?’“, versucht sich der Sänger und Songwriter mit einer Erklärung.

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In Nottingham, der Heimatstadt von Jake Bugg, sagt man anstelle von „on my own“ das leicht gedoppelt wirkende „on my one“: „Wie beispielsweise in: ‘Whadya leave me on my one for?’“, versucht sich der Sänger und Songwriter mit einer Erklärung. „So sagt man das nun mal in Notts. Und dieser Titel bringt in mehrfacher Hinsicht die Essenz des neuen Albums auf den Punkt, weil ich tatsächlich vieles im Alleingang erledigt habe. Es ist das erste Album, für das ich ausnahmslos jeden Song selbst geschrieben habe, und produziert habe ich auch den Großteil selbst. Es gibt ein paar Tracks, bei denen andere Musiker beteiligt waren, aber im Großen und Ganzen spiele ich alle Instrumente, auch Bass und Schlagzeug. Wie eine richtige Ein-Mann-Band also. Was die Arbeit zu einem ziemlich einsamen Unterfangen gemacht hat.“

 

Mit gerade mal 21 Jahren geschrieben und aufgenommen, legt Bugg (der inzwischen 22 geworden ist) mit „On My One“ sein bis dato unmissverständlichstes und persönlichstes Statement vor: Ein Album, das vom ersten bis zum letzten Ton untermauert, weshalb er längst zu den größten Songwritern zählt, die Großbritannien in diesem Jahrzehnt hervorgebracht hat. Schlagartig im Rampenlicht landete Bugg, als sein gleichnamiges Debütalbum im Jahr 2012 auf Anhieb die Spitze der UK-Albumcharts erstürmte (er selbst war da noch 18: der jüngste britische Musiker (männlich), dem das jemals gelingen sollte!) und ihm danach nicht nur doppeltes Platin bescherte, sondern auch eine Nominierung für den Mercury Prize. Der Erfolg gab ihm auch in kreativer Hinsicht Rückenwind, denn gerade mal 12 Monate später legte Bugg den facettenreichen Nachfolger „Shangri La“ (2013) vor, den er im sonnigen Malibu mit Producer-Legende Rick Rubin aufgenommen hatte. Wieder war sein Name in den britischen Top-5 vertreten, zum zweiten Mal schon war er damit bei den BRITs nominiert, und nach einer bahnbrechenden Show in der Londoner Royal Albert Hall absolvierte er nun bereits eine Stadiontournee durch Großbritannien, die im ausverkauften Alexandra Palace endete. Durch die vielen Kollaborationen mit Musiker- und Produzentengrößen war zugleich der Grundstein für alles Weitere gelegt: Als es also darum ging, das dritte Album aufzunehmen, fühlte er sich bereit, nun die Sache im Alleingang – on his one – anzugehen... 

 

„Ich war ja schließlich erst 18 bzw. 19, als ich meine ersten beiden Alben aufgenommen habe“, erläutert der Sänger. „Und ja, ich habe mit unglaublich vielen extrem guten Leuten gearbeitet: Produzenten, Co-Songschreibern, und natürlich habe ich viel von ihnen gelernt, sei’s nun im Studio oder einfach beim Umgang mit neuen Songideen. Ich betrachte diese Alben insofern als meine College-Zeit: Das war meine musikalische Ausbildung. Als ich dann Ende 2014 die Tour zu ‘Shangri La’ beendet habe, fasste ich bereits den Entschluss, mir ein ganzes Jahr Zeit zu nehmen – und das nächste Album komplett allein zu machen. Ich wollte damit nichts beweisen, sondern einfach für mich wollte ich das machen. In meiner Entwicklung als Songschreiber war das für mich nun mal der logische nächste Schritt. Es war sicherlich keine leichte Aufgabe, aber ich hatte das Gefühl, diesen Schritt einfach machen zu müssen.“ 

 

Während der Arbeit an „On My One“, das in London, Los Angeles und in seiner Heimatstadt Nottingham aufgenommen wurde, hatte Bugg zudem erstmals die Gelegenheit, so etwas wie eine persönliche Bestandsaufnahme zu machen, schließlich hatte er, seit er als Teenager durchgestartet war, pausenlos entweder in Studios gesessen oder auf Bühnen gestanden. Ein paar Zeilen aus dem Eröffnungs- und Titelstück belegen das: „Three years on the road/Four hundred shows/Where do I call home?/No place to go.“ Selbst Anflüge von Hank Williams’ „Ramblin’ Man“ klingen in dieser eindringlichen, autobiografischen Blues-Anekdote über diesen „poor boy from Nottingham“ an, und tatsächlich hätte der Eröffnungssong genauso gut „The Loneliness Of The Long-Distance Troubadour“ (zu Deutsch etwa: „Die Einsamkeit des Langstrecken-Musikanten“) heißen können. „Eines Tages nahm ich meine Gitarre zur Hand, spielte ein paar Akkorde, und dann kamen diese Worte wie von selbst aus meinem Mund“, erinnert er sich. „Das ist ein Gefühl, das immer wieder auf dem neuen Album anklingt, deswegen funktioniert der Titel auch so gut als Albumtitel. Es war also in vielerlei Hinsicht ein einsames Unterfangen; aber mir persönlich gefallen gerade derartige Stücke immer am besten: die traurigen, etwas düsteren.“ 

 

Am traurigsten und düstersten klingt ganz klar „The Love We’re Hoping For“, ein Stück, mit dem Bugg sich akustisch in Richtung Neil Young während der „Harvest“-Ära bewegt – oder vielleicht doch nicht? „Genau genommen war’s Ozzy Osbourne“, antwortet er lachend. „Ich hatte ein Zimmer im Le Parc Suite in West Hollywood, jenem Hotel also, wo Ozzy bekanntermaßen drei Monate am Stück in seinem Zimmer verbracht hat und dabei fast verrückt geworden ist. Irgendetwas muss da in der Luft gelegen haben, während ich in dem dunklen Zimmer saß und diesen düsteren Song komponierte. Er handelt von einer spezifischen Person, die nicht rausgehen will, die Vorhänge zugezogen hat. Dabei glaube ich, dass wir alle mal so Tage haben, an denen wir uns so fühlen – insofern könnte es wohl doch jeder von uns sein, um den’s da geht.“ 

 

Sehr viel erträglicher wirkt die Einsamkeit, von der „All That“ handelt, eine sanfte Ballade über Schiffe, die in der Nacht vorbeiziehen. „Der handelt davon, wo und wie Mädchen tatsächlich leben – und an was für Orten sie später einmal leben wollen. Um den alten Traum vom perfekten Haus direkt am Meer geht’s also.“ Sein extrem ausgeprägter Hang zu Folk, Blues und Country schimmert auch im ansteckenden „Livin’ Up Country“ durch, wie auch im Skiffle-Track „Put Out The Fire“ und dem abschließenden „Hold On You“. „Ich hab während der Aufnahmen viele ganz, ganz alte Country-Sachen gehört, The Louvin Brothers zum Beispiel. Es macht extrem viel Spaß, solche Sachen zu spielen, und ich fand’s auch gut, dass ein paar Stücke gewissermaßen an meine alten Aufnahmen anknüpfen. Der Rest von diesem Album klingt allerdings vollkommen anders. Ich wollte einfach experimentieren; es war einfach so spannend, vollkommen neue Sachen auszutesten. Ich gehe davon aus, dass viele Leute ganz schön überrascht sein werden, wenn sie das Album hören.“ 

 

Der satte Groove von „Gimme The Love“, zugleich die erste Single, ist ganz klar eine dieser (angenehmen) Überraschungen: Über wilden (funky!) Schlagzeugeinlagen und Wah-Wah-Gitarren zieht Bugg ganz offen über die Musikindustrie her. „Oh ja, der handelt in der Tat von der Musikindustrie! Ich habe mich ja schon immer ziemlich negativ und zynisch über die zeitgenössische Poplandschaft geäußert, und der Song handelt auch von diesem Frust, vom Wunsch, die Dinge wären anders. Und ehrlich gesagt basiert der Song auch auf einem Insider-Witz, denn die von meinem Label haben zu mir gesagt, ich solle losgehen und einen echten Singlekandidaten schreiben. Also ging ich zurück nach Nottingham und sagte mir: ‘Allerdings werde ich eine Single schreiben, und zwar über euch alle miteinander!’“ In derselben Session entstand übrigens auch das bislang mutigste klangliche Statement seiner Karriere – der vom Blues unterfütterte Rap-Song „Ain’t No Rhyme“. „Ich hatte diese Idee, eine Art Hip-Hop-Track um einen Gitarren-Groove zu stricken. Ich machte dann eine Aufnahme, bei der ich selbst den Rap beisteuerte, plante aber eigentlich, später jemand anderen dafür anzufragen, einen richtigen MC. Doch anstatt meine Vocals zu ersetzen, blieb die Nummer hinterher einfach so wie sie war. Der Text handelt schlicht und einfach von meiner Heimat, Clifton in Nottingham, was ja schon auf meinem Debütalbum ein großes Thema war. Seither hat sich da auch nichts verändert. Jedes Mal, wenn man dorthin zurückkehrt, hört man sofort von irgendwelchen Horrorstorys, von irgendwelchen Messerstechereien in den Nachrichten und so. Geschrieben habe ich den Song, während ich gerade dort war und genau diese Dinge um mich herum vorfielen.“ 

 

Ähnlich überraschend sind sicherlich auch das in Soul getränkte „Never Wanna Dance“ und das stampfende, druckvolle „Bitter Salt“ (inklusive E-Gitarren-Solo, das laut Bugg von „Jefferson Airplane inspiriert ist“). Beide Songs entstanden ausnahmsweise in L.A., und ausnahmsweise mit einem externen Produzenten: Jacknife Lee. „Er ist einfach unglaublich gut darin, Streicher und andere Elemente zu dem zu ergänzen, was ich schon geschrieben hatte“, so Bugg. „‘Bitter Salt’ hatten wir eigentlich eher als Folk-Ding eingespielt, aber dann verließ ich das Studio, und als ich am nächsten Tag zurückkam, hatte Jacknife alle möglichen Dance-Sounds und Synthesizer drübergelegt. War zwar nicht mehr wirklich das, was ich mir vorgestellt hatte, aber es klang super – also ließ ich es so.“ Lee war auch an der üppigen Atmosphäre von Album-Highlight „Love, Hope And Misery“ beteiligt, einer klassischen Popballade, in der schillernde Melancholie à la Abba auf melodramatische Passagen à la Gene Pitney trifft. „Ich wollte etwas mit einem epischen Pop-Refrain machen, weil ich so etwas ja noch nie gemacht hatte. So in Richtung Nilsson sollte das gehen, oder Bill Withers. Das Beste daran war, dass wir tatsächlich den Schlagzeuger von Bill Withers, James Gadson, dafür gewinnen konnten. Er ist schon über siebzig und einfach mal der coolste Typ, den es gibt. Er sitzt da, chillt vor sich hin, isst ein wenig Fish & Chips, und danach setzt er sich ans Schlagzeug und legt die krassesten Beats hin. Er ist mein Lieblingsschlagzeuger, und ihn auf dem Album zu haben war für mich persönlich echt ein Highlight.“ 

 

Weil Jake Bugg auf „On My One“ eine ganze Reihe von Genres und Stilen zusammenbringt, liegt seine größte Errungenschaft wohl darin, wie schlüssig und „rund“ dieses Album trotzdem klingt. Es mag daran liegen, dass der Herzschlag dieses Albums, unabhängig vom jeweiligen Sound, doch jedes Mal auf dem Blues basiert. „So sehe ich das auch“, meint Bugg. „Der Blues ist einfach mein Lieblingsgenre. Soul, Hip-Hop und all diese anderen Sachen stammen ja schließlich auch vom Blues ab. Für mich bedeutet Blues einfach: seine Gefühle in Gesang zu verwandeln, seine Schmerzen so auszudrücken, dass andere sie auch spüren können. Das ist doch das Schöne, das Besondere an Musik. Und ich würde sagen, dass mir das zumindest schon mal mit diesem Album gelungen ist.“ 

 

Drei Studioalben im Kasten zu haben, bevor man seinen 22. Geburtstag feiert – das schaffen nicht viele. Doch ein Album wie „On My One“ mehr oder weniger im Alleingang aufzunehmen und als Songwriter dermaßen mühelos vom Blues zum Pop, vom Rap zum Folk und vom Country zum Soul überzugehen – das ist ehrlich gesagt einzigartig und kaum zu glauben. Der bescheidene Jake Bugg würde es so ausdrücken: Gar nicht übel für einen „poor boy from Nottingham“...

 

 

VÖ: 17.06.2016

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Album der Woche | kw 24

AUGUSTINES

THIS IS YOUR LIFE

„This Is Your Life“, das neue Album der Augustines, ist ein dringlicher und nachhallender Wake Up Call, eine Bestandsaufnahme, ein „Wo stehe ich und was hält die Zukunft für uns bereit?“, eine weite offene Straße. „Are we alive?

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„This Is Your Life“, das neue Album der Augustines, ist ein dringlicher und nachhallender Wake Up Call, eine Bestandsaufnahme, ein „Wo stehe ich und was hält die Zukunft für uns bereit?“, eine weite offene Straße. „Are we alive? Or are we just kidding ourselves?”, so heißt es aufschlussreich in der erste Single des neuen Albums. Zwei Fragen, die für die Entstehung der neuen Platte von zentraler Bedeutung waren, seit die Band im Winter 2015 damit begann, neue Songs zu schreiben. Vieles dabei wurzelt in Sänger William McCarthys Reisen und Aufenthalten in Thai Town, Los Angeles, in Dublin oder im englischen Devon und Eric Sandersons Arbeiten in dessen Studio in Brooklyn. Die vielen Gesichter, denen McCarthy auf Motorradreisen quer durch den Kontinent begegnet ist, spiegeln sich hier wieder, ein Sich-Hineinversetzen in diese Leute und Landschaften, ein Gegen-den-Blues anschreiben.

Augustines-Alben sind keine leichtfertigen Angelegenheiten. Ihre Musik ist groß und weit, bisweilen herzzerreißend im besten Sinne, lebendig und entschieden. Ihr 2011er Debüt „Rise Ye Sunken Ships“ entstand aus einer Tragödie, dem Selbstmord von McCarthys Bruder. Die Band Pela, in der McCarthy und Sanderson zu dieser Zeit spielten, zerbrach daran. Mit Drummer Rob Allen gründeten die beiden später die Augustines, deren Debüt stark von diesen Erfahrungen geprägt war. 2014 entstand das selbstbetitelte zweite Album, das unter dem Eindruck weltweiter Touren und gefeierter Festival-Auftritte stand und ein großer Schritt zurück ins Leben war. Wie kommt man wieder auf die Beine und sieht wieder nach vorn? Genau so. “The debut album was a concept record about the fragility of family while passing through the tribulations of America, the second one was about moving forward from that. This one has a lot of themes about isolation and battling loneliness. Tackling that shit head on”, fasst McCarthy die drei Alben zusammen.

“This Is Your Life” wurde in New York, Los Angeles und  Bridgeport, CT mit Joe Chiccarelli und Peter Katis (The National, Interpol, Frightened Rabbit), mit dem die Band bereits zuvor gearbeitet hatte, aufgenommen. Bei den Songs „May You Keep Well“ und „Running Place“ sind die senegalesischen Sänger Pape und Cheikh zu hören.  Generell war die Band bei ihrem dritten Album offener für Sound-Experimente, für einen Schritt hinaus aus der Komfortzone. “We wanted to spread our wings a little bit on this record. We had in the past flirted with samples and what-not, but never really on the percussive side. We had great fun messing and experimenting with older analog instruments like 808’s and 909’s as well as more modern instrumentation, like the Roland Spd-SX and Maschine.”

Bleibt die Frage nach dem Titel. “It’s a battle cry,” sagt McCarthy. “This Is Your Life. We’re here, now, and this is it, buddy. You’re alive. I know it’s a grind but you can do anything. Being alive is amazing. And it’s not forever. What are we going to do?"Für die Augustines dürfte erst einmal klar sein, wie es weitergeht. Ihren Tourabschluss zum zweiten Album feierte die Band zuletzt im Londoner Roundhouse vor 3500 frenetisch feiernden Fans. Und wer die Band hierzulande schon einmal live erlebt hat, weiß, warum die Clubs auch hier mit jeder Tour größer werden. 

 

 

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Album der Woche | kw 23

THE KILLS

ASH & ICE

Im Gegensatz zu den vorherigen Alben fanden die Aufnahmen für „Ash & Ice“ in einem gemieteten Haus in L.A. statt und in den Electric Lady Studios in New York City. Das Album wurde von Jamie Hince produziert und von John O'Mahony (Metric, The Cribs) co-produziert, gemixt wurde es von Tom Elmhirst (Adele, Arcade Fire) und Tchad Blake (Black Keys, Arctic Monkeys).

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Im Gegensatz zu den vorherigen Alben fanden die Aufnahmen für „Ash & Ice“ in einem gemieteten Haus in L.A. statt und in den Electric Lady Studios in New York City. Das Album wurde von Jamie Hince produziert und von John O'Mahony (Metric, The Cribs) co-produziert, gemixt wurde es von Tom Elmhirst (Adele, Arcade Fire) und Tchad Blake (Black Keys, Arctic Monkeys).
 

Jamie Hince fing an die ersten Songideen zu entwickeln, als er sich von seiner Operation erholte. Um den Schreibprozess voranzutreiben und neue Inspiration zu bekommen, fuhr er alleine mit der berühmten Transsibirischen Eisenbahn, während Alison Mosshart, die mittlerweile in Nashville, TN wohnt, ihre bisher berührendsten und poetisch aufrichtigsten Lyrics schrieb, in denen sie Bilder malt, die das gefährliche Terrain zwischen romantischer Obsession, Prophezeiung und schwieriger Liebe hervorheben. Die 13 Songs auf „Ash & Ice“ sind unaufdringlicher, weniger rauh, sie sind bewegender und enthüllen dadurch ein Gefühl von Zerrissenheit, das man in einer komplizierten und alles verzehrenden Beziehung hat. Auf „Ash & Ice“ zeigen The Kills ihre emotional aufgeladene und fesselnde Bestform.

Im Gegensatz zu den vorherigen Alben fanden die Aufnahmen für Ash & Ice in einem gemieteten Haus in L.A. statt und in denElectric Lady Studios in New York City. Das Album wurde von Jamie Hince produziert und von John O'Mahony (Metric, The Cribs) co-produziert, gemixt wurde es von Tom Elmhirst (Adele, Arcade Fire) und Tchad Blake (Black Keys, Arctic Monkeys).
 

Jamie Hince fing an die ersten Songideen zu entwickeln, als er sich von seiner Operation erholte. Um den Schreibprozess voranzutreiben und neue Inspiration zu finden, fuhr er alleine mit der berühmten Transsibirischen Eisenbahn, während Alison Mosshart, die mittlerweile in Nashville, TN wohnt, ihre bisher berührendsten und poetisch aufrichtigsten Lyrics schrieb - Bilder, die das gefährliche Terrain zwischen romantischer Obsession, Prophezeiung und schwieriger Liebe hervorheben. Die 13 Songs auf Ash & Ice sind unaufdringlicher, weniger rauh, sie sind bewegender und enthüllen dadurch ein Gefühl von Zerrissenheit, das man in einer komplizierten und alles verzehrenden Beziehung hat. Auf Ash & Ice zeigen The Kills ihre emotional aufgeladene und fesselnde Bestform.

 

VÖ-Datum: 03.06.16

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Album der Woche | kw 22

CATFISH AND THE BOTTLEMAN

THE RIDE

Gerade erst gewann die vierköpfige, aus Wales stammende Indie-Rock Band Catfish And The Bottlemen den diesjährigen BRIT Award in der Kategorie Best Breakthrough Act! Zwei Jahre nach Veröffentlichung ihres Debütalbums „The Balcony“ melden sich jetzt die vier Briten mit Ihrem neuen Album „The Ride“ zurück.

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Gerade erst gewann die vierköpfige, aus Wales stammende Indie-Rock Band Catfish And The Bottlemen den diesjährigen BRIT Award in der Kategorie Best Breakthrough Act! Zwei Jahre nach Veröffentlichung ihres Debütalbums „The Balcony“ melden sich jetzt die vier Briten mit Ihrem neuen Album „The Ride“ zurück.

Catfish And The Bottlemen, bestehend aus Van McCann (Sänger/Gitarrist), Johnny Bond (Gitarrist), Benji Blakeaway (Bass) und Bob Hall (Schlagzeug) gründeten sich 2010 in North Wales. 
Mit ihrem Debütalbum The Balcony (2014) startete die britische Band raketenartig durch: 

Die Live-Shows von Catfish And The Bottlemen gelten als absolutes Muss für jeden Indie-Fan! Nachdem sie dieses Jahr u.a. als Headliner auf dem Sound Music Festival und dem Castlefield Bowl performen, kann man die Briten im September auf dem LOLLAPALOOZA in Berlin live erleben.

 

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Album der Woche | kw 21

NEW FOUND LAND

LORE

Mit ihrem vierten Album geht die in Berlin lebende Schwedin Anna Roxenholt a.k.a. NEW FOUND LAND einen weiteren Schritt in die elektronische Richtung ohne sich zu weit von ihrem Fundament aus warmen Popmelodien und eigensinnigem Songwriting zu entfernen.

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Mit ihrem vierten Album geht die in Berlin lebende Schwedin Anna Roxenholt a.k.a. NEW FOUND LAND einen weiteren Schritt in die elektronische Richtung ohne sich zu weit von ihrem Fundament aus warmen Popmelodien und eigensinnigem Songwriting zu entfernen. 
Den Anfang für ihre Songs fand Anna dieses Mal nicht unbedingt immer bei sich. "Ich habe mir dieses Mal bewusst mehr Zeit genommen und mich in Themen vertieft, von denen ich zu Beginn der Arbeit oftmals noch kein Ahnung hatte und wenn man erst mal an der Oberfläche der Dinge kratzt, kommt fast immer etwas Interessantes zum Vorschein." 
Während des Schreibprozesses ließ Anna sich von alten Mythen und Geschichten inspirieren; angefangen bei ketzerischen schwedischen Liebeszaubern über fernöstlichen Sufismus, europäische Feuerrituale oder ägyptische Flüche bis hin zu Pythia, der weissagenden Priesterin des Orakels von Delphi (Namensgeberin des Album-Openers). 
Als Resultat stellt jeder der zwölf Songs ein individuelles Kapitel dar. Bestechende Melodien, gemischt mit mystischem Flair und schweren Beats machen „Lore“ zu einem zugänglichen, jedoch nie vorhersehbarem Longplayer. Für die Fertigstellung von „Lore“, hat sich Anna sowohl ihre beiden Landsmänner Simon Nordberg (Produzent - Anna Ternheim, Håkan Hellström, Heather Nova, Les Big Byrd) und Per Eklund (Produzent/Schlagzeuger - Alessia Cara, Lykke Li, Ane Brun, Miike Snow), als auch die beiden deutschen Musiker Stefan Wittich und Patrick Reising von der Band Tele mit ins Boot geholt. 

 

 

 

VÖ-Datum: 27.05.16

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Album der Woche | kw 20

GUNDELACH

GUNDELACH

Bereits mit 16 Jahren begann der Norweger Kai Gundelach mit dem Auflegen und hatte schnell einen renommierten Status in der Osloer Clubszene. Mit der Single „Spiders“ ist der Künstler erstmals über die Landesgrenzen hinaus in Erscheinung getreten.

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Bereits mit 16 Jahren begann der Norweger Kai Gundelach mit dem Auflegen und hatte schnell einen renommierten Status in der Osloer Clubszene. Mit der Single „Spiders“ ist der Künstler erstmals über die Landesgrenzen hinaus in Erscheinung getreten. In Skandinavien ist der Song zum Radio-Hit geworden und sogar Pharrell Williams wählte den Track für die Online-Radio-Sendung „‪#‎OTHERtone“, die er gehostet hat, aus. Die viel gefeierte Single ist auch gleich das erste Stück der 6 Songs umfassenden EP. Die sanften elektronische Momente gepaart mit der Stimme des geheimnisvollen Norwegers ziehen sich durch alle Stücke. Dass die Stücke auch live gut funktionieren, kann man auf seinem Youtube-Channel sehen, wo er im April ein Live Session hochgeladen hat.

 

 

 

Im Sommer spielt tritt Gundelach auf dem Roskilde Festival auf. Weitere Tourdaten für den Herbst sind in Planung.

VÖ-Datum: 13.05.16

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Album der Woche | kw 19

RY-X

DAWN

Wenn man schon zwei Singles wie »Howling« oder »Berlin« lockerflockig ohne Album in den Hipsterherzen der Welt platziert hat und zugleich mit Howling und The Acid zwei tolle Bands mit seiner Stimme bereichert hat – dann kann man schon mal so entspannt sein, wie es Ry X bei unserem Gesprächstermin ist. Der bärtige Künstler wirkt, als käme er gerade frisch vom Surfen. (….)

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Wenn man schon zwei Singles wie »Howling« oder »Berlin« lockerflockig ohne Album in den Hipsterherzen der Welt platziert hat und zugleich mit Howling und The Acid zwei tolle Bands mit seiner Stimme bereichert hat – dann kann man schon mal so entspannt sein, wie es Ry X bei unserem Gesprächstermin ist. Der bärtige Künstler wirkt, als käme er gerade frisch vom Surfen. (….)

Bis jetzt ist Ry X vornehmlich mit seinen Remixes und den Projekten The Acid und gemeinsam mit Produzent Frank Wiedemann, der zu seinen besten Freunden zählt, als Howling in Erscheinung getreten. »Dawn« ist jetzt also der logische Schritt in die Solokarriere, der nach den beiden sehr erfolgreichen Singles »Howling« und »Berlin« unabwendbar schien. Trotzdem lässt sich Ry X vom bisherigen Erfolg nicht aus der Ruhe bringen: »Für mich ging es bei diesem Projekt immer darum, bedingungslos ehrlich sein zu können, ohne Angst vor Bewertungen zu haben. Eigentlich geht es mir einfach nur darum, etwas Schönes zu teilen.«

Während man so mit Ry X plaudert, kommt es einem vor, als würde man ihn schon ewig kennen. Mit dem Erzeugen von Nähe kennt sich dieser Mensch also aus. In dieser kurzen Sich-begegnen-Illusion versteht man dann vielleicht auch ein bisschen, warum »Howling« oder »Berlin« Songs sind, die über alle Genregrenzen hinweg funktionieren. Ob man auf dem Dielenboden in der Altbauwohnung liegt oder im Berghain zu einem seiner Remixe tanzt, ist egal, weil man sich von Ry X in der eigenen Lebensverletzlichkeit verstanden fühlt. In dieser Welt, in der es immer darum geht, cool zu sein und bloß nicht zu viel zu riskieren, öffnet Ry X einen Raum, in dem es okay ist, die Angst einzugestehen, die man verspürt, wenn man jemandem »Ich liebe dich« sagen will. Das ist dann vielleicht auch die große Wahrheit, die sich hinter diesen Songs verbirgt und die erklärt, warum dieses Konzert im Funkhaus schon seit Monaten ausverkauft ist: Ry X trifft den Herzschmerzton der Zeit, wie das auch Bon Iver, José González oder Angus & Julia Stone vor ihm geschafft haben. 

Das Debüt des Sängers oszilliert und changiert dabei immer zwischen starken und leisen Momenten und ist so auch eine Ode an die Fragilität des Lebensmoments. Ry erklärt das so: »Für mich ist Zerbrechlichkeit etwas Schönes. Wenn man zugibt, zerbrechlich zu sein, entsteht daraus eine große Stärke und Kraft, und das ist auch das, worum es mir in den Songs geht. Es ist okay, zu sagen, dass man gehalten werden möchte, wie ich es in ›Hold Me Love‹ singe. Wir sind nicht mehr dran gewöhnt, solche Dinge zuzugeben. Gerade Männer hört man so etwas nie sagen. Mir geht es deshalb in meinen Songs auch darum, mit Gender-Stereotypen zu brechen, indem man sein wahres Ich zeigt und das sagt, was man fühlt.« Wenn einem Ry X so etwas gestikulierend mit einem verschmitzten Grinsen erzählt, kann man kaum glauben, dass ein Mensch mit so viel Humor einen Hang zu so melancholischen Songs hat.

 Dass sich diese zwei Dinge allerdings nicht widersprechen, sondern miteinander zusammenhängen, erklärt er so: »Ein Freund hat einmal zu mir gesagt, dass ich einen Raum zum Leuchten bringen kann mit meiner Anwesenheit. Das war ein ziemliches Kompliment, bis er dann weiter ausführte, dass ich dafür aber auch diese Dunkelheit in mir habe, die alles verschluckt. Damit hat er irgendwie recht. Es hat lange gedauert, bis ich gelernt habe, diese beiden Seiten von mir auszubalancieren, und bis ich verstanden habe, dass meine Songs aus dieser Dunkelheit entstehen.« Aus der Dunkelheit ins Licht, das hört sich dann doch auch irgendwie an wie ein Spruch aus dem Yoga-Kalender, aber ein bisschen gesundes Selbstpathos gehört wahrscheinlich dazu, wenn man von einer Hippie-Mutter schon früh zum Meditieren und Sich-selbst-Finden erzogen wurde.
Dass man mit Ehrlichkeit und Man-selbst-Sein in der Musikindustrie richtig weit kommen kann, hat so auch etwas Softie-Rebellisches. Ry X schert sich nicht um das, was von ihm erwartet wird, und deshalb sind auf diesem neuen Album auch Songs zu finden, die leise sind und sich nicht als große Clubhits eignen, die aber trotzdem genauso zu diesem Projekt gehören. Die Songs von »Dawn«das merkt man dann auch am Abend beim Konzert im Funkhaus, funktionieren anders als die bekannten Hits, sie sind viel monumentaler und passen zu den vielen Kerzen, die die ganze Bühne erleuchten. Dieser Moment, wie er dort mit seiner Band in diesem riesigen DDR-Funkhaus steht, während alle freiwillig für ihn in diesem toten Gebäude ein bisschen frieren, spiegelt auch die Stärke und Fragilität des Albums wider.

Text: intro.de

 

VÖ-Datum: 06.05.2016

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Album der Woche | kw 18

HEIN COOPER

THE ART OF ESCAPE

„Du kriegst heute die volle Sightseeing-Tour“, sagt Hein Cooper. „Gleich, hinter der nächsten Kurve, kommt der Middle Harbour. Jetzt – schau dir das an!“ Der Ausblick ist traumhaft, etliche Segelschiffe schwimmen auf dem türkiesblauen Meer. Cooper ist auf dem Weg nach Manly. In weniger als einer Stunde spielt er in dem hübschen Küstenstadtteil Sydneys eine Show, doch noch ist er die Ruhe selbst. So sind sie halt, die Australier. Locker irgendwie, immer einen coolen Spruch auf den Lippen. Und verdammt entspannt.

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„Du kriegst heute die volle Sightseeing-Tour“, sagt Hein Cooper. „Gleich, hinter der nächsten Kurve, kommt der Middle Harbour. Jetzt – schau dir das an!“ Der Ausblick ist traumhaft, etliche Segelschiffe schwimmen auf dem türkiesblauen Meer. Cooper ist auf dem Weg nach Manly. In weniger als einer Stunde spielt er in dem hübschen Küstenstadtteil Sydneys eine Show, doch noch ist er die Ruhe selbst. So sind sie halt, die Australier. Locker irgendwie, immer einen coolen Spruch auf den Lippen. Und verdammt entspannt.

Dabei hat Hein Cooper ein absolut turbulentes Jahr hinter sich. In seiner Heimat Australien hat der Songwriter in den letzten 12 Monaten seine Debüt-EP veröffentlicht und es damit schnurstracks in die Playlist des renommierten Radiosenders Triple J geschafft. Er ist durch Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Australien, Kanada, Amerika, Tschechien, Österreich und die Schweiz getourt – unter anderem als Support von Sophie Hunger und Kim Churchill – und hat kurz vorm Jahreswechsel beim Falls Festival in Australien auch noch seine erste Show mit voller Band absolviert. Ganz schön beeindruckend für jemanden, der noch nicht mal ein Debütalbum hat. Das veröffentlicht der 24-Jährige erst jetzt: „The Art Of Escape“ heißt es.

Doch der Reihe nach. Zur Musik kam der Sohn eines Australiers und einer Niederländerin (deshalb heißt er auch Hein) durch pubertären Wetteifer. „Als ich 14 war, fing mein bester Kumpel an Gitarre zu spielen“, erinnert er sich, während Sydneys Vororte am Autofenster vorbei ziehen. „Da wir beide ständig versuchten uns gegenseitig zu übertrumpfen, kaufte ich mir auch eine und lernte die gleichen Songs wie er. Mein Kumpel hörte bald wieder auf zu spielen, aber ich war ab da besessen von Musik“. Schnell fing Cooper an eigene Songs zu schreiben. Er zog ins dreieinhalb Stunden entfernte Sydney und begann – um Geld zu verdienen – Cover-Gigs zu spielen. Fünf Abende die Woche, drei Stunden pro Abend. Bei einer Support-Show der kanadischen Band Half Moon Run im Jahr 2013 wurde er schließlich von deren Manager entdeckt – und prompt nach Montreal eingeladen, um dortweiter an Songs zu feilen.

In Montreal, im Aufnahmestudio seiner Plattenfirma Indica Records, entstand nun auch „The Art Of Escape“. Beeinflusst von Künstlern wie Angus & Julia Stone, Radiohead, Ben Howard, Bon Iver und Beck nahm Cooper gemeinsam mit Produzent Marcus Paquin (Arcade Fire, The National) zehn Songs auf, die sich zwischen Indie und Pop bewegen, dabei aber beeindruckend abwechslungsreich sind. Reduzierte Akustikballaden wie der Titelsong des Albums stehen in Kontrast zu gutgelaunten UpbeatNummern wie „Rusty“ oder „Overflow“, das mit einem tanzbarem Beat, glasklarem Falsett-Gesang und allerhand verspielten Sounds überrascht.

„Der Grund, warum die Stücke so unterschiedlich klingen, ist dass ich immer versuche einen Stil zu finden, der das Gefühl und die Emotion des jeweiligen Songs vermittelt oder gar verstärkt“, so Cooper. „Rusty“ haben wir in einem Take live aufgenommen, mit einem Mikro auf meiner Stimme und einem auf der Akustikgitarre. Das war die perfekte Präsentation für diesen eher nachdenklichen Song. „Overflow“ hingegen, das davon handelt, spirituell high und an einem anderen Ort zu sein, brauchte einen volleren, überdrehten Sound.“ Nicht nur musikalisch, sondern auch textlich sind Coopers Songs nämlich weit gefächert. „Dopamine“ zum Beispiel ist seiner Heimat Milton gewidmet. „In der ganzen Region leben gerade mal 13.000 Menschen. Es liegt an der Küste, umgeben von Wald, und ist wirklich ein magischer Ort. Wenn ich dahin zurückkomme, habe ich stets das Gefühl, dass die Welt dort noch in Ordnung ist“, sagt er. Früher habe er noch viel mehr über die Natur gesungen. Geradezu Bon-Iver-isch seien seine Songs gewesen.

„Doch als ich nach Sydney zog und mehr zwischenmenschliche Erfahrungen gesammelt habe“, sagt er, „erweiterten sich meine Themen und unbeschwerte Songs wie „All My Desires“ entstanden.“ Darin geht es um all das, was Cooper nicht hat, aber gerne hätte. Superkräfte zum Beispiel. „Water“ und „Cursed My Life“ hingegen handeln von Beziehungen und gebrochenen Herzen, während „Polar Bears“ und „The Art Of Escape“ sich um Veränderung und Eskapismus drehen. „The Art Of Escape“ habe ich geschrieben, als ich in Sydney lebte und mein Leben einfach nicht so lief, wie ich das wollte“, verrät er. „Ich spielte diese Cover-Gigs und kam einfach nicht voran. Heute weiß ich, dass jene Zeit die beste Schule war.“ Mittlerweile ist Cooper in Manly angekommen. Noch 30 Minuten bis zur Show. In aller Seelenruhe parkt er den Wagen, steigt aus und nimmt seine Gitarre. „Es ist toll zu sehen“, sagt er, „dass meine Songs mittlerweile immer mehr Leute erreichen und vielleicht sogar ihr Leben verändern.“ Wie gesagt: Und das alles, bevor sein Debütalbum überhaupt erschienen ist. Keine Frage: 2016 dürfte für Cooper ein noch turbulenteres Jahr werden.

 

 

 

VÖ-Datum: 15.04.2016

www.heincooper.com

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Album der Woche | kw 17

DRANGSAL

HARIESCHAIM

Max Gruber ist Drangsal, wobei Mensch und Kunstfigur so nervös sind, dass sie in ihrer Unruhe verschmelzen. Max schläft kaum, arbeitet rastlos an seiner Musik, am Tag und in der Nacht.

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Max Gruber ist Drangsal, wobei Mensch und Kunstfigur so nervös sind, dass sie in ihrer Unruhe verschmelzen. 

Max schläft kaum, arbeitet rastlos an seiner Musik, am Tag und in der Nacht. 

 

Er träumt nicht, seine Tage aber sind gesättigt von Fantasien. „Seid lieb zu uns, wir sind noch Kinder“ erbittet der zu gleichen Teilen zart wie brutal besaitete Mastermind ins Mikrofon. 

Das Konzert ist ausverkauft – und die Leute sind nicht nur lieb, sie sind euphorisch! Obwohl es bisher nur ein paar Demos zu hören gibt. 

Dieser junge Mensch besitzt eine Anziehungskraft, soviel ist klar, sein Wesen verspricht Spektakel, sein Auftreten hält es ein.

 

Harieschaim, das erste Album des 22-jährigen, ist eine dichte Aneinanderreihung von schnellen, aufgeregten Popsongs – sagen wir: Popwunder? –, keine Atempause, das Referenzjahrzehnt 80er-Jahre wird erschöpft und durchbrochen. 

Harieschaim, heute Herxheim, ist auch ein merkwürdiges Dorf, Max’ Geburtsort genaugenommen. Nirgendwo in Deutschland hat es so lange Kannibalismus gegeben, im nahegelegenen Hinterkaifeck wurde 1922 eine ganze Großfamilie ermordet, natürlich entfernte Verwandte aus Max’ Stammbaum. Doch in Herxheim fing alles an: Sein Vater war da Gastwirt, nahm Mixtapes für die Kneipe auf, spielte sie seinem Jungen im Auto vor. Das Kind verfiel so sehr der oft englischen Musik, dass es sich fortan zweisprachig ausdrückte.

Eine popkulturelle Kindheit. Mit 5 Jahren schaute Max mit seinen Eltern MTV, verlor sich in Marylin Mansons The Dope Show. 

Von da an wusste er: Ich will auch irgendwie so etwas werden. Ein Weirdo. Spätestens in der Pubertät stellte er fest, ohnehin einer zu sein. 

Man könnte aber auch sagen: ein Charakter! Nun galt es für den jungen Entschlossenen, Formen für sein diffuses Wesen zu finden. 

Und das in einem erzkatholischen Dorf bei Landau! Max ging durch eine harte Schule: „Entweder ich lasse mich in der Pause verkloppen, oder ich lackiere mir die Fingernägel in einer noch auffälligeren Farbe.“ 

 

Diese Schule jedenfalls hat seiner Kunst nicht geschadet, ebenso wenig wie sein autodidaktischer Lernprozess: „Mit 14 wusste ich dann: wenn ich Musik machen will, muss ich mir das aneignen.“ Und egal was er getan hat, für Herxheim war es zu krass.

 

Also weg da: in Landau freundet er sich in ihren Anfangstagen mit Sizarr an, über Mannheim geht es nach Leipzig und Berlin, immer auf der Suche nach einem Ausdruck.

Früh lernt er den späteren Hitproduzenten Markus Ganter kennen. Der ist da selbst noch ein unbeschriebenes Blatt, aber Max entscheidet: mit dem werde ich später arbeiten. 

Ein paar Jahre darauf ruft Ganter ihn an: Wollen wir jetzt dein Album machen? Max rastet aus. Es geht los. Seit seinen ersten Songs wird Max dabei von Ganters Erlkönig, Benjamin Griffey alias Casper, protegiert. 

Max hat ihm viel zu verdanken. Auch wenn in dieser Biografie manchmal die Rede von Fügung sein könnte, ist sie durchaus troubled, hat Spuren hinterlassen. 

 

Zum Beispiel auf der von Tattoos gezeichneten Haut, die von Max’ Besessenheit gegenüber exzentrischen Industrial-Protagonisten oder dem Abseitigen per se erzählt. 

Hier finden wir eine Seele, die die Dunkelheit kennt! So ist es durchaus bemerkenswert, wie eingängig, weltgewandt und freundlich die zehn Songs auf Hariescheim daherkommen. 

Man könnte gar behaupten, in der Musik des Max Gruber kreuzten sich gleich mehrere Widersprüche! Und wenn es so viel Abgrund gibt, warum meint man dann beim Hören, Max wolle die ganze Welt umarmen? „Wenn ich das, was in mir vorgeht, auf der Straße erzählen würde, hätte ich Probleme – wenn ich aber davon singe, tanzen die Leute. 

 

Und am Ende des Tages will ich den Menschen eben lieber etwas geben, über das sie sich freuen können, als dass es ihnen schadet. So als ob ich all das Schlechte in ein Rohr stecke und am anderen Ende kommt etwas heraus, das den Leuten gefällt – das finde ich einen schönen Gedanken.“ 

Wie in der Idee des Wolpertingers, nach dem er auch einen Song benannt hat, funktioniert sein Prinzip: All das, was er sein will und doch nicht bedeuten kann (weil es das nicht gibt), nimmt er auseinander, setzt es zusammen, formt es zu einem und wird zu diesem Wesen, das den Widerspruch nicht nur in sich trägt, sondern stolz nach außen zeigt. Dann purzelt Max noch ein Satz aus dem Mund, der so ziemlich alles sagt: »Musik ist oft ein Substitut für Tränen, ich will am Ende aber lieber Lachen als Weinen.« Seine Musik – vom Jugendzimmer bis auf die großen Bühnen – lädt ein, dabei mitzumachen. Und so findet Max Gruber zum Leben und seine Musik zur Welt!

 

 

 

VÖ-Datum: 22.04.2016

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Album der Woche | kw 16

LAURA GIBSON

EMPIRE BUILDER

Im Spätsommer 2014 packte Laura Gibson ihre sieben Sachen und zog von Portland nach New York City, um dort Creative Writing zu studieren und sich eine Auszeit von der Musik zu gönnen. Die erste Hälfte dieser Reise verbrachte sie im „Empire Builder“, einem legendären Zug, der den pazifischen Nordwesten der USA mit Chicago verbindet.

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Im Spätsommer 2014 packte Laura Gibson ihre sieben Sachen und zog von Portland nach New York City, um dort Creative Writing zu studieren und sich eine Auszeit von der Musik zu gönnen. Die erste Hälfte dieser Reise verbrachte sie im „Empire Builder“, einem legendären Zug, der den pazifischen Nordwesten der USA mit Chicago verbindet. 

Doch just in dem Moment, als sich gerade ein neues Gefühl von Heimat und angekommen sein einstellen wollte, wurde ihr Wohnhaus in der Lower East Side von einer Gasexplosion vollkommen zerstört. Eine Katastrophe, die zwei Menschenleben kostete, viele Verletzte nach sich zog und Laura zum Glück kein Haar krümmte, denn sie war glücklicherweise nicht zu Hause, als es passierte. Dennoch, ihr gesamtes Hab und Gut, jahrelange Arbeitsnotizen, Instrumente, Texte, Pässe, Karten, alles in diesem Trümmerhaufen. 

Sie verbrachte die kommenden Monate auf Sofas von Freunden, schloss ihr zweites Semester erfolgreich ab, schrieb die Texte neu und begann nach und nach ihr Leben wieder zusammenzusetzen. Nicht zuletzt mit einer erfolgreichen Crowdfunding Aktion, die überwältigende Solidaritätsbekundungen von Freunden, Bekannten, aber vor allem Unbekannten hervorrief. 

 

Ehrlich gesagt, es ist es uns schleierhaft, wie sie aus dieser Misere auch noch die kreative Kraft geschöpft hat, um ihr neues Album aufzunehmen, aber scheinbar wurden da immense Kräfte frei gesetzt. 

 

Gleichzeitig rauh und extrem fokussiert, spiegelt "Empire Builder" diese Explosion einer ganzen Existenz beeindruckend wieder und zeigt eine Laura Gibson inmitten von fundamentaler Transformation. Wir dürfen hier Zeugen eines Quantensprungs in Sachen Komposition, Arrangement und Produktion werden. Wenn es nicht so unpassend passend wäre, würden wir fast den Phoenix aus der Asche bemühen. Wobei die Band, die sie um sich versammelt hat, um diese Vision von einem Album in die Realität umzusetzen, ein Übriges dazu beigetragen haben dürfte: Gitarrist, Bassist und Multitalent Dave Depper (Death Cab for Cutie, Menomena), Drummer Dan Hunt (Neko Case), Violinist Peter Broderick, der bei den Streicherarrangements half, Nate Query von den Decemberists und Sängerin Alela Diane, sie alle standen ihr mit Tat und Rat zur Seite. Frau Gibson verbrachte jede freie Minute ihrer Ferien in den Studios von John Askew und Peter Broderick an der Küste von Oregon. War es doch eben dieser John Askew (Neko Case, The Dodos), mit dem sie "Empire Builder" coproduzierte, der sie davon überzeugt hatte, nach dem New Yorker Unglück so schnell wie möglich wieder in die Musik einzusteigen. 

Zu unser aller Glück, denn dieses Album ist in der Tat ein weiterer und wichtiger Meilenstein in der wunderbaren Entwicklung, die diese so bescheidene und zurückhaltende Musikerin seit einigen Jahren macht. Der Rolling Stone hatte im Januar 2012 ihr letztes Album “La Grande” bereits für sich entdeckt und kroehnte es zu seinem Album des Monats. Zurecht. 

 

"Empire Builder" sollte da noch einen drauf setzen können. Mit Songs wie “The Cause”, “Not Harmless” und dem wunderbar flockigen “Two Kids” stellt uns Laura Gibson hier einen ganzen Eimer, ja wir trauen es uns kaum zu sagen, “Hits” anheim, und zwar aus voller Inbrunst und mit großer Wonne. Es ist ja immer ein Festtag, wenn ein neues Album von unseren Künstlern bei uns eintrifft, aber das hier, das war Weihnachten und Ostern an einem Tag! 

 

 

 

VÖ-Datum: 01.04.2016

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Album der Woche | kw 15

JONAS ALASKA

YOUNGER

Jonas Alaska ist in seiner Heimat Norwegen schon seit Jahren einer der erfolgreichsten Sänger und Songwriter. Bereits 2011 erhielt er den oft als "norwegischen Grammy" bezeichneten Spellemannprisen als bester Newcomer, seine Platten verkauften sich bis heute über 15.000 mal und erreichten damit Gold-Status.

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Jonas Alaska ist in seiner Heimat Norwegen schon seit Jahren einer der erfolgreichsten Sänger und Songwriter. Bereits 2011 erhielt er den oft als "norwegischen Grammy" bezeichneten Spellemannprisen als bester Newcomer, seine Platten verkauften sich bis heute über 15.000 mal und erreichten damit Gold-Status.

Im Februar 2015 erschien mit “Tonight“ eine Zusammenstellung aus Songs der zuvor nur in Skandinavien veröffentlichten Alben (“Jonas Alaska“ und “If Only As A Ghost“) als offizielles Debüt für Deutschland, Österreich und die Schweiz auf popup-records.

Im Dezember 2015 erschienen mit “Paper Plane“ und “Becky“ die ersten Songs des Folgealbums „Younger“, welches in Norwegen bereits vom wichtigsten Musikmagazin GAFFA als „Meisterwerk“ betitelt wurde. Es zeigt Jonas Alaska deutlich elektronischer, rauher und noch stärker als zuvor! “Younger“ ist ein Konzeptalbum über die Zeit als Teenager -  es handelt vom Verlieben, von Ängsten und Demütigungen. Filmisch werden diese Inhalte grandios im Musikvideo zur zweiten Single “Summer“ umgesetzt.

 

 

 

VÖ-Datum: 08.04.2016

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Album der Woche | kw 14

CHARLES BRADLEY

CHANGES

Obwohl er als Kind von seinen Eltern im Stich gelassen wurde, eine Zeit lang auf der Straße lebte, trotz des schrecklichen Verlustes seines Bruders und eines Lebens in ständiger Armut hat Charles Bradley seine lebenslange Vision, einmal ein erfolgreicher Sänger zu werden niemals aufgegeben.

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Obwohl er als Kind von seinen Eltern im Stich gelassen wurde, eine Zeit lang auf der Straße lebte, trotz des schrecklichen Verlustes seines Bruders und eines Lebens in ständiger Armut hat Charles Bradley seine lebenslange Vision, einmal ein erfolgreicher Sänger zu werden niemals aufgegeben. Mit der Hilfe von Produzent und Grammy-Gewinner Gabriel Roth (Daptone Records) sowie dem Musiker und Labeleigner Tommy Brenneck (Dunham Records) löste sich Bradley von den James Brown-Coverversionen, die er seit fast einem halben Jahrhundert sang, und konzentrierte sich darauf, seine ganz eigene Stimme zu finden. 

Als sich ihm die einmalige Chance bot, für Sharon Jones — die erfolgreichste Künstlerin im Hause Daptone — auf Tour zu eröffnen - lieferte Charles Bradley die leidenschaftlichste Darbietung seines Lebens. Entstanden, während einer der schlimmsten Wirtschaftskrisen der Geschichte, trafen Charles‘ tief empfundene Songs über persönliche Tragödien, den Niedergang des amerikanischen Traums sowie die Hoffnung auf eine bessere Welt, beim Publikum einen Nerv und der scheinbar nicht zu verwirklichende Traum, dem er seit 48 Jahren hinterherjagte, wurde tatsächlich Wirklichkeit. Doch obschon er gerade zum ersten Mal in seinem Leben Erfolg hatte, gelang es Charles nicht, dem Unglück zu entkommen, das ihn seit seiner Geburt verfolgte: Als die erdrückende Hypothekenlast auf dem Haus seiner 87-jährigen Mutter drohte, ihn alles zu kosten, was er besaß, war Charles erneut am Boden. 

Doch dann, nach seiner ausverkauften Album-Release-Show, veränderte sich Charles‘ Leben grundlegend. Gefeiert von Fans und Kritiken gleichermaßen, wurde „No Time For Dreaming“ zu einer der wunderbarsten Erfolgsgeschichten des Jahres, es platzierte sich im Rolling Stone unter den fünfzig besten Alben des Jahres und katapultierte Charles allein im laufenden Jahr auf über 110 Bühnen in 17 Ländern auf 3 Kontinenten. Außerdem spielte Charles auf so legendären Festivals wie dem Austin City Limits und Bonnaroo, und er begeisterte Millionen durch Auftritte in den Shows der beiden TV-Größen Jay Leno und Carson Daly, während sein Musikvideo online über 2 Millionen Klicks erreichte und bei VH1 auf Rotation lief. Charles Unstern hat sich in einen Glücksstern verwandelt, und dessen Aufstieg hat gerade erst begonnen: Er tourt das ganze Jahr über rund um die Welt, wo er sich vor einem immer größer werdenden Publikum bei jeder Show die Seele aus dem Leib singt, als wäre es seine letzte, wenn er von der Bühne kommt mit Tränen in den Augen Umarmungen verteilt und so Tag für Tag das Wunder jener Reise bestätigt, die das Magazin Spin als »schlichtweg fantastisch« bezeichnet hat. 

In den zwei Jahren seit der Veröffentlichung seines Debüt-Albums wurden immer mehr begeisterte Menschen Zeuge davon, wie diese märchenhafte Geschichte weiterging: Charles Bradley, längst ein ausgewachsener Star, hat es mit dem Nachfolge-Album „Victim of Love“ zu Charts-Ehren gebracht, bei mehr als 200 Live-Shows in 20 Ländern auf drei Kontinenten mit seinen hinreißenden Performances das Publikum begeistert, war im TV unter anderem bei Later With Jools Holland, der Tonight Show mit Jay Leno und diversen Aufzeichnungen von Last Call mit Carson Daily zu Gast. Und damit ist die erstaunliche Reise des Charles Bradley noch lange nicht an ihrem Ende. 

Die Dokumentation “Charles Bradley: Soul of America” von Poull Brien begleitet Bradley während der Entstehung und Veröffentlichung seines Debütalbums “No Time For Dreaming” – elektrisierende und wahnsinnige Monate, die Bradleys Leben total verändern sollten. Auf dem Nachfolger “Victim Of Love” machte Bradley aus seinen Schicksalsschlägen und seinem Leid Musik voller Stärke, Selbstvertrauen und Liebe. “Victim of Love” erhielt außerordentlich viel Kritikerlob und stand auf zahlreichen “Best of 2013”-Listen, darunter SPIN, Mojo, Paste, BuzzFeed und Rough Trade. Das Titelstück wurde vom Rolling Stone zu einem der besten Songs des Jahres gewählt. 

Charles Bradley ist für seine Liveauftritte und fesselnde Bühnenpräsenz bekannt. In den letzten Jahren ist er auf Festivals in der ganzen Welt aufgetreten, darunter Coachella, Glastonbury und Primavera Sound. Im Beacon Theatre hat er The Afghan Whigs und die Tedeschi Trucks Band supportet. Und auch im Apollo Theater stand er schon auf der Bühne – jenem Ort, an dem er mit 14 sein großes Idol James Brown zum ersten Mal sah. Für das Frühjahr 2016 hat Bradley eine Reihe von Konzerten in Europa angekündigt, auch in Deutschland.

 

 

 

VÖ-Datum: 01.04.2016

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Album der Woche | kw 13

William Fitzsimmons

Charleroi: Pittsburgh Vol.2

Wie es der Name schon erahnen lässt, knüpft diese Veröffentlichung an seinen Vorgänger „Pittsburgh“an.
Darauf handelten die Lieder von Fitzsimmons Großmutter mütterlicherseits. „Charleroi“ befasst sich nun mit seiner Großmutter väterlicherseits.

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Wie es der Name schon erahnen lässt, knüpft diese Veröffentlichung an seinen Vorgänger „Pittsburgh“an. 

Darauf handelten die Lieder von Fitzsimmons Großmutter mütterlicherseits. „Charleroi“ befasst sich nun mit seiner Großmutter väterlicherseits. 

Der Haken an der Sache ist allerdings: Diese Großmutter hat er wegen der etwas verworrenen Familiengeschichte seines Vaters nie kennengelernt. 

Behutsam nähert sich William Fitzsimmons auf „Charleroi“ dieser unbekannten und doch verwandten Figur an. 

 

Er spricht in Gedanken mit ihr, fragt sich was für ein Mensch sie gewesen sei, ob sie von ihm gewusst habe und wie wohl ihr Leben war. 

Herausgekommen sind sechs berührende Lieder mit einem versöhnlichen Abschluss.

 

 

 

VÖ-Datum: 01.04.2016

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Album der Woche | kw 12

KAKKMADDAFAKKA

KMF

Kakkmaddafakka sind sprichwörtlich auf der Bühne aufgewachsen. Die erste Show spielten sie als Band im Jahr 2004, damals noch im Alter zwischen 15 und 18 Jahren. Heute sind sie nicht nur älter geworden, sondern auch ihre Hörerschaft ist erheblich gewachsen. Sie haben sich vom norwegischen Außenseiter zu einer international gefeierten Band und einem der besten Live-Acts weltweit entwickelt. Nach einem Jahrzehnt der Indie-DiscoDancefoor-Filler, der freimütigen Interviews und tanzenden Chorknaben sind Vernunft und Feinsinn nicht unbedingt die selbstverständlichsten Assoziationen mit der Band Kakkmaddafakka, das jedoch könnte sich mit dem Release der neuen Single „Galapagos“ ändern.

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Kakkmaddafakka sind sprichwörtlich auf der Bühne aufgewachsen. Die erste Show spielten sie als Band im Jahr 2004, damals noch im Alter zwischen 15 und 18 Jahren. Heute sind sie nicht nur älter geworden, sondern auch ihre Hörerschaft ist erheblich gewachsen. Sie haben sich vom norwegischen Außenseiter zu einer international gefeierten Band und einem der besten Live-Acts weltweit entwickelt. Nach einem Jahrzehnt der Indie-DiscoDancefoor-Filler, der freimütigen Interviews und tanzenden Chorknaben sind Vernunft und Feinsinn nicht unbedingt die selbstverständlichsten Assoziationen mit der Band Kakkmaddafakka, das jedoch könnte sich mit dem Release der neuen Single „Galapagos“ ändern. 

„Galapagos” ist die erste Singleauskopplung ihres nunmehr dritten Albums mit dem Titel „KMF“, das im Februar 2016 erscheinen wird. Es markiert eine Entwicklung der Brüder und Gründungsmitglieder Axel und Pål Vindenes, die mit dem Album ihren Freund und Wegbegleiter Erlend Øye (Kings Of Convenience, The Whitest Boy Alive) in der Aufgabe des Produzenten ablösen. Øye betreute federführend die letzten beiden Alben der Norweger. Pål Vindenes über die Arbeit am Album: „Erlend war sehr beschäftigt in letzter Zeit, aber wir haben auch sehr viel von ihm gelernt und sein Einfuss war immer irgendwie gegenwärtig. Er glaubte und glaubt immer an die Ehrlichkeit der Musiker, die Songs aus wahren Gefühlen schreiben und das auf eine reale Weise vermitteln. Wir haben ein bisschen mit unserem Sound experimentiert, aber wir folgten dabei trotzdem stets unseren Prinzipien. Es sind immer noch wir, die Songs über Bergen schreiben und sie live aufnehmen. Es ist real!“ Trotz ihrer geringen Größe ist Bergen, die Heimatstadt der Band, immer einen Besuch wert, nicht allein wegen der dort ansässigen künstlerischen und musikalischen Szene. Es kommt vermutlich nicht von ungefähr, dass Acts wie Röyksopp, Kings of Convenience und auch der Chartstürmer Kygo Kinder dieser kleinen norwegischen Stadt sind. Trotz dem Erfolg einiger Musiker, kommen viele dennoch nie über die Fjorde im Umland hinaus und finden eine größere Hörerschaft. Warum aber ist das so? Axel erklärt: „Es ist wie bei Darwin: Der fitteste überlebt. Das jedoch ist nur der Anfang, denn wenn du das geschafft hast, musst Du deinen Platz verteidigen und dich anpassen“. Kakkmadafakka „KMF“ VÖ: 18.03.2015 Auch Kakkmaddafakka haben eine Evolution hinter sich, ihre Besetzung hat sich geändert, ein neuer Pianist kam dazu und es wird zukünftig auf den „Kakkmaddachoir” verzichtet werden. „Die alte Aufstellung und auch der Chor waren ein wichtiger Bestandteil der Band seit ihrer Gründung und werden so auch immer in Erinnerung bleiben. Wir haben uns jedoch nach Veränderung gesehnt und bereuen demnach nichts. Wir freuen uns riesig auf das neue Album und können es kaum erwarten, es jedem zu zeigen und das Ergebnis der letzten Zeit zu präsentieren“, so Axel. Neben allen Veränderungen bleibe jedoch auch selbstverständlich eine ihrer wichtigsten Konstanten enthalten, betont der Sänger weiter: „Uns geht es noch immer darum, dass wir Spaß und Freude verbreiten können und das wird sich auch niemals ändern!“

 

 

 

VÖ-Datum: 18.03.2016

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Album der Woche | kw 11

ANNENMAYKANTEREIT

ALLES NIX KONKRETES

Diese Band, deren Song „Oft gefragt“ im Radio rauf und runter läuft, die in den letzten zwei Jahren auf so ziemlich jeder Bühne dieses Landes gestanden hat und deren kommende Tour bereits bis auf den letzten Platz ausverkauft ist, hat bis heute erst eine einzige Single und noch kein offizielles Album veröffentlicht.

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Diese Band, deren Song „Oft gefragt“ im Radio rauf und runter läuft, die in den letzten zwei Jahren auf so ziemlich jeder Bühne dieses Landes gestanden hat und deren kommende Tour bereits bis auf den letzten Platz ausverkauft ist, hat bis heute erst eine einzige Single und noch kein offizielles Album veröffentlicht. 
Gut Ding will eben Weile haben. 

 

Und ANNENMAYKANTEREIT haben noch nie den einfachsten Weg gewählt sondern immer den, der ihnen und ihren Fans am meisten Freude macht. Das war in der Regel der über die Bühnen der Clubs und Festivals. Dort nehmen ihre Songs Gestalt an, entwickeln sich und finden im Zusammenspiel der Band und dem Austausch mit dem Publikum ihre endgültige Form. 

Nach einer in Eigenregie veröffentlichten und längst vergriffenen CD, die in einer winzigen Auflage erschien, so wie einer innerhalb von gerade mal drei Tagen mittels Crowdfunding finanzierten EP, ist „Pocahontas“ nun also der Vorbote des langersehnten offiziellen, ersten Albums von ANNENMAYKANTEREIT. 

 

Von Moses Schneider (Beatsteaks, Tocotronic) live und ohne jegliche Overdubs produziert, besitzt die Single sämtliche Qualitäten, die einen Song der Kölner ausmachen. 
Die vier Freunde — und ihre Freundschaft ist es, die für sie die Band mehr als alles andere definiert — beherrschen die seltene Gabe, das Publikum sogar mit melancholischen Trennungsballaden zum Tanzen und Mitsingen zu bringen. 

 

 

 

VÖ-Datum: 18.03.2016

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Album der Woche | kw 10

MIIKE SNOW

iii

Es ist das erste Studioalbum des schwedisch-amerikanischen Trios seit „Happy to You“ (2012).
„Heart Is Full“, die triumphale Rückkehr der Band und die erste neue Musik seit drei Jahren.

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Es ist das erste Studioalbum des schwedisch-amerikanischen Trios seit „Happy to You“ (2012). 

 „Heart Is Full“, die triumphale Rückkehr der Band und die erste neue Musik seit drei Jahren. Das cineastische Video zu dem Track, entstanden unter der Regie von Lance Drake, gibt es hier zu sehen: https://www.youtube.com/watch?v=JwkJXkbvxFY

Stereogum nannte den Song „einen großen, mutigen, großstädtischen Pop-Track, getragen von einem peitschenden Boom-Bap Drum-Loop, schmetternden Soul-Samples, Auto-Tune-Gesang und einem gigantischen Pop-Rock-Refrain“, SPIN merkte an, „Heart Is Full“ sei ein „mutiger, fast jazziger neuer Track, der sich ein wenig vom Rest ihrer Musik abhebt, obschon ihre charakteristischen Vintage-Vibes im Refrain durchscheinen.“ Run The Jewels lieferten wenig später ihre eigene Variante von „Heart Is Full“  ab, die The FADER als „knallharte transatlantische Kollaboration“ rühmte. Hier kann man den Remix anhören:https://soundcloud.com/miikesnow/miike-snow-heart-is-full-feat-run-the-jewels-remix

Das neue Album wurde nicht in einem Rutsch erarbeitet. Vielmehr kollaborierten Miike Snow (Andrew Wyatt, Christian Karlsson & Pontus Winnberg) quer durch Raum und Zeit. Über eine Spanne von zwei Jahren fanden sie sich immer wieder für kurze Zeit zusammen, in Stockholm, Los Angeles und New York. Jeder der Musiker begann mit unterschiedlichen Songs, manchmal, wenn sie nicht gemeinsam im selben Raum sein konnten, schickten sie das Material digital hin und her. Das Zusammenwirken der drei Musiker ist elektrisierend, davon zeugt das Album ebenso wie ihre Live-Shows. „Ich glaube, wir sind eigentlich nicht dazu bestimmt, gemeinsam in einem Studio zu sitzen und Musik zu machen. Wenn wir es dann doch machen, funktioniert es auf wundersame Weise“, reflektiert Karlsson. „Ich glaube, das ist die ganze Magie mit dieser Band. Wir haben derartig viel Vertrauen und Respekt füreinander ... nichts kommt ungezwungener zustande als Miike Snow. Die Dinge ergeben sich einfach von selbst.“

Das innovative Gespür der Band hat die Musikwelt in den vergangenen acht Jahren nachhaltig verändert und die Art und Weise beeinflusst, wie sich Künstler mit Popmusik beschäftigen. „iii“ ist dabei sowohl eine Rückkehr zur angestammten Form als auch eine Erweiterung des Bekannten. „Auf dem zweiten Album haben wir einen kleinen Exkurs unternommen und nun sind wir dort zurück, wo wir bei Album eins waren“, sagt Winnberg. „Es ist der originale Miike-Snow-Sound, aber auf dem nächsten Level.“

 

 

 

VÖ-Datum: 04.03.2016

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Album der Woche | kw 9

Charity Children

Fabel

Charity Children ist eine Folk-Pop Band, haben neuseeländische Wurzeln und leben in Berlin. 2011 haben sie in Berlin mit Straßenmusik angefangen, sich schnell eine große Fanbase erspielt und im Sommer 2013 ihr erstes selbst aufgenommenes Album veröffentlicht.

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Charity Children ist eine Folk-Pop Band, haben neuseeländische Wurzeln und leben in Berlin. 2011 haben sie in Berlin mit Straßenmusik angefangen, sich schnell eine große Fanbase erspielt und im Sommer 2013 ihr erstes selbst aufgenommenes Album veröffentlicht. Danach folgten Konzerte und Festivals in ganz Europa. 2015 begann dann die Arbeit an ihrem zweiten Album „Fabel“. Nachdem das Songwriting Mitte 2015 abgeschlossen war, startete die Band eine sehr erfolgreiche Crowdfunding-Kampagne, mit der sie die Produktion des Albums aus eigener Kraft und vor allem mit der Unterstützung ihrer Fans finanzieren konnten. Die erste Single aus diesem Album heißt „Whispering Still“. Der Track befasst sich mit dem Gefühl kurz vor einem Zusammenbruch. Jeden Tag werden wir konfrontiert mit Dingen, gegen die wir uns wehren sollten; ob persönlich oder in der Gesellschaft – aber manchmal schaffen wir es einfach nicht. Trotzdem geht es darum jedem Tag unseres Lebens zu genießen und anzuerkennen, dass manchmal alles zu viel ist und es deshalb OK ist die Augen zu schließen, sich einer chaotischen Situation zu entziehen und einen Moment Inne zu halten. 

 

'I don’t wanna feel 
I don’t wanna know 
I just wanna close my eyes 
And go... Go.... Go.... Go…' 

 

Ihr Album „Fabel“ werden „Charity Children“ nun am 26.02.2016 veröffentlichten und halten dabei einige Überraschungen bereit. So gibt es eine Art „Kettenbrief-Aktion“. Das Album wurde dabei in ein hochwertig designtes, kleines Gästebuch verpackt und mit Download Codes und der CD versehen. Die Fans werden dazu animiert, dass Buch immer wieder weiter an Freunde zu verschicken und somit den Namen Charity Children in die Welt zu tragen. Im besten Falle kommt das Buch dann voll mit persönlichen Erinnerungen und Eindrücken irgendwann zum Absender zurück. Da es Charity Children in erster Linie darum geht, ihre Musik mit möglichst vielen Menschen zu teilen, haben sie sich auch bewusst dazu entschlossen, das Album wieder in Eigenregie zu veröffentlichen. Viele Aktionen - wie der Kettenbrief - bei denen das Album praktisch „For Free“ verteilt wird, wären sonst mit einem etablierten Label nicht möglich gewesen. 

Nach dem Release im Februar freut sich die Band dann bereits wieder auf das was sie am Liebsten tun: Touren. Im April und Mai 2016 kann man die Band Live in Deutschland erleben. Die Daten folgen in Kürze.

 

 

 

VÖ-Datum: 26.02.2016

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Album der Woche | kw 8

JACK GARRAT

PHASE

Besser hätte das Jahr 2015 für den Briten Jack Garratt einfach nicht laufen können. Konnte sich der Producer-Überflieger schon vor 12 Monaten kaum retten vor Anfragen, Lobeshymnen und Co., beendete er das vergangene Jahr mit der Ankündigung seines zwischenzeitlich fertiggestellten Debütalbums Phase: Ein Album, das Garratt komplett selbst geschrieben, selbst eingespielt, selbst aufgenommen und größtenteils auch selbst produziert hat.

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Besser hätte das Jahr 2015 für den Briten Jack Garratt einfach nicht laufen können. Konnte sich der Producer-Überflieger schon vor 12 Monaten kaum retten vor Anfragen, Lobeshymnen und Co., beendete er das vergangene Jahr mit der Ankündigung seines zwischenzeitlich fertiggestellten Debütalbums Phase: Ein Album, das Garratt komplett selbst geschrieben, selbst eingespielt, selbst aufgenommen und größtenteils auch selbst produziert hat. Und das ihn, wenn es im Februar 2016 erscheint, ein für alle Mal ins internationale Rampenlicht katapultieren dürfte, denn spätestens zum Jahreswechsel ist der 24-Jährige auf die Überholspur gewechselt... 

Erst wenige Tage des neuen Jahres waren vergangen, als Jack offiziell zum Gewinner der diesjährigen BBC Sound of 2016-Prognose erklärt wurde. Eine Auszeichnung, die zusammen mit dem bereits im Dezember angekündigten Preis bei den anstehenden BRIT Awards – dem Critics’ Choice Award – zeigt, wie viel Rückenwind dieser junge Mann momentan genießt. Gewiss war die Musik noch nie ein Wettkampf, bei dem es wirklich um Erstplatzierungen und Ähnliches geht, aber wenn sie das wäre: Dann wäre Jack Garratt ganz klar der neue Champion, soviel steht fest. 

Schon jetzt kann einem schwindelig werden, wenn man die ganzen Highlights der letzten Monate aufzählen will: Wie er im Januar 2015 die Zuschauer beim Future Festival von Radio 1 komplett zum Ausrasten gebracht hat, um danach wirklich jedes einzelne (!) Konzert in Großbritannien und den USA auszuverkaufen und schließlich auch noch den „Introducing Artist of the Year“-Award der BBC im Dezember 2015 zu gewinnen. Klarer Fall: Sein Sammelalbum ist jetzt schon so gut wie voll; man wird wohl ein zweites und danach noch weitere für ihn anlegen müssen. Nicht übel für einen Typen, der normalerweise dazu neigt, alles im Alleingang zu machen. 

Dabei trifft es die Sache mit dem „bescheidenen Schlafzimmerproduzenten-Dasein“ inzwischen wohl gar nicht mehr zu 100%. „Nun, allein mit dem Begriff bewegt man sich ja auf verdammt gefährliches Terrain“, meint der großgewachsene Jack Garratt grinsend und fährt mit seiner Hand nachdenklich durch seinen roten Bart. „Ich hasse es, dass ich bloß sagen muss, dass ich meine Songs selbst produziere – und schon denken automatisch alle, dass ich über mein Laptop gebückt im Kämmerlein hocke und mich in meinen eigenen Selbstzweifeln suhle. Für derartigen Quatsch ist das Leben doch viel zu kurz“, meint er dann und fügt dem hinzu: „Außerdem habe ich für einige Songs von Phase auch ein paar ausgezeichnete Gastproduzenten an meine Seite geholt, und das war eine echt spannende Erfahrung für mich. Wir haben echt viel zusammen geschafft.“ 

Wobei man nicht vergessen darf, dass es in Jacks Entwicklung sogar Punkte wie jenen gab, an dem er sich nicht einmal mehr sicher war, ob die Musik für ihn überhaupt das Richtige war: Zweifel, die so groß waren, dass er sich sogar schon für ein Leben als Grundschullehrer entschlossen hatte, um die Ausbildung dann doch noch hinzuschmeißen. Die ganzen Drum-Sticks, Pads und Tasten, die das Bedroom-Producer-Dasein mit sich bringt, waren einfach zu verlockend gewesen. Womöglich war’s die beste Entscheidung seines Lebens. 

Sein erstes offizielles Lebenszeichen, die limitierte EP „Remnants“ (Anfang 2014 in Eigenregie via Bubinga Records veröffentlicht), auf der auch eine Frühversion des Albumsongs „Worry“ vertreten war, hatte eine Energie, die man fast schon als spirituell bezeichnen muss: Die darauf versammelten Tracks vereinten seinen Hang zu Electronica mit klassischem, von Gitarren dominiertem Songwriting, das jedoch durch eine Überdosis Frank-Ocean-Konsum (Channel Orange) mit der Zeit immer minimalistischer geworden war. 

Doch es gab noch ein weiteres, extrem wichtiges Album, von dem er einfach nicht genug kriegen konnte: Blunderbuss von Jack White. „Ich würde sogar sagen, dass Blunderbuss und Channel Orange die beiden Hauptgründe dafür sind, dass meine Musik heute so klingt, wie sie klingt: Ich stand einfach total auf diese unbehandelten Riffs, diesen Blues-Nachdruck von Jack White, aber genauso stand ich auf die lässigen Arrangements und die ganze Stimmung von Channel Orange. Und warum sollten sich diese Welten bitte nicht miteinander kombinieren lassen? Lassen sie doch – und so klingt das dann.“ 

Geboren in einem kleinen Dorf in der südenglischen Grafschaft Buckinghamshire, wuchs Jack in einem musikalischen Haushalt auf und lernte schon früh den Umgang mit diversen Instrumenten – eine Sache, die ihn bis heute begleitet. Seine ersten Akustik-Konzerte fanden größtenteils im Rahmen von Open-Mic-Nächten statt, doch als er dann erst mal seinen eigenen Sound gefunden hatte, lautete der Plan, damit auch ganz andere Bühnen zu erobern. Alles an diesem Sound, und zwar sowohl während der Aufnahmen als auch auf der Bühne, macht er im Alleingang. Die Intimität des Blues und seine grandios-raue Stimme treffen auf Beats und Bässe, die genug Nachdruck haben, um auch mal das Fundament einer Konzerthalle zu erschüttern. Oder sagen wir so: Er sorgt schon dafür, dass man nicht so einfach zur Ruhe kommt. Und dass die Hände permanent in der Luft bleiben. 

Dass Jack seine Tracks größtenteils im Alleingang produziert, ist dem Einfluss gewisser Leftfield-Producer-Größen der letzten Jahre geschuldet: Flying Lotus, Son Lux und Jai Paul führt er beispielsweise als wichtige Inspirationsquellen an, weil sie es immer wieder schafften, so Jack, existierendes Material in etwas Neues, Überaschendes zu verwandeln. „Das sind Typen, die sind einfach mal auf einem komplett anderen Level. Und ich find’s unglaublich, wie entwaffnend ihre Produktionen manchmal klingen.“ 

Die im Frühsommer 2015 veröffentlichte Nachfolger-EP „Synesthesiac“ zeigte, dass Jack Garratt seit der Veröffentlichung von „Remnants“ einen Quantensprung gemacht hatte: Der erste Track „The Love You’ve Given“, der auch auf seinem kommenden Phase-Album vertreten ist, funktioniert wie ein vertonter Schwelbrand, bis das Stück förmlich explodiert und in 1000 Farben aufleuchtet. Ein weiteres Album-Highlight, das ebenfalls schon auf der EP zu finden war, ist „Chemical“, ein wilder, ungezügelter Track, auf dem eine Überdosis Handclaps auf massive Beats und eine grandiose Dancefloor-Hook treffen. Auch wenn es schwer greifbar ist, was Jack da eigentlich genau macht, spürte man schon damals irgendwie, dass es für größere Bühnen bestimmt war – die Art von Bühnen, die er in diesem Jahr betreten wird. 

Mit dem Track „Weathered“, der ganz klar zu den Höhepunkten seiner Live-Sets zählt, und der ersten Single „Breathe Life“ hat Jack die Karten bereits im Vorfeld vollkommen selbstbewusst auf den Tisch gelegt: Beides sind überdimensionale, unglaublich eingängige Tracks, denen man anmerkt, dass der 24-Jährige seinen Sound gefunden hat. Er schreckt ganz offensichtlich nicht länger davor zurück, seine Stärken auch zu zeigen. Es sind Songs, die wirklich sofort unter die Haut gehen und die selbst auf den größten Playlisten kein bisschen fehlplatziert wirken. Auf Phase findet man etliche Stücke dieses Kalibers – und das, obwohl Jack sich zugleich absolut treu bleibt und seinen ursprünglichen Sound kein bisschen verwässert. Das treibende „Fire“ oder auch eine zukünftige Hymne wie „Surprise Yourself“ sind dabei nur zwei von etlichen weiteren Songs, die ab sofort bei seinen Konzerten ebenfalls zu den Highlights zählen dürften... 

Apropos Live-Shows: Nach einer durchweg ausverkauften UK-Tour im Herbst, in deren Rahmen er auch im Shepherd’s Bush Empire auftrat, sind Teile der kommenden Tournee schon jetzt ausverkauft: Unter anderem sein nächster Gig in der Londoner Brixton Academy, und das, obwohl Mr. Garratt sein Album ja erst im Februar veröffentlichen wird. Im Mai 2016 wird er für vier Konzerte nach Deutschland kommen. 

Ist bestimmt kein schlechtes Gefühl, dieser Tage in der Haut von Jack Garratt zu stecken: „Ja, momentan bringt wirklich jeder Tag etwas Neues; irgendetwas Spannendes passiert immer! Mich haut das echt um!“ 

 

 

 

VÖ-Datum: 19.02.2016

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Album der Woche | kw 7

ME AND MY DRUMMER

LOVE IS A FRIDGE

Als Me And My Drummer 2012 ihr Debütalbum veröffentlichen, legen Charlotte Brandi und Matze Pröllochs einen mehr als traumhaften Start hin. Und mit "You're A Runner" liefert das Duo wie nebenbei einen widerborstigen Hit, der mit seiner treibenden Impulsivität und seinem ekstatischen Finale so gar nicht der herkömmlichen Rezeptur folgt. Mehr als hundertfünfzig Konzerte quer durch Europa spielen die beiden im Anschluss an die Veröffentlichung.

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Als Me And My Drummer 2012 ihr Debütalbum veröffentlichen, legen Charlotte Brandi und Matze Pröllochs einen mehr als traumhaften Start hin. Und mit "You're A Runner" liefert das Duo wie nebenbei einen widerborstigen Hit, der mit seiner treibenden Impulsivität und seinem ekstatischen Finale so gar nicht der herkömmlichen Rezeptur folgt. Mehr als hundertfünfzig Konzerte quer durch Europa spielen die beiden im Anschluss an die Veröffentlichung. Währenddessen kollaborieren sie mit ebenso außergewöhnlichen Künstler_innen wie Kat Frankie, Tale Of Us oder Breton, bevor sie sich zunächst selbst eine Auszeit nehmen und sich schließlich komplett auf die Arbeiten am zweiten Album konzentrieren.

Die Band macht einen radikalen Schnitt. Zwischenzeitlich haben Brandi und Pröllochs sich quasi aller geschäftlicher Strukturen befreit und besinnen sich komplett auf sich selbst. Sie beginnen, neue Musik zu schreiben und lassen alle Erwartungen und allen Druck abprallen. Auf eigene Faust testen sie verschiedene Produzenten und nehmen schließlich im Sommer 2014 erste Versionen auf. 

Mit dem Resultat jedoch nicht zufrieden entschließen sich Brandi und Pröllochs bewusst gegen den Schnellschuss. Es wäre logisch gewesen, den Schwung des Debüts zu nutzen und zügig ein zweites Album folgen zu lassen. Doch die beiden setzen auf Kompromisslosigkeit. Das Ergebnis ist nicht stimmig; die Aufnahmen werden verworfen. Mit Olaf Opal finden Me And My Drummer schließlich den richtigen Verbündeten. Im Bochumer Studio des Produzenten von z.B. The Notwist wird im Frühjahr 2015 die Stunde Null ausgerufen. Gemeinsam arbeiten sie Stück für Stück das heraus, womit Me And My Drummer nicht weniger als 100% zufrieden sind: "Love Is A Fridge".

Die neuen Me And My Drummer büßen nichts von der Erhabenheit auf "The Hawk, The Beak, The Prey" ein und sind doch bunter, eklektischer und tanzbarer. Kaleidoskop-artig öffnen sie sich mit jedem der Stücke andere Horizonte. Über leuchtende Texturen zwischen Ambient- und Starkstrom-Synthies legt Brandi entwaffnend intime Texte. Insofern knüpft "Love Is A Fridge" an das Debütalbum an. Allerdings ist sie jetzt direkter: Sie spricht ihre Adressaten unverfroren und offen an. Und nach wie vor entflechtet sie dabei Beziehungswirren und verhandelt die Widersprüchlichkeit des Zusammenseins: Es geht um Liebe und Ego, Nostalgie und Wahnsinn, um Depression, Resignation, Disziplin und Kunst. 

Musikalisch sind Me And My Drummer experimenteller und mutiger, die Kompositionen sind mehrdeutig und offener. Mit "Blue Splinter View" oder "Pentonville Road" stehen klassisch angelegte Songs fragmentarischen Schönheiten wie "Easy On Me" oder einem geradezu Jam-haften Stück wie "Prague I & II" gegenüber. Außerdem gestattet sich die Band eine klangliche Öffnung und lässt Brandi auf einigen der neuen Stücke eine drängende, mal folkige, mal grungige E-Gitarre spielen. 

"Love Is A Fridge" zeigt, welche Urgewalt und Innigkeit Me And My Drummers musikalische Kompromisslosigkeit gebärt. Eine einnehmende Direktheit, die sie in ihrer Musik zelebrieren und immer wieder weiter definieren. Es ist das große Vergnügen, unmittelbar am Austausch zweier fantastischer Musiker_innen teilhaben zu können. 

 

 

 

Vö-Datum: 12.02.2016

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Album der Woche | kw 6

FRANCIS

MARATHON

Das schwedische Quintet Francis spielt traumhafte, erhabene Popmusik. Zehn Jahre nachdem sich die Band gründete, erscheint am 05.02.2016 das internationale Debütalbum Marathon!

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Das schwedische Quintet Francis spielt traumhafte, erhabene Popmusik. Zehn Jahre nachdem sich die Band gründete, erscheint am 05.02.2016 das internationale Debütalbum Marathon! In der Zwischenzeit erschien die EP This Must Be Blood (2012) und Francis spielte einige Tourneen in Europa, darunter auch Supports für The Tallest Man On Earth. Gemixt und produziert wurde das Album von Nicolas Vernhes (The War on DrugsAnimal Collective) und diesen Einfluss hört man durchaus! Die erste Single Follow Me Home klingt so wunderbar verträumt und doch geradlinig, dass sie ohne weiteres als neue Single von The War On Drugs durchgehen könnte. In der Gesamtheit versprüht Marathon dabei eine große Leichtigkeit. Das Album klingt präzise und eingängig im Songwriting (Bridges) und unbefangen-befreit in den Sounds (Baby Green, Winters Wind). Immer wieder bauen die Gitarren immense und doch bedachte Klangwelten auf, die von Petra Mases‘ kristallklarer Stimme gebrochen werden (besonders toll auf Howl). Die Frontfrau selbst sagt zum neuen Album: „Jeder Song handelt im Grunde von Kindern, Scheidung und Liebe. Aber es gibt auch eine politische Seite. Wir sind alle von der Xenophobie betroffen, die in Europa entstanden ist. Es geht um die Hoffnung auf zukünftige Generationen, Nächstenliebe und den fortlaufenden Kampf für Gerechtigkeit und Emanzipation. Und ganz einfach um die Hoffnung auf Liebe. Oder dem Fehlen eben dieser und der damit einhergehenden Frustration.“

 

 

VÖ: 05.02.2016

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Album der Woche | kw 5

TURIN BRAKES

LOST PROPERTY

"Lost Property" ist eine Sammlung von Geschichten über die trügerische Seite der Realität, die nur einen Katzensprung vom Alltag entfernt ist.

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"Lost Property" ist eine Sammlung von Geschichten über die trügerische Seite der Realität, die nur einen Katzensprung vom Alltag entfernt ist. Getragen von West-Coast Akustikgitarren, zeichnet das Album eine weitläufige, harmonische Hörlandschaft, die sich durchaus als das Markenzeichen der Turin Brakes hervorgetan hat. Hinter der opulenten, cineastischen Produktion steht die Kollaboration der Band mit Ali Staton (Madonna, La Roux) in der analogen Welt der legendären Rockfields Studios. Entstanden sind Geschichten, sowohl hoffnungsvoll als auch beunruhigend, in denen stets unerwartete Echos aus dem eigenen persönlichen Leben mitschwingen. 

Intimität und Wärme waren über die Jahre stetige Begleiter der Turin Brakes. Mit „Lost Property“ gelangt die Band nun in Gefilde, die größer, epischer und düsterer sind. Ein Sound, der nach den weiten Landschaften der USA verlangt, aber in den schmuddeligen Straßen Süd-Londons verwurzelt ist und dabei aber immer noch einzigartig und unvergesslich bleibt. 

1999 vermochte niemand der sogenannten Experten vorhersehen, dass die Turin Brakes nun ihr siebtes Studioalbum veröffentlichen. Damals waren Sie nur eine unter den vielen heiß gehandelten jungen Emporkömmlingen der "Class of 2000", von denen die Meisten in der herzlosen Welt des Showbiz schnell wieder untergingen. Während die Turin Brakes hingegen sich weiterhin einen Weg durch die sich wandelnde Musiklandschaft ebnen.

 

VÖ-Datum: 29.01.2016

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Album der Woche | kw 4

BLOC PARTY

HYMNS

“HYMNS” ist eine Art Wiedergeburt für Bloc Party. Nach 16 erfolgreichen Jahren als Band, unzähligen Welt-Tourneen, Auszeichnungen und vier Studioalben, kehren Kele Okereke und Russell Lissack zu den Ursprüngen zurück.

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HYMNS” ist eine Art Wiedergeburt für Bloc Party. Nach 16 erfolgreichen Jahren als Band, unzähligen Welt-Tourneen, Auszeichnungen und vier Studioalben, kehren Kele Okereke und Russell Lissack zu den Ursprüngen zurück.

 

“Bloc Party started with just Kele and I, and we used to write the songs together, and we found other people and grew from that. It feels like that’s happened again”, so Russell. 2014 fingen die beiden wieder an, Songs zu schreiben und wurden mit der Zeit durch zwei neue Bandmitglieder verstärkt, so dass Bloc Party schnell wieder zu einem Quartett zusammenwuchs. Bassist Justin Harris stieß von Menomena zu Bloc Party hinzu, wohingegen Louise Bartle von den beiden auf YouTube entdeckt wurde und sie sofort begeisterte. “It’s good to have someone bringing that energy of doing it for the first time. It’s made us all excited about going forward.”

 

Wie der Albumtitel bereits andeutet, geht es thematisch um Glauben und Hingabe, und den Einfluss des Themas Religion auf Keles Arbeit als Songwriter, ohne dass der Bloc Party Sänger sich selbst als religiös beschreiben würde: “It seemed like for me music had originated in a religious place. The first music I ever heard was hymns at school. I started to think, if I was going to make music that had a spiritual dimension, that was sacred to me and to the things that I held important, how would I do it?”

 

Klanglich zeigt "HYMNS” auf, wie eine Band über die Jahre wächst und sich verändert, wie durch verschiedene Ansätze und unterschiedliche Einflüsse ein neuer Sound entsteht. “It’s still a very live record”, sagt Russell. “Everything has been played, though it doesn’t necessarily sound like that.” Und Kele fügt hinzu: “What Russell is doing now is completely blowing my mind. He’s using the guitar as an instrument of white noise, as well as a melodic tool. I’m super-excited about getting this music in front of people.”

 

Das Ergebnis klingt befreiter denn je und stellt einen neuen Aufbruch im Bloc Party Kosmos dar. Einen ersten Vorgeschmack gab es schon in Form von “The Love Within” sowie bei der BBC 6 Music Live Session in Maida Vale.

 

 

VÖ-Datum: 29.01.2016

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Album der Woche | kw 3

DAUGHTER

NOT TO DISAPPEAR

Frage: Wie erfüllt man die Erwartungen an ein zweites Album, wenn das Debüt bereits so viele Menschen berührt hat, wie es „If You Leave“ 2013 getan hat. Ganz einfach: Man investiert noch mehr Herzblut und Leidenschaft in den Nachfolger: „Not To Disappear“ ist ein musikalisch hochemotionaler Seelenbrecher geworden.

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Frage: Wie erfüllt man die Erwartungen an ein zweites Album, wenn das Debüt bereits so viele Menschen berührt hat, wie es „If You Leave“ 2013 getan hat. Ganz einfach: Man investiert noch mehr Herzblut und Leidenschaft in den Nachfolger: „Not To Disappear“ ist ein musikalisch hochemotionaler Seelenbrecher geworden. Das Londoner Trio Daughter um Sänger und Gitarristin Elena Tonra, Gitarrist Igor Haefeli und Schlagzeuger Remi Aguilella schafft es wie keine andere Band Intimität in einen voluminösen Sound zu verpacken, der in großen Hallen genauso nahbar wie im stillem Kämmerlein klingt.

 

Produziert von Haefeli und Nicolas Vernhes (Animal Collective, Deerhunter, The War On Drugs) zeigt „Not To Disappear“ die große Entwicklung der Band. Aufgenommen im Vernhes Studio in Greenpoint im New Yorker Stadtteil Brooklyn, lässt die Band Sounds und Songs verschmelzen. Getragen werden sie Elena Tonras verletzlicher Stimme, die seelische Abgründe in schwelgerische Tagträume verwandeln kann. Igor Haefelis Gitarren und Remi Aguilellas Dums legen sich dabei wie eine wärmende Decke um den Hörer. Die schützende Geborgenheit von „Not To Disappear“ erinnert dabei mitunter an Bands wie The xx, Radiohead oder Sigur Rós.

 

“A lot of it started with individual ideas,” sagt Tonra. “Igor would write some instrumental stuff, and I would go away and write more tracks, learning how to use Logic, and how to realise something in a fuller way than just guitar and voice. As it moved along it went through various stages, sounding better and better.”

 

Da die Produktion des Albums kein einfaches Unterfangen war, kann man Co-Produzenten Vernhes vielleicht als Schlüssel bezeichnen, der die Band dazu brachte über sich hinauszuwachsen: „Nicolas was wonderful,” kommentiert Tonra dazu. “We’d been living in London, and demoing and writing here – we’re perfectionists, pulling in different directions – so it was really beneficial to go somewhere else to record it, just for a change of scene. Working with Nicolas was a real injection of energy.”

 

“I’m a control freak, so it’s hard to let go,” fügt Haefeli hinzu, “but I found a lot in common with him, as much in our positive sides as in our faults. He brought a quality of recording that wouldn’t have been possible otherwise. And he’s just a fun person to be around.”

 

Auf „Not To Disappear“ schichten Daughter Sounds und Klänge, wodurch das Album viel breitwandiger aber auch irgendwie fragiler als der Vorgänger klingt. “To me, music is like a very fragile Jenga,” so Haefeli weiter. “You move one piece, then you have to move another piece to balance it. Elena is much more of a ‘pure’ artist – for her, it’s always about capturing the ‘moment’. In that way, we’re polar opposites, but I think that’s what brings some of the magic to it.”

 

Magie trifft es dann auch dieses Mal, denn Daughter haben sich ein Stück weit neu erfunden und ihre Musik frei von irgendwelchen Zwängen weiterentwickelt. Elena Tonras bittersüße Texte werden dabei zum Spiegel ihrer Seele. “Expressing your emotions isn’t a weakness but a real strength. I think with this album, there’s less hiding. I used to hide a lot of my themes in poetry, but now, there’s no veil.“, sagt sie mit neuem Selbstbewusstsein. “The first song we wrote for the record, ‘New Ways’, was like opening another window. The album title comes from that song, and for me, as the lyricist, it’s an important message. The older I get, the more I’m saying ‘this is who I am’.” - niemand kann das Herz wohl schöner auf der Zunge balancieren als die Sängerin von Daughter. So hängt man auch bei „Not To Disappear“ an ihren Lippen und verliert sich in den Klängen dieser unwiderstehlichen Band.

 

VÖ-Datum: 15.01.2016

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Album der Woche | kw 2

ISBELLS

BILLY

Die Geschichte von Isbells liest sich wie ein Märchen. Gaëtan Vandewoudes‘ Musik machte eine Reise um die Welt, ausgehend aus dem umgebauten Stall, in dem er lebt. Von Soundtracks für Grey’s Anatomy, Hawaii Five O und Teen Mom bis hin zur internationalen Trivago-Werbekampagne. Das sind die Erfolge der Lieder As Long As It Takes, Reunite undElation. Diese Erfolge haben nicht nur die Grenzen Belgiens, sondern auch die Erwartungen der Band überschritten.

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Die Geschichte von Isbells liest sich wie ein Märchen. Gaëtan Vandewoudes‘ Musik machte eine Reise um die Welt, ausgehend aus dem umgebauten Stall, in dem er lebt. Von Soundtracks für Grey’s Anatomy, Hawaii Five O und Teen Mom bis hin zur internationalen Trivago-Werbekampagne. Das sind die Erfolge der Lieder As Long As It Takes, Reunite undElation. Diese Erfolge haben nicht nur die Grenzen Belgiens, sondern auch die Erwartungen der Band überschritten.

 

Mit den den niedlich-melancholischen Klängen der ersten AlbenIsbells (2009) und Stoalin (2012) haben sich Isbells sauber zwischen Nick Drake und Bon Iver eingereiht. 2014 tauschte Vandewoude dann Folk gegen Pop und nannte sich Sweet Little Mojo, allerdings kehrt mit Billy das Projekt Isbells zurück!

 

Es ist das dritte und persönlichste Album, das er je geschrieben hat. Es ist bis an den Rand gefüllt mit wohlklingenden Melodien.

 

„Niemand kann Ihnen raten und helfen, niemand. Es gibt nur ein einziges Mittel. Gehen Sie in sich.“

 

Rainer Maria Rilke gab ihm die ausschlaggebenden Worte, um „Billy“ zu schreiben und seinen Kopf wieder mit sich selbst in Einklang zu bringen. Wie sauber Vandewoude sein Umfeld beobachtet und seine Vergangenheit überdacht hat, ist sofort bemerkbar. Das Album ist wie Balsam für die Seele, wenn der Folk aufklingt. Getragen von Streichern, einem Blasinstrument, manchmal einem Piano und 

einer Stimme, die bis in den letzten Winkel deines Körpers steigt.

 

Auf den letzten Metern kam er jedoch ins straucheln. Der Studio-Mix klang einfach nicht so, wie Vandewoude es sich vorstellte. Zum ersten Mal in seiner Karriere musste er sich Hilfe in der Produktion holen: Jo Jacobs von De Held übernahm den Mix und Uwe Teicherts (Balthazar u.v.m) das Mastering.

 

 

VÖ-Datum: 15.01.2016

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Album der Woche | kw 1

THE JEZABELS

SYNTHIA

"What's a girl to do, standing in the spotlight?" Das ist eine mehr als berechtigte Frage wenn sich der Vorhang zum dritten Album der Jezabels hebt. Die Erwartungen sind hoch.

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"What's a girl to do, standing in the spotlight?" Das ist eine mehr als berechtigte Frage wenn sich der Vorhang zum dritten Album der Jezabels hebt. Die Erwartungen sind hoch. 

Sieben Jahre ist es her, seit die Band mit ihren ersten EPs begann, von Sydney aus weltweit Aufsehen zu erregen; vier Jahre seit ihrem ersten Studioalbum “Prisoner”, das ihnen nicht nur einen Australian Music Prize, sondern auch Auftritte vom Splendour bis zum Lollapalooza verschaffte. "What's it gonna be? Maybe it's a broken heart.

" Ja, auch dieses Gefühl kennen sie nur zu gut. Nach dem Aufruhr um Krankheit und Orientierungslosigkeit rund um ihr zweites, passend betiteltes Album “The Brink”. Am besten gar nicht erst nachfragen, sondern unter dem Stichwort #2 Debüt und einem weiteren unglaublichen Ansturm auf die Band ablegen.

 

What's a band to do? Die Antwort lautet kurz und knapp: SYNTHIA. 

 

Beim Titel bezieht sich Sängerin Hayley Mary auf Bilder, die so groß sind wie die Musik selbst. Von der griechischen Mondgöttin bis hin zur 80er Jahre Synthi-Pop-Königin Cyndi Lauper. 

Von The Heroine's Journey bis zur allzu simplen Auffassung der Rockmusik, dass Frauen "synthetisch" zu sein hätten, Männer aber authentisch. All das liest man natürlich zwischen den Zeilen. 

Die Jezabels haben sich ihre biblische Namensherkunft nicht zufällig ausgesucht, als sich Haley Mary und Heather Shannon gemeinsam mit Sam Lockwood und Nik Kaloper an der Uni vor fast 10 Jahren in Sydney kennenlernten.

 

Ihre tief empfundenen Ansichten zum Thema "Gender" sind noch potenter und persönlicher geworden, in einer Welt die immer ungestümer wird.

"Previously I've shrouded myself a lot in mystery and the language of romanticism; played roles and stuff — which reflected some kind of truth about how I felt as a woman," so Hayley. "Now I feel like I can be much more upfront about all that. The truth about how it feels to be a woman has become a much more prominent part of the general conversation in the last couple of years. These are exciting times.

I think we've made an album that celebrates that”, fügt sie hinzu. Und genau hier steigert sich ihr trojanische Pferd aus gigantischem, cineastischem Rock gleichermaßen. 

Gemeinsam mit “Prisoner” Produzent Lachlan Mitchell und dem stets wachsenden Arsenal an neuen und alten Keyboards von Heather Shannon, definieren The Jezables ihre strukturellen Grenzen neu.

"Synthia" ist eine mutige Behauptung, die diese Band hervorhebt aus einer Welt vollen Typen die ihr Bestes versuchen, um "authentischen Rock" zu imitieren "Heather had a couple of new synthesisers, so a lot of ideas were coming from her and then we'd build the songs around them," so Haley. "We were back in Sydney [from London] in January, we just got together to rehearse and we wrote about four songs in a week. "This is a record we made ourselves, at our own behest," betont sie. "People were actually surprised when they heard it was happening. We were surprised. We just had a natural momentum." "The sound keeps growing," sagt Produzente Mitchell, der die Entwicklung der Songs über nahezu sieben Monate im Studio hautnah miterlebte.

"Sam's guitar has transformed into this big, cinematic thing enveloped by effects and washes… Nik is the guy that gives the power and the intricacy to all of that. He's always time-shifting, thinking up new parts to suit the big picture." "Synthia" kommt einem vor wie ein Trip, bestehend aus zehn, bzw. elf Teilen, wenn man die fast ohnmächtig machende Traum Sequenz “Stand And Deliver” am Anfang des Albums mit dazu zählt; inklusiv Spoken-Word-Beschwörung von Shirley Temple durch Edie Sedgwick. 

 

Diesen Rahmen schließt "Stamina", der letzte Song des Albums. Ein weiteres, siebenminütiges Drama, das von einem fliessenden Gitarrenpart hin zu einem ekstatischen, krachenden Crescendo des Schlagzeugs ansteigt. 

Das musikalische Pendel des Albums schwingt von berauschender Stille bis hin zu theatralischem Überschwang, und das bei jedem einzelnen Song. Die elektronischen Störungen und Trash auf “My Love Is My Disease” bilden die perfekte Balance zu den symphonischen Schwingungen von “A Message From My Mothers Passed”. Der geschmeidige Groove und Seufzen von “Smile” und der sensationelle Swing und ElektroWirbel auf “Pleasure Drive” zeigt eine Band, die ein atemberaubendes Klanggerüst aus Rhythmen und Melodien und Geschichten formt, die niemals besser den Nerv der Zeit getroffen haben.

 

 

VÖ-Datum: 12.02.2016

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Album der Woche | kw 51

HINDS

LEAVE ME ALONE

Seit knapp einem Jahr verzücken die vier Madrileninnen die internationale Bloggerszene und tourten bereits mit ihren ersten Singles weltweit. Anfangs noch unter den Namen Deers stehen seit Anfang 2015 die Zeichen komplett auf Sturm:

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Seit knapp einem Jahr verzücken die vier Madrileninnen die internationale Bloggerszene und tourten bereits mit ihren ersten Singles weltweit. Anfangs noch unter den Namen Deers stehen seit Anfang 2015 die Zeichen komplett auf Sturm: Der TV Sender Arte lässt keine Gelegenheit aus, der Band eine Plattform zu bieten, jeder Schnipsel, den die Band ins Netz stellt, sorgt für eine Lawine an Blogposts und besonders in den USA und UK überschlagen sich die Medien mit Lobeshymnen.

 

Am 08. Januar 2016 erscheint das Debüt "Leave Me Alone". Zwölf perfekt unperfekte und hochgradig charmante Lo-Fi-Indie-Pop-Perlen, inspiriert von zeitgenössischen amerikanischen Garage-Künstlern wie The Black LipsTy Seagall oder Mac DeMarco. Mit "Leave Me Alone" ist eines der aufregendsten Debütalben der nächsten Zeit und repräsentiert darüber hinaus die gerade aufkeimende Indie-Musikzene der spanischen Hauptstadt.

2015 war schon ein irrsinniges Jahr für Ana PerroteCarlotta CosialsAde Martin und Amber Grimbergen, doch was 2016 auf sie zukommt, kann man sich nur ausmalen. Klar ist zur Ruhe kommen werden die Vier erstmal nicht...

 

 

VÖ-Datum: 08.01.2016

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Album der Woche | kw 50

TWIN BANDIT

FOR YOU

An einem Tag vor zwei Jahren geschah in einer kleinen Küche in der St. James Musikakademie in Vancouver etwas ganz Besonderes: In dieser gemeinnützigen Einrichtung, in der die Bäuche der bedürftigen Kinder der Nachbarschaft mit Essen und ihre Köpfe mit Musik gefüllt werden, stand die verzweifelte Köchin Hannah Walker vor einer schier unlösbaren Aufgabe.

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An einem Tag vor zwei Jahren geschah in einer kleinen Küche in der St. James Musikakademie in Vancouver etwas ganz Besonderes: In dieser gemeinnützigen Einrichtung, in der die Bäuche der bedürftigen Kinder der Nachbarschaft mit Essen und ihre Köpfe mit Musik gefüllt werden, stand die verzweifelte Köchin Hannah Walker vor einer schier unlösbaren Aufgabe. Sie musste hunderte Quesadillas vorbereiten, bevor die hungrige Kinderschar über die Kantine herfiel und gleichzeitig eine wohlmeinende, aber ungelernte freiwillige Helferin anweisen. In einem seltsamen Moment der Klarheit überkam Hannah die Erkenntnis, dass es sich bei diesem unbeholfenem Neuling, Jamie Elliot, um ihre musikalische Seelenfreundin handele, die ihre Partnerin im Folk-Americana Duo Twin Bandit werden sollte. Es entstand sofort eine Verbindung – wie bei Schwestern und perfekten kreativen Gegenstücken – da sie beide gleichermaßen starke Instrumentalisten, Sänger und Songschreiber sind. Sie sind kreative Zwillings-Seelen mit einem unwiderstehlich dunklen Hauch in ihrer Musik – daher der Name Twin Bandit. Jetzt veröffentlichen sie ihr Debütalbum For You, das mit ergreifenden Texten und schmerzhaft schönen Gesangsharmonien glänzt.

 

For You ist ein anmutiges, intimes Album, voll nackter Emotion, elegant-spärlicher Musikalität und hypnotisierenden Gesangsharmonien. Erneutes Hören belohnt mit subtilen Noten wie gewinnenden Pedal-Steel-Gitarren, Atmosphären im Stile von Spaghetti-Western und verträumten Gospelorgeln. Noch am selben Tag, an dem sie sich kennenlernten, sangen Hannah und Jamie gemeinsam fast jeden Evergreen, den sie kannten und zählten aufgeregt ihre Lieblingslieder und -künstler aus vergangenen Tagen auf. Wenn man aufmerksam zuhört, eröffnet das Album jedoch auch Strukturen und Nuancen, die zeitgenössische Soundlandschaften heraufbeschwören.

„Die Zeit als junger Erwachsener ist tiefgründig und verwirrend, und in der Folkmusik liegt etwas Allgemeingültiges und Zeitloses, da es dabei um Lektionen fürs Leben geht, wie beispielsweise die Themen Vergebung, Herzschmerz, oder ums Verlieben“, erklärt Hannah. „Geschichten zu erzählen und zu teilen ist therapeutisch.“ Es gibt jedoch faszinierende Unterschiede zwischen den Perspektiven der beiden Schreiber. „Ich schreibe aus einem inneren Kampf oder einer gewissen Dunkelheit heraus, und Jamie schreibt aus einem Gefühl für Frieden und Optimismus, selbst in schweren Zeiten“, erläutert Hannah weiter.

 

Das atemberaubend idyllische „Tides“ ist ein auf Gefühle konzentrierter Blick in eine turbulente Beziehung. „Es geht darum, dass Liebe, wie die Gezeiten, kommt und geht und darum, das zu akzeptieren. Wie es so schön heißt, ‚Was man liebt, muss man loslassen’“, erzählt Jamie. Der anmutige Gang von „Rosalyn“ verbirgt die geisterhafte Qualität des Textes, mit Zeilen wie „The tracks on your skin tell me how far you've been“. „Das habe ich für eine gute Freundin geschrieben, die älter war als ich, und mit ihrer Sucht kämpfte. Ich wuchs mit ihren Geschichten auf, und war davon bewegt, was für eine liebenswerte Person sie war. Es hat mich überrascht, dass jemand mit einem so schweren Leben so viel Liebe zu geben hatte“, verrät Hannah. Andere Albumhighlights sind das vor einsamer Schönheit strahlende „The Waltz“ und das verträumte „For You“. Produziert wurde das Debütalbum von John Anderson, ihrem guten Freund und gefragtem Pedal-Steel-Gitarren Virtuosen.

Trotz ihrer Musikkarriere wollen sich Twin Bandit weiter für die St. James Musikakademie und andere soziale Projekte einsetzen. „Musik ist ein Werkzeug um sozialen Wandel zu schaffen. Wir glauben fest an die Kraft dieser Botschaft und wollen unseren Teil leisten“, sagt Hannah.

 

 

VÖ-Datum: 04.12.2015

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Album der Woche | kw 49

LYDMOR & BON HOMME

SEVEN DREAMS OF FIRE

Hinter Lydmor steckt die Songwriterin Jenny Rossander, hinter Bon Homme Tomas Høffding, den man vor allem als Sänger und Bassisten der dänischen Elektro-Popper WhoMadeWho kennt. Da prallen Welten aufeinander und das Ergebnis kann sich hören lassen.

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Hinter Lydmor steckt die Songwriterin Jenny Rossander, hinter Bon Homme Tomas Høffding, den man vor allem als Sänger und Bassisten der dänischen Elektro-Popper WhoMadeWho kennt. Da prallen Welten aufeinander und das Ergebnis kann sich hören lassen.

 

Ende September begeisterten die beiden Dänen das bis auf den letzten Platz volle Indra im Rahmen des Reeperbahn Festivals. Lydmor beeindruckte vom ersten Ton an durch ihre starke Bühnenpräsenz, die ihr erfahrener Bühnenpartner Bon Homme, der mit WhoMadeWho bekannt wurde, ergänzte. Auf ihrem Debüt„Seven Dreams Of Fire“ gibt es 13, sowohl ruhige, als auch tanzbare Elektro-Popstücke zu hören. Teilweise wird es sogar orchestral, wie im Stück „Trooper“. Der Song „Missed Out On Disco“ erinnert mit seinen Gitarren sogar etwas an The Cure.

 

 

VÖ-Datum: 06.11.2015

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Album der Woche | kw 48

LOCAS IN LOVE

KALENDER

Veröffentlichungstermine, Produktionszeiträume, Marketingpläne, Singleveröffentlichungen, Tourdaten... Da kann der Musiker Künstler sein wie er will, aber von einem gewissen zeitlichen Korsett wird er sich auch nicht befreien können.

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Veröffentlichungstermine, Produktionszeiträume, Marketingpläne, Singleveröffentlichungen, Tourdaten... Da kann der Musiker Künstler sein wie er will, aber von einem gewissen zeitlichen Korsett wird er sich auch nicht befreien können.
Schon wieder nervt die Plattenfirma, der Tourneeveranstalter will mit seinen Terminen in den Vorverkauf, und wie war das?! Die Vinylproduktion dauert mittlerweile drei Monate!? Ja, ganz genau: Hier wäre auch schon die nächste Deadline!

Locas in Love, mittlerweile im 14. Bandjahr angekommen, veröffentlichen am 20.11. unter dem Titel „Kalender“ ihr siebtes Studioalbum. Und wenn man die beiden Karpatenhund-Alben hinzuzählen möchte, sind es tatsächlich schon neune.Erst im Februar hatte das Kölner Kollektiv das Doppel-Album „Use Your Illusion 3 & 4“ veröffentlicht, aber wie das manchmal so ist mit den Produktionszeiträumen:
Bis das eine Album endlich erschienen ist, hat man unter Umständen schon wieder das nächste Album geschrieben. Und dieses Mal wollte man auf keinen Fall zu lange mit der Veröffentlichung warten: Was raus muss, muss raus!

Dabei zeigen sich Locas in Love auf „Kalender“ bei aller Produktivität vermehrt von ihrer dunklen Seite: „Es gibt kein richtiges Leben im Bürgerlichen“, singt Stefanie Schrank im Song „Oh!“, von der auch der kunstvolle Wandkalender mit zwölf Motiven zwischen abgründig, absurd und humorvoll stammt, der dem Album beigelegt ist.
Dabei waren Locas in Love eigentlich immer schon das perfekte Bindeglied zwischen Indie-Untergrund und Breitwand-Pop. Also der ideale Soundtrack für eine moderne Bürgerlichkeit mit einer abgeschlossenen 90s-Sozialisation zwischen Bret Easton Ellis, David Lynch, Nirvana und den Simpsons. Aber nur bei oberflächlicher Betrachtungsweise!
Denn wer genau hinhörte bei den Vorgänger-Alben wie „Saurus“ oder „Lemming“ konnte schon immer bedrohliche Risse im restaurierten Sound-Stuck erkennen.
Und in den Texten von Songschreiber Björn Sonnenberg, der gerne absichtlich die Metrik und Reimschemen aufbricht, fühlten sich die Protagonisten schon immer angewidert und fremd in der Sprechposition der sogenannten Pop-Linken, die im Hochsicherheitstrakt namens Bundesrepublik Deutschland ihr eigenes Klientel bespaßen, nur um daraus am Ende selbst einen Distinktionsgewinn zu ziehen.

Locas in Love versuchen über den Kopf hinaus dahinzugehen wo es wirklich wehtut: Mitten ins Herz hinein!
Ich werde ein Lied für alle schreiben“ ist dabei noch der größte Schlager auf diesem Album, wobei die Unmöglichkeit, tatsächlich ein Lied für alle Menschen zu schreiben, für jede Lebenssituation und Emotion, und das auch noch in deutscher Sprache, die ganze Zeit über im Song mitschwingt. Dieses Lied darf man also durchaus als eine Hymne auf das Scheitern an sich begreifen. Der Locas in Love Fan dürfte sich jedenfalls schon einmal bestätigt fühlen.
Gleich zu Beginn sterben auf „Kalender“ alle Großeltern, und doch bleibt am Ende ein tröstliches „Gute Nacht“-Lied. Ja, Morgen ist auch noch ein Tag. Und nächste Woche beginnt schon wieder der Oktober. Und neulich beim Kaffee mit Freunden gab es schon wieder Spekulatius. Raum und Zeit bleiben bis auf weiteres eine „Abstract Machine“, und Locas in Love formulieren weiter Album für Album unter der Flagge „Freundschaft, Manifeste und Zerstörung“. Kalender scheint sich dabei vor allem in der 4. Dimension abzuspielen. Und wenn alte Wünsche sterben, fällt es wieder schwer an neue zu glauben! Dass es kein richtiges Leben im Bürgerlichen gibt, darf jedenfalls weiterhin als sicher gelten. Aber immerhin gibt es für dieses Leben jetzt den richtigen Kalender.

 

 

VÖ-Datum: 20.11.2015

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Album der Woche | kw 47

CHARLES PASI

SOMETIMES AWAKE

Charles Pasi ist gerade einmal 31 Jahre alt. Trotzdem kommt schnell der Eindruck auf, der Pariser Songwriter habe bereits viele dutzend Alben veröffentlicht. „Sometimes Awake“ ist sein dritter Langspieler, der sich nicht nur durch die Mundharmonika als markantes Merkmal von der breiten Masse seiner Genre-Kollegen abzuheben weiß.

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Charles Pasi ist gerade einmal 31 Jahre alt. Trotzdem kommt schnell der Eindruck auf, der Pariser Songwriter habe bereits viele dutzend Alben veröffentlicht. „Sometimes Awake“ ist sein dritter Langspieler, der sich nicht nur durch die Mundharmonika als markantes Merkmal von der breiten Masse seiner Genre-Kollegen abzuheben weiß. Seine Mixtur aus Blues, Soul, Jazz und Pop mit zeitgemäßem Anschlag und unwiderstehlichem Charme präsentierte Pasi gemeinsam mit seiner Band bereits auf internationalen Bühnen von Paris, über Memphis, Montréal bis nach Moskau, Barcelona und London. Der junge Mann hat weltweiten Erfolg und ihn sich bis heute zu großen Teilen allein erarbeitet. 

 

Mit Believe Recordings als Label ist am Freitag das neue Album „Sometimes Awake“ endlich auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Eine Tour folgt im Dezember.

 

 

VÖ-Datum: 13.11.2015

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Album der Woche | kw 46

Radical Face

The Family Tree: The Bastards

Radical Face veröffentlicht die The Bastards-Compilation als Vorgeschmack auf die letzte Folge seiner Gesellschafts-Trilogie The Family Tree. Es enthält zwei bis dato unveröffentlichte Stücke.

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Radical Face veröffentlicht die The Bastards-Compilation als Vorgeschmack auf die letzte Folge seiner Gesellschafts-Trilogie The Family Tree. Es enthält zwei bis dato unveröffentlichte Stücke.

 

Vor mehr als einer Dekade begann Ben Cooper aka Radical Face damit, die Geschichte der Northcotes, einer fiktiven, und teils andersweltigen Familie aus dem neunzehnten Jahrhundert zu schreiben. Im Schuppen hinter dem Haus seiner Mutter in Jacksonville, Florida, erschuf er die Figuren, die er in einer dreiteiligen Albumserie zum Leben erweckt. Verschiedene Instrumentationen und Melodien repräsentieren unterschiedliche "Familienmitglieder", und die einzelnen Alben wurden nur mit Musikinstrumenten aufgenommen, die auch in der entsprechenden Ära verfügbar waren.  

 

Die ersten beiden Alben der Trilogie, The Family Tree: The Roots (2010) und The Family Tree: The Branches (2013) erreichten Platz 20 bzw. Platz 10 der Billboard Heatseekers Charts. Der dritte und letzte Teil der Trilogie wird Anfang 2016 erscheinen. 

Während des Schreib- und Aufnahmeprozesses jedes Albums der Trilogie gab es jeweils einige Tracks, die nicht richtig auf das Album passten. Diese waren die "Bastarde". In der Vergangenheit wurden diese "Bastarde" vor jedem Family Tree-Album als EP an Fans verteilt, um die Vorfreude auf das nächste Album zu steigern. In dieser Tradition werden im Herbst die "Bastarde" des dritten, kommenden Albums als Teil einer größeren Sammlung namens The Bastards erscheinen. Da die Trilogie mit dem nächsten Album abschließen wird, nehmen auch die "Bastarde" ein Ende.  Dementsprechend wurden zwei neue "Bastarde" aus den Aufnahmen des dritten Albums mit den vorherigen "Bastarden" vereint, um ein abgeschlossenes, eigenständiges Album zu formen, das zum ersten Mal digital erhältlich sein wird - mit insgesamt 11 “Bastarden”. 

 

“Diese EPs bestehen aus den Songs, die nicht auf die eigentlichen Alben passten, aber sie sind trotzdem Teil des Family Tree-Projekts. Und es sind keine Wegwerf-Songs. Ich bin tatsächlich sehr glücklich mit ihnen. Sie passten lediglich nicht in das Tempo oder den Ton des Albums”, erklärt Ben Cooper.

 

 

VÖ-Datum: 06.11.2015

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Album der Woche | kw 45

EL VY

Return To The Moon

Jahrelang hat Matt Berninger, Kopf der Indieband The National, einen geheimen Ordner auf seinem Laptop mit sich herumgetragen. Dieser Ordner, der schlicht mit „The Moon“ betitelt war, war seine Beschäftigung, wenn er sich nach Konzerten mit seiner Band alleine und ausgelaugt in einem Hotelzimmer die Nächte um die Ohren schlug.

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Jahrelang hat Matt Berninger, Kopf der Indieband The National, einen geheimen Ordner auf seinem Laptop mit sich herumgetragen. Dieser Ordner, der schlicht mit „The Moon“ betitelt war, war seine Beschäftigung, wenn er sich nach Konzerten mit seiner Band alleine und ausgelaugt in einem Hotelzimmer die Nächte um die Ohren schlug. Im Ordner waren Fragmente von Songs, die Berninger zusammen mit dem Musiker Brent Knopf entwickelt hatte.

Während der Sänger mit seiner Band The National mittlerweile die größten Hallen füllt, eine Grammy-Nominierung eingeheimst hatte und weltweit Beachtung findet, steht Knopf immer noch eher im Hintergrund und ist nur hartgesottenen Fans der Indieszene ein Begriff. Mit seiner aktuellen Band Ramona Falls arbeitet er momentan an einer neuen Platte, produziert Bands wie Dear Reader und tourt beständig durch die Lande.

 

Seit einer gemeinsamen Tour vor einigen Jahren wuchs die Idee nach einem gemeinsamen musikalischen Projekt in den Köpfen der beiden und in den vergangenen Wintermonaten ließ sich nach langen Jahren des Wartens erstmalig ein ausreichend großes Zeitfenster finden, diese Idee Wirklichkeit werden zu lassen. Und so wurden aus den unfertigen Skizzen, die sie sich über Jahre hinweg per Mail zugeschickt hatten, schließlich richtige Songs. Diese können nun auf dem Album „Return To The Moon“ wiedergefunden werden.

 

Und die Platte klingt genauso, wie man es sich bei den beiden Musikern erwartet hätte – man entdeckt schnell die kleinen ironischen Geschichten, die Berninger in die oftmals dunklen Texten einbaut, aber auch die spielerischen, trotzdem oftmals ausladenden Songstrukturen von Knopf, die sich ganz langsam entfalten. Für Berninger sind die Texte auf dem Album die autobiographischsten, die er jemals geschrieben hat. Vermutlich konnten solch persönliche Songs nur entstehen, weil die Beiden komplett im Stillen, ohne Druck jemals etwas veröffentlichen zu müssen, so lange an ihrer Musik feilen konnten wie sie wollten. 

 

Zusammen mit einer Gruppe von Begleitmusikern möchten die Beiden EL VY auch live umsetzen und so kommen sie im Dezember (02.12. / Grünspan) auch nach Hamburg um die Songs vorzustellen. 

 

 

VÖ-Datum: 30.10.2015

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Album der Woche | kw 44

BOY & BEAR

LIMIT OF LOVE

Wer die Australier von Boy & Bear schon einmal live erlebt hat, kann bezeugen, dass ihre Auftritte etwas ganz besonderes sind – dichte, schlängelnde Rhythmen, seidenweiche Harmonien, und intensive Instrumentals erheben die Shows der Band auf ein Level, das nur wenige Künstler heute erreichen. Es ist also keine allzu große Überraschung, dass Boy & Bear diese fantastische Energie nutzen wollten, um den Nachfolger zu ihrem auf Platz 1 in Australien eingestiegenen Platinalbum Harlequin Dream (2013) aufzunehmen.

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Wer die Australier von Boy & Bear schon einmal live erlebt hat, kann bezeugen, dass ihre Auftritte etwas ganz besonderes sind – dichte, schlängelnde Rhythmen, seidenweiche Harmonien, und intensive Instrumentals erheben die Shows der Band auf ein Level, das nur wenige Künstler heute erreichen. Es ist also keine allzu große Überraschung, dass Boy & Bear diese fantastische Energie nutzen wollten, um den Nachfolger zu ihrem auf Platz 1 in Australien eingestiegenen Platinalbum Harlequin Dream (2013) aufzunehmen.

Also beriefen sie sich auf ihre Performance-­‐Künste und nahmen ihr drittes Album auf die altmodische Art auf – direkt aufs Band, fast ohne Overdubs oder Bearbeitung. „Manchmal haben wir nur zwei Takes gemacht, ich glaube das meiste waren zehn“, erklärt Frontmann Dave Hosking, der seinen Gesang live mit der Band aufgenommen hat, was heutzutage eine echte Seltenheit ist. „Es gibt noch ein paar Overdubs – ein bisschen Percussion und so, aber es ist sehr gezielt ausgewählt. Wir haben gelernt, dass der Song manchmal kleiner wird, je mehr man hinzufügt. Das wollten wir diesmal nicht.“ Limit of Love wurde in der inspirierenden Umgebung von Peter Gabriels Real World Studio aufgenommen, einem Ort voller offener Räume, gebadet in hellem Tageslicht, und fängt eine Band auf dem Höhepunkt ihrer Kräfte ein, sowohl als Künstler als auch als Komponisten.

Unter der sanften Führung des geachteten Produzenten Ethan Johns (Ryan Adams, Kings of Leon, Kaiser Chiefs) haben Boy & Bear eine Sammlung von Liedern geschaffen, die vor Energie und Einheit nur so strotzen. Der Ansatz alles live aufzunehmen, dessen Anhänger Johns ist, rückt jene Magie in den Vordergrund, die entsteht, wenn echte Musiker miteinander interagieren und schafft ein Album, das sich menschlich und ehrlich anfühlt. Es gab keine Computer, hinter denen man sich verstecken konnte, da direkt auf Zwei-­‐Zoll-­‐Band geschnitten wurde – selbst Johns Mix-­‐Down wurde auf altmodische Art gemacht, ohne Automatisierung, einfach mit den Händen auf den Reglern, in sich selbst bereits eine Live-­‐Performance.

Die Untermauerung dieses Ansatzes war die Grundphilosophie hinter Limit of Love – sich weniger Gedanken darum zu machen, dass alles perfekt ist, und mehr darüber, dass es sich gut anfühlt. „Zum Beispiel“, sagt Hosking, „der letzte Song auf dem Album, ‚Foxhole’. Wir waren erst fünf oder sechs Tage zuvor angekommen und meine Stimme war müde und buchstäblich verzerrt gegen Ende. Ich mochte den Gesangstake nicht, aber Ethan liebte ihn, und ich meinte, ‚Ich würde das gerne nochmal machen’. Er lächelte, schlang seinen Arm um mich und sagte, ‚Das lasse ich dich nicht nochmal machen, weil es etwas Besonderes hat’. Jetzt liebe ich es!“ Während dieser Ansatz andere Bands vielleicht abschrecken könnte, waren Boy & Bear durch ihre jüngsten Erfahrungen hervorragend darauf vorbereitet, im Studio quasi live zu performen. „Letztes Jahr hatten wir den vollsten Tourplan unseres Lebens“, erklärt Hosking. „Von November 2013 bis Dezember 2014 haben wir 170 Shows gespielt. Das war zermürbend. An guten Tagen ist es überwältigend und spannend, du bereist die Welt mit deinen besten Freunden, spielst vor tollem Publikum, an schlechten Tagen sind sie deine ‚Kollegen’ und es sind minus 17 Grad in Winnipeg und du spielst vor einem leeren Saal.“ Das hektische Programm schickte die mehrmaligen ARIA-­‐Gewinner im Zickzack um den Globus, durch die USA, Kanada und Europa, getragen vom Erfolg ihrer Single „Southern Sun“. Die Band machte auf ihrem Trip große Fortschritte – inklusive ihres US Late-­‐Night-­‐Debüts bei CONAN – und festigte ihre solide Fanbase wo immer sie weilte. Die strapaziösen Reisen hatten jedoch noch andere Konsequenzen: Hosking, der normalerweise die Songs der Band schrieb, fand nicht genug Zeit für sich allein, um zu schreiben, wie er es sonst tat. Also wählte er eine etwas andere Methode, um Limit of Love zu schreiben.

“Es gab zwar Songs, aber es war einfach nicht genug Material da”, sagt Hosking. “Im Grunde habe ich gesagt: ‘Mit all dem, was im Moment passiert, glaube ich nicht, dass ich das alleine schaffen kann’ und die Jungs sagten: ‘Wir können von unserer Seite mehr tun.’” Zum ersten Mal arbeiteten Hosking und seine Bandkollegen Killian Gavin, Tim Hart, Jon Hart und Dave Symes an einigen Songs von der ersten Idee an zusammen, anstatt dass Hosking wie sonst, fertig ausgearbeitete Konzepte mitbrachte. „Also wurden Songs wie ‚Showdown’, ‚A Thousand Faces’, und ‚Walk the Wire’ von Anfang an von uns fünf gemeinsam geschrieben“, verrät Hosking. „Ich finde es ist ein tolles Beispiel, dass, wenn das normale System nicht funktioniert und du gezwungen bist etwas anders zu machen, großartige Ergebnisse dabei herauskommen können.“ Die meiste Schreibarbeit für Limit of Love fand in der ersten Hälfte 2015 statt, und beinhaltete einige besonders fokussierte Sessions an der Südküste von New South Wales in Australien.

Wie bereits in der Vergangenheit, mietete die Band ein Haus, sperrte die Welt aus und ließ die kreativen Säfte fließen. “Für mich ist es wie ein Schlaraffenland: Einfach nur mit den Jungs zusammen zu sein, an einem Ort wo das Equipment schon aufgebaut ist, der Kühlschrank voller gutem Essen und Wein, Musik zu machen und zu surfen. Es macht echt Spaß“, erzählt Hosking. Diese Sessions an der Südküste haben der Band Zeit gegeben, wirklich in sich zu gehen, nicht nur die Songs zu schreiben, sondern auch an ihren Arrangements zu arbeiten. Diese waren, bei der neuen Art, die Platte aufzunehmen, so wichtig wie nie zuvor. „Wir mussten daran denken: ‚Jedes Mal, wenn wir die Songs üben, müssen wir diese Live-­‐Mentalität behalten’“, erklärt Hosking. „Es war eine andere Denkweise.“ Diese Arrangements sind der Kern des fertigen Albums, obwohl Hosking zugibt, dass Ethan Johns ebenfalls einen Beitrag als Musiker und Produzent bei einigen Tracks geleistet hat. „Der erste Track, den wir aufgenommen haben, war ‚Breakdown Slow’. Und während des Aufbaus fragte Ethan: ‚Ist es okay, wenn ich mit Euch spiele, während ihr aufnehmt?’ Und natürlich sagt man nicht nein zu Ethan, er ist ein Virtuose. Und es war cool, er kramte für jeden Song ein anderes seltsames Instrument hervor. Oft war es ein kleiner Synthie oder ein Keyboard-­‐Teil, der sich bei jeder Aufnahme änderte.

Das Synthie-­‐Zeug auf ‚Showdown’ und ‚Just Dumb’ stammt zum Beispiel von Ethan.“ Johns Feinschliffe fügen sich wunderbar mit den Ideen der Band zusammen – zum Beispiel spiegeln seine Synthie-­‐Parts auf der ersten Single „Walk the Wire“ und „Thousand Faces“ Jon Harts Tasten-­‐Partien, die bereits im Schreibprozess geplant waren. Mit Produzenten und Band in völligem Einklang, war der Aufnahmeprozess etwas sehr organisches und Hosking gibt Johns als Grund an, warum die Gruppe den Mut hatte, so zu arbeiten. „Was es viel weniger einschüchternd gemacht hat, war jemanden wie Ethan an unserer Seite zu haben. Weil er nicht dasteht und sagt: ‚Oh, das war ein wenig schief, das musst du besser machen.’ Er ist jemand, der einen Unterschied zwischen guten Versehen und schlechten Versehen macht.“ Diese guten Versehen addieren sich auf zu einer großartigen Platte, voller erwachsenem, subtil frischem Material. Der groovige Flow des Titelsongs besitzt eine neue Leichtigkeit und einen Sinn für Spaß, genau wie der 80er Vibe der ersten Single „Walk the Wire“ und dem nächtlichen Jam, der „Just Dumb“ antreibt. Es gibt aber auch viel von den typischen Boy & Bear-­‐Emotionen: „Hollow Ground“ kämpft mit der Thematik der Dickköpfigkeit, „Breakdown Slow“ treibt einige von Hoskings inneren Dämonen aus und das hinreißend unverfälschte „Man Alone“ bietet eine Hymne für die Anstrengungen des Herzens, die wir alle nur all zu gut kennen. Limit of Love fängt Boy & Bear in all ihrer unverblümten Pracht ein – ehrlich, offen und unwiderstehlich.

 

 

VÖ-Datum: 30.10.2015

 

 

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Album der Woche | kw 41

OH WONDER

OH WONDER

Es gibt sie ja immer wieder, diese Bands auf die sich aus irgendeinem Grund alle einigen können. So geht es bei Oh Wonder. Die von Josephine Vander Gucht und Anthony West eigentlich nur als Songwriter-Projekt gestartete Zusammenarbeit entwickelte sich, nachdem erste Songs bei Soundcloud hochgeladen wurden, in kürzesteter Zeit zur meistgebloggten Band der Netzwelt und die Plays explodierten förmlich.

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Es gibt sie ja immer wieder, diese Bands auf die sich aus irgendeinem Grund alle einigen können. So geht es bei Oh Wonder. Die von Josephine Vander Gucht und Anthony West eigentlich nur als Songwriter-Projekt gestartete Zusammenarbeit entwickelte sich, nachdem erste Songs bei Soundcloud hochgeladen wurden, in kürzesteter Zeit zur meistgebloggten Band der Netzwelt und die Plays explodierten förmlich. 
Die ersten Shows in New York waren aus dem Stand sofort ausverkauft und auch terrestrische Medien wie z.B. BBC Radio 1 leckten Blut und begannen Tracks von Oh Wonder auf Rotation zu nehmen. Und ehe sich die beiden Musiker versahen, war ihr Debüt eines der vielversprechendsten neuen Alben des Spätsommers. Doch zurück zum Start: 

Im Londoner Studio der Band hängt ein Blatt Papier an der Wand, das man durchaus als Pakt bezeichnen kann, unterschrieben von den beiden Bandmitgliedern im Winter 2012. Es ist keine Checkliste, kein Masterplan, sondern eher eine Zusammenfassung der gemeinsamen Träume für ihre musikalische Karriere. „Wir haben sie zu Papier gebracht, um uns klar zu machen, dass wir voneinander abhängig sind“, erklärt Josephine. „Dass es Dinge gibt, die wir erreichen wollen, und dass wir uns gegenseitig dabei helfen können.“ 
Dass Oh Wonder all diese Träume innerhalb des ersten Jahres nach ihrer Gründung verwirklicht haben, verdeutlich ihr Talent und ihre Beharrlichkeit. Und doch scheinen Josephine und Anthony selbst ein wenig erstaunt darüber, was sie bis dato alles erreicht haben: Über 20 Millionen Plays auf SoundCloud und YouTube werden nun von ihrem Debütalbum gekrönt – eine Sammlung von 15 makellosen Songs, die sich um London und um Einsamkeit, um Liebe und die Notwenigkeit von zwischenmenschlichen Beziehungen drehen. 

Eines Tages gingen sie in ein Café in Ost-London, posteten den Song auf SoundCloud und emailten ein paar ihrer Lieblings-Musik-Blogs an. „Wir saßen in diesem Café“, erinnert sich Josephine, „und starrten auf diesen Play-Zähler. Anfangs waren es gerade einmal sechs Klicks, doch dann begannen diese Blogs über den Song zu schreiben – es waren echt tolle Beiträge, in denen Sachen standen wie ‚wer zur Hölle sind diese Leute? Sie sind dabei das Internet lahm zu legen’.“ Und so sahen Josephine und Anthony dabei zu, wie der Play-Zähler langsam aber sicher auf 100 wuchs. Ein paar Wochen später hatte er die 100.000 geknackt, und heute, gut zehn Monate später, sind es dutzende Millionen. Dazu können Oh Wonder auf ausverkaufte Headliner-Shows im Vereinigten Königreich, in Europa und den USA zurückblicken. „Es war wirklich bizarr. Und komisch. Und absolut unerwartet“, fährt Josephine fort. 

Stilistisch reichen die Songs von Klavier-Balladen zu peitschendem Elektro. Eins haben sie dabei jedoch stets gemeinsam, und zwar ihre außerordentliche Menschlichkeit. „Wir haben es anfangs selbst nicht bemerkt, aber eine Menge unserer Songs handeln von Beziehungen und gegenseitiger Unterstützung“, so Josephine. Anthony verweist auf das Eröffnungsstück „Livewire“, „das davon handelt, dass man jemanden braucht, der einen aufmuntert. Jemanden, der dir hilft einen Tiefpunkt zu überstehen, der dich ins Leben zurück bringt und der Herzschlag ist, den du brauchst…“ Auch in „White Blood“ geht es um Zeiten im Leben – ob durch Krankheit oder andere Schwierigkeiten – in denen man „wirklich jemanden braucht“, während „Heart Hope“ von der fortschreitenden Gentrifizierung in Ost-London inspiriert ist: Der Song beschreibt das Gefühl, dass die Menschen – trotz all der neuen und glänzenden Gebäude – einander immer noch am meisten brauchen. „Im Grunde sagen wir darin, dass alles, was wir benötigen, ein Herz und eine Seele sind, und die Verbindung zu uns selbst und unseren Mitmenschen“, so Anthony. 
„Die Songs handeln von uns Menschen, und von den Leuten, die in deinem Leben für dich da sind“, sagt Josephine. „Menschen brauchen einander. Damit beschäftigt sich dieses Album, aus all den unterschiedlichen Blickwinkeln. Es geht darum, für die unterschiedlichen Leute und Beziehungen in deinem Leben dankbar zu sein.“

 

 

VÖ-Datum: 04.09.2015

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Album der Woche | kw 40

CHVRCHES

Every Open Eye

Für CHVRCHES hat sich in den vergangenen Jahren eine ganze Menge geändert.

Als das Glasgower Trio an seinem 2013er Albumdebüt „The Bones Of What You Believe“ arbeitete, hatte noch niemand von der schottischen Formation gehört. Die drei Bandmembers (Iain Cook, Martin Doherty und Lauren Mayberry) verband die Idee, gemeinsam an einem Projekt zu arbeiten; ungewiss, wohin dieser neue Pfad sie führen würde. Ein anderer Pfad als der, auf dem man schon auf verschiedenen vorherigen Musikprojekten gewandelt war, bei denen die Melodie und klassische Arten des Songwriting ganz klar im Vordergrund standen. Diesmal gab es im Vorfeld keine konkreten Pläne, was oder wie das Album sein sollte; keine Vorstellungen und nichts, dem man sich unterwerfen musste – einzig und alleine drei Menschen in einem Kellerstudio in Glasgow, die genau die Musik komponierten, an die sie persönlich glaubten.

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Für CHVRCHES hat sich in den vergangenen Jahren eine ganze Menge geändert.

 

Als das Glasgower Trio an seinem 2013er Albumdebüt „The Bones Of What You Believe“ arbeitete, hatte noch niemand von der schottischen Formation gehört. Die drei Bandmembers (Iain Cook, Martin Doherty und Lauren Mayberry) verband die Idee, gemeinsam an einem Projekt zu arbeiten; ungewiss, wohin dieser neue Pfad sie führen würde. Ein anderer Pfad als der, auf dem man schon auf verschiedenen vorherigen Musikprojekten gewandelt war, bei denen die Melodie und klassische Arten des Songwriting ganz klar im Vordergrund standen. Diesmal gab es im Vorfeld keine konkreten Pläne, was oder wie das Album sein sollte; keine Vorstellungen und nichts, dem man sich unterwerfen musste – einzig und alleine drei Menschen in einem Kellerstudio in Glasgow, die genau die Musik komponierten, an die sie persönlich glaubten.

 

Das im Herbst 2013 releaste Debütalbum „The Bones Of What You Believe“ markierte den großen Durchbruch für das die Glasgower. Nach mehr als 500.000 global über die Ladentische gewanderten Einheiten wurden CHVRCHES für den begehrten Brit-Award nominiert und performten ganze 364 Shows in nur zwei Jahren – darunter unzählige Sold-Out-Konzerte rund um den Planeten sowie euphorisch beklatschte Gigs auf den wichtigsten internationalen Festivals wie dem texanischen SXSW (auf dem die Band mit dem Preis für den „Best new act in 2013“ ausgezeichnet wurde), dem Glastonbury, dem Coachella, Lollapalooza, Reading, Leeds und zahlreichen anderen, bevor die Band zurück ins Studio ging, um ihr zweites Album aufzunehmen.

 

Vielleicht könnte man annehmen, dass für eine Band beim zweiten Album alles anders wird –doch bei CHVRCHES war dies nicht der Ansatz. Sie verschanzten sich erneut in dem Studio, in dem man seinerzeit schon ihre erste Platte eingespielt hatte und konzentrierte sich auf das, was man am besten beherrscht: Songwriting.

 

Entstanden in CHVRCHES bandeigenen Alucard Studios – einer umgebauten 3-Zimmerwohnung im Süden Glasgows – stellt „Every Open Eye“ den alternativen Gegenentwurf zum momentanen Soundeinerlei hoch bezahlter Producer-Teams oder einer Handvoll bekannter Songwriter dar, um sich stattdessen wieder auf die alte Tradition zu besinnen: Ein Album als Band im kompletten Alleingang schreiben, aufnehmen und produzieren zu können.

So begann man, neue Songideen auszuarbeiten, die die Band bereits auf Tour in diversen Konzert-Venues bei Soundchecks und Proben als Demos festgehalten hatte. Gemeinsam arbeitete man sich mit seinem Maschinenpark durch neue Riffs, Loops und Melodien, die heute den instrumentalen Unterbau von „Every Open Eye“ bilden. In einem weiteren Entwicklungsschritt wurden erst die Vocal-Melodien, am Ende dann der Gesang hinzugefügt, der auf Texten basiert, die Lauren während der verschiedenen Touren auf ihrem Notebook gesammelt hatte.

 

Rein musikalisch herrscht auf „Every Open Eye“ das Motto „Weniger ist mehr“. Das Ziel: Große Sounds erschaffen, ohne eine Unzahl von Kanälen während langer Cubase-Sessions aufeinander zu stapeln. Statt der Devise „Mehr ist mehr“ zu folgen, kreieren CHVRCHES aus den einfachen Mitteln Melodie, Rhythmus and Arrangements eine hoch dramatische, intensive und sofort gefangen nehmende Klangwelt, auf der man sich zwar leicht gewandelt präsentiert, aber immer noch in jeder Sekunde deutlich erkennbar CHVRCHES bleibt. Mit „Every Open Eye“ verfeinert die Band nicht nur ihren markanten Signature-Sound aus elektronischen und organischen Elementen, Licht und Dunkelheit, sondern schafft sich selbst ihre ganz eigene Nische innerhalb der Popwelt. Auf ihrem neuen Album verarbeiten CHVRCHES nun unzählige Einflüsse und Ideen, die die Band während ihrer zweijährigen Welttour sammelte. „Every Open Eye“ ist elektronischer Alternative-Pop, angetrieben von einem pumpenden Herzen aus Fleisch und Blut.

 

Thematisch handelt es sich bei „Every Open Eye“ nicht um ein Trennungsalbum; vielmehr geht es um zurückliegenden Herzschmerz und seine Verarbeitung („Leave A Trace“). Um neue Perspektiven und die Lehren später Einsicht. Darum, sich nicht um jeden Preis rechtfertigen zu wollen und sich nicht sagen lassen zu müssen, wer man zu sein, oder was man zu tun hat („Bury It“, „Never Ending Circles“, „Playing Dead“). Und darum, sich weiterzubewegen, das Positive festzuhalten und sich vom negativen Ballast zu befreien („Down Side Of Me“, „Clearest Blue“, „Afterglow“).

 

 

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Album der Woche | kw 39

BEIRUT

No No No

Wir schreiben Dezember 2013 und Zach Condon befindet sich im Krankenhaus in Australien. Drei Jahre auf Tour, gesundheitlichen Probleme aufgrund von Erschöpfung, eine aufwühlenden Scheidung und der vergebliche Versuch vor der Realität, die sich um ihn herum aufzulösen erscheint, zu entfliehen, zwingen ihn zum Stillstand. Noch im Krankenhaus trifft er die schwierige Entscheidung, den Rest der Tour abzusagen.

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Wir schreiben Dezember 2013 und Zach Condon befindet sich im Krankenhaus in Australien. Drei Jahre auf Tour, gesundheitlichen Probleme aufgrund von Erschöpfung, eine aufwühlenden Scheidung und der vergebliche Versuch vor der Realität, die sich um ihn herum aufzulösen erscheint, zu entfliehen, zwingen ihn zum Stillstand. Noch im Krankenhaus trifft er die schwierige Entscheidung, den Rest der Tour abzusagen. „Ich war komplett am Ende und mein Körper lies mich dafür bezahlen“, erinnert sich Condon heute in seiner Wohnung in Williamsburg. Ironischerweise war er, der gemeinhin als Künstler bekannt ist, der geographische Grenzen durchbricht und Brücken schlägt, am anderen Ende der Welt gefangen. Nachdenklich, erinnert sich Condon: „Es war das erste Mal in meinem Leben, dass ich extreme Selbstzweifel hatte. Ich war am Ende“.

Schon mit 19 war Condon in aller Munde und von da an ging es immer nur steil bergauf. 2014, mit mittlerweile 28 Jahren im Hier und Jetzt – Post-Australien – zurück in Brooklyn, fand er sich in einem Loch wieder – inklusive Schreibblockade. „Ich konnte nicht begreifen, wie ich an einem Tag noch fähig war zu schreiben und am nächsten nicht mehr“. Die Wolken, die zuvor schon seine physische und mentale Gesundheit verdunkelten, hatten nun auch seine kreativen und künstlerischen Fähigkeiten erreicht.

Doch die Dunkelheit beinhaltete auch einen Funken Licht: er war verliebt in eine Frau, die ihn inspirierte, sein Schicksal wieder in die richtige Bahn zu lenken. „Ihre positive Präsenz gab mir heilende Energie und ein ganz anderes Licht auf die negativen Dinge im Leben. Ohne sie wäre ich sicher nicht dort, wo ich jetzt bin.“ Die beiden zogen sich im Sommer 2014 in die Türkei zurück, was letztlich den Grundstein der persönlichen Erneuerung legte und zu ihrem zweiten Zuhause wurde. Er wurde von ihrer Familie (sie ist Türkin) aufgenommen und er verbrachte die folgenden Monate mit ihnen.

Als er zurückkehrte, noch immer nicht im Vollbesitz seiner Kräfte, fühlte Condon sich auch im Studio unsicher. „Ich habe mein Telefon abgeschaltet und mich für einige Tage alleine in den Probenraum zurückgezogen...und bin ohne etwas Verwertbares herauskommen.“ Er komponierte ganze Alben und verwarf sie wieder. Für Condon mussten die Songs durch die Melodien entstehen und wenn diese nicht kamen, würden die Songs nie wirklich funktionieren.

Ein neuer Ansatz musste her und so startete Condon im Herbst 2014 unvoreingenommen und mit seinen Bandkollegen Paul Collins (Bass) und Nick Petree (Schlagzeug) wieder bei Null. Ganze zwei Monate arbeiteten sie täglich an dem Fundament, das sich zu dem neuen Album entwickeln sollte (und einer Unmenge an Songs, die im Schnittraum endeten). Als der Winter nahte, buchte er für zwei Wochen ein Studio, das durch Zufall nur einige Straße von seiner Wohnung entfernt lag. Die Lage wurde letztlich entscheidend, da die Aufnahmen auf einen der kältesten und schneereichsten Winter der New Yorker Geschichte fielen – eine passende Klimax zu den Geschehnissen der letzten vier Jahren.

Mit seiner Band an der Seite, begann das Album plötzlich Gestalt anzunehmen, was zu einer immer enthusiastischeren Produktivität führte. Diese zwei Wochen im Studio resultierten in Condons lebhaftesten und fröhlichsten Album bisher. Zuvor hatte Condon zumeist alleine an seinen Alben gearbeitet, elektronisch Sounds und Arrangements mit Pro Tools zusammen gebaut. Dieses Mal entstanden die Songs in Live-Sessions mit der Band und sind letztlich so Konzert-fertig wie nie zuvor. Dafür arbeitete die Band bewusst mit limitierten Mitteln: Gitarre, Piano, Bass und Schlagzeug formten den Klang, während zuvor so viele obskure Instrumente wie möglich zusammengetragen worden waren. Das Album beginnt mit einer Art Tribal Beat, die schnell den eher westlichen und modernen Snare-Sound und Drum-Computern Platz machen – ein subtiler Wink zu Beiruts eigener Klang-Transformation.

Durch das gesamte Album zieht sich aufgrund der neu gefundenen Klarheit Condons eine Überschwänglichkeit, im Speziellen während der ersten Songs, die frisch und euphorisch wirken. Getrennt vom fünften Song, dem instrumentalen „As Needed“, der etwas Zeit zum Durchschnaufen bietet, folgt der zweite Teil ähnlich beschwingt: Überschäumende Percussions werden angeführt von einem dominanten Piano, das die Entwicklung Condons als Pianist nachhaltig aufzeigt.

Wenn die dunkelste Stunde direkt vor dem Sonnenaufgang ist, ist Condons Sonnenaufgang der hellste Punkt in seiner immer noch jungen Karriere. Er hat seine wahre künstlerische Identität als Songschreiber gefunden – eine, die größtenteils auf die Formeln verzichtet, für die er bis hierhin bekannt war. Der Songwriter in Condon war immer schon da, wenngleich auch versteckt in seinen letzten Alben. Zumindest war er nie so dominant und Beirut noch nie so stabil und auf gutem Fundament wie jetzt.

 

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Album der Woche | kw 38

Steaming Satellites

Steaming Satellites

Wer meint, für die Musik der Stunde immer noch auf die Insel oder nach Übersee horchen zu müssen, der täuscht gewaltig. Auch aus heimischen Gefilden erreichen uns in den letzten Jahren verstärkt ganz neue und spannende Töne. Allen voran, Österreich. Steaming Satellites aus Salzburg gehören bereits zum geschätzten Inventar, seit inzwischen 10 Jahren bereichern sie den Indie-Sektor mit ihrem aufregend einzigartigen Stilmix.

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Wer meint, für die Musik der Stunde immer noch auf die Insel oder nach Übersee horchen zu müssen, der täuscht gewaltig. Auch aus heimischen Gefilden erreichen uns in den letzten Jahren verstärkt ganz neue und spannende Töne. Allen voran, Österreich. Steaming Satellites aus Salzburg gehören bereits zum geschätzten Inventar, seit inzwischen 10 Jahren bereichern sie den Indie-Sektor mit ihrem aufregend einzigartigen Stilmix. Max Borchardt, Emanuel Krimplstätter und Matthäus Weber haben sich zuletzt mit Manfred Mader wieder zum Quartett verstärkt. Die klassische Rock-Besetzung aus Gitarre, Bass und Schlagzeug erweitern sie um Keyboards und eine großzügige Portion Synthies. Mit diesem Line-Up schaffen sie ein Klanguniversum, das sich abwechselnd schier unendlich ausdehnt und maximal verdichtet.Im Indie-Rock verwurzelt bandeln sie gekonnt mit Blues, Funk und Soul an, erlauben sich beherzt Pop-Ausflüge und lassen ihre Stücke mal kompakt und mit voller Wucht auf uns los, dann umschmeicheln sie uns wieder ganz behutsam, um am Ende in epische Kunstwerke auszuufern.

 

Sie kleiden ihre Geschichten in so viele Lagen, dass man auch bei mehrmaligem Hören immer wieder neue Details entdeckt. Dazu thronen über allem dieser lässige 70ies Vibe und Max Borchardts unverkennbare Stimme. Caleb Followill (Kings Of Leon) kommt einem in den Sinn und der junge Rod Stewart, mit einer extra Portion Soul. Erstaunlich wie etwas gleichzeitig so wohltuend retro und modern klingen kann. Heraus kommt ein virtuos vielschichtiger Genre-Mix, der einen mitnimmt auf eine Reise, deren Tempo sich ständig ändert und die einen auf eine musikalische Mission schickt von vorgestern nach übermorgen. Nach zwei hochgelobten Alben und dem vielleicht stärksten Soundtrackmoment des vergangenen Filmjahres – „How Dare You“ vom 2011er Album „The Mustache Mozart Affaire“ veredelte den international erfolgreichen und mehrfach ausgezeichneten Indie- Alpen-Western „Das Finstere Tal“ (Regie Andreas Prochaska.mit Sam Riley, Tobias Moretti und Paula Beer) – unzähligen Shows u.a. mit Thin Lizzy, The Ravonettes oder ihren Freunden Portugal. The Man sowie einer Nominierung bei den Amadeus Awards 2014, war die Zeit reif für ein neues Werk.

 

Das dritte Album trägt ihren eigenen Namen. Auf ihrer bisherigen Tour durch den Musikkosmos sind sie mit „Steaming Satellites“ bei sich angekommen. Eine Momentaufnahme ihrer Stärken. Mit zunächst zarten Keyboardklängen, die sich schnell zu einer fast epischen Ouvertüre auswachsen, holen sie uns mit „Move On“ mit einer dicken Gänsehaut ab, um im Song „Rocket“ nahtlos die Diskokugel anzuwerfen.

 

Dieser groovige Track lässt an Portugal. The Man denken und gleich zu Anfang zuckt das Tanzbein. Bei „Unreal“ umspinnen dann flirrende, watteweiche Synthies das treibende Duo aus Beat und Bassline. Aber auch die leisen Töne können sie. Die bluesige Walzer-Ballade „Unfold“ lädt zum wahrscheinlich schönsten Schieber des Jahres ein und dann ist da noch das bittersüße „Honey“. Fragil und überwältigend schwebt es da in der Mitte des Albums. Die filigrane Gitarrenmelodie, die flötengleiche Orgel und die mehrstimmigen Gesangsharmonien sind der Soundtrack für den perfekten Moment. Zu diesem Lied möchte man die Sonne aufgehen sehen, sich die flauschige Decke bis über beide Ohren ziehen und Menschen umarmen - alles gleichzeitig. Steaming Satellites fahren keinen schnurgeraden Kurs, der Weg ist das Ziel, und doch greift immer alles fast magisch ineinander. Da werden am laufenden Band raffiniert Haken geschlagen zwischen spaceigen Rock-Kapriolen, sexy Funk-Krachern und feinen Indie- Pop-Perlen. Mal grüßen die Black Keys dann biegen wieder die Led Zeppelin-Gitarren ums Eck und zwischendrin wird Flaming Lipsmäßig ein bisschen psychedelisch geflippt. Was mischen die Salzburger nur in ihre Mozartkugeln? Diese Platte wird auch live ein ganz großes Geschütz und dürfte sich wunderbar mit dem bisherigen, im besten Sinne schwereren Material ergänzen. Gepaart mit den berüchtigten Jam-Eskapaden, in die die Shows gegen Ende gerne ausarten, stehen dem Publikum intensive, euphorische und verschwitzt durchtanzte Konzertabende bevor. In diesen Nächten ersetzt die Discokugel den Mond und es wird ausnahmsweise nicht um um die Sonne gekreist, sondern um die Steaming Satellites.

 

 

VÖ-Datum: 18.09.2015

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Album der Woche | kw 37

ABBY

Hexagon

Das Hexagon — oder auch die Bienenwabe — ist die stabilste Form in der Natur. Das Album „Hexagon“ der Berliner Band ABBY beginnt mit einem Gitarrenmotiv, das für einen kurzen Moment die Doors, „The End“, beschwört (und somit auch die Eröffnungssequenz aus Francis Ford Coppolas Film „Apocalypse Now“), um von hier aus abzudriften ins Dort, in einen Sog von Musik, wie wir ihn schon lange nicht mehr durchleben durften.

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Das Hexagon — oder auch die Bienenwabe — ist die stabilste Form in der Natur. Das Album „Hexagon“ der Berliner Band ABBY beginnt mit einem Gitarrenmotiv, das für einen kurzen Moment die Doors, „The End“, beschwört (und somit auch die Eröffnungssequenz aus Francis Ford Coppolas Film „Apocalypse Now“), um von hier aus abzudriften ins Dort, in einen Sog von Musik, wie wir ihn schon lange nicht mehr durchleben durften.

 

Die unfassbare Intensität der Songs auf „Hexagon“ ist kein Resultat eines Zufalls oder besonderer Anstrengungen. Tatsächlich wurde Musik weitergedacht, und das, mit Verlaub, passiert jenseits von Keiji Haino, James Blake und Kode9 heutzutage nur noch sehr, sehr selten — und schon gar nicht auf einem Album, das sich mit jedem abermaligen Hören zunehmend als hypnotisch, als ohrenschmeichelnd, als Pop in seiner Reinform definiert.

 

Die Band beschreibt es so: „Wir alle sind sehr unterschiedlich mit Musik aufgewachsen. Darüber reden wir, und das ziehen wir uns alles rein. Wenn einer von uns nach der melancholischen Poesie von Arvo Pärt süchtig ist, und ein anderer voll auf die stoischen Wiederholungen Steve Reichs abfährt, und wir alle im Berghain morgens in der After Hour selig zu Jamie XX grinsen, dann sind das für uns alles Patterns und Elemente, die früher oder später in unserer Musik auftauchen, die heute übrigens viel mehr elektronische Elemente aufweist, als wir selbst es je für möglich gehalten hätten.“

 

Tatsächlich ist die Musik von ABBY ein geiles Hybrid, erinnert in Spurenelementen mal an Talk Talk, mal an Siebzigerjahre-Psychedelik. Viel dominanter allerdings ist die selbstgemalte Gegenwart, und somit das, was Lore als „Patterns“ bezeichnet: Man adaptiert die Idee, nicht die Umsetzung. Sprich: Die Repetitionen Steve Reichs finden sich auch in der Musik ABBYs wieder, nur klingt es eben nicht nach Neuer Musik, stattdessen erlebt das Modell Popsong dank der Wiederholung interessanter musikalischer Figuren eine so erfrischende Grundüberholung, dass uns die Musik wie ein freundlicher Spuk zu verfolgen beginnt.

 

Filou, der Sänger von ABBY, genoss eine Ausbildung als Sänger, sein Lehrer mochte Kunstlieder in englischer Sprache. Er singt oft mit hoher Stimme, wie Jimmy Sommerville, und somit unverwechselbar, prägnant, dominant. „Wir alle können uns auf die Abstraktionen und das Gemeinschaftsgefühl von Techno einigen“, sagt Filou: „Wir alle feiern gerne, uns allen vieren wurde bald bewusst, dass Berlin nicht nur eine Behauptung ist, sondern tatsächlich ein Lebensgefühl darstellt, dem man mit Respekt begegnen muss. Als Band haben wir uns weiterentwickelt seit unserem Debütalbum ‘Friends and Enemies’ von 2013: Zu den Elementen Psychedelic-Rock und Klassik kam zunehmend der Techno.“

 

Und Kollaborationen gab es auch: Da das Quartett sich in einer Ecke des renommierten Berliner Riverside-Studios eingenistet hat, entstehen neue Songs als collaborative efforts, aus Jams und ohne Zeitdruck. Befreundete Musiker gehen ein und aus, und gelegentlich führen solche spontanen Treffen zu Features. „Hexagon“ weist zwei Zusammenarbeiten auf: Zum einen wurde der Titeltrack gemeinsam mit Brandt Brauer Frick eingespielt, zum anderen wirkten Pan-Pot in dem Song „Birth“ mit.

 

Erwähnt werden muss eine Besonderheit im Zuge des Aufnahmeprozesses: „Wir haben keine Demos aufgenommen“, sagt Lore. Die Musik entstand im Studio, sie wurde en passant aufgenommen, arrangiert und gemischt. Ein seltsamer Begleiteffekt war, dass das Album plötzlich, nach über 16 Monaten Arbeit, eines Tages im späten Frühling dieses Jahres fertig war. Es musste noch nicht einmal mehr groß gemischt werden, da die Band stets eine Finalversion ihrer eigenen Vision von Musik vorangetrieben hat — wie einen Tunnel durch Gestein und somit ebenfalls ein Akt, bei dem es kein Zurück mehr gibt, stattdessen vollendete Tatsachen.

 

Alles bleibt im Fluss, wenn man zur Gleichung hinzuzieht, dass ABBY neben dem grandiosen, erfrischend kompakten neuen Album auch spektakulär live unterwegs sind. Alle Songs auf „Hexagon“ erlauben es der Band, sie in der Live-Situation zu dehnen, zu verlängern, in Grateful-Dead-artige Improvisationen zu erweitern. „Wir sind ja auch als Techno-Live-Act unterwegs, können ohne dieses Element der Wiederholung eines Motivs gar nicht mehr denken.“

 

Als Resultat ist die Musik ABBYs ganz klar Musik des 21. Jahrhunderts, verankert in der Gegenwart, in die Zukunft blickend. „Wir sind eine Band, die aus vier Songwritern besteht. Das unter einen Hut zu bringen, hat lange gedauert. Uns war es wichtig, dass ‘Hexagon’ von einer inneren Schwerkraft zusammengehalten wird, trotz aller Diversität eine durchgängige Stimmung hat. Das ist uns, glaube ich, mit viel Zeitaufwand aber eigentlich ohne große Mühe gelungen. Der einzige Kollateralschaden dabei ist, dass wir unser erstes Album im Rückblick nur noch wie eine Skizze sehen.“

 

Die eigentliche Geschichte ABBYs beginnt jetzt. „Hexagon“ ist ein Paukenschlag von einem Album, schier unerschöpflich in seinen tausend Ebenen von Musik, dabei nie verzettelt, verfrickelt oder abschweifend. Das Album ist ein Sog, wie wir ihn schon lange nicht mehr durchleben durften.

 

 

VÖ-Datum: 28.08.2015

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Album der Woche | kw 35

Nathaniel Rateliff & The Night Sweats

Nathaniel Rateliff & The Night Sweats

Nathaniel Rateliff, vielen durch sein 2010 erschienenes und seitens der Kritik gefeiertes Soloalbum ‘In Memory of Loss’ bekannt, kehrt mit neuer Band und neuem Sound zurück. Der karge, melancholische Folk aus Rateliffs Soloarbeit ist zu einem breiten, souligen Band-Sound herangewachsen, der die Wände zum Beben bringt. Hier kommen Nathaniel Rateliff & The Night Sweats!

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Nathaniel Rateliff, vielen durch sein 2010 erschienenes und seitens der Kritik gefeiertes Soloalbum ‘In Memory of Loss’ bekannt, kehrt mit neuer Band und neuem Sound zurück. Der karge, melancholische Folk aus Rateliffs Soloarbeit ist zu einem breiten, souligen Band-Sound herangewachsen, der die Wände zum Beben bringt. Hier kommen Nathaniel Rateliff & The Night Sweats!

 

 

VÖ-Datum: 21.08.2015

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Album der Woche | kw 34

BOY

WE WERE HERE

Nach einer ersten mehrwöchigen und komplett ausverkauften Akustik-Tournee durch Nordamerika im März 2013, kehrte die Band am Ende des gleichen Jahres mit kompletter Band für einen weiteren Konzertmonat in die USA und Kanada zurück. Der Sound des neuen zweiten Albums „WE WERE HERE“ klingt gewachsen. Neugierde und Lebenslust treffen auf Weltgewandtheit und Melancholie.

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Nach einer ersten mehrwöchigen und komplett ausverkauften Akustik-Tournee durch Nordamerika im März 2013, kehrte die Band am Ende des gleichen Jahres mit kompletter Band für einen weiteren Konzertmonat in die USA und Kanada zurück. Der Sound des neuen zweiten Albums „WE WERE HERE“ klingt gewachsen. Neugierde und Lebenslust treffen auf Weltgewandtheit und Melancholie. In nächtlich leuchtendem Gewand haben BOY ihre Symbiose aus organischen, akustischen Elementen und Synthie-Sounds weiterentwickelt, die Songs sind ein dichtes und doch luftiges Geflecht aus den Geschichten und Erfahrungen der beiden Musikerinnen. BOY sind wieder hier, und sie werden bleiben!

 

 

VÖ-Datum: 21.08.2015

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Album der Woche | kw 33

KLEE

HELLO AGAIN

Vier Jahre nach ihrem letzten Studioalbum „Aus lauter Liebe“, erwartet uns am 14. August endlich ein Lebenszeichen von KLEE. Nicht einfach ein nächstes KLEE- Album, sondern ein Sommerausflug, eine Art musikalisches Fotoalbum, auf dem die Musiker um Suzie Kerstgens und Sten Servaes alte Lieblingslieder in ein überraschendes Gewand kleiden, das sie dem Bossa Nova abstreiften.

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Vier Jahre nach ihrem letzten Studioalbum „Aus lauter Liebe“, erwartet uns am 14. August endlich ein Lebenszeichen von KLEE. Nicht einfach ein nächstes KLEE- Album, sondern ein Sommerausflug, eine Art musikalisches Fotoalbum, auf dem die Musiker um Suzie Kerstgens und Sten Servaes alte Lieblingslieder in ein überraschendes Gewand kleiden, das sie dem Bossa Nova abstreiften. Ein für die Kölner Popband ungewöhnlicher Sound, den sie bei Studiospielereien auf dem Weg zum nächsten, offiziellen Album entdeckten.

 

Aber es kommt noch überraschender: bei den Lieblingsliedern handelt es sich um deutschsprachige Schlager. Um stilvolle, ursprünglich von Männern interpretierte Lieder, die mehrheitlich aus den sechziger und siebziger Jahren stammen. Viele sehr bekannte Stücke sind darunter: Howard Carpendales zum geflügelten Wort gewordene Wiedersehenshymne „HELLO AGAIN“ verleiht dem Album seinen Namen, Michael Holms schmissiges „Barfuß im Regen“ wird zur hingehauchten Kulisse zwischen Erotikfilm und Strandparty, während sich „Du bist nicht allein“ von Roy Black nachts um Drei in einer romantischen Großstadtbar verirrt.

 

„Eine schöne Herausforderung war es, die ausgewählten Songs zu unseren eigenen zu machen. Vor allem bei den muttersprachlich nicht deutschen Interpreten wie Gilbert Becaud oder Adamo musste ich darauf achten, deren Akzent nicht mitzusingen,“ erzählt Suzie begeistert und ergänzt: „Die Originale sind ja bereits sehr starke Interpretationen. Das alles in einen KLEE-Kosmos zu bringen, obwohl wir musikalisch dabei ganz anders klingen wollten, war eine spannende Arbeit, mit der wir am Ende aber auch sehr glücklich sind.“

 

Ein Blick zurück in die Bandgeschichte:
Mitte der neunziger Jahre starteten Suzie und Sten unter dem ersten Bandnamen Ralley ihre Karriere mit britisch orientiertem, von den sechziger Jahren beeinflusstem deutschsprachigen Gitarrenpop, der Bands wie „Wir sind Helden“ oder „Zweiraumwohnung“ zu inspirieren wusste. Der Wandel hin zu KLEE vollzog sich in erster Linie nach einem tragischen Unfall mit dem Bandbus, bevor 2003 das erste Album „Unverwundbar“ den neuen Grundstein für die Karriere als Popband legte. Ihr Sound führte sie vorbei an eindeutigen Ausflügen in den Dancefloorpop (bei Hits wie „Gold“ und „Zwei Herzen“) wiederum leichtfüßig zurück zu gitarrenbetonteren Stücken wie „Die Stadt“ und „Weil es Liebe ist“ – lauter „schöne“ Songs, unironisch, gefühlvoll, oft sanft und leicht.

 

 

VÖ-Datum: 14.08.2015

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Album der Woche | kw 32

The Maccabees

Marks To Prove It

Nach ihrem gefeierten, für den Mercury Prize nominierten Album ‘Given To The Wild’, legen The Maccabees mit ‘Marks To Prove It’ nach. Das neue Album wird am 31. Juli über Fiction / Caroline veröffentlicht. Elf neue Songs gibt es von der Band, (Orlando Weeks, Hugo White, Felix White, Rupert Jarvis und Sam Doyle) zu hören.

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Nach ihrem gefeierten, für den Mercury Prize nominierten Album ‘Given To The Wild’, legen The Maccabees mit ‘Marks To Prove It’ nach. Das neue Album wird am 31. Juli über Fiction / Caroline veröffentlicht.

 

Elf neue Songs gibt es von der Band, (Orlando Weeks, Hugo White, Felix White, Rupert Jarvis und Sam Doyle) zu hören. Vom hymnischen ‘Spit It Out’, über die majestätische nächste Single ‘Something Like Happiness’, der melancholischen Getriebenheit in ‘Kamakura’ bis hin zur rohen, explosiven Spielfreude des Titeltracks und ersten Single ‘Marks To Prove It‘ - das Quintett aus London beweist einmal mehr, warum es mit jedem neuen Album der britischen Chartsspitze näher kommt (ihr letztes Album 'Given To The Wild' von 2012 stieg auf 4 ein und hielt sich in den sogenannten Midweeks zeitweilig sogar auf #1). Produziert von der Band zusammen mit Laurie Latham (Echo & The Bunnymen, The Stranglers) ist ‘Marks To Prove It’ das Werk einer Band, die sich stetig weiter entfaltet.

 

Aufgenommen in den bandeigenen Elephant Studios, saugt das Album das urbane Gefühl ihrer Nachbarschaft direkt mit auf. Das Artwork, eine Aufnahme des Faraday Memoral im Südlondoner Viertel Elephant & Castle von David Busfield, sorgt für die visuelle Erweiterung des Albums, das durchaus die Absicht verfolgt im Zusammenhang zum Umfeld zu stehen, in dem es entstanden ist.

 

“Es dreht sich vor allem um die Nacht, das Zurückgenommene, das Wesentliche einer Stadt zu dieser Zeit. Und einmal mehr um die Dynamik innerhalb der Band.” sagt Felix White. “Eines der Dinge, bei denen wir uns bezogen auf das neue Album sicher waren, ist, dass wir uns nicht in zu vielen Stimmen und Charakteristika verlieren wollten, sodass man die eigentlichen Sounds, die Instrumente, erfährt“, fügt Orlando Weeks hinzu. „Und das bedeutet zu guter Letzt auch, dass wir uns auf uns selbst beziehen konnten, ohne bereits Gewesenes nachzuahmen.”

 

Mit den ersten drei Alben wuchsen The Maccabees zu einer der besten und eigensinnigsten Bands Englands heran. Ihr letztes Album stieg auf #4 der englischen Charts ein und begeisterte Fans und Kritik gleichermaßen. Wenige Monate nach Erscheinen erreichte es Goldstatus und wurde für den Mercury Prize nominiert.

 

 

VÖ-Datum: 31.07.2015

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Album der Woche | kw 31

The Chemical Brothers

„Born In The Echoes“

Irgendwo in den grünen, idyllisch wogenden Weiten Südenglands nehmen diese Echos ihren Ursprung: Dort nämlich, in einem abgelegenen Haus, gibt es ein dunkles Zimmer, dessen Wände so gut wie komplett mit liebevoll restaurierten analogen Gerätschaften und deren modernen, digitalen Pendants zugepflastert sind. Es ist eine echte Sound-Fabrik: Fader und Oszillatoren, Steckfelder und Modulatoren so weit das Auge reicht.

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Irgendwo in den grünen, idyllisch wogenden Weiten Südenglands nehmen diese Echos ihren Ursprung: Dort nämlich, in einem abgelegenen Haus, gibt es ein dunkles Zimmer, dessen Wände so gut wie komplett mit liebevoll restaurierten analogen Gerätschaften und deren modernen, digitalen Pendants zugepflastert sind. Es ist eine echte Sound-Fabrik: Fader und Oszillatoren, Steckfelder und Modulatoren so weit das Auge reicht. Gelegentlich herrscht in diesem Raum eine fast schon ehrwürdige Stille; dann ist es der ultimative Showroom, in dem viele der schönsten elektronischen Geräte versammelt sind, die von der Menschheit in den letzten Jahrzehnten erdacht und entwickelt wurden. Aber es gibt auch Phasen – nämlich immer dann, wenn die Architekten dieser Wunderkammer zugegen sind –, in denen die Wände dieses Zimmers kaum den fieberhaften Klängen standzuhalten scheinen: Dann ist es eine bebende Kathedrale, in der grandiosen Noise-Exkursen und kontrolliertem Chaos gehuldigt wird.

 

Hier also, an diesem abgeschiedenen Ort, entstehen diese Echos. Denn hier treffen sich The Chemical Brothers, um gemeinsam Musik zu machen.

 

Seit sie sich einst an der Universität von Manchester über den Weg liefen, machen The Chemical Brothers – Tom Rowlands und Ed Simons – Musik, die Grenzen ausradiert, sie transzendiert. Ihre Aufnahmen, für die sie erst 2014 mit einem Ivor-Novello-Award („Outstanding Song Collection“) ausgezeichnet wurden, sind mit nichts zu vergleichen: Weder mit den elektronischen Acts, die vor ihnen kamen, noch mit jenen, die ihnen im Fahrwasser gefolgt sind. Ihr Name steht längst für einen ganzen Katalog von Songs, auf denen sie die verschiedensten Spielarten der Underground-Clubmusik immer wieder neu und jedes Mal mit massivem Erfolg in extrem eingängige Hymnen verwandelt haben. Was ihre atemberaubenden Live-Shows angeht, haben deren bewusstseinserweiternde Qualitäten, diese Mischung aus visuellem Overload und multidimensionalem Sound-Rundumschlag, dafür gesorgt, dass sie seit rund 20 Jahren als das ultimative Bühnen-Erlebnis gelten.

 

„Born In The Echoes“ ist das achte Studioalbum von The Chemical Brothers. In jenem abgelegenen Zimmer in den fünf Jahren herangereift, die seit ihrem letzten Album „Further“ und der dazugehörigen Tour (zu sehen bzw. hören im Film „Don’t Think“ sowie auf dem gleichnamigen Live-Album; 2012) ins Land gegangen sind, begegnet man hier einem Duo, das seinen Sound weiterentwickelt und ihn zugleich entschlackt hat – ganz klar auch als Reaktion auf die Art von Dance-Musik, die momentan in den Clubs läuft.

 

 

VÖ-Datum: 17.07.2015

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Album der Woche | kw 30

MS MR

How Does It Feel

Mit einem Paukenschlag melden sich Lizzy Plapinger und Max Hershenow im Sommer 2015 zurück. Das quirlige US-Duo, das Musik-Liebhabern besser unter dem Bandnamen MS MR bekannt sein dürfte, veröffentlicht am 17. Juli sein zweites Album, das den Titel „How Does It Feel“ tragen wird und u.a. die Vorabsingle „Painted“ enthält.

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Mit einem Paukenschlag melden sich Lizzy Plapinger und Max Hershenow im Sommer 2015 zurück. Das quirlige US-Duo, das Musik-Liebhabern besser unter dem Bandnamen MS MR bekannt sein dürfte, veröffentlicht am 17. Juli sein zweites Album, das den Titel „How Does It Feel“ tragen wird und u.a. die Vorabsingle „Painted“ enthält. Für die Aufnahmen richteten die beiden New Yorker ein provisorisches Studio im Gästezimmer einer Wohnung ein, um dieselbe DIY-Atmosphäre zu schaffen, die auch bei den Sessions zu ihrem international gefeierten Debütalbum „Secondhand Rapture“ geherrscht hatte (dessen Produktionsbudget seinerzeit 500 $ betrug). Das Album war im Mai 2013 erschienen, hatte mit „Hurricane“ und „Bones“ zwei sehr erfolgreiche Songs hervorgebracht und verzeichnet bis heute mehr als dreißig Millionen (!) Streams. In Deutschland erreichte „Secondhand Rapture“ die Top 50 der Albumcharts. „Hurricane“ wurde für 65 (!) Sync-Koops weltweit verdealt. Zwei Jahre lang tourte das Indie-Duo unermüdlich um die Welt, trat unter anderem mit Bastille, Marina And The Diamonds sowie Jessie Ware auf und bespielte neben „Coachella“ und „Bonnaroo“ noch Kultfestivals wie das „Austin City Limits“ und das „Outside Lands“. Der TV-Sender HBO pickte das krachende „Bones“ für einen Trailer des Fantasy-Blockbusters „Game Of Thrones“.

 

Nachdem MS MR beim diesjährigen SXSW Music Festival in den USA einige der neuen Songs live vorgestellt hatten, präsentierten sie Anfang Juni zunächst in der Kantine am Berghain in Berlin (innerhalb von 20 Minuten ausverkauft!), dann bei den Mega-Festivals Rock am Ring/Rock im Park endlich auch ihren deutschen Fans das frische Material. Heiß erwartet wird auch ihr Auftritt im Spätsommer in Berlin, wenn zum ersten Mal überhaupt in Deutschland das vielleicht hippeste Festival der Welt Station in der Hauptstadt macht: Das „Lollapalooza“ öffnet am 12. und 13. September seine Pforten, und MS MR freuen sich schon sehr, endlich ihr Berliner Publikum wieder zu sehen.

 

Wie bereits das Debütalbum „Secondhand Rapture” offenbart auch „How Does It Feel“ triumphalen, epischen, synthetisierten Alternative-Pop, glasiert mit zuckersüßen, eingängigen Hooklines und durchwirkt von bitterer Alltags-Lyric. Die Bässe und Rhythmen, die auch die Live-Shows der Band antreiben, sind berauschend und voller Wucht. Max‘ Produktion ist hypnotisch wie eh und je, verfügt aber über eine spürbar gestiegene Souveränität. Kein Zweifel: mit ihrem zweiten Album sind MS MR auf direktem Weg von der angesagten Hype-Band geradewegs in den Pop-Olymp.

 

 

VÖ-Datum: 17.07.2015

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Album der Woche | kw 29

TAME IMPALA

CURRENTS

“Currents” wurde im westaustralischen Fremantle von Kevin Parker geschrieben, aufgenommen, produziert und gemischt. Textlich hat sich Parker in völlig neue Gefilde begeben, die weit weg von dem liegen, wo er sich vor sieben Jahren befand. Beziehungen, Perspektiven und neue Sichtweisen spiegeln sich auf dem Album und zeigen Kevin Parker als veränderte Person.

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“Currents” wurde im westaustralischen Fremantle von Kevin Parker geschrieben, aufgenommen, produziert und gemischt. Textlich hat sich Parker in völlig neue Gefilde begeben, die weit weg von dem liegen, wo er sich vor sieben Jahren befand. Beziehungen, Perspektiven und neue Sichtweisen spiegeln sich auf dem Album und zeigen Kevin Parker als veränderte Person.

 

Musikalisch ist „Currents“ die Arbeit eines Künstlers, der auf der Höhe seines Schaffens ist und dabei noch mal mit einem Extra-Push gesegnet ist. Parker lässt sich führen und leiten von seinen Launen und Schwelgereien und hat keine Angst davor, für eine gute Idee auch weit hinunter in den Kaninchenbau zu steigen. Im Ergebnis steht ein Album, das die Produktionsweise zeitgenössischen Hip Hops genauso im Blick hat wie „Thriller“, schwülen 70s Funk und die anarchische Spielwiese, die Daft Punk auf „Discovery“ auskundschaftet haben. Schwaden von Future Pop und balladeske 80er-Sounds durchziehen die Sounds, während die ganze Szenerie durch den Filter eines psychedelischen Dritten Auges läuft.

 

Während Parker auf den vorangehenden Alben hinter Schichten aus psychedelischen Fuzz-Sounds und Reverbs vieldeutige Lyrics sang, steht seine Stimme auf „Currents“ im Vordergrund.

 

Mit „Currents“ hat Parker Genre-sprengende Soundscapes entworfen, gleichermaßen kreiert aus Neugier und Bewusstheit und damit ein wunderbares, neues Territorium für Tame Impala erschlossen.

 

 

VÖ-Datum: 17.07.2015

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Album der Woche | kw 28

Leon Bridges

Coming Home

Vor 1,5 Jahren wusch er noch Teller in einem Restaurant in Fort Worth. Vor drei Monaten jagten vierzig Plattenfirmen nach seiner Unterschrift. Nun, im Frühsommer 2015, steht Leon Bridges vor der Veröffentlichung seines mit Hochspannung erwarteten Debütalbums. Wie war dem extrem schüchternen, 25-jährigen Texaner, der mit seinem Look und Sound den Soul der Prä-Beatles-Ära aufleben lässt, in der kurzen Zeit dieses Kunststück nur geglückt?

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Vor 1,5 Jahren wusch er noch Teller in einem Restaurant in Fort Worth. Vor drei Monaten jagten vierzig Plattenfirmen nach seiner Unterschrift. Nun, im Frühsommer 2015, steht Leon Bridges vor der Veröffentlichung seines mit Hochspannung erwarteten Debütalbums. Wie war dem extrem schüchternen, 25-jährigen Texaner, der mit seinem Look und Sound den Soul der Prä-Beatles-Ära aufleben lässt, in der kurzen Zeit dieses Kunststück nur geglückt? Vor ein paar Jahren galt Leons musikalisches Interesse nahezu ausschließlich den Songs von R&B-Superstars wie Ginuwine und Usher, seine große Liebe war das Tanzen und er absolvierte eine Ausbildung als Choreograph. Auf die Idee, irgendwann einmal selbst Musik zu machen, wäre er damals nie gekommen. „Mir war zwar bewusst, dass ich singen kann“, erinnert er sich heute, „aber ich hatte überhaupt kein Selbstvertrauen. Singen war etwas für die anderen Leute.“ Alles änderte sich mit einem Schlag, als Sam Cooke in sein Leben trat. Leon hörte der Song „A Change Is Gonna Come“ aus dem Jahr 1965 erstmals in dem Spike Lee-Biopic „Malcolm X“. Seine Neugier war geweckt.

 

Seine eigene Musikerkarriere begann Leon Bridges mit dem Schreiben einfacher Songs – er spielte simple Akkorde auf der Gitarre, um die Texte, die er geschrieben hatte, zu begleiten. Er trat bei „Open Mic“-Abenden im Großraum seiner Heimatstadt auf und bis zum Signing durch das Sony Music-Label Columbia bestritt er seinen Lebensunterhalt immer noch als Tellerwäscher. Im Laufe der Zeit entwickelte der junge Texaner ein Faible für perfekt nuancierten Retro-Soul und -Gospel, der ihm Vergleich mit seinen Helden Sam Cooke, Percy Sledge und Otis Redding bescherte. Und auch in punkto Visuals weiß Leon ganz genau, was er will: Fotos, Styling und Video-Clips sind in bestechender Schwarzweiß-Ästhetik mit großer Liebe zum Detail inszeniert und lassen oft nur bei genauem Hinsehen erahnen, dass die Aufnahmen nicht aus den Fünfziger bzw. Sechziger Jahren stammen.

 

 

VÖ-Datum: 19.06.2015

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Album der Woche | kw 27

Alpine

YUCK

Das Album der australischen Band YUCK ist der sehnlichst erwartete Nachfolger des Debüts „A Is For Alpine“, welches bereits massig gute Kritiken einstecken konnte und in der Bloggosphäre viel Anklang fand. Letztlich wurde der Erstling mit dem „iTunes Alternative Album of the Year“ Award in Australien ausgezeichnet. Es folgten ausgedehnte Tourneen und Festivalgigs, sowie Supportgigs für Bands wie Empire of The sun.

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Das Album der australischen Band YUCK ist der sehnlichst erwartete Nachfolger des Debüts „A Is For Alpine“, welches bereits massig gute Kritiken einstecken konnte und in der Bloggosphäre viel Anklang fand. Letztlich wurde der Erstling mit dem „iTunes Alternative Album of the Year“ Award in Australien ausgezeichnet. Es folgten ausgedehnte Tourneen und Festivalgigs, sowie Supportgigs für Bands wie Empire of The sun.

 

 

VÖ-Datum: 16.06.2015

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Album der Woche | kw 26

Everything Everything

Get To Heaven

„Get To Heaven“, das dritte Album von Everything Everything klingt wie der Abschluss einer epischen Trilogie – triumphal und in Gestalt von ausgelassener und durchtriebener Popmusik. Als ungeschliffene und bunte Sammlung von Songs bewahrt sich Get To Heaven den Abenteuergeist, der die vierköpfige Band 2007 als Pop-Provokateure groß gemacht hat und der ihnen ihren bis heute größten Erfolg beschert hat.

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„Get To Heaven“, das dritte Album von Everything Everything klingt wie der Abschluss einer epischen Trilogie – triumphal und in Gestalt von ausgelassener und durchtriebener Popmusik. Als ungeschliffene und bunte Sammlung von Songs bewahrt sich Get To Heaven den Abenteuergeist, der die vierköpfige Band 2007 als Pop-Provokateure groß gemacht hat und der ihnen ihren bis heute größten Erfolg beschert hat. Diese Band hat schon immer versucht, sich gegen alle Arten von Halbherzigkeiten in der Rockmusik aufzulehnen und eine starke Abneigung gegen Rückwärtsgewandtheit an den Tag gelegt. Damit einher gingen Touren mit Künstlern wie Muse und Foals sowie drei Nominierungen für einen Ivor Novello Award und eine für den Mercury Prize.

 

Nach dem Erfolg ihres letzten Top5-Album „Arc“ verschanzten sich Jonathan Higgs, Bassist Jeremy Pritchard, Gitarrist Alex Robertshaw und Schlagzeuger Michael Spearman in einem heruntergekommenen Lagerhaus in Ancoasts, Manchester, um Get To Heaven zu schreiben und aufzunehmen. Nachdem sie 80% des Albums selbst fertiggestellt hatten, engagierten sie Stuart Price [Madonna, Pet Shop Boys, the Killers], um ihr überraschend dynamisches Werk über das Grauen unserer Zeit zu vollenden. Diese musikalische Ehe mag für eine Band, die so mit ihren eher abseitigen Wurzeln verwachsen ist, zunächst etwas seltsam erscheinen, die Zusammenarbeit erwies sich aber schon bald als ausgesprochen ideal für die Ambitionen der Band im Alternativ-Pop. „Stuart war der einzige Produzent, der es wirklich drauf hatte“, sagt Robertshaw. „Er ist sehr beeindruckend. Sowohl musikalisch als auch als Mensch. Er füllt den Raum mit positiver Energie, die wir dringend gebrauchen konnten, wenn man bedenkt, welche Themen Jon und ich in den Texten angehen wollten.“

 

Das Ergebnis sind elf Songs mit einer Kraft, die die Abgestumpften wieder aufwecken kann. Es gibt keine ruhigen Songs. Keine Ruhepausen. Beeinflusst durch die kalten, bluthungrigen Aggressionen von Kanye Wests Yeezus, das wuterfüllte Temperament der Young Fathers und mit der gleichen unbesonnenen Art von Pop, der schon Man Alive, das Debütalbum von Everything Everything, ausmachte, ist Get To Heaven ein Album, das aus der faden Landschaft der aktuellen Musikszene heraussticht. Es nimmt gleichzeitig die Rolle des Opfers und des Täters an – Higgs ist Jeckyll und Hyde, er fletscht die Zähne und ist spöttisch, gleichzeitig aber hoffnungsvoll und harmoniebedürftig. Alles in allem ist es der Klang einer progressiven Band, die das klassische Handwerk des Songschreibens beherrscht und hier ihr persönlichstes Album abliefert.

 

 

VÖ-Datum: 19.06.2015

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Album der Woche | kw 43

ANNEN MAY KANEREIT

OFT GEFRAGT

Letztes Jahr beim "New Music Award" der ARD-Jugendprogramme passierte mir genau das, was ich seitdem bei eigentlich allen Menschen beobachten darf, die AnnenMayKantereit das erste Mal live sehen, bzw. die zum ersten Mal dabei sind wenn Sänger Henning May den Mund aufmacht - und singt.

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Letztes Jahr beim "New Music Award" der ARD-Jugendprogramme passierte mir genau das, was ich seitdem bei eigentlich allen Menschen beobachten darf, die AnnenMayKantereit das erste Mal live sehen, bzw. die zum ersten Mal dabei sind wenn Sänger Henning May den Mund aufmacht - und singt. 

 

Sofort finden sich Parallelen. Zu Element Of Crime beispielsweise, oder zu Rio Reiser, dem großen Songschreiber von politischen, aber gerade auch von wunderschönen Liebesliedern. 

 

In dieser Hinsicht gibt es sicherlich eine Seelenverwandtschaft zwischen May und Reiser und auf "Oft Gefragt" hat Henning May keine Angst die Hosen runterzulassen und Rio auf seine ganz eigene Art und Weise zu zitieren. 

 

Warum sollte er sich auch von außen etwas bescheinigen lassen, was er schon sehr früh in sich gespürt hat: Die oft vermutete alte Seele, die sich dann und wann in jungen Menschen niederlässt. 

 

Wenn man AnnenMayKantereit hört, kann man sich das irgendwie besser vorstellen, dass es sowas wirklich gibt. 

 

"Zu Hause, bist immer nur du. 
Ich hab keine Heimat, 
ich habe nur dich. 
Du bist zu hause 
für immer und mich." 

 

AnnenMayKantereit haben gerade mal eine EP auf dem Markt, "Wird Schon Irgendwie Gehen" heißt sie, ein guter und mittlerweile doch vergeblicher Versuch mittels des Titels zu signalisieren, dass man sich am Anfang der Karriere befindet, dass doch Alles nicht so wild sei, sondern nur irgendwie. 

 

In Wahrheit ist der Hype um AnnenMayKantereit nicht mehr zu stoppen – und warum auch?! Sänger, Songschreiber und Pianist Henning May ist seit Jugendtagen mit Gitarrist Christopher Annen und Schlagzeuger Severin Kantereit befreundet. Teilweise lebt man noch heute gemeinsam in einer Jungs-WG, die alten Freunde sind auch noch alle da, von daher kann man mit Anfang 20, als künftige Pop-Stars, momentan nicht geerdeter sein. 

 

Und Bassist Malte Huck ist sowohl menschlich als auch musikalisch die perfekte Ergänzung von AnnenMayKantereit. 

 

Jetzt kann es losgehen! 

 

Auf der EP "Wird Schon Irgendwie Gehen" gibt es jetzt schon große Songs wie "21,22,23", "Jeden Morgen", "3.Stock" oder "Nicht Nichts", frei nach Erich Fried, aber "Oft Gefragt" ist ein besonderer Song, gerade auch für den Songschreiber Henning May. 

 

"Oft Gefragt" ist nämlich auch ein Liebeslied, aber eines für den eigenen Vater. Ein großes musikalisches Dankeschön nach all den hart umkämpften Jahren im ewigen Duell: Vater gegen Sohn, Sohn versus Vater. 

 

"Du hast mich angezogen, ausgezogen, großgezogen 
Und wir sind umgezogen, ich hab Dich angelogen! 
Ich nehme keine Drogen 
Und in der Schule war ich auch." 

 

Vielleicht ist "Oft Gefragt" größer als die Band, größer auch als Henning 
Mays Text?! Ich habe mich jedenfalls sofort, beim allerersten Hören letztes Jahr, in diesen Song verliebt! In Henning und die Band auch, klar, aber eine Hommage an den Vater, womöglich den alleinerziehenden Vater, der auf jeden Fall aber lange im Zentrum von Mays Leben stand, das ist selten, das ist wichtig, das ist groß - und ich kann es verstehen, mittlerweile aus beiden Perspektiven. 

 

"Du hast Dich oft gefragt, was mich zerreißt. 
Ich wollte nicht, dass Du es weißt 
Du warst allein zuhaus', hast mich vermisst, 
und dich gefragt, was Du noch für mich bist." 

 

Oh Mann! 

 

Klar, noch sind Henning, Christopher, Severin und Malte richtige Jungs, mit Quatsch und Flausen im Kopf. Aber auch schon mit so viel anderem, wertvollem und erbaulichem Gedankengut, von dem wir alle profitieren, das uns tröstet oder auch glücklich macht. 

Gesungen mit "jeder Faser seiner Halsschlagader", wie der deutsche Rolling Stone sehr treffend feststellte, werden AnnenMayKantereit Alles geben und unser musikalisches und persönliches Leben bereichern.

 
Es geht ja gerade erst los und ich freue mich tierisch darauf!

 

VÖ-Datum: 16.10.2015

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Album der Woche | kw 42

ENNO BUNGER

FLÜSSIGES GLÜCK

Drei Jahre nach dem melancholischen Konzept-Trennungsalbum “Wir sind vorbei” veröffentlicht der Hamburger Musik- und Textkünstler Enno Bunger sein drittes Album “Flüssiges Glück”. Mehr als ein Jahr lang arbeitete Bunger an dieser Platte, produzierte und schraubte bis ins letzte Rauschen zusammen mit Tobias Siebert (And The Golden Choir, Me And My Drummer, Philipp Boa) im Radio Buellebrueck Studio in Berlin. Dabei entstand ein Werk, das geprägt von verschiedensten Musikgenres und Themen kaum abwechslungsreicher sein könnte.

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Drei Jahre nach dem melancholischen Konzept-Trennungsalbum “Wir sind vorbei” veröffentlicht der Hamburger Musik- und Textkünstler Enno Bunger sein drittes Album “Flüssiges Glück”. Mehr als ein Jahr lang arbeitete Bunger an dieser Platte, produzierte und schraubte bis ins letzte Rauschen zusammen mit Tobias Siebert (And The Golden Choir, Me And My Drummer, Philipp Boa) im Radio Buellebrueck Studio in Berlin. Dabei entstand ein Werk, das geprägt von verschiedensten Musikgenres und Themen kaum abwechslungsreicher sein könnte. Der 28-jährige Künstler verknüpft Indie mit Folk und Klavierballaden mit Elektronik. Erfrischend, wie Bunger musikalisch überrascht. Dennoch klingt es immer nach Enno Bunger, der in seinem Wortgewand aus Poesie, Prosa und Punchlines endgültig zu den meistzitierten deutschsprachigen Künstlern gehören dürfte. Man darf das so sagen: diese Platte ist Bungers bisher bestes Album.

 

VÖ-Datum: 09.10.2015

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Album der Woche | kw 36

FOALS

What Went Down

Wir verkünden die Rückkehr Von Großbritanniens wichtigster Gitarren-Band, FOALS. Die fünfköpfige Gruppe aus Oxfordshire haben am Freitag ihr langersehntes, viertes Album „What Went Down“ bei Warner Music veröffentlicht. Die erste Single, welche auch der Titel Track des neuen Albums „What Went Down“ ist, wurde am 16.06.2015 veröffentlicht und gleicht einem Monster: „What Went Down“ ist ein klares Statement und wird den Status von FOALS als eine der hochkarätigsten britischen Bands verfestigen.

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Wir verkünden die Rückkehr Von Großbritanniens wichtigster Gitarren-Band, FOALS. Die fünfköpfige Gruppe aus Oxfordshire haben am Freitag ihr langersehntes, viertes Album „What Went Down“ bei Warner Music veröffentlicht.

 

Die erste Single, welche auch der Titel Track des neuen Albums „What Went Down“ ist, wurde am 16.06.2015 veröffentlicht und gleicht einem Monster: „What Went Down“ ist ein klares Statement und wird den Status von FOALS als eine der hochkarätigsten britischen Bands verfestigen. Mehr als jeder Song der Band zuvor, geht „What Went Down“ durch Mark und Bein, er ist wild, ungezähmt und beschwört die dunkelsten Tiefen eines Abgrundes hervor – Er signalisiert die Rückkehr einer Band, die im Jahre 2006 auf Hausparties gespielt und sich einen Namen gemacht hat und sechs Jahre später zu einem UK Festival Headliner geworden ist.

 

Für das vierte Album haben FOALS sich mit dem Produzenten James Ford (Arctic Monkeys, Florence & The Machine, Jessie Ware, Mumford & Sons) zusammengetan und sich in den Süden Frankreichs zum Aufnehmen zurückgezogen. Das Ergebnis ist ein elementares, intensives, manchmal erschütterndes Album der Extreme – Es dringt in die Tiefen des Wahnsinns ein, bringt jedoch auch die schönsten Pop Songs hervor, die die Band je geschrieben hat. Die Texte von Frontman Philippakis handeln von kultureller Identität, der Unsicherheit einer Generation, Zynismus, Pessimismus und gebrochenen Herzen; „Ich wollte den Irren in mir antippen und habe das Gefühl, dass ich eine Art fieberhafte Kreatur geweckt habe“. Für seine provokante Art bekannt, ist Philippakis mal zerstörerisch, mal besessen, mal ehrgeizig, mal schlagfertig mit einer Zunge, so scharf wie ein Rasiermesser ist.

 

Bis Heute haben FOALS drei UK Top 10 Alben veröffentlicht: Antidotes (2007, Platz 3), Total Life Forever (2010, Platz 8) und Holy Fire (2013,Platz 2).

 

Im Jahre 2013 hatten FOALS ihren Durchbruch. Sie spielten Festivals auf der ganzen Welt und in Großbritannien als Headliner auf dem Bestival, Latitude und Parklife Festival, wo sie das größte Publikum der Veranstaltungen anziehen konnten. Am Ende des Jahres 2013 konnten FOALS des weiteren diverse Awards vorweisen: Best Live Act bei den Q Awards, Best Live Act bei den The Sun Bizarre Awards, Best Single (Inhaler) bei den NME Awards, sowie eine Barclaycard Mercury Music Prize Nominierung (Ihre zweite in Folge).

 

2015 ist das Jahr von FOALS.

 

VÖ-Datum: 16.06.2015

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Album der Woche | kw 25

Leyya

Spanish disco

LEYYA waren auf einmal da. Ohne Vorwarnung oder Ankündigungen oder große Ambitionen ging ihre EP "Drowning in Youth" durch die Decke: Soundparkband des Monats auf FM4, #6 in den deutschen Campus Airplaycharts, #4 in den Austrian Indie Charts, #29 belegte ihre Debüt-EP in den iTunes Charts.

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LEYYA waren auf einmal da. Ohne Vorwarnung oder Ankündigungen oder große Ambitionen ging ihre EP "Drowning in Youth" durch die Decke: Soundparkband des Monats auf FM4, #6 in den deutschen Campus Airplaycharts, #4 in den Austrian Indie Charts, #29 belegte ihre Debüt-EP in den iTunes Charts.

Auf ihrem Debütalbum "Spanish Disco" lässt das Duo gleich mehrere Welten gekonnt aufeinander treffen: Kunst gegen Pop, filigran vorgetragene Melodien gegen schwere elektronische Beats, Land gegen Stadt, Konzept gegen Chaos, jugendlicher Leichtsinn gegen Routine. Im Ganzen lösen sich diese vermeintlichen Gegensätze zu dem starken, konkludenten Album "Spanish Disco" auf, das auch produktionstechnisch den internationalen Vergleich nicht scheuen muss.

Auch wenn das Duo aus Eferding (Oberösterreich) das Wort "Konzept" nicht hören will: Nicht erst beim zweiten Blick liegt vor einem ein schlüssiges und rundes Album, das sich mit den Problemen junger Erwachsener beschäftigt: Man hat alle Möglichkeiten, kann alles tun, alleine es fehlt die Kraft sich zu entscheiden. Bis man sich entschieden hat, vertreibt man sich die Zeit mit Belanglosem in der "Spanish Disco" in Ibiza, ist "Drowing in Youth". Ein Glück dass LEYYA sich dazu entschlossen haben, dieses Album aufzunehmen.

 

VÖ-Datum: 15.05.2015

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Album der Woche | kw 24

KOPECKY

Drug For The Modern Age

Für ihr zweites Album „Drug For The Modern Age“ (VÖ 05.06.) haben Kopecky Family Band ihren Namen auf „Kopecky“ reduziert. Weniger sparsam geht die Band aus Nashville mit der musikalischen Rezeptur um: ihre Indie-Pop-Kompositionen leben von überschwänglichen Refrains, dem meist zweistimmigen Gesang von Gabe Simon und Kelsey Kopecky, prägnanten Gitarren-Riffs und einem musikalischen Drive, der selbst bei nachdenklicheren Themen die Songs trägt.

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Für ihr zweites Album „Drug For The Modern Age“ (VÖ-Datum ist der 05.06.2015) haben Kopecky Family Band ihren Namen auf „Kopecky“ reduziert. Weniger sparsam geht die Band aus Nashville mit der musikalischen Rezeptur um: ihre Indie-Pop-Kompositionen leben von überschwänglichen Refrains, dem meist zweistimmigen Gesang von Gabe Simon und Kelsey Kopecky, prägnanten Gitarren-Riffs und einem musikalischen Drive, der selbst bei nachdenklicheren Themen die Songs trägt. „Unser Anliegen ist es auch ernstere Themen zu behandeln, aber in einer Art, dass man diesen auch aufrecht stehend begegnen kann, oder gar zu diesen tanzen“. Das rückt Kopecky in die Nähe der Label-Kollegen Stars, die mit ihrem aktuellen Album „No One Is Lost“ auch Melancholie und tanzbaren Indie-Rock wunderbar verbinden. Die New York Times sieht dies aktuell jedenfalls so: “If you like Fleetwood Mac, try Kopecky…intelligent and edgy”.

 

VÖ-Datum: 05.06.2015

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Album der Woche | kw 23

JAMIE XX

IN COLOURS

Jamie xx ist Produzent, Soundbastler und ein Grundsymapth. Wir kennen den schüchternen Briten als Mastermind hinter den Beats von The xx. "In Colour" ist nun sein wundervolles Debüt-Album, dass über 6 lange Jahre entstanden ist. Immer wieder unterbrach Jamie xx die Arbeit an seinem Album, um Mixe für Adele, Radiohead oder Florence & the Machine zu machen oder um Songs von Drake und Alicia Keys zu produzieren.

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Jamie xx ist Produzent, Soundbastler und ein Grundsymapth. Wir kennen den schüchternen Briten als Mastermind hinter den Beats von The xx. "In Colour" ist nun sein wundervolles Debüt-Album, dass über 6 lange Jahre entstanden ist. Immer wieder unterbrach Jamie xx die Arbeit an seinem Album, um Mixe für Adele, Radiohead oder Florence & the Machine zu machen oder um Songs von Drake und Alicia Keys zu produzieren. Zudem interpretierte er Gil Scott Herons letztes Studio Album vollkommen neu und setzte dem verstorbenen Künstler ein postumes Denkmal. Für sein Solo-Album kollaborierte er mit seinen The xx-Bandfreunden Romy Madley Croft (Seesaw und Loud Places) und Oliver Sim (Stranger in A Room). Außerdem sind Young Thug und Popcaan auf dem vielleicht ungewöhnlichsten Track des Albums "Good Times" zu hören. Vorab veröffentlicht Jamie die Single "Loud Places" und den Album-Opener "Gosh".

 

VÖ-Datum: 29.05.2015

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Album der Woche | kw 22

HOT CHIP

WHY MAKE SENSE?

Man muss nicht lange suchen, um die Hinweise zu entdecken: Gleich im ersten Song ‚Huarache Lights’ steckt dieses Glitzern und der gewaltige Schub, der die kollektive Psyche von Hot Chip auf dem sechsten Album der Bandkarriere perfekt zusammenfasst. Und der Hinweis ist so einfach wie bemerkenswert: “Replace us with the things that do the job better.”

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Man muss nicht lange suchen, um die Hinweise zu entdecken: Gleich im ersten Song ‚Huarache Lights’ steckt dieses Glitzern und der gewaltige Schub, der die kollektive Psyche von Hot Chip auf dem sechsten Album der Bandkarriere perfekt zusammenfasst. Und der Hinweis ist so einfach wie bemerkenswert: “Replace us with the things that do the job better.” Das ist zugleich Ausdruck von Kampfeslust und Zweifel, denn wenn Hot Chip schon zu lange dabei sein sollten und ersetzt werden müssten, dann sollte bitte endlich jemand aus dem Quark kommen, und einen besseren Job machen – einen wesentlich besseren. Alexis Taylor erklärt: “Ich habe versucht, das Gefühl der Freude einzufangen, das bei mir ausgelöst wird, wenn mir Joe seine neuen Tracks zum ersten Mal vorspielt, die Aussicht darauf, mit ihm daran zu arbeiten. ‚Huarache Lights’ z.B. heißen Turnschuhe, die ich sehr gerne mag. Aber in dem Song steht der Name für etwas anderes, etwas sehr Modernes und sehr stark mit London verbundenes und für den Eskapismus einer Freitagacht im Plastic People, wo wir in der Nacht aufgelegt haben, als wir den Track geschrieben haben. Es geht sowohl um den Reiz, sich zu überlegen, was man am Abend anzieht und welche Platten man spielt, als auch um die Frage, ob wir als Band zu alt geworden sind, ob die Leute sich immer noch für uns interessieren. Die Antwort auf diese Fragen haben wir auf diesem Album musikalisch gelöst.”

Die Fragen auf ‘Why Make Sense?’ sollte sich eigentlich jede Band stellen, die sich ernsthaft mit ihrer Zukunft beschäftigt. Was bedeuten wir nach 15 Jahren? Gibt es da ein neueres, besseres Model am Bühnenrand, das uns überflüssig machen wird? Und wenn es das gibt, warum sollten wir das tun, was alle von uns erwarten? Das sind die Kernthemen des Albums ‚Why Make Sense?’ Es ist ein Hot Chip Album das die Absichten der Band neu formuliert und eine neue Definition dafür anbietet, warum Hot Chip überhaupt relevant sind. Die zehn Albumtracks meiden modernistische Dancefloor-Phrasen und beziehen sich eher auf die verstaubte Plattensammlung der Band aus Teenagertagen, als sie mit alten Computerprogrammen experimentierten um Musik zu machen. Aber der kreative Prozess der Entstehung von ‚Why Make Sense?’ unterscheidet sich fundamental von dem der frühen Platten wie ‚San Frandisco’ und ‚Coming On Strong’. Für ‚Why Make Sense?’ wurde das Hot Chip Kern-Quintett der Band, Alexis Taylor, Joe Goddard, Owen Clarke, Felix Martin und Al Doyle von ihrer Tour-Drummerin Sarah Jones und dem Multiinstrumentalisten Rob Smoughton verstärkt und erstmalig live in einem Studio, den Angelic Studios, außerhalb von London aufgenommen. In dieser Besetzung hatte die Band bereits Headliner Shows, zum Beispiel den Hollywood Bowl, gespielt und wird in diesem Sommer auch Festivals wie Green Man und Sonar spielen. Joe: “Während der Albumaufnahmen sind wir unserem Live Sounds immer näher gekommen. Diese Freiheit war entscheidend für die Entstehung einiger Tracks auf dem Album. Unser Aufnahmeprozess war fast anachronistisch. Und es ist irgendwie pervers, denn einige der Alben, die uns zu ‚Why Make Sense?’ beeinflusst haben, sind genau so entstanden – mit Toningenieuren und Musikern, die ihr Handwerk total beherrschen. Das scheint mir bei einigen aktuellen Alben, die am Laptop zu Hause gemacht werden, zu fehlen." Das Ergebnis ist eine Offenbarung: Abwechselnd irritierend und chaotisch, zurückgenommen und im nächsten Moment wieder mit einem tosenden Puls fließt das Album daher und zeigt selbstbewusst seine Einflüsse auf: vom klapperigen, analogen Post-Punk von ‘Why Make Sense?’ über die Philly Disco Hymne ‘Dark Night’, bis zum spacigen Acid Dub ‘Easy To Get’. Im griffigen 90er Jahre R’n’B von ‘Love Is The Future’ gibt es Features von De La Soul’s Posdnuos (Vocals) und Scritti Politti’s ‚Green Gartside’ (Arrangement). ‘Need You Now’ verzichtet auf Alexis Taylors Stimme zugunsten eines sorgfältig ausgesuchten Samples von der 1983er Sinnaman Single ‘I Need You Now’ der dem Track größere emotionale Schlagkraft verleiht.

 

Alexis: "‚Need You Now’ handelt von anderen Themen als denen, über die ich bisher geschrieben habe. Es geht in dem Track um die düstere Realität einer Welt, in der Terrorismus immer offensichtlicher wird. Der Track bietet keine Lösung an, er zeigt nur auf, dass Terrorismus Teil unseres Alltags geworden ist und dass wir ihm gegenüber ohnmächtig sind. Normalerweise geht es in Hot Chip Songs um Beziehungen – entweder meine eigenen, oder die zur Musik, die wir machen. ‘Need You Now’ resultiert aus einer pessimistischen Sichtweise auf die Welt und ist ein Versuch zu beschreiben, wie hilflos man sich fühlt, wenn man die Nachrichten schaut.” Das Verschmelzen von Text und Musik ist die Schlüsseltechnik bei der Entstehung von ‚Why Make Sense?’ – eine Entwicklung, die mit ‚In Our Heads’ begann. Joe: „Wir wollten alles musikalisch etwas runterfahren um nicht zu kleinteilig zu produzieren und so die Musik zu sehr zu überladen. Das hat natürlich damit zu tun, dass wir tatsächlich eine Band sind. So haben wir einfach mal nur eine Gitarre oder nur einen Schlagzeug-Part aufgenommen und den nicht mit weiteren Tonspuren überlagert, um so eine Direktheit in unsere Musik zurückzu –bringen. So wie auf alten R’n’B Alben. Wir hatten die Hoffnung, dass wir so mehr Funk in die Tracks bringen.” Und der Funk durchzieht auf unwiderstehliche Weise das gesamte Album. Der unverkennbare Sound des Clavinets in ‘Started Right’ transportiert den Sound von Stevie Wonder in eine futuristische Soul Atmosphäre. An anderen Stellen auf dem Album wird die Talkbox verwendet wie zu Roger Troutmans oder Todd Rundgrens Zeiten. Alexis: “Es ist nicht möglich nicht an Stevie zu denken wenn man ein Clavinet hört. Wir haben immer neue Instrumente und Effekte verwendet, wie die Talkbox in unserem Studio. Und wir haben ständig die alten RnB Alben mit den reduzierten Funk Sounds aus den 90ern gehört wie Michael McDonald und G Funk.” Joe: “Wir finden, dass der R’n’B von heute mit zu viel Hall verwässert ist, vielleicht um davon abzulenken, dass die Musik meist ziemlich Scheiße ist. Die Tracks auf unserem Album sind unsere Art zu sagen: ‘Das ist unser Verständnis von R’n’B. Ein Äquivalent zum Blue Eyed Soul bei dem die Verbindung zwischen der Musik und den Leuten die diese Musik machen, unterbrochen ist. Wenn man mit offenen Fenstern in einem Peugeot durch Putney fährt, muss die Musik, die man gut findet auch nicht unbedingt mit deiner Herkunft übereinstimmen. Vielleicht haben wir mittlerweile einfach akzeptiert wer wir sind und reflektieren das in unserer Musik. Fuck it, we don’t make sense, we’re doing it anyway.” Das ist vielleicht nicht die Antwort zur Frage des Albumtitels, erklärt aber dennoch die Beweggründe eines der besten und innovativsten Musikautorenduos der Britischen Musikszene und stellt sicher, dass eine der besten Live-Bands des Planeten ihren stilbildenden Sound weiter verfeinert. Den Sound, der ohne irgendwelche Kompromisse eingehen zu müssen, sowohl im Club als auch auf der Festivalbühne funktioniert. Why Make Sense? Beweist, dass es noch kein Model gibt, dass Hot Chip ablösen könnte.

 

VÖ-Datum: 15.05.2015

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Album der Woche | kw 21

TORA

HIGH ENOUGH

TORA sind eine Indie-Eelctronica-Chillwave Band, die im Mai 2013 in Byron Bay, Australien gegründet wurde. Mit der Veröffentlichung ihrer Debüt EP "Tora" und der dazugehörigen Single "Calming Her" im Oktober 2013 stieß die Band auf offene Ohren und Arme von Medien und Fans in den USA, Canada und natürlich in ihrer Heimat Australien.

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TORA sind eine Indie-Eelctronica-Chillwave Band, die im Mai 2013 in Byron Bay, Australien gegründet wurde. Mit der Veröffentlichung ihrer Debüt EP "Tora" und der dazugehörigen Single "Calming Her" im Oktober 2013 stieß die Band auf offene Ohren und Arme von Medien und Fans in den USA, Canada und natürlich in ihrer Heimat Australien. Das Interesse an der Band wuchs sich spätestens mit der Veröffentlichung einer weiteren EP mit dem Titel "Eat The Sun" zu einem handfesten Hype aus, der in mittlerweile weit über einer Million Plays für den Song "Jaigantic" und euphorischen Reaktionen in zahllosen internationalen Blogs mündete, dieTORA in einem Atemzug mit Künstlern wie Little Dragon, James Blake oder SOHN nennen.

„Sometimes you hear a track from a band that you've never heard of before and it actually makes you stop checking Facebook etc. for three-and-a-half minutes.“- Diese Aussage hat ein australischer Journalist in Bezug auf die Band gemacht und trifft an sich ins Schwarze und es wird vielleicht auch Zeit, dass man sich wieder mehr Zeit nehmen mag für Musik und es nicht als reine Hintergrund-Lala abstempelt.

TORA ist nun vielleicht genau solch eine Möglichkeit, denn die Melodien des Albums sind sicherlich eingängig, aber dennoch entwickeln sie ihre eigene Intensität immer wieder neu und man entdeckt Facetten, wie man sie wohlmöglich noch nie erkannt hat

 

VÖ-Datum: 08.05.2015

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